Das ist neu - Beuten von innen Streichen?

  • Hallo,
    da trotz Abraten einiger Forumsmitglieder meine Beutenbauaktion langsam Formen annimmt, habe ich mir einen "Modellkasten" bei Roland Weber bestellt.
    Die Qualität ist prima. Jedoch eines macht mich stutzig. Und zwar der im Beipackzettel vorhandene Satz:"Achtung: Neue Zargen nicht nur von außen streichen. ... (M)üssen von innen aus holztechnischer Sicht doppelt so oft mit der gleichen Farbe gestrichen werden."
    Nun frage ich mich, warum? Habe das noch nie gemacht und konnte bisher auch noch keine hierdurch hervorgerufenen Langzeitschäden am Holz feststellen.
     
    Beste Grüße,
     
    Ralf

  • Moin Ralf,
    ich vermute, der Herr Weber unterichtet hier im Sinne seiner Gewährleistungspflicht. Er will sicher gehen, dass die Kunden nicht reklamieren, weil sich Beuten verziehen oder ähnliches. Baubiologisch ist das nachzuvollziehen, da der innere Mediumswechsel (Raumluft-Holz) "doppelt dicht" ist wie der äußere (Holz-Aussenluft). Die Wasserdampfdurchlässigkeit ist somit besser, da dieser nicht an der Äusseren Schicht hängenbleibt und das Holz innerlich schneller "altern lässt". Lass die Farme lieber ganz weg, das entlastet die Umwelt nicht nur durch die einfachere Entsorgung.


    gruesse


    seb

  • Du hättest dir ruhig den GANZEN Beipackzettel durchlesen können, nicht nur willkürlich ein paar Sätze :D


    Also - auf der Internetseite empfiehlt Weber :


    Beuten erst streichen, wenn die Zargen mindestens ein, besser zwei Jahre von Bienen bewohnt wurden.
    Dann haben die Bienen den Innenanstrich schon selbst erledigt, und Du musst nur noch von außen streichen.
    Falls Du vorhast gleich zu streichen, musst Du laut Weber innen doppelt so oft wie außen.


    Ich habe meine Beuten trotzdem gleich gestrichen, nur außen, aber mit Propolis - das Holz wird trotzdem noch atmen können hoffe ich :D.

  • Hallo ralf76,


    hab meine Probebeuten auch von der Firma Weber und habe sie außen 2mal mit Halböl gestrichen und innen 1mal mit Propolis. Ich habe Propolis es war bestimmt auch etwas Wachs dabei in Alkohol (Klosterfrau Melisse) gelöst und den braunen Saft innen gestrichen. Ob es richtig war wird sich rausstellen, aber ich denke die Feuchtigkeit kann nicht so schnell ins Holz. Die Bienen haben die Beuten freudig angenommen.


    Gruß Drobi

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Wenn einen grau in grau nicht stört und die Beuten halbwegs geschützt stehen, was spricht dagegen die Beute gar nicht zu streichen - dann kann man sich diese Diskussion ganz sparen ;-) ...


    Ich für meinen Teil streiche die Zargen nicht mehr, dass einzige was von mir gestrichen wird ist der Boden, vor allem die Auflagestellen fangen gerne einmal an zu faulen - dem kann man durch Holzklötze gegenarbeiten, die man unter den Boden schraubt und bei Bedarf schnell gegen neue ersetzen kann ...


    Ciao,
    Marco

    And that's the way it is (Walter Cronkite)

  • Übrigens ist die Haltbarkeit der Beuten entscheidend von der Auswahl des des Holzes abhängig. Je nachdem, was für Bretter verwendet wurden (auch verleimtes Holz wirft sich), welche Feuchtigkeit das Holz hat, auf welche Art und wie lange es getrocknet wurde, hast du teilweise ohne jegliche Behandlung der Beuten gar keine Problem oder aber auch mit bester Holzbehandlung Beuten die sich ziehen, sperren, Verleimungen aufgehen. Auch von Profis hergestellte Beuten können dann wegen des hohen Preises gewaltigen Ärger verursachen.
    Aber ich glaube, das war hier im Forum schon öfters Thema. Schade, dass es immer wieder "Ausreißer" gibt.
    Egal ob fachgerecht "'Holzschutzbehandelt", oder nicht.


    Gruß
    Ralph

  • Hallo,


    ich habe meine Böden unten mit Opferhölzern (kleine Dachlattenstücke) versehen, die ich von unten an den Boden geschraubt habe. Zwischen dem Opferholz und Beutenboden befindet sich ein kleines Stück Dachpappe, damit Feuchtigkeit nicht aufsteigt. Diesen Tip habe ich von einem Imker aus meinem Verein, er fährt seit Jahren gut damit.


    Gruss Michael

  • Solange die Zargen sauber verbunden sind, spielt es keinerlei Rolle, ob man auch von innen streicht. Ein Verziehen findet eigentlich nur statt, wenn die Bretter nicht durch eine Holz-/Schraubverbindung gehalten werden. Dei unterschiedliche Oberflächenspannung, die zum Verziehen führt, wird durch die Verbindung locker gehalten. Wichtiger ist eigentlich, dass die Verbindungen nicht geschraubt werden, da Schrauben im Längsholz nur bedingt halten. Aus Kostengründen wird natürlich hauptsächlich geschraubt, aber nur wasserdicht verleimte Holzverbindungen wie Zapfen oder Schwalbenschwänze garantieren einen optimalen Halt.
     
    Ein Witterungsschutz von außen ist natürlich Einstellungssache. Ich streiche mit Auro-Produkten, die diffusionsoffen sind und eindringende Feuchtigkeit auch wieder abdampfen lassen können (im Gegensatz zu diffusionsgeschlossenen Lacken-jeder kennt die häßlichen grauen Flecken in klarlackiertem Holz bei Treppen u. dgl.). Ohne Anstrich vergraut das Holz, d.h., die UV-Strahlung baut die Zellulose im Holz ab, die dann von einem (nicht holzzerstörenden) Pilz abgebaut wird. Das ergiebt den schönen grauen Schimmer. Die Vergrauung schützt vor Bewitterung und weiterer schädlicher UV-Strahlung, die ja nach den Pilzen der größte Holzschädling ist. Hobelt man einen Millimeter ab zeigt sich das schiere saubere Holz.
     
    Grüße von Jan

    Gut gemeint ist das Gegenteil von gut.

  • Hallo zusammen,
    ich glaube irgendwo hier im Forum hab ich schon mal geschrieben über die absolut ökologischste Behandlung von Holz gegen Witterung.
    Mit dem Gasbrenner das Holz leicht ankokeln (bis es dunkelbraun , nicht schwarz wird ). Diese Methode ist schon 200 Jahre alt und haut sicher hin.
     
    Einfach mal bei einer Zarge probieren ! :daumen:
     
    Gruß
    Richard

    Wenn Dich eine Biene sticht, dann gehe fort und fluche nicht.
    Denk daran sie ist zuerst gewesen, hier auf der Erd als Lebewesen.

  • Hallo Richard,
    das mag eine gute Methode sein,
    aber irgendwie kratzt das an Imkers Image.
    Sieht doch auf Unwissende so aus:
    Abgeflammte Beuten - der hatte Faulbrut am Stand!
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Also ich halte überaupt nichts davon, Beuten innen zu streichen! Völlig unnötige Arbeit da die Bienen ihren eigenen "Anstrich" auftragen. Außerdem sind die Innenseiten keinerlei Wettereinflüßen ausgesetzt.
     
    Ich habe meine Beuten und den ganzen Bienenstand mit einer Holzschutzlasur der Firma OSMO gestrichen. Die Lasur besteht größtenteils aus Ölen und Wachsen, schützt das Holz, macht es aber nicht Luftdicht. Außerdem ist sie sogar für Kinderspielzeug geeignet, sprich es gibt keine Gefahr für die Bienen.
     
    Überhaupt nicht zu streichen würde ich nicht empfehlen da die Haltbarkeit der Beuten dann doch etwas leidet!
     
    Zum Thema verziehen des Holzes kann ich nur sagen dass es völlig normal ist in einem gewissen Ausmaß. Holz ist ein Naturstoff und "lebt" eben. Wer damit nicht leben kann, der muss eben auf Kunststoffe umsteigen! :wink:

  • Die Innenwände der Bienenbehausung soll nicht mit Anstrichen behandelt werden. Ich flamme aus hygienischen Gründen jedoch bei jeder Neueinlogierung eines Bienenvolkes alle Zargen, Böden und Deckel mit dem Gasbrenner ab.
    Gruss Jon