Wie sieht es mit dem aktuellem Varroabefall aus ?

  • Hallo Imkers


    Habe gerade über massive Varroapopulationen gelesen.


    http://www.net-tribune.de/article/180607-270.php


    Ich habe das schon vermutet, jedoch erst im Spätsommer. Derzeit sehen die Völker strotzgesund aus, wenn auch schon erste Anzeichen auf Varroa da sind.
    Ich kann leider nicht zählen, da die Ameisen alles weg snacken was an Varroen runter fällt. Auf den Bienen sehe ich keine oder kaum. Aber das hat nichts zu sagen.
    Hat jemand bereits abgeschleudert und behandelt und gezählt?



    Grüße Musikus

  • Musikus,
    die ersten Anzeichen der Varroa sind da. Die Varroen.
    An einigen Standorten sogar jetzt schon in Massen. Es wird von einem nat. Milbenfall von deutlich über 10 Milben/Tag berichtet. Dies wird nicht überall so sein und nur in einigen Völkern. Die Völker sehen momentan sehr gut aus.
     
    Gruß
    Simon

  • Heute starte ich mit der ersten AS Behandlung, da erfreulicherweise zwischen Linde und Sonnenblume einige Tage Zeit zur Verfügung stehen.


    Methode: Schwammtuch mit 20ml 85%er von unten. Wern ma sehn was da runterkommt?:roll:

  • Heute starte ich mit der ersten AS Behandlung, da erfreulicherweise zwischen Linde und Sonnenblume einige Tage Zeit zur Verfügung stehen.


    Methode: Schwammtuch mit 20ml 85%er von unten. Wern ma sehn was da runterkommt?


    Dann kannst Du die Sonnenblume aber nicht mehr schleudern. Is doch schade drum.

  • Hallo


    Der Befall scheint ziemlich stark zu sein denn in den letzten Tagen bemerkte ich vor den Beuten immer wieder jede Menge krabelnder Bienen zum Teil schon mit verkümmerten Flügeln.Nach der letzen Schleuderung vor 12 Tagen bekamen die Völker schon einmal eine Behandlung mit 85% Ameisensäure im Nassenheider Verdunster.Die Völker hatten diese Behandlung gut verkraftet.
    Die Drohnenbrut wurde auch regelmäsig ausgeschnitten und trotzdem scheint
    ein starker Milbenbefall da zu sein.Ich vermute das in den letzten Tagen nun die geschädigten Bienen geschlüpft sind und die Zahl der herumkrabelnder Bienen langsam nach läßt.


    Grüße aus Thüringen

  • Eine Ameisensäurebehandlung riecht man auch noch Wochen nach der Behandlung !


    Ich würde niemals Honig nach einer kurz zuvor erfolgten Ameisensäurebehandlung ernten (1 Monat ist noch sehr kurz !)

  • Also nach meinen Beobachtungen geht ein großteil des frisch eingetragenen Nektars durchs Brutnest bevor er im Honigraum ein- bzw. umgelagert wird.
    Deshalb würde ich mir schon Gedanken um die Ameisensäure machen.


    Gruß Peter

  • Eine Ameisensäurebehandlung riecht man auch noch Wochen nach der Behandlung !


    Ich würde niemals Honig nach einer kurz zuvor erfolgten Ameisensäurebehandlung ernten (1 Monat ist noch sehr kurz !)


    Ist bei mir eine bewährte Methode, also no Problem.


    Seit langem finde ich bereits nahezu Flügelose Drohnen, man muss also durchaus abwägen was wichtig und richtig ist, denn nach der Sonnenblume kann es mitunter bereits zu spät sein.

  • Moin Jungens,


    es ist wie jedes andere Jahr auch: Irgendwann fängt die Varroa-Panik an und reißt so Stück für Stück jeden mit. Jetzt sogar schon im Juni. :roll: Ich darf da mal ganz vorsichtig gegenfragen: Wer hat denn schon Völker in Größenordnungen eingebüßt, trotz letztjähriger effektiver später Winterbehandlung? Ich meine nicht dieses Jahr bereits eingebüßt, sondern überhaupt oder jemals.


    Wirksame Behandlungskonzepte, egal wie sie nun aussehen, ob streng biologisch oder knallhart mit Perizin, AS und OS sind, wie der Name schon sagt vor allem wirksam und nur daran zu messen. Eine AS-Behandlung mit Kurzzeitwirkung also Schwammtuch oder Schwammtuch von unten gehören definitiv zu den wirksamen Maßnahmen um den Befallsanstieg gegen Jahresende deutlich zu bekämpfen. Zudem in den Sommermonaten die Verdunstung auch noch eine sehr sichere Sache ist. Es läuft also wieder auf die Bestimmung der Schadschwelle hinaus, ab der eine solche Behandlung nötig ist. (Auch wie jedes Jahr) Und darauf, welche weiteren Behandlungen ohnehin geplant sind. Welche Maßnahmen der Diagnose des nat. Milbenfalles vorrausgingen ist relativ egal, es sei denn es sind Maßnahmen die den Milbenfall beeinflussen. Wanderungen z.B. oder Brutzugaben. Ob es Kunstschwärme sind oder vorbehandelte echte Schwärme oder Ableger oder Altvölker - einzig und allein der nat. Milbenfall ist Kriterium, egal ob da nun Drohnenbrut geschnitten oder Brut entnommen wurde oder man die Bienen mehrfach nachts halb drei über eine Wasserader getragen oder mit Energieaufklebern beklebt hat.


    Diese Schadschwelle ist abhängig von der geplanten weiteren Trachtnutzung und natürlich vom Jahresfortschritt. Völker, die in Spättrachten ohnehin verbraucht und aufgelöst werden, bedürfen keiner Behandlung. Die brauchen keine Winterbienen. Völker die späte Trachten nutzen und anschließend überwintern sollen müssen den Sommer unbehandelt durchstehen. Ich mag' nicht mitten im Sommer behandeln, weil ich dann die Bienen ohne HR stehen lassen müßte und das führt sofort zu krasser Bruteinschränkung oder gar Schwarmtrieb durch Platzmangel. Ich brauch aber Brutstimmung spät im Jahr, weil ich spät schleudere und danach noch gesunde Bienen schlüpfen sollen. Wenn ich bemerke, daß Varroa(folge)schäden auftreten beeinflußt das wohl meine Planung, aber ich regiere nicht direkt darauf. Der Krüppelbiene kann ich ohnehin nicht helfen und wo, wenn nicht vor der Beute sollte sie den rumkrabbeln. Die Anzahl Krüppelbienen drückt zwar auf's Gemüt aber sie ist kein Gradmesser für den Befall. Vielleicht ist das eine Volk hochgradig vervirt hat aber wenig Milben während ein anderes stark milbenbelastet ist, aber konsequent Mißgebildete vor die Türe zerrt und noch so viel weiter, daß der Imker sie nicht sieht. Dann findet man da nur gesundes Getier in der Kiste.


    Bis zum 15. Juli bzw. nach der Linde kümmere ich mich diagnostisch nicht um die Milbe. Ich sehe zwar in die Drohnenbrut, ob da Milben sind, weil ich da Genugtuung für den Drohnenmord finde, ansonsten aber belastet mich das Milbenthema nicht. Erst nach der Linde kommt bei zufälligen Völkern die Windel rein. Und erst dann entscheide ich wie's weiter geht. Nach ganz eigenen Kriterien, die manchmal nicht viel mit der Milbe zu tun haben. Ich hatte letztes Jahr z.B. eine super Goldrutenernte, aber davon noch viel im Lager. Ich könnte also mit Goldrutenhonig durchwintern und somit also ganz legal und unbedenklich direkt vor der Goldrute AS-behandeln. Kriege ich den Honig aber plötzlich sinnvoll an den Mann, dann ändern sich meine Überlegungen womöglich. Auch wenn ich ein Phaceliafeld entdecken sollte. Leben ist Veränderung. Das gilt auch für die Behandlungsplanung. :lol:


    Also macht Euch nicht schon wieder heiß oder wofür macht Ihr Jungvölker?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ....Seit langem finde ich bereits nahezu Flügelose Drohnen, man muss also durchaus abwägen was wichtig und richtig ist, denn nach der Sonnenblume kann es mitunter bereits zu spät sein.


     
     
    Stimmt! Eine Behandlung in diesem Falle tut not. Bei flügellosen Drohen in Anzahl sollte man sofort handeln, ansonsten sind bereits im Oktober die Völker nicht mehr unter uns.... (ein schmerzlicher Erfahrungswert aus vielen Jahren).
     
     
    Ameisensäure (egal wie appliziert) hat einen ziemlich hohen Dampfdruck und sollte bei der jetzigen Witterung (~30!C) sehr bald aus den Völkern wieder raus sein, so dass sie in neu eingetragenen Honigen nicht mehr nachweisbar sein sollte (Ameisensäure kommt ja auch natürlich im Honig vor).
     
    Da dieses Jahr (jedenfalls hier) ca. 2-3 Wochen früher ist, dürfte auch die Milbenpopulation bereits jetzt eine sehr hohe sein. Ich werde am kommenden wochenende die völker ,die am Heimatstand bereits abgeerntet sind (hier ist keine Tracht mehr zu erwarten und wenn sie doch kommen sollte, so bleibt sie als Winterfutter drin) behandeln. Bin mir noch nicht sicher, ob ich Oxalsäure Blockbehandlung (so wie für Bienenwohl beschrieben) sprühe oder mit Ameisensäure behandle.......
     
    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • ... ansonsten sind bereits im Oktober die Völker nicht mehr unter uns


    Richtig Alfred:daumen: gerade im heurigen langen Brutjahr Jahr sollte man keinesfalls sorglos mit der Varroa umgehen und sich der trügerischen Hoffnung hingeben, mir passiert schon nichts.


    @ Henry


    gut geschrieben, aber wenn ich bis zum schleudern der Goldrute zuwarte, fliegen garantiert keine Bienen mehr.


    Ich komme soeben von den Bienen, gestern Abend wurden alle Völker am Heim- (Jungbienen) und Außenstände behandelt, heute fliegen die als wäre absolut nichts passiert. Mir kam natürlich zugute, dass der gestrige Tag ausgesprochen warm war. Also kann man durchaus von einer erfolgreichen Aktion sprechen und beruhigt bis Trachtende guten Mutes sein.


    Anmerken möchte ich, dass die Herbst- und Winterbehandlung mit 4x AS und 2x OS ebenfalls bestens und überaus erfolgreich war, dennoch sah ich bereits am 8.5 die ersten geschädigten Bienen. Hier ein Bild davon


  • Moin Jofl,


    ich verstehe das nicht. Mein Konzept (sehr Liebignah) hat AS-Schwammtuch ein- bis mehrmals im Spätsommer, also wirklich spät oder manchmal überhaupt keine AS-Behandlung, aber sicher eine Perizin-Behandlung Ende Dezember / Anfang Januar und im Notfall eine weitere im Januar. Außerdem Drohnenschnitt bei einem Teil der Trachtvölker. Mein befreundeter Berufsimker hält es ebenso und meine Patenkinder sehr ähnlich. Dennoch gibt es bei mir bzw. uns nicht ständig varroabedingten Ausfälle. Schon gar keine im Sommer.


    Wie kann das sein?


    Ist es nicht auch geradezu normal und wahrscheinlich, daß Flügeldeformationen bei Drohnen häufiger sind (wegen der Vorliebe der Milben) und auch häufiger wahrgenommen werden (wegen der Teddyärsche)? Und ist es nicht auch durchaus wahrscheinlich, daß geschädigte Bienen/Drohnen den milden Winter überlebten und somit im Frühjahr gefunden werden. Die flugunfähige Biene fliegt ja im intakten Volke vielelicht nicht ab. (Ich habe in den Völkern eines hilfsbedürftigen Imkers mehrere Krüppelbienen vorgefunden, obwohl die Völker im Winter entmilbt wurden und offensichtlich keinen zählbaren nat. Milbenfall hatten.)


    Liegt das vielleicht an der Waldtracht oder am Nicht-wandern, daß es bei einigen so schlimm aussieht. Oder ist die Bekämpfung womöglich nicht wirksam genug?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder