Landwirtschaftlicher Verkehr frei?!

  • Hallo zusammen!


    Da ich leider nicht die Möglichkeit habe, meine ersten Bienen in den eigenen Garten zu stellen, bin ich momentan auf der Suche nach einem geeigneten Standort in der Natur. Habe glücklicherweise auch schon einige mögliche Plätze ausfindig gemacht :) Das Problem ist nur, dass man fast überall auf folgende Verkehrsschilder trifft: „Nur land- und forstwirtschaftlicher Verkehr frei“ „nur Traktor frei“ etc. Leider gelten Hobbyimker nicht als landwirtschaftlicher Verkehr, dafür muss man die Imkerei mindestens als Nebenerwerb gemeldet haben. Was macht ihr in dem Fall? Einfach Schilder ignorieren und fröhlich zum Bienenstand fahren, weil man wahrscheinlich sowieso nicht erwischt wird? Einen anderen Standort suchen, zu dem man ungehindert hinfahren darf (der müsste aber erst einmal gefunden werden)? Eine Sondergenehmigung einholen (wo überhaupt, beim Verkehrsamt?)? Über eure Erfahrungen und Ratschläge würde ich mich sehr freuen!

  • Mein Erlebnis in dieser Sache:
     
    Ich habe auch einen Stand, den ich nur über eine gesperrte Straße erreichen kann. Eines schönen Tages kam ich aus dem Wald wieder zu dem auf der Straße geparkten Auto zurück. Im selben Moment, wo ich mit einer Kiste Bienen aus dem Unterholz breche, steigt die Polizei aus ihrem Wagen.
     
    Was war geschehen? Ein aufmerksamer Spaziergänger sah mein Auto und konnte niemand dazu entdecken. Böse Ahnungen stiegen in ihm auf, Selbstmörder, Verbrecher und was weiss ich und rief die Polizei.
     
    Das Ende der ganzen Geschichte. Die Umstände waren schnell geklärt. Von der Polizei bekam ich den freundlichen Hinweis, vielleicht ein Schild hinter der Windschutzscheibe anzubringen nach dem Motte "Imker bei der Arbeit" oder so und das war's. Die gesperrte Straße war kein Thema.
     
    Gruß
    Werner

  • Hallo Maja,


    erstmal darfst Du nicht einfach irgendwo Deine Bienen aufstellen. Voraussetzung ist IMMER das Einverständnis des Grundbesitzers oder Pächters. Und wenn Du das hast, dann ist auch Deine Zufahrt gesichert. Niemand wird Dir die Zufahrt zu Deinem Eigentum verwehren. Auch wenn Du kein vollerwerbs - Landwirt bist, ist die Betreuung Deiner Völker eine landwirtschaftliche Tätigkeit.


    Wenn der Platz auf öffentlichem Grund (Staatsforst: zuständiger Förster) oder Gemeindegrund (im Rathaus anfragen) ist, gibt es manchmal Probleme, weil die Herren (aber auch Damen) manchmal davor zurückschrecken so etwas zu genehmigen (es könnten ja noch mehr dadurch auf solche Gedanken kommen!).


    Herzliche Grüße, Emil

  • ...fällt mir passend dazu ein:


    Auch hier sind die Leute aufmerksam...
    Konnte just gestern wegen Regen nicht den "landwirtschaftlich freien" Weg fahren, sondern mußte nen anderen nehmen...was zur Folge hatte, dass ich ca 100 Meter zu Fuß durch die Wallachei mußte...
    Das ganze Tat ich mit ner Zarge Erweiterungsrähmchen für die Ableger (trägt sich in soner Zarge über die Strecke einfach prima)
    Und was durfte ich mir anhören von aufpassenden Passanten:
    "Aha, sie sind also für den Schwund der Bienenkörbe hier zuständig"


    Dass es hier zur Zeit tatsächlich so ist, dass Bienen abhanden kommen, steht außer Frage - aber dass ich nicht meine eigenen Bienen klaue, haben die Leutchens dann irgendwann eingesehen...


    Aber irgendwie albern isses ja doch....


    Um auf die Eingangsfrage zurück zukommen: einfach mal nett nachgefragt hat schon gereicht...

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • Danke schonmal für die ersten Antworten!


    Emil: Ich weiß, dass man erst die Genehmigung vom Grundstückseigentümer braucht. Wie findet man eigentlich heraus, wem ein Grundstück gehört? Gibts da ein zuständiges Amt, das einem das sagen kann?


    Eine Genehmigung, dass man irgendwo seine Bienen hinstellen darf, bedeutet leider aber noch lange nicht, dass man da auch hinfahren darf. Auch Hobbygärtner, die zu ihrer eigenen Obstplantage wollen, dürfen da nicht hinfahren, wenn es sich nur um Eigenbedarf und nicht um ein Gewerbe handelt. Wurde in Niedersachsen vor Gericht so entschieden und ist eben eine sehr dumme Sache vor allem auch für Imker. Wer kann / will seine Zargen und Beuten schon kilometerweit schleppen, das geht ja gar nicht.
    Deutsche Bürokratie eben. Warum einfach, wenn's auch umständlich geht.

  • Hallo maja,
    hier liegt sicher eine Fehlinformation vor. Wenn ich Eigentum in der Feldflur habe, Pacht ist gleichwertig (auch wenn kostenfrei gepachtet) und sei es nur ein Apfelbaum auf 500 qm, dann bin ich Anlieger und darf diese Wege befahren.



    Hallo Fowi,
    ich bin sehr froh, wenn aufmerksame Wald- und Feldbesucher eine Auge auf "vermeindliche" Imker haben. Wem schon einmal Bienen entwendet wurden kann das sicher nachvollziehen. Name am Stand und Personalausweis oder Änliches können schnelle alle Unklarheiten beseitigen.


    Gruß an alle Imkerinnen und Imker

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Maja,


    frag bitte einfach mal bei einem Förster nach wie die Sachlage aussieht. Sehr wahrscheinlich dass sich die Kollegen kennen und du gleich auch die Nummer mit dem Ansprechpartner für dein Gebiet bekommst.


    Ich habe während einem Spaziergang einfach mal irgendeinen Förster gefragt, da ich die Lage allgemein mal mit jemandem besprechen wollte. Der nette Mann hat sofort die Landkarte ausgepackt und mit mir die möglichen Plätze besprochen. Sicherlich lässt sich dabei auch gleich klären wie du die Plätze anfahren kannst, ob und wie dort die Sonne steht und der Wind weht usw.


    Best!
    Arnd

  • @ eisvogel


    Grundsätzlich stimmt´s schon, was Du sagst...aber wenn auf diese Art und Weise und um diese Zeit Bienen geklaut werden, ist´s bedenklich...


    Auf der anderen Seite bin ich auch schon nachts um 5 zwecks Umsiedelung im stockedunkeln dort gewesen und kein Mensch hat mich angehalten...das hat mir wiederum gezeigt, dass es ein Kinderspiel ist, Bienen zu mopsen...leider

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • Folgenden Auszug nur so zur Info. Wer's genauer will, kann ja weiterlesen unter http://www.ovg.nrw.de/presse/pressem/2002/p020626.htm


    "Die Bewirtschaftung der Flächen muss außerdem im Rahmen eines landwirtschaftlichen Haupt- oder Nebenerwerbsbetriebes erfolgen. Eine hobbygärtnerische Landbestellung ist nicht ausreichend, meinte kürzlich das Oberlandesgericht Nordrhein-Westfalen. In dem konkreten Fall baute ein Hobbygärtner auf einer Pachtfläche von 420 Quadratmetern Gartenfrüchte für den Eigenbedarf an. Mit seinem Pkw beförderte er Gartengeräte, Dünger und so weiter zu seinem Land und holte das Gemüse ab. Nach Auffassung des Gerichts handelt es sich hierbei nicht um landwirtschaftlichen Verkehr. Der Hobbygärtner muss jetzt zu Fuß auf sein Grundstück laufen."

  • Upps, was vergessen:


    "Die strenge Auslegung des Begriffs „Landwirtschaftlicher Verkehr“ ist aus Sicht der Landwirtschaft erfreulich. Für Imker, Angler und Jäger können sich daraus aber erhebliche Erschwernisse ergeben. Diese Personen haben jedoch die Möglichkeit, bei der Gemeinde eine Ausnahmegenehmigung zu beantragen, wenn der gesperrte Weg öfters befahren werden muss."


    Gefunden bei http://shop.ulmer.de/GEIZ2DH2kBHIr7Yp7F1olCHMs.HTML


    Will ja nicht klugscheißern, aber so ist es eben leider.

  • Hallo Maja,


    ich bezweifle, daß dieses Urteil auch in Deinem Falle zutreffend wäre. Aber wenn Du so ängstlich bist, bzw. Auseinandersetzungen mit der "Obrigkeit" scheust, dann mußt Du Deine Völker samt Zubehör halt mit dem Handkarren an ihren Standort befördern.:wink:


    Im Ernst: Wahrscheinlich war dieser Fall in einem Gebiet, das durch die Kleingärtner verkehrsmäßig stark mißbraucht wurde, und deswegen hier ein Exempel gezeigt werden sollte. Wenn Deine Bienen in einer Gegend stehen, die ansonsten von solchem "Verkehrsaufkommen" frei ist, wirst Du keine solchen Folgen befürchten müssen.


    Ich für meinen Teil hätte jedenfalls keine Scheu, in so einem Fall den Rechtsweg zu beschreiten, wenn mir einer die Zufahrt zu den Völkern verwehren wollte. Parken auf solchen Wegen würde ich natürlich nicht, weil ich selbst das von anderen auch nicht dulde. Das ist nämlich hier bei mir ein leidiges Problem, weil immer mehr Hundehalter ihren Köter mit dem Auto Gassi führen und ihren "Karren" mitten auf den Landwirtschaftlichen Wegen Parken.


    Herzliche Grüße aus der "Pampa"
    Emil


    PS.: Die Eigentümer der für mich interessanten Grundstücke habe ich beim Ordnungsamt meiner Gemeinde erfragt. Da bekommst Du auch Auskunft, wenns um die Verkehrsmäßige Erreichbarkeit eines Grundstückes geht.

  • das ist doch ziemlich Wurst! wenn Dich mal jemand anhält, der wirklich was zu sagen hat, dann droht dir im Extremfall ein Ordnungsgeld von maximal 35€.
     
    Ausserdem wenn du einen Bienenstand angewiesen bekommen hast vom Eigentümer/Bevollmächtigten, dann darft du in jedem Fall dort hinfahren und dann erübrigt sich auch das Ordnungsgeld, denn mit der Erlaubniss dort Bienen hinzustellen überträgt er dir auch automatisch das Wegerecht, es seiden er sagt ausdrücklich das Gegenteil.
     
    Wozu eigentlich diese Sorge? Ist dein Stand rechtmässig, dann fahr doch einfach hin und gut ist!

  • Moin Ihr lieben,
    habe auch nen Stand am Rande eines Naturschutzgebietes stehen, welcher natürlich auch nur über besagte Wege erreichbar ist. Habe mir für solche Zwecke ein Imkerschild gekauft und habe das hinten an der Windschutzscheibe, so dass Spaziergänger die sich über mein herrenloses Auto ärgern gleich sehen können das dort ein Imker am Werke ist.
    Abgesehen davon hatte ich hier noch nie Probleme mit der Polizei und wie Sam so schön sagt falls du doch mal an nen Paragraphenreiter kommst bist du halt ein paar Euros los;-)
    Gruß