Buckfast selber ziehen, wie lange?

  • Moin auch an alle.


    Zur kurzen Einstimmung: Ich imkere seit 21 Jahren mit der Carnica Biene.
    Ich betreibe von Anfang an eine Basiszucht, habe aber Zugriff auf eine Belegstation gehabt, die unsere Züchtergemeinschaft aufgebaut hat.
    Im Durchschnitt überwintere ich 5 - 6 Völker.
    Nach meinem Umzug (mit Bienen) wohne ich nun in einer Gegend wo die Imker selbst nicht züchten und ständig neue Carnica Königinnen zukaufen :-(


    Nun bin ich diese Jahr das erste mal "fremdgegangen" und habe mir 2 Buckfast Königinnen gekauft.
    Frage ist nun, wie lange kann ich von diesen beiden nachziehen (Standbegattet)
    bis ich wieder neues Material benötige?
    D.H. sich die Buckfast-Typischen Rassemerkmale so weit vercarnicanisiert haben das kaum noch ein Unterschied zur Carnica besteht?


    Bitte nur Antworten von Imkern die es schon ausprobiert haben!
    Ich möchte mal Meinungen aus der Praxis hören.


    Wie handhhabt Ihr das so?
    Kauft Ihr jedes mal eine neue Königin wenn Ihr eine benötigt?
    Oder zieht Ihr ein paar mal von den gekauften nach?
    Wenn ja, wie oft?


    Gruß Patrick

    "Der geborene Imker muß Adel besitzen, nicht Adel im Geblüt, sondern Adel im Herzen, also weit höheren Adel.
    Häßliche Charaktereigenschaften machen ihn zum Imker untauglich."
    Guido Sklenar, 1935

  • Hi, Patrick,
    bitte mach nicht den Fehler, allein von der Optik auf "Ver-Carnisidierung" zu schließen.
    Und schneide NICHT die Drohnen dieser Königinnen.:cool:
    Bei deiner Völkerzahl hast du aber keinerlei Selektionsmöglichkeiten, ich empfehle dir da eher wirklich, jedes zweite Jahr neu zu kaufen.


    Das Grundproblem ist eher immer, daß die Buckis anders geführt werden müssen.


    Behandelst du sie exakt wie Carnis, wirst du keinen Unterschied merken, weil sie sich dann nicht richtig entfalten können.


    Andersrum ist es aber ähnlich: läßt du richtig gute Carnis wie Buckis laufen, nämlich mit sehr viel Platz zum Brüten, wirst du auch keinen großen Unterschied mehr merken, auch wenn das jetzt ketzerisch klingt in beide Richtungen.


    Nur mit dem normalen Landbienenmischmasch, der auch zum großen Teil noch recht stichig ist, kriegst du das nicht hin.


    Und ja, ich hab es ausprobiert, der Unterschied liegt tatsächlich eher in der Betriebsweise als in der "Rasse", so es tatsächlich ausgelesene Bienis sind.


    Ich sehe aber bekanntermaßen 50 Schwestervölker als Minimum für eine echte Auslese an, was eine noch wesentlich höhere Zahl an geschlüpften Königinnen bedingt.
    Darunter kannst du wirklich keine objektive Aussage treffen, und die ist dann immer noch sehr subjektiv, weil ein anderer Imker die schon wieder ganz anders beurteilen würde...es gibt keine wirkliche Objektivität in Bezug auf Eigenschaften.
    Was bei mir als Stecher rausfliegt, würde einem Stichgeplagten eventuell noch handzahm vorkommen...:wink:
    Und wie gesagt, nach reinen äußerlichen Merkmalen kannst du nicht gehen, ich hab hier zugekaufte Buckis von ganz hell bis ganz dunkel, da liegt es also nicht an meinen Drohnen, sondern die Eigenschaften an sich sind wesentlich wichtiger als die Farbe.


    Fals du doch die Drohnen schneiden willst, um dir deine Carnis nicht "zu versauen", wirst du wirklich jedes zweite Jahr zukaufen müssen, wenn es dir um die klaren Farben geht.
    Leistungstechnisch sind die F1 bis F7 (bisher) nahezu identisch, allerdings haben wir hier ein Übergewicht am B-Drohnen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen