Kompatible Beute Dadant oder Br. Adam?

  • Weise Entscheidung arnd,


    ich würde Dir zu den kompatiblen raten.
    Schon allein aus dem Grund, daß wir endlich mal was Einheitliches bekommen.
    Mit den 32mm Wabenabstand kannst auch 11 Waben reinpacken, dann ists fast BA-Dadant.
    Mit dem 12er Dadant hab ich keine Erfahrung.
    Hier sollen andere singen!


    Gruß Simmerl

  • Hallo Zusammen, hallo Arnd,

    Arnd schrieb:

    ich spiele mit dem Gedanken mir Dadant Magazine zuzulegen. Wagner bietet das kompatible Magazin und die Variante nach Br. Adam an. Zu welcher würdet ihr raten und warum.


    Ich schließe mich Simmerls Rat an. :)
    Die 10er kompatible Kiste reicht vollkommen aus.
    Kollegen mit der 12er-Kiste arbeiten auch oft mit weniger als 12 Waben im Brutraum, das kannst Du an einigen Stellen hier im Forum nachlesen.
     
    Ich habe mich seinerzeit aus einem für mich sehr wichtigen Grund für die 10er-Kiste entschieden:
    Diese Kiste kannst Du im Frühjahr und im Herbst auch einmal alleine bewegen (bis zum ersten leeren Honigraum).
    Bei der 12er-Kiste würde ich das nicht machen wollen.
     
    Info am Rande: 
    Mit den 11 Waben bei 32mm Abstand ist man übrigens wieder bei der Dadant-Originalausstattung angekommen. Die hatten seinerzeit ebenfalls 11 Waben, aber mit ca. 38mm Abstand von Mittelwand zu Mittelwand.
    Die 12 Waben - die oft fälschlicherweise als Originalausstattung der Dadant-Beute angenommen werden - passten erst in die Dadant-Kiste, als der Wabenabstand auf die in Europa üblichen 35 mm reduziert wurde.
    Alles fliesst! :)
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Ja, die lieben Beutendiskussionen!


    Meine Meinung ist die der Vorredner. 10er Dadant ist super! 12er hat den Vorteil quadratisch zu sein und den Honigraum verschränkt aufzusetzen, was zu einer gleichmäßigeren Honigeinlagerung führt. Ist aber auch unhandlicher beim Wandern/Verstellen!

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • Mhh, 10er Dadant habe ich grad im Versuch. Wie geht ihr damit um? Wann schröpft ihr? Oder geht´s auch ohne?
    Ein Ableger ist grad dabei explosionsartig (5 Waben auslaufende Brut) die Kiste übervoll zu machen. Ist es ausreichend nach oben, über AsG genügend freien Raum anzubieten, oder muss ich noch anders eingreifen?


    Fragt sich
    Ralph
    der die 10er Dadantkist so rein gefühlsmäßig auch sehr gut findet.

  • Hallo Zusammen, hallo Ralph,

    Ralph schrieb:

    Wann schröpft ihr? Oder geht´s auch ohne?


    Ich schröpfe nur die gut ausgewinterten Völker kurz vor oder am Anfang der Rapstracht. Zweck ist die Schwarmlenkung, aber das habe ich schon in anderen Beiträgen ausführlicher beschrieben.
     

    Ralph schrieb:

    Ein Ableger ist grad dabei explosionsartig (5 Waben auslaufende Brut) die Kiste übervoll zu machen.


    Ableger in der Entwicklung zum Jungvolk oder die Jungvölker selber werden bei mir niemals geschröpft.
    Aber: Dein Ableger ist deutlich stärker, als derzeit nötig (... um nicht unnötig Volkskraft zu vergeuden, bildet Liebig seine Ableger frühzeitig und dann nur mit 2 Waben.).
     

    Ralph schrieb:

    Ist es ausreichend nach oben, über AsG genügend freien Raum anzubieten, oder muss ich noch anders eingreifen?


    Erstmal: Die Erweiterung über den Honigraum ist definitiv ausreichend. Du brauchst keinen 2. Brutraum oder was auch immer.
    Andererseits: Du solltest die Kraft dieses Beinahe-Volkes nutzen. Begrenze den Brutraum durch ein Schied und setze zwei Honigräume drüber.
     
    Falls Du noch einen zweiten Ableger in dieser Art hast, dann nimm dem zwei Brutwaben weg, fege die ansitzenden Bienen vor das Flugloch des Ersten und gib diesem Ersten anschließend die bienenfreien Waben ans Brutnest.

    • Dadurch erhälst Du ein gutes Wirtschaftsvolk, an dem Du Spaß haben wirst, falls ab Mitte Juni noch ein wenig Tracht sein wird.
    • Und Du erhälst einen Ableger, der sich harmonisch zum winterfähigen Jungvolk entwickelt.

    Und ab jetzt weisst Du: Zu stark gebildete Ableger machen nix als Arbeit... :)
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo, Arnd,


    Ich bin etwas anderer Meinung als die Vorredner und finde die quadratische, 12-rahmige Dadantbeute aus mehreren Gründen sinnvoller.


    • Mehr Platz für Brut
      Es ist sicher nicht der Normalfall, aber ich hatte nun schon zweimal die Situation, daß eine letztjährige Königin ein so riesiges Brutnest angelegt hat, daß auch die Randwaben des 12er-Brutraums auf der Innenseite mit Brut belegt waren. Sicher nicht vollflächig, aber eben mehr als ein Brutzipfelchen. Hier im Forum kommt bei solchen Berichten meist das Argument „kann gar nicht sein“, und es werden einem die Zellzahlen pro Dadantwabe gegen die literaturübliche Legeleistung einer Königin vorgerechnet. Vergessen wird dabei, daß sich Pollenkränze im Brutraum auch gut machen; von Honig- oder Futterkränzen (die in o. g. Fall, wenn ich mich recht erinnere, erst auf Wabe 2 und 11 zu finden waren) ganz zu schweigen.


    • Mehr Platz für Futter
      Die o. g. Situation ist sicher nicht der Normalfall. Üblicherweise sind die Waben 1 und 12 Futter- bzw. Honigwaben; teilweise mit Pollenflächen. Diese sind m. E. in Zeiten der Trachtlosigkeit wichtig. Ich erinnere mich an die Situation 2005(?), als unmittelbar nach der Frühtrachternte eine lange ungemütliche Wetterperiode einsetzte. Viele Imker mußten eine Zwischentrachtfütterung einlegen; einige berichteten hier im Forum sogar von fast verhungerten Völkern. Selbst am Ende dieser langen Regenperiode zehrten auch meine starken Völker noch von den Futtervorräten auf der 1. und 12. Wabe. Selbst, wenn man die Bienen nicht bis zum letzten Pfund Vorrat ungefüttert läßt, hat man doch bis zum Einsetzen einer Streßsituation wegen Futtermangels deutlich mehr Puffer.
    • Drehbarkeit der Zargen auch um 90°
      … wie von Reiner oben beschrieben. Ich mache das allerdings selten.


    Beim Rähmchenmaß kann die Kompatibilität sinnvoll sein – aber die ist bei der 12er-Dadantbeute ja gegeben. Überhaupt kein Argument ist für mich die Einheitlichkeit und Kompatibilität des Beutenmaßes. Welche Situationen sind denkbar, in denen ich die brauche?
    a) Ein anderer Imker übernimmt ein Volk oder einen Ableger
    … dann ist lediglich das Rähmchenmaß ausschlaggebend.

    b) Ein anderer Imker will bei mir seine Honigräume aufsetzen
    … das darf er nicht.

    c) Ich will bei einem anderen Imker meine Honigräume aufsetzen
    … das will er nicht. Und ich ehrlich gesagt auch nicht.



    Hinsichtlich der Tragbarkeit und Mobilität der Beuten mag u. U. ein kleineres Beutenmaß sinnvoll sein; ich habe aber bisher auch meine 12er-Dadantkisten trotz schlappem Rücken und lächerlichen Bizepsen gut bewegt bekommen. Und falls die Kiste fertig eingefüttert ist, hole ich mir eine Hilfe zum Tragen. Das müßte ich aber bei einer 10-rahmigen Beute ebenso.


    Viele Grüße, Jonhannes

  • Hallo Johannes!


    Welche Situationen sind denkbar, in denen ich die brauche?


    Eventuell könnte es für einen selbst sinnvoll sein, zum Beispiel:

    • ...wenn man mal CB ausprobieren will.
      Man kann dies mit relativ wenig Aufwand tun. Langstroth Bruträume kaufen, Honigräume passen dann ja immer noch.



    • ...wenn man Völker aus der Umgebung kauft.
      Hier haben z.B. alle Zander. Ich hoffe dass diese dann auch ohne Probleme in die kompatible Magazin-Imkerei integriert werden können.



    • ...wenn man sich den Luxus erlauben will auch mal was anderes zu probieren aber das Material aufeinander abgestimmt sein soll. Hier bliebe dann im Regelfall nur der Giff zu andern Maßen, 1.5er Brutraum oder Halbzargen etc, ob Zander oder DNM ist ja erst mal schnuppe. Umgekehrt, von Dadant auf andere Maße sieht es schon etwas beschränkter aus.


    Generell ist die Idee der Vereinheitlichung ja ganz nett. Wobei es aber auch genug Argumente dagegen geben dürfte.


    Wie auch immer!
    Danke dass du hier auch deine Erfahrungen geschildert hast!


    Best!
    Arnd

  • Moin Imkers!


    Ich habe mir heute mal die ganze Sache beim Weber angeschaut. Er hat 12er Dadant mit modofizierten Rähmchen. Ich muss zugeben, dass Dadant Beuten einfach klasse sind. Der Umgang mit dem Bien läuft um ein vielfaches stressfreier ab als bei meinen DNM Zwei- bzw. Dreizargern. Noch dazu sind die Bienen beim Weber sowas von ruhig, sowas hab ich bisher noch nicht gesehen. :daumen:




    ...hier mal meine "wie-cool-ist-das-denn" Liste:

    • Modifizierte Rähmchen:
      So gut wie kein Überbau oder ähnliches. Zusammen mit den Pilzköpfen auch echt stressfrei in der Handhabung. Hoffmansches-Bienenquetschen und Hoffmannsche-Kittharzverklebung sucht man hier vergebens!
    • Durchschau deluxe:
      Max 12 BR Rähmchen ziehen sind einfach geil! Zeit- und Stressersparnis für beide Seiten, Bien und Imker, sind fast schon unbezahlbar.
    • Buckfast:
      Das war heute mein erster direkter Kontakt mit dieser Rasse und ich bin wirklich angetan. Ob die Sanftmut des Bien jetzt eine Webersche Eigenart ist sei mal dahingestellt. Auf jeden Fall waren alle Völker ohne Seil und doppelten Boden bearbeitbar. Bis auf einen Stich, wohlgemerkt in der gesamten Gruppe, ist nichts passiert, und wir standen mitten zwischen den dicksten Belegstellenvölkern, bei eher suboptimalem Wetter.
    • Der Schieber:
      Das Arbeiten mit einem Schieber macht Sinn, vorher habe ich die Bedeutung nur erahnen können.

    Im Großen und Ganzen finde ich die 12er Systeme vom Gefühl her besser als die 10er. Durch den Schieber kann man ja recht Sinnvoll den Brutraum einengen so wie man, bzw der Bien, es braucht. Die Buckies hatten die Kisten schon recht voll. Ich denke da hat Johannes schon nicht unrecht.


    Wie auch immer!
    Das muss sich jetzt erst mal setzen. Die Fragen kommen die nächsten Tage bestimmt noch.


    Einen schönen Abend wünscht euch
    Arnd