Hoher Wassergehalt

  • Moin Imkers,


    ich hab Robinie geschleudert und bin unzufrieden, wegen des Wassergehaltes. Die Menge stimmt und die Farbe ebenfalls, aber Wasser bis knapp an 20% bei manchen Eimern ist traurig. Da fragt man sich natürlich wie das kommen kann. Und ich denke ich weißes nu:


    Die Robinie am Wanderstand hat nach einem derben Gewitter aufgehört zu honigen. Es gab keine Zunahmen mehr. So der Anruf meines Beobachters. Das war also schonmal kein normales oder trockenheitsbedingtes Abblühen. Nach dem Gewitter herrschte kontinuierlich hohe Luftfeuchte und Temperaturen um 20°C bei nur wenigen Flugstunden. Nicht bei mir daheim (und davon liß ich mich täuschen) aber eben am Robinienstand. Geerntet wurde 5 Tage später nach einem sonnigen Tag am Abend. Und da denke ich mir, daß die abgeschlagenen Robinien eben doch nochmal paar einzelne Blüten gehabt haben und die Bienen am Erntetag dort doch nochmal ordentlich Nektar fanden. Außerdem denke ich, daß Honig schon mit hohem Wassergehalt verdeckelt wurde, weil es ja feucht und kühl war draußen. Wenn nun aber der verdeckelte Honig nicht die notwendige Trockenheitsreserve mitbringt, dann gleicht der auch offene Waben nicht aus. Egal ob es spritzt oder nicht. Noch dazu kommt, daß die Völker wegen der Abschwärmerei oder der Königinnenentnahme nicht so stark und warm waren wie sonst. Normalerweise schleutere ich den Raps Anfang Juni und nicht schon die Robinie.


    Ich hätte meine Bienen doch etwas länger auf dem Honig sitzen lassen sollen :-( und erst etwas später in die Linde rücken müssen. Und ich werde demnächst das Refraktometer mit zur Honigernte nehmen und notfalls unverrichteter Dinge wieder abrücken, auch wenn es, wie diesmal, 150km Fahrstrecke für'n A... bedeutet.


    Man(n) lernt eben nie aus (Frau weiß schon alles. :liebe002:) jedenfalls passiert mir das kein zweites Mal.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Henry,
    du sprichst mir aus der Seele. Ich habe den Robiniehonig 5 Tage nach der letzten Blüte entnommen, also nix früscher Nektar. Mein Refraktodingens hatte ich auch dabei. Die offenen Zellen hatten einen Wassergehalt von 18%. Super, denke ich und nehme alles mit. Dann, o graus, bekam nur graue Haare: als ich ZU HAUSE mal eine Probe aus verdeckelten Zellen nahm, lag der Wert DEUTLICH drüber. Der läuft garantiert vom Brot.:wink:


    gruesse
    seb

  • High Jungs,
     
    Habt Ihr nicht gehört diese Jahr??
     
    Nun ist es aber passiert!
     
    Da sollten wir noch retten was zu retten ist, oder?
     
    Vermarkt Ihr im DIB - Glas?
     
    Oder frei?
     
    Es gibt wirklich Möglichkeiten den Honig zu trocknen!!
     
    Ihr habt eben das Problem, der Sortenhonige, dass Euch der DIB, aus angeblichen Vermarktungsgründen, aufgeschwatzt hat:roll:
     
    Lobbyarbeit eben....
     
    Kopf hoch....den Honig bekommen wir schon hin!
     
    Nun ist Technik gefragt!
     
    kämpft
    der
    Drohn

  • Man darf aber dem Honig laut EU Verordnung nichts zusetzen, bzw. abziehen.
    Darunter fällt auch das Wasser.


    Und wie will man das Wasser jetzt noch rauskriegen ?
    Zigmal durch den Melitherm ? Dabei leidet die Honigqualität aber gewaltig. (Ich erwärme meinen Honig grundsätzlich nicht !)


    Liebig's Tip wäre, entdeckelte Waben VOR dem Schleudern in einem trockenen (Raumluftentfeuchter) Raum ausdunsten zu lassen.
    Nicht jeder hat aber einen Raum, der sich dafür eignen würde (absolute Geruchsfreiheit !), bzw. den Raumluftentfeuchter.


    Mein Tip : Einfüttern, später schleudern.
    Ist zwar ein riesen Haufen arbeit, aber so ist das halt mit dem zu frühen schleudern !

  • [quote='qwerty','https://neu.imkerforum.de/forum/thread/?postID=121101#post121101']
    Liebig's Tip wäre, entdeckelte Waben VOR dem Schleudern in einem ...quote]
     
    Nach HVO verboten!!
     
    Du entziehst dem Honig nämlich Wasser!
     
    Wie gesagt: nix dazu, und nix raus:lol:
     
    Der
    Drohn

  • Nö,


    Du entziehst der Raumluft Feuchtigkeit. :u_idea_bulb02:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ja, das mit dem Raumluftentfeuchter ist Grauzone, und meiner Meinung nach auch nicht zu empfehlen.


    Den Honig ausreichend von den Bienen bearbeiten lassen, und auf Sortenhonig pfeifen ist meine Devise.

  • Moin,
     
    Klug geschissen, wenn der Honig mal im Eimer ist ist's natürlich immer schnell. :daumen: Wenn er gährt, dann verzichtet man natürlich drauf. Dann kann man nicht anders. Dann war die ganze Arbeit für'n A... Ne echte Idee könnte das Einfüttern nach der Linde sein, aber daran will ich lieber nicht denken. Denn das bringt ja nochmal Arbeit ohne Ende. Und außerdem Schwund.


    Ansonsten ist Sortenerzeugung ob nun regional oder nach Pflanzen das A und das O, weil nur sie die Vielfalt liefert mit der auch der Verkauf klappt. Wer wird mir Heidehonig gegen Sommerblüte tauschen? Keiner! (oder doch :lol: dann bitte sofort melden) Sommerblütenhonig hat a jeder. Aber meine Linde oder Guidos Edelkastanie, Christophs Tanne oder Lavendel, das sind echte Pfände im Gibst-Du-mir-geb-ich-Dir-Spiel. Der Kunde will Vielfalt und kriegt er immer nur Frühtracht und Sommerblüte, dann isser bald wech und beim Kanadischen Kleehonig oder beim Manuka- oder Sonstwohonig.


    Das Ziel ist also optimale Sortentrachtnutzung. Immer schleudern, wenn oben voll ist, ist was anderes.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Besser Schwund, als den kompletten Honig in den Gully zu kippen, weil er gährt, oder ?
    Und sooo viel Arbeit ist es doch auch nicht - ok, das Schleudern musst Du logischerweise wiederholen ;)

  • Doch...
    der Schwund bei nochmaligen laufen lassen durch den Bien ist enorm!!
    45% ca am Ende!!
     
    Der
    Drohn
    der das schon mit 1,5 Tonnen probiert hat.
     
    Auf Sorte verzichten und lieber einen 1a Sommerblüte tauschen gegen...
    Himmbeere, Tanne, Lecanie, Bepuderte oder so....
    vom
    Drohn:p

  • Nur mal so ein Gedanke: :daumen:


    Geruchsneutraler Raum
    den Deckel vom Honigeimer runter
    Luftentfeuchter auf MAX einstellen
    Raum auch ca. 30 - 35 Grad aufheizen
    Honig morgens und abends mit einem Holz-Dreikantstab rühren
    (damit der entfeuchtete obere Honig untergemischt wird)
    mit dem Refraktometer kontrollieren, ob's funzt


    Is' natürlich nur so ein Gedanke wie's funktionieren könnte.


    Streng genommen macht man aber etwas gemäß DIB-Richtlinien nicht Erlaubtes.


    Es ist ja aber nur so'n Gedanke!


    :u_idea_bulb02: :u_idea_bulb02: :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)