Top informierte Amtstierärztin

  • Moin Imkers,


    mein Erlebnis von gestern mit etwas Vorgeschichte.


    Ich wandere regelmäßig durch die Stadt Leipzig in benachbarte Landkreise und am Jahresende zurück in den Muldentalkreis. Oft stehen die Bienen nur 3 Wochen oder weniger am selben Platze. Meine Bienen gehören nicht in die Stadt Leipzig. Es sind Muldentaler Bienen. Das Leipziger Veterinäramt ist also nicht für meinen Stand zuständig.


    Nach § 5 (2) Bienenseuchenverordnung ist genau geregelt wie sich der wandernde Imker in Zusammenarbeit mit dem zuständigen Veterinäramt zu verhalten hat. Wörtlich heißt es:
    § 5
    (1) Der Besitzer oder die mit der Beaufsichtigung,Wartung und Pflege der Bienenvölker betrauten Personen haben für Bienenvölker, die an einen anderen Ort verbracht werden, unverzüglich nach dem Eintreffen der für den neuen Standort zuständigen Behörde oder einer von ihr beauftragten Stelle eine Bescheinigung des für den Herkunftsort zuständigen beamteten Tierarztes vorzulegen. Aus der Bescheinigung muss hervorgehen, dass die Bienen als frei von Amerikanischer Faulbrut befunden worden sind und der Herkunftsort der Bienen nicht in einem Faulbrut-Sperrbezirk liegt. Die Bescheinigung darf nicht vor dem 1. September des vorhergehenden Kalenderjahres ausgestellt und nicht älter als neun Monate sein.


    (2) Die Bescheinigung nach Absatz 1 wird von der für den neuen Standort zuständigen Behörde oder der von ihr beauftragten Stelle einbehalten. Für Bienenvölker, die nur vorübergehend an einen anderen Ort verbracht werden, trägt sie in der Bescheinigung den Ort, den Beginn und das Ende der Wanderung sowie am Ort der Wanderung oder auf dem Bienenstand festgestellte Bienenseuchen ein. Die Bescheinigung wird dem Besitzer oder den mit der Beaufsichtigung,Wartung und Pflege der Bienenvölker betrauten Personen wieder ausgehändigt, wenn die Bienenvölker aus dem Bezirk der zuständigen Behörde verbracht werden.


    (3) Die zuständige Behörde kann Ausnahmen von den Absätzen 1 und 2 zulassen, wenn Belange der Seuchenbekämpfung nicht entgegenstehen.


    Und in andern Gegenden wird das auch ganz genauso gehandhabt. Man wandert ab und meldet sich beim Veterinär, damit dieser die Wandergenehmigung bzw. die Seuchenfreiheitsbescheinigung versehen mit der Bestätigung wieder rausrückt. Dann gibt man sie beim Veterinär für den Zielkreis ab und so fort. Der Veterinär ist also stets drüber informiert über welche Bienen er gerade zusätzlich Verantwortung hat, falls in seinem Kreis AFB auftritt. Nur in Leipzig, da ist das neuerdings anders.


    Ich hatte bereits am 21.05.2007 um Bestätigung der Faulbrutfreiheit gebeten und darum, den Schein nicht erst noch zu mir, sondern gleich ans Zielveterinäramt zu schicken. (Anschreiben hatte ich sogar beigelegt.) Gestern (29.05.2007) teile mir die Amtstierärztin am Telefon mit, "daß sie da schließlich nicht machen was ich wolle", sie könnte mir den Schein zurückschicken oder ich könne ihn abholen. Bestätigen würde sie darauf gar nichts, denn sie habe auch nichts untersucht und ich hätte ihr die Untersuchung verweigert indem ich mit ihr keinen Termin zur Untersuchung vor der Abwanderung vereinbart hätte. Sie würde nun also nicht bestätigen, daß an meinen Bienenstand keine Faulbrut aufgetreten sei. Also bin ich da hin. Zum Amt. Mit geschwollenem Kamm natürlich. Und da hat mir die Amtstierärztin tatsächlich erzählt, sie müsse meine Bienen untersuchen und könne selbstverständlich "fadenziehende Masse" und "fauligen Geruch" feststellen, wenn meine Bienen AFB-infiziert wären und sie würde alle Abwanderungen untersuchen. Das ist natürlich kompletter Blödsinn, weil ich ja erstens nicht abwandere, sondern lediglich kurzzeitig in der Stadt Leipzig aufgestellt war und weil Völker, die am 04.04.2007 mit 5 einzelnen Sammelproben als völlig sporenfrei befundet wurden, eben ganz sicher nicht 45 Tage später klinische Befunde zeigen können.


    Es ist vielmehr so, daß das Veterinäramt mich hätte darauf hinweisen und notfalls festsetzen müssen, wäre in der Nähe meines Wanderstandes AFB aufgetreten. Als ich weg war, war's doch ohnehin zu spät. Nun melde ich mich im Saalkreis also an und ab in einem Ritt und wandere morgen oder übermorgen wieder zurück in die Stadt Leipzig und ich bin sehr gespannt was mir da blüht.


    Habt Ihr auch so Spezialisten als Amtstierärzte, die Euch das Wandern verleiten?

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Ä Traum! :evil:


    nun hab ich das zweite Veterinäramt, das nicht auf meiner Wanderbescheinigung unterschreiben will. Dafür schickten die mir gleich mal alle Unterlagen, die sie so zu Bienen ausstellen können zu:


    1. eine amtstierärztliche Bescheinigung, daß meine Bienen frei von amerikanischer Faulbrut sind. (ausgestellt am 07.06. obwohl ich am 30.05. bereits aus dem Kreis abgewandert bin. :daumen:) 9 monate gültig. :liebe002:
    2. eine Seuchenfreiheitsbescheinigung für den Kreis.
    3. und auf meinen Anruf hin, meine unausgefüllte Wanderbestätigung zurück


    Auf die Bestätigung, daß ich jemals da war warte ich noch immer, denn ich kann sonst nicht nachweisen wo sie denn waren, meinen Bienen, als sie nicht im Heimatkreis standen.


    Ich werde noch wahnsinnig. Arbeite irgendwie mit Ämtern zusammen und Du wirst das auch. Warum nur? Ich will doch nur ein gesetzestreuer Bürger sein.:-(

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • .......... Ich will doch nur ein gesetzestreuer Bürger sein.


     
    Selber Schuld! :lol: "Wer viel fragt, geht viel falsch" :wink: 
     
    Die Seuchenfreiheitsbescheinigung wird sichtbar außen am Stande festgemacht und keinerlei Behörde befragt oder eingeschaltet. Bisher bin ich immer gut damit gefahren.
    Sollte man mich fragen, so werde ich mich genauso ahnungslos stellen, wie die Behörden, die den Bau eines neuen Bienenhauses (im Außenbereich) fast ein Jahr verzögert haben (weil sie das entsprechende Recht nicht kannten).
    (Wanderung am Sonntag trotz Fahrverbotes: Bisher hat mich noch niemand danach gefragt..... ich mache es einfach und ich werde auch niemand fragen.... ).
     
    Alfred

    Die Vernunft kann sich mit größerer Wucht dem Bösen entgegenstellen, wenn der Zorn ihr dienstbar zur Hand geht. (Papst Gregor I.)

  • Hallo Henry,
    tröste dich, in Frankreich brauchst du zum Wandern einen speziellen Brief mit Amtssiegel auf welchem angegeben ist das Datum und die Stunde der Wanderung.


    Schreiben liegt vor.


    Ob das alle Franzosen einhalten glaube ich nicht. Mein Freund würde sagen: "Es ist Vorschrift, das Nichteinhalten wird aber toleriert."


    In BW, hängt man das Zeugnis an den Stapel und informiert den Wanderwart. Eine Flasche Met trinkt er auch gerne. Der Amtstierarzt hat bei uns andere Arbeit.


    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:



  • Also wenn ich das so bei uns machen würde, würde ich eiskalt auf die Schn...
    fallen. Ohne Genehmigung ist bei uns reinster Selbstmord, hier gibt es nette Kollegen die ein gleich verpfeiffen würden. Hatte selbst mit Genehmigung und Gesundheitszeugnis noch genug Streß.


    Drohn stimmt. Bei uns hier weiß der Wanderwart nicht mal wer in seinem Kreis wo steht. lol
    Gruß

  • Was iss'n ein Wanderwart??


    Hab ich echt noch nie gehört.


    Der ist in seinem Landkreis zuständig. Wenn du wo hinwandern möchtest muß er sein ok geben und dies auf der Wandergenehmigung vermerken.
    Die Wanderwarte der einzelnen Kreise findest du auch im Imkerkalender.
    Gruß