Abgeschwärmt und weisellos - ist da noch was zu retten?

  • Vor einem Monat sind 2 Völker geschwärmt. Eins geplant (Sohnemann sollte das mal erleben), das andere unter kuriosen Umständen (überstarkes, aber zu aggressives Volk zur Umweiselung vorgesehen - entweiselt - nach 9 Tagen Nachschaffungszellen gebrochen und neue Kö. zugesetzt - nach 9 Tagen Schwarm; am Rand mehrere geschlüpfte Schwarmzellen :evil:). Anschließend kam die Schlechtwetterperiode. Beide Völker haben nach wie vor keine Stifte. Meine Fragen:
     
    1. Hat jemand erlebt, daß das nach so langer Zeit trotzdem noch was gibt?
     
    2. Wie sind die Chancen, so ein Volk noch erfolgreich mit einer begatteten Kö. zu beweiseln?
     
    3. Kann man aus so einem vergreisten Volk noch einen Kunstschwarm bilden?
     
    4. Oder muß ich die einfach abfegen und trauern?
     
    Viele Grüße, Johannes

  • Hallo Johannes,
    ich versuche ja alles um Schwärme zu verhindern, aber dieses Jahr bekam ich von einem Kollegen der sich beide Beine bei einem Motorradunfall gebrochen hat und somit schwarmfanguntauglich ist einige Schwärme. Allesamt haben eine junge Königin. Aber nicht daß ihr glaubt es seien nur ein paar Bienchen, nein es sind Riesenschwärme. Dieses Jahr ist alles ein wenig anders.
    Aber genau das ist doch das schöne an der Imkerei. Oder ????

    Wenn Dich eine Biene sticht, dann gehe fort und fluche nicht.
    Denk daran sie ist zuerst gewesen, hier auf der Erd als Lebewesen.


  • 1. Hat jemand erlebt, daß das nach so langer Zeit trotzdem noch was gibt?


     
    Ja!
    Hallo Johannes,
    neue Königinnen legen in der der Regel nicht bevor die alte Brut geschlüpft ist. Das bedeutet zunächst, drei Wochen. Plus eine Woche Zugabe, gleich vier Wochen. Ein Monat, etwa vier Wochen. Wie genau ist Deine Angabe ein Monat?

  • Hi, Johannes,
    Weiselprobe, jetzt sofort, und dann weitersehen.
    Um die "vergreisten" Mädels mußt du dir noch keine Sorgen machen, wenn keine Brut zu pflegen ist, bleiben sie erstaunlich lange voll fit.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Bei mir hat es mal ein Volk auf 40 Tage zwischen Schwarm weg und neuen Eiern gebracht, aber an Johannes' Stelle würd ich dringend Weiselprobe machen.
    Er hat die neue ja VOR dem Schwarm zugesetzt, also wird sie futsch sein, so oder so, und ich würde da nicht lange rumeiern, sondern nochmal eine begattete zusetzen, a pronto. Und Jungbienen von woanders zufegen, sicherheitshalber.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, ich habe einen ähnlichen Fall bei einem anfangs extrem stark entwickelten Volk: 1. Schwarm: Ende April, Nachschwarm am 8. Mai (Hab ich aber erwischt und einlogiert). Letzten Do. überprüfte ich, ob neue Brut vorhanden ist, aber leider nur vereinzelt Drohnenbrut (offene und verdeckelte). Ich habe eine traurige Ahnung: Das Volk ist drohnenbrütig, aber war beim Öffnen erstaunlich friedlich und ruhig. Kann es sein, dass eine unbegattete Kö angefangen hat, ungefruchtete Eier zu legen? Ich hab die Weiselprobe gemacht und eine Brutwabe eines anderen Volkes reingehängt. Mal sehen, ob die anfangen, nachzuschaffen. Oder klappt das bei einem drohnenbrütigen Volk nicht mehr? Wie lang soll ich Geduld haben?

  • Hallo miteinander,


    mir ging es genauso, ich habe die gleiche Erfahrung in einem Ableger gemacht, der vollig ohne Königin (sicher!) gebildet wurde, dessen Brut jetzt als ausläuft und der schon zwei Mal Weiselnäpchen verbaut hat, nachdem sie nach einem Tag angenommen worden waren. Die Mädels bauen tolle Waben mit den Zellen als Anfangsstreifen aber züchten keine Königin. Soll man in so einem Fall noch einmal einen Weiseltest mit einer ganzen Wabe machen?
    Gruß Stefan

  • Moin,


    1. wenn sie bauen, dann gibt ihnen Platz dazu. Jungbienen müssen bauen egal wo. BauRahmen gehören deshalb auch in die Pflegevölker.


    2. Pflegevölker brauchen Pflegebienen. Das sind junge, noch nicht eingeflogene Bienen. Und davon brauchen sie viel.


    (Sie pflegen notfalls natürlich auch mit Alten Tanten, die irgendwie ihre Drüsen nochmal wecken, aber wenn die erst geweckt werden müssen, dann reicht der in den 5 Tagen (die in echt nur dreie sind) in die Zellen gebrachte Futtersaft nicht aus, damit richtig fette Königinnen zu ziehen)


    3. Pflegevölker brauchen gestartete Pflegestimmung. Es langt also nicht einfach einem länger weisellosen Volke ohne offene Brut 50 Näpfchen einzuhängen. Das Ergebnis ist dann in Quali- und Quantität suboptimal. Das Qualitätsproblem ist dabei das größere. Es müssen also Bienen da sein, die beim Beginn der offene Tage der Zelle schon irgendwas pflegen. Z.B. auch Drohnenbrut. Die also Futtersaft haben und nicht wissen wohin damit. Deshalb sollen auch die unedlen Zellen der Nachschaffung nicht erst spät, sonder gleich nach der Verdecklung gebrochen und Zuchtstoff gegeben werden und deshalb läßt man einen Starter die Zellen eben nicht erst zu Ende pflegen. Der Futtersaftstrom soll nicht abreißen. Ist er abgerissen müssen Jungbienen mit Saftdruck hinzu.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder