Wandern vereinfachen, aber wie?

  • Also ich weiß ja nicht wie bei euch immer der Boden aussieht wo ihr anwandert.
    Kann nur von mir reden und meine Bienen stehen eingezäunt mit Stacheldraht auf ner Kuhweide neben einem Feld. Wenn man da nen Anhänger hat braucht man schon nen Geländewagen um rein und raus zu kommen. Geschweige den das man da mit nem Hubwagen arbeiten kann.
    Sehe eigentlich immer zu das ich so wenig Zeit wie nötig brauche, wenn ich dann auch noch nen extra Hubwagen dabei habe muß ich ja schon zweimal fahren.lol Und in der Zeit habe ich die Hälfte mindestens schon abgeladen.
    Aber bin auch an Ideen interessiert. Wir hatten das zu zweit gemacht und dann mit ner Karre. Danach ist man aber auch voll im Eimer und hat drei Tage lang Muskelkater. Und die Sachen die es käuflich zu erwerben gibt sind mir einfach zu teuer.
    Spekuliere grad ob ich mir nicht auch nen Hänger selber baue.
    Gruß
    Baerchenbruder

  • Beuten Wand an Wand auf Palette sind Mist beim Bearbeiten, du hast nie ein richtiges Packende, verdrehst dich dauernd, und stehst immer irgendwie im Anflug.
    Das ist z.B. ein Grund, warum ich von der Viererblockaufstellung wieder abgegangen bin.
    Lieber immer zu zweit nebeneinander und von der Seite/von hinten bearbeiten, und vor allem hoch genug.
    Außerdem sind die meisten Beutenformate ohne Umbauten nicht europalettenkompatibel.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Moin,


    Viererblöcke sind das Allerletzte. Kein Kippen und kein Abheben, weil immer da wo die Hand hin soll schon die nächste Kiste ist. Genau deshalb schraub' ich auch die Böden nicht auf den Hänger. Die Beuten werden zum Transport auf 0-Abtand zusammengeschoben und vergurtet. Mit 0-Abstand kann man aber nicht arbeiten. Also schieb' ich sie mit dem Stockmeißel paar mm wieder auseinander, vor der ersten Durchsicht.


    Hubwagen und selbst Sackkarre sind ebenfalls großer Mist im Gelände. Hubwagen geht garnicht und Sackkarre zur Not. Da muß man schon robuste Dinger mit sehr großen Rädern haben und wenn eine Beute (die man natürlich einzeln umgurten muß) eben partout umfallen will, dann tut sie das auch und keiner wird sie aufhalten. 50-60 kg plus Vorwärtsbewegung und Maulwurfshügel rechts Mäuseloch links gibt soviel Wupptizität, daß selbst gestandene Männer wie gefallene Mädchen aussehen. :lol: Die Bienen finden dererlei Geholper auch nicht so prickelnd.


    Nee - ein Anhänger mit seiner Federung und den drei weit auseinanderliegenden Punkten Rad-Rad-Kupplung ist da schon die schönere Lösung. Und eigentlich garnicht so teuer.


    Ein Untergestell für einen Schnellläufer hab ich hier noch und würd' es wohl auch abgeben, da mir mein Weib das weitere Abgeben damit nicht unverübelt lassen will ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Dankeschön meine Herrschaften, insbesonders Sabine und Henry, da sind ja schon recht brauchbare Anregungen dabei. Vor allem Sabines Link mit den Fotos war sehr nett.


    Hier ein Bild wie wir bisher gewandert sind



    Diese echte Knochenarbeit möchte ich mir in Hinkunft erleichtern, aber wie am besten? Im Hinterkopf schwebt mir folgender Plan Vor: Anhänger ohne Aufbau, also lediglich Deichsel und Achse. Mit diesem relativ leichten Gefährt könnte man einfach unter die Konstruktion a la Henry durchfahren und das ganze fixieren. Aber wie könnte dies konkret geschehen, grübbel, grübbel???:-(


    LG Josef

  • Hi, Josef,
    das war bitteschön Toyotafans Arbeit mit den ganzen Bildern, der Vortrag ging über zwei Stunden und jede Minute hat sich gelohnt!
    Was du im Auge hast, ist so eine Art Wechselbrücke, da schaust du bitte nochmal auf dem Bild #66 (6.Reihe von unten, 3. von links).
    Schreib Toyotafan doch einfach an, wenn du dazu Näheres wissen willst, er ist sehr, sehr nett :liebe002: und seine Frau auch!


    edit: wirklich rationell hast du es aber nur mit Palettentransport & Kran a la Stöckmann...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nachtrag: das Wanderthema diskutiere ich in regelmäßigen Abständen mit meinem Lieblingsspediteur.
    Wer keinen eigenen LKW haben will (der nackte Wahnsinn kostenmäßig), muß auf jeden Fall die Ladezeiten minimieren, und das geht nur mit Kran und Paletten, die dann wieder passen müssen.
    Die Fahrer warten nicht, bzw. das wird zu teuer.
    Geländestapler zum Mitnehmen sind viel zu teuer und nicht wirklich matschtauglich, das scheidet also auch aus.
    Wechselbrückenlösung ist relativ preiswert, und eigentlich das beste, aber braucht sehr gut anfahrbare Wege & Plätze (wenden!).

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • @ Sabine


    die Wechelbrücke ist sicher eine gute Lösung, schaut aber echt klobig und sehr schwer aus. Diesmal suche und versuche ich eine echte Inovation, notfalls werde ich unsere jungen Werkzeugbauer von der HTL um eine Projektarbeit ersuchen.:u_idea_bulb02:


    Toyotanfan werde ich sicher bei Gelegenheit kontaktieren, aber hoffentlich sind seine Frau und er nicht zu nett zu mir.:oops:


    LG Josef

  • Hallo Josef,


    das Problem hatte ich auch: Ich hasse Beuten schleppen (die unangenehmsten Erinnerungen an meine "frühen Bienenjahre") und war lange Zeit nach dem Abschaffen der Wanderwagen (aus finanziellen Erwägungen heraus lohnt es sich nicht mehr für mich mit diesen zu wandern) unglücklich über die verfügbaren technischen Möglichkeiten zum Wandern mit Magazinbeuten. Gemeinsam mit meinem Bruder (ich hab' nur gesagt, was ich will und er hat konstruiert und gebaut unter den gestrengen Augen und Anweisungen unseres Herrn Vater ,der mehr als 50 Jahre mit Bienen gewandert ist) haben wir das Problem angegangen und heraus gekommen ist ein (ich habe inzwischen zwei davon) Wandergestell: angepaßt an meinen PKW-Anhänger und mein Beutenmaß (DNM). Nie wieder Beuten schleppen, eine Person kann allein wandern, nur ein PKW-Wagenheber und ein Spanngurt wird gebraucht, damit ich 5 Beuten transportieren kann. (5 Beute deshalb nur ,weil mein jetziger PKW-Hänger nicht größer ist...aber das soll sich dieses Jahr noch ändern..). Eine ideale Lösung, so denken wir.
    Die einzige Voraussetzung für solch' ein Gestell: ein PKW-Anhänger, dessen hintere Bordwand zum Abklappen (oder auszuhängen) ist.


    Gerold

  • Moin,


    Wechselbrücken oder Bombinen haben sich leider nicht bewährt. Die Fahrkonstruktion muß so stabil sein, daß sie die gesamte Last der Wechselbrücke und der Beuten und (je nach Konstruktion) die des Imkers aufnehmen kann. Die Wechselbrücke muß die selbe Last aber auch auf die Stützen bringen und das ohne mittlere Unterstützung (dort ist ja nu kein Rad). Auf 5m gehen max. 10 Beuten pro Seite, wenn man die Stirn nicht nutzt. 20 Beuten wiegen ohne Honig ca. 1t - mit Honig schon mal 1.5 oder gar 2t. Und dann springt da der Imker noch drauf rum.
    Wenn man also diese abgeernteten Bienen (1t) mitsamt der notwendigen Unterkonstruktion (mind. 0,5t) auf einem fahrbaren Untersatz unterbringen will, dann muß der für 2t Zuladung zugelassen sein. Er ist dann also entsprechen stalbil und wird mind. um 0,6t wiegen. Macht zusammen fahrend: 1t Bienen + 0,5t Brücke + 0,6t Anhänger = 2.1t Anhängelast und dabei bewegst Du mehr Konstruktion als Bienen.


    Eine Wechselbrücke kostet definitiv mehr als ein schrottreifer Wohnanhänger.


    Für etwa 700 Euro macht man sich aus einem nicht zugelassenen Untergestell bzw. Wohnwagen mit allen Gutachten einen steuerfreien Plattformanhänger. Und der wiegt dann bei 1t zulässigem Gesamtgewicht 340kg. Bleiben 670kg für fahrende Zuladung frei bzw. 13,4 Beuten a 50kg.


    Nich vergessen darf man den Aufwand Wechselbrücken anzukoppeln. Die Stützhöhen üblicher Stützen reichen eben gerade nicht aus die Brücke entsprechend anzuheben. Der Anhänger kommt ja auch beim Entlasten durch die Stützen mehrere cm aus den Federn und den Reifen. Ungefedert geht schon gleich garnicht mit Bienen. Außerdem erhöht sich die Stützbreite und damit der statische Aufwande erheblich, weil die Stützen außerhalb der Fahrbreite des Untergestells stehen und zum Fahren auf 2,5m eingefahren werden müssen. Wer jemals im Regen, buckeligem hohen Grase eine Anhänger-Lafette unter eine Wechselbrücke geschoben hat oder versucht hat die da drunter zu ziehen, der gibt diese Idee :u_idea_bulb02: freiwillig :confused: und trotz gründlicher Überlegung :roll: dann doch :oops: wieder auf :-( und wechselt am Bienenwagen nur noch die Beleuchtungsbrücke :daumen:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin, Henry,
    ich denke bei Wechselbrücken auch nicht an Kleinzeugs, sondern richtige, für LKW.
    In kleinem Maßstab hast du völlig recht, Statik & Dynamik machen das Ganze ziemlich kompliziert.
    Aber so eine große, die kann was ab, und wenn das Fahrgestell noch luftgefedert ist, kann nix mehr schiefgehen. Da passen dann auch ein paar Völker mehr drauf, da lohnt sich die Fahrerei.:wink:

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    Bruce Springsteen