Vermarktung - oder: Besseren Honig statt Gejammer über Honigpreise!

  • ...kann man eigentlich pauschal sagen, ab wieviel Kilo es Sinn macht, seinen Honig über einen Laden, sagen wir mal Bäckerei, laufen zu lassen?


    Stelle mir vor, dass doch genug Honig da sein muss, um kontinuierlich zu beliefern?

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • ...kann man eigentlich pauschal sagen, ab wieviel Kilo es Sinn macht, seinen Honig über einen Laden, sagen wir mal Bäckerei, laufen zu lassen?


    Stelle mir vor, dass doch genug Honig da sein muss, um kontinuierlich zu beliefern?


    Hallo fowi,


    wieviel Honig Du über den Bäcker verkaufst musst Du einfach ausprobieren. Ich verkaufe meinen Honig u.A über einen grösseren EDEKA-Supermarkt und die haben von mir verlangt ständig lieferfähig zu sein. Ich habe deshalb schon mehrmal Honig dazu gekauft. Bei zugekauftem Honig druck ich dann nur 'Rapshonig' und nicht wie bei eigenem Honig 'Rapshonig aus...' aufs Etikett.
    Gruß
    Billy the Mountain

    Zweifle nicht - an dem - der dir sagt - er hat Angst -
    aber hab Angst - vor dem - der dir sagt - er kennt keinen Zweifel (Erich Fried)

  • Ich gebe zu bedenken, daß wer Honig dazukauft steuerrechtlich nicht mehr Hobby-Imker ist, sondern zumindest Nebenerwerbsimker.
    (Könnte mich aber auch täuschen, bin ja kein Finanzberater)


    Außerdem ist da noch die Qualitätsfrage - nur beim eigenen Honig weiß ich wo er herkommt, und wie er verarbeitet wurde.

  • habt ihr schonmal im Bioladen die Preise für Honig gesehen.
    Der kommt nicht mal aus Europa und ist recht teuer.


    Den gibts so wie andere Bioware mittlerweile überall, sogar bei Discountern wie Aldi und Penny. 500g dieses Biohonigs kosten 2,49. Den von Aldi hab ich probiert, im Geschmack gar nicht mal so schlecht wie ich zugeben muss. Kann aber sein, dass spätere Partien schlechter geworden sind, das ist bei Discountern oft der Fall. Die erste Ware eines Produktneuzugangs ist hochwertig, um den Kunden zu begeistern, dann lassen die Qualitäten nach. Beim Wein ist das immer schon beweisbarer Usus gewesen.


    Dagegen kann man als Imker nur den lokalen Bezug und kompromissloses Qualitätsstreben setzen. Und vielleicht noch besonderes Gewicht auf Sorten, die es beim aussereuropäischen Honig selten gibt.

  • Hallo Zusammen,
    seit etwa einem Dreivierteljahr vermarkte ich einen großen Teil meines Honigs über den örtlichen EDEKA-Markt. Im Schnitt werden monatlich 40 - 45 Gläser á 500 g verkauft. Ich verkaufe nur eigenen Honig. Die Bedingung des Betreibers war, dass ich kontinuierlich Honig liefern kann. Honig zukaufen möchte ich auf jeden Fall nicht.
    Viele Grüße,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • Hallo Zusammen,
    seit etwa einem Dreivierteljahr vermarkte ich einen großen Teil meines Honigs über den örtlichen EDEKA-Markt. Im Schnitt werden monatlich 40 - 45 Gläser á 500 g verkauft. Ich verkaufe nur eigenen Honig. Die Bedingung des Betreibers war, dass ich kontinuierlich Honig liefern kann. Honig zukaufen möchte ich auf jeden Fall nicht.
    Viele Grüße,
    Vorgebirge


    Könntest Du das ein wenig nächer beschrieben ?


    - Hast Du dort angefragt und waren sie für den Vorschlag offen oder hast Du deine Überredungskünste anweden müssen ?
    - Wie viele Sorten verkaufst Du dort, gehen alle gleich gut ?
    - Wie wird abgerechnet, die Gläser haben doch keinen Strichcode oder ?
    - Wie viel verdient EDEKA an einem Glas ? Kannst Du den Endpreis selber bestimmen ?
    - Stehen die Gläser bei den anderen Honigen mit im Regal oder in einem Extra Gestell ?
    - Hast Du DIB-Etiketten oder eigene ? < -- Hat sich dank Deiner Signatur erledigt ! :)
    - bestimmt noch mehr Fragen ... :)


    Hoffe, es sind nicht zu viele Fragen auf einmal ...
    Sowas könnte ich mir auch in meinem Verein vorstellen. Ein Regal im lokalen Supermarkt zu betreiben, damit die Honiglieferung gesichert ist. Leider sind die Imkeri in meinem Verein alle sehr alt und ich denke nicht, dass man sie dazu überreden könnte :(

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo Christian,
    habe die letzten Tage geschleudert und kann erst jetzt antworten:


    [QUOTE=Nds|


    - Hast Du dort angefragt und waren sie für den Vorschlag offen oder hast Du deine Überredungskünste anweden müssen ?


    Ich habe dort gefragt, weil mir ein Regal mit regionalen Produkten aufgefallen war. Überredungskünste waren nicht notwendig, vor allem, weil meine Etiketten (ich hatte beim ersten Verkaufsgespräch Warenproben dabei) einen klaren regionalen Bezug haben.


    - Wie viele Sorten verkaufst Du dort, gehen alle gleich gut ?


    Ich verkaufe 2 Sorten, Frühjahrs- bzw. Blütenhonig und Sommertracht. Letzterer geht etwas besser; der Unterschied ist aber nicht gravierend.


    - Wie wird abgerechnet, die Gläser haben doch keinen Strichcode oder ?


    Bei Lieferung übergebe ich eine Rechnung (die eine Mehrwertsteuer von 10,7 Prozent aufweisen muss). Wie der Preis im Laden ausgezeichnet wird, weiß ich nicht.


    - Wie viel verdient EDEKA an einem Glas ? Kannst Du den Endpreis selber bestimmen ?


    Der EDEKA-Markt verdient 0,99 EUR pro Glas. Ich habe meine Preisvorstellung genannt; der Betreiber des Ladens hat daraufhin seinen Verkaufspreis genannt. Das war gar kein Problem. Für Lebensmittel sind solche Margen allerdings vergleichsweise groß.


    - Stehen die Gläser bei den anderen Honigen mit im Regal oder in einem Extra Gestell ?


    Sowohl als auch. Ein Teil der Gläser steht bei den lokalen Produkten, ein ander Teil im Honigregal zusammen mit anderen Honigen.


    - Hast Du DIB-Etiketten oder eigene ? < -- Hat sich dank Deiner Signatur erledigt ! :)
    - bestimmt noch mehr Fragen ... :)


    dito


    :([/QUOTE]


    Viele Grüße,
    Vorgebirge

    (seit 2002 Carnica, Standbegattung; Löwenzahn, Obstblüte, Sommerblüte, Robinie, Linde; Zander, Zeidlermagazin (Heroldbeute), Hohenheimer Einfachbeute; Neutralgläser, eigene Etiketten; Honig, Propolis, Met, Bärenfang)

  • Bei Lieferung übergebe ich eine Rechnung (die eine Mehrwertsteuer von 10,7 Prozent aufweisen muss). Wie der Preis im Laden ausgezeichnet wird, weiß ich nicht.
    Viele Grüße,
    Vorgebirge



    Moin , Moin aus Hamburg ,
    wieso mußt Du die Steuer ausweisen ? Rechnung gibt es bei mir auch , aber ohne Steuer !!!
    Ich hoffe , Du führst die Steuer dann auch an den Fiskus ab ?:cool:
    An sonsten : DÜNNES EIS !

    Viele Grüße aus dem Norden

    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Wieso dünnes Eis ?
    Über so was ähnliches wurde auch schonmal im Bienenjournal berichtet. Dort hatten sich mehrere Imker zusammen getan um ein eigenes Regal in einem Supermarkt zu betreiben.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hi, Christian,
    entweder du bist optierender Landwirt als Imker (und Kleinunternehmer), dann darfst du MwSt (=Vorsteuer) weder ausweisen noch ziehen, oder du bist voll buchführungspflichtig, und darfst sowohl Vorsteuer ziehen als auch MwSt auf Rechnungen ausweisen.
    Dazwischen gibt es nichts.
    Sprich, wer unter dem Mindestumsatz für Kleinunternehmer (17.500€/Jahr oder so, müßte ich gucken) bleibt, darf auf seinen Rechnungen keine MwSt ausweisen.
    Ist dein Umsatz höher, bist du automatisch buchführungspflichtig.


    Ergo: Hobbyisten können zwar Rechnungen/Quittungen schreiben, aber nur mit Gesamtbetrag, ohne MwSt Ausweisung, ansonsten begehen sie Steuerhinterziehung, weil sie ja diese Steuer nicht abführen.
    Finger weg von solchen Rechnungen, das kann übel ausgehen....:roll:


    edit: ausgewiesene MwSt kann sich der Käufer als Vorsteuer vom FA zurückholen, da aber in einem solchen Fall du diese Steuer nicht abführst, ist es Betrug. Begriffen?:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Er gibt eben noch mal 10,5% Rabatt auf seinen Honig:cool:

    Hmhm...40 bis 50 Gläser Honig...
    Erzeugungskosten zwischen 1,80 bis 2,80 das Glas.
    1 € Gewinn, also an den Ladner für 2,80 bis 3,80 das Glas.
    ....normalerweise kalkulieren Ladner mit 100 bis 150% Aufschlag...hier handelt sich es um einen "lieben" Ladner, der nur 1,28 bis 1,38 aufschlägt, das Glas dann für ca. 3,20 bis ca. 5,10 verkauft.

    Was mich an der Rechnung stört ist, dass der Ladner "mehr" an Deinem Honig, für weniger Aufwand und Risiko, wie Du hast. Und dann das ganze für läppische 50 Teutonen im Monat.
    Hände weg von solchen "Geschäften" rät,

    Der
    Drohn

    der noch nie in einem Supermarkt einen sehr guten Wein fand:cool:

  • Moin Sabine,

    Zitat

    Ergo: Hobbyisten können zwar Rechnungen/Quittungen schreiben, aber nur mit Gesamtbetrag, ohne MwSt Ausweisung, ansonsten begehen sie Steuerhinterziehung, weil sie ja diese Steuer nicht abführen.


    wenn ich mich richtig erinnere, dann wurde das in irgend einer Fachzeitschrift etwas anders dargestellt (ADIZ oder die Biene, ich glaub Heft 12/2006 - ich habs leider nicht mehr).
    Schöne Grüße Peter