Wie sieht es mit dem aktuellem Varroabefall aus ?

  • Ich habe in den letzten Tagen die Schublade eingeschoben - der Befall reicht von fast gar nicht (1 - 2 Milben pro Tag) bis zu extremen Varroabefall (>30 Milben pro Tag !)


    Die Jungvölker des letzten Jahres sind erwartungsgemäß eher gering Befallen, die Altvölker zum Teil extrem.


    Bei den stark vermilbten Altvölkern spiele ich jetzt mit dem Gedanken, das Celler Rotationsverfahren "Light" anzuwenden, das letzten Monat in der adiz vorgestellt wurde (Flugling gleich mit OS behandeln, Brutling 3 Wochen später).

  • Eh Du soviel Brimborium machst,


    warum legst Du da nicht mal 'n Schwammtuch auf?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ... warum legst Du da nicht mal 'n Schwammtuch auf?


    Womöglich noch mit einer passenden Säure versehen?


    Und gar gleich 2ml davon pro Wabe - kühlschrankkalt - versteht sich?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  • AS Behandlung könnte ich natürlich auch machen.
    Dachte aber an Rotationsverfahren Light, da man die Wabenerneuerung quasi geschenkt bekommt.


    Schwammtuch werde ich aber nicht machen, wenn dann Tellerverdunster - ich habe Null Erfahrung mit Schwammtuch.


    Wie lange kann ich noch warten bis zur Behandlung ? (mein "Top-Varroa-Volk" hat fast 40 Milben an einem Tag !) Diese Woche sollen die Temperaturen sehr kühl sein - bis max. 17°C - nicht gerade ideal für AS-Behandlung.

  • Moin qwerty,

    Schwammtuch werde ich aber nicht machen, wenn dann Tellerverdunster - ich habe Null Erfahrung mit Schwammtuch.

    Sonst würdest Du es ja auch anwenden. :D Eine Erfahrung ist eben gerade nicht nötig. Deshalb ist es ja was für jeden der seine Zargen und Waben zählen kann. Zählerfahrung haste? :lol:


    Das Schöne am Schwammtuch (als AS-Anwendung) ist die Unabhängigkeit vom Langzeitwetter. Es reicht, daß es 24h halbwegs brauchbare Bedingungen hat. Da hilft sozusagen der Wetterbericht von morgen. Und wenn die AS im Schwammtuch, weswegen auch immer, nicht wirkt, dann merkst Du das sofort und nicht erst nach Ende einer ganzen Behandlungszeit. Wenn Du Dir nicht sicher bist, brobier's doch mal aus. Einen Verdunster brauchst Du dafür nicht und keinen Verdampfer, keinen Nassenheider und auch keine speziellen Rähmchen, ja noch nicht mal eine Leerzarge ... nur paar 0815-Schwammtücher und eine Dosiermöglichkeit.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  • Moin Simon,


    "DAS" Schwammtuch für uncoole.

    :liebe002: Der war echt gut. :daumen: Das Schwammtuch hat nämlich den gewaltigen Nachteil aus Imkersicht, daß man daran nix verbessern kann und das es so wie es ist funktioniert. Ja nicht mal eine Individualisierung führt zu irgendwelchen Veränderungen in der Wirkweise ...:wink: Gut, man könnte es viellicht mit einer 22ml Tropfflasche kombinieren oder mit einem Dosierspender oder einer Benätzungswalze oder einer Goldkante ala Ado oder einem niedlichen Kreuzstich oder man steigert die Wirkung indem man die Schwammtücher vorher in die Firma schickt, die auch die Energieaufklebers herstellt oder man legt sie in die Sonne oder nicht.:confused: Also es geht schon einiges.:daumen:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
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  • Das Schwammtuch hat den entscheidenden Nachteil, dass ich mit Säure am Volk rumsuggeln und verstärkt Anwenderschutz betreiben muss. Aber vielleicht ist gekühlte Säure nicht so gefährlich?
    Wer von MoT verwöhnt ist, dem wird beim Schwammtuch Tiefenwirkung fehlen. MoT macht das Volk porentief rein. Übrigens, der Energieaufkleber haftet auf der Flasche besser als auf dem Schwammtuch. Alles schon getestet.


    Gruß
    Simon

  • Das Schwammtuch für Arme kenne ich :D
    Zählen kann ich auch, beim Kopfrechnen bin ich nicht sooo fit, kann aber zur Not schriftlich mal-nehmen :P
    (oder mit meinem PC hier...habe gehört die können auch rechnen ;) )


    Sobald das Wetter wieder halbwegs warm wird, werde ich die AS-Behandlung machen ...ob nun Schwammtuch, MoT oder Tellerverdunster werde ich bis dann entschieden haben.


    Morgen sind nur 14°C angesagt, das Tiefdruckgebiet hat uns schon erreicht - es regnet schon. Die Bienen müssen also noch ca. 1 Woche mit den Milben klarkommen.

  • Moin Simon,

    Das Schwammtuch hat den entscheidenden Nachteil, dass ich mit Säure am Volk rumsuggeln und verstärkt Anwenderschutz betreiben muss. Aber vielleicht ist gekühlte Säure nicht so gefährlich?

    Doch die Säure ist gefährlich wie sau. In der Küche genausoe wie verteilt auf viele Fläschchen. Gefährlicher noch als verkehrt rum aufgeklebte Energieaufkleber. Deshalb baut sich der zwanghaft bastelnde Bastelnde aus einem Perizindosierset und einem Verschluß einer AS-Kunststoffflasche (man beachte Doppel-"st" und Mehrfach-"t") eine standsichere Dosiereinheit unter Zuhilfenahme säurefesten Mehrkomponentenklebstoffes auf Epoxidharzbasis. Diese Dosiereinheit (geht bis 100ml) schraubt er dann bei Bedarf auf die Säureflasche drauf und appliziert den Wirkstoff so, wie er's von OS oder Perizin gewöhnt ist. Leider kann er dann das Jahr über nur den Dosierer, der auch immernoch für Perizin und OS verwendbar bleibt, die Schwammtücher, die Gummihandschuhe und den alles umschließenden Eimer aufbewahren und rumzeigen und keine Flaschen und Adapter und Dochte und Pfännchen und Nassenheider und Leerzargen und Tropfer ect. Das läßt seine Imkerein dann natürlich wesentlich unprofessioneller und kleiner aussehen (und Ihn selber natürlich auch). :(


    Oder ganz deutlich: für 2*22ml AS brauch ich keine Zarge, keine Flasche, keinen Standring und säuere auch in der Küche nix an. Ich hab zur Sicherheit den Eimer Wasser dabei, die Schwammtücher, die Gummihandschuhe und die Säure gleich in der Lieferflasche. Sowas kommt garnicht in meine Küche und wird deshalb auch nicht verwechselt. Nichtmal mit Energieaufkleber.


    Langzeitbehandlung geht mit bloßem Schwammtuch nicht. Ganz klar. Da braucht man dann schon Leerzarge, Flasche und Standring. Aber Langzeit-AS mach ich ja grad nicht, weil man da ja Erfahrung braucht ... :p

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Aber Langzeit-AS mach ich ja grad nicht, weil man da ja Erfahrung braucht ... :p


    Ich mach grad auch nichts.
    Alle Säureanwendungen am Bienenvolk brauchen einen Imker, der mindestens mitdenkt. Es gibt auch welche die im Voraus denken und welche die nachdenklich sind. Lass mal die Erfahrung bei den Profis, sonst wirds langweilig.


    Gruß
    Simon

  • "Das Celler Rotationsverfahren "light""... Kannst du das vielleicht etwas weiter auseinandersetzen? Ich lese adiz nicht, und bin jetzt neugierig. (Trotz Schwammtücherbesitz...)


    Danke,


    Elmar

  • Also - Celler Rotationsverfahren "Light" Schritt für Schritt :


    1. Tag : Alte Königin fangen, in einem mit Futterteig verschlossenen Käfig in eine Zarge mit Leerwaben hängen (leergeschleuderter Honigraum zum Beispiel)
    Dieser Kasten kommt auf den alten Boden, an alter Stelle.
    Die Bruträume werden 180° gedreht entweder auf das Volk, mit separatem Boden gestellt, oder daneben.
    Die Flugbienen werden zu ihrem alten Flugloch einkehren (Flugling).
    Der Brutling hat keine Königin, wird also Nachschaffen.
    Beim Brutling setzt man die Zarge mit den ältesten Waben am besten gleich an die oberste Position (zwecks späterer Wabenaussonderung)


    2. Tag : Flugling mit alter Königin mit Oxalsäure, Milchsäure oder Perizin behandeln (Brutfreiheit ist sichergestellt, da keine alte Brut im Flugling)


    21. Tag : Brutling ist Brutfrei - die Nachschaffungskönigin legt noch nicht, oder hat erst vor kurzem angefangen - also kann man jetzt auch diesen Volksteil mit OS, MS oder Perizin behandeln.
    Die Zarge mit den ältesten Waben wird entfernt und eingeschmolzen.


    Jetzt kann man die zwei Volksteile wieder vereinigen (Königin, die man nicht will abdrücken), oder man wartet bis zum nächsten Frühjahr mit der Vereinigung.


    Vorteile :
    - Einfache Wabenaussonderung,
    - relativ unabhängig von den Außentemperaturen (man braucht nur bei "Tag 1" gutes Flugwetter)


    Nachteile gegenüber dem "echten" Celler Rotationsverfahren ist, daß man eben doch wieder Bienen UND Waben behandelt.
    Beim echten Celler Rotationsverfahren werden ausschlieslich die Bienen behandelt (in der Kunstschwarmkiste)


    Das Verfahren ist übrigens auch in ähnlicher Form in der "Bienenpflege" vorgestellt worden.