Umsetzung von Beuten auf kurze Distanz

  • genau es geht darum bei Punkt 3 die Zweige wegzulassen und anstelle dessen das Räubereigitter anzubringen, bis sich die Bienen eingeflogen haben.

    Auch wenn Sams Kommentar schon gaaaaaaaaaaaanz lange her ist, hat schon mal einer von Euch das Umstellen auf kurze Distanz mit dem Räubereigitter vor dem Flugloch statt den Koniferenzweigen im Flugloch ausprobiert und kann berichten, ob das klappt?

    Danke und vg

    Axel

  • Musste heute meine beiden Dadant-Völker umstellen. Einflugschneise zu Nah an der Einfahrt, so dass immer ein paar Bienen „per Anhalter“ mit den Autos mitgefahren sind. Ist eine breite gemeinsame Einfahrt mit dem Nachbarn und daher bisserl blöd (hat zwar nie wer was gesagt, muss man aber nicht herausfordern).

    Hab jetzt einen sehr guten neuen Platz gefunden. Da meine Bienen seit über 2 Wochen gut Pollen eintragen hab ich es heute Abend so wie hier beschrieben gemacht.

    - jetzt am Abend mit Schaumstoff Flugloch verschlossen

    - mit Spanngurt gesichert

    - mit Sackkarre durch den Garten (bisserl holperige Strecke) zum neuen Platz (ca. 25 m entfernt)

    - morgen öffne ich dann klein das Flugloch (2-3cm) und Steck Grünzeug rein, so dass die Bienen „durchkraxeln“ müssen und den Himmel nicht gleich sehen.


    Ich werde hier dann berichten wie viele Bienen zum alten Platz geflogen sind (am alten Platz stehen keine Beuten mehr).

    Einziger Wermutstropfen, jetzt kann ich von der Terrasse und vom Esszimmer die Beuten nicht mehr sehen, das war im letzten Jahr schon cool.

    Anfang März schied ich dann (Völker haben stark überwintert und fast durchgebrütet). Ich bin froh, dass noch 12 Rähmchen drin sind, das war mir jetzt beim transportieren lieber.


    Auf alle Fälle super, dass das Verstellen auf kurze Distanz hier so gut beschrieben ist.

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    Aktuell 6 Buckfast Völker auf 12er Dadant.
    Ziel 6 starke Völker einwintern.

  • Ich werde hier dann berichten wie viele Bienen zum alten Platz geflogen sind (am alten Platz stehen keine Beuten mehr)

    Wenn du zusätzlich am alten Platz ein weisses Tuch auslegst, erkennen die Bienen sehr rasch, dass sie da nichts mehr suchen müssen und orientieren sich schneller um. Ich selbst lege mit regelmässig gutem Erfolg zusätzlich einen kleinen feuchten Lumpen mit 2-3 Tropfen Nelkenöl aus (nicht auf das Tuch selber tropfen, wenn es noch gebraucht werden soll: die Flecken gehen nicht mehr raus).
    MfG, Wolfhard

  • Nach dem Umsetzen das Flugloch sofort öffnen, sonst Gefahr des Verbrausens! In dieser Jahreszeit vielleicht nicht so, aber man sollte sich nichts Falsches angewöhnen!

    Gruß Ralph

  • Nach dem Umsetzen das Flugloch sofort öffnen, sonst Gefahr des Verbrausens! In dieser Jahreszeit vielleicht nicht so, aber man sollte sich nichts Falsches angewöhnen!

    Gruß Ralph

    Ich hab einen offenen Gitterboden und lasse das Flugloch mit Zweigen verstellt bis zum Abend, da dieses ja genau ein wichtiger Anreiz zum neu einfliegen der Bienen ist.
    Das Argument verbrausen zeigt, dass man in den warmen Monaten, dann sich das Verstellen auf kurze Distanz genau überlegen muss.


    Ich werde hier dann berichten wie viele Bienen zum alten Platz geflogen sind (am alten Platz stehen keine Beuten mehr)

    Wenn du zusätzlich am alten Platz ein weisses Tuch auslegst, erkennen die Bienen sehr rasch, dass sie da nichts mehr suchen müssen und orientieren sich schneller um. Ich selbst lege mit regelmässig gutem Erfolg zusätzlich einen kleinen feuchten Lumpen mit 2-3 Tropfen Nelkenöl aus (nicht auf das Tuch selber tropfen, wenn es noch gebraucht werden soll: die Flecken gehen nicht mehr raus).
    MfG, Wolfhard

    Hab ein weißes Tuch auch ausgelegt. DANKE für den Tipp. Nelkenöl hab ich leider gerade nicht zur Hand.

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  • Gab es nicht letztes Jahr hier eine Meldung über Kunstschwärme, die in gut belüfteten Kunstschwarmkästen verbraust sind? Oder war das eine alte Geschichte, über die ich einfach bloss erst letztes Jahr gestolpert bin? Jedenfalls hat mir das Eindruck gemacht: Verbrausen auch bei Belüftung möglich!

    «Wer heute die Dunkle Biene, die Carnica oder die Buckfast will, findet dieselbe Ausgangslange vor: Allein intensives Züchten und gepflegte Belegstationen entscheiden darüber, ob sich die gewünschte Rasse halten, bzw. erhalten lässt. Der Unterlassungsfall nennt sich Swissmix, hat alle erdenklichen Eigenschaften und ist vor dem Anspruch der Biodiversität wertlos» (aus: mellifera.ch-Magazin, April 2018, S. 10).

  • Meine Frau meldet gerade, so 30-40 Stück kreisen mit dicken Pollen-Höschen um die weißen Tücher vom alten Stand herum.

    Am neuen Stand kommen zum Glück auch viele an.

    Anscheinend haben sich nicht alle neu eingeflogen. Bin gespannt ob die bis zum Abend die neuen Beuten finden (25Meter) entfernt und in der Nähe gibt es keine weiteren Beuten.

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  • Also ich entschuldige mich schon vorneweg.

    So einen Blödsinn habe ich noch nicht gesehen geschweige denn gemacht, das Flugloch mit Reisern zustecken. Wenn da eine Biene rauskommt findet sie vor Schreck nicht zurück. Ich habe schon öfter gelesen das man eine Zweig ins Flugloch steckt, das wäre OK. Oder man legt einen Stein ans Flugloch, macht man auch bei der Begattung von Jungköniginnen.

    Grundsätzlich sollte sich nach dem Umstellen am Flugloch nichts ändern, außer einer Kleinen Veränderung die signalisiert, hallo aufpassen. Dieser Beitrag ist wirklich gut gemeint.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hallo zusammen, hallo Drobi!


    Also ich entschuldige mich schon vorneweg.

    Finde ich mit Blick auf

    So einen Blödsinn habe ich noch nicht gesehen geschweige denn gemacht, das Flugloch mit Reisern zustecken.

    durchaus angebracht.


    Denn ich persönlich bin der Überzeugung und habe auch selber die Erfahrung machen dürfen, dass exakt das auf den obigen Fotos Gezeigte genau richtig ist.

    Denn in diesem Faden geht es um das "Umsetzen auf kurze Distanz".

    Und in diesem Fall muss (!) das Flugloch so eng verstellt werden, damit die Flugbienen eben nicht samt und sonders zum nahegelegenen, alten Standplatz zurückfliegen.


    Wenn da eine Biene rauskommt findet sie vor Schreck nicht zurück.

    Das ist schlicht unrichtig.


    Ich habe schon öfter gelesen das man eine Zweig ins Flugloch steckt, das wäre OK.

    Okay wofür?


    Oder man legt einen Stein ans Flugloch, macht man auch bei der Begattung von Jungköniginnen.

    Was ich wiederum noch nie gehört habe. Was wäre hier die Zielsetzung? Eine bessere Erkennbarkeit des Flugloches für die ausfliegende Prinzessin?


    Grundsätzlich sollte sich nach dem Umstellen am Flugloch nichts ändern, außer einer Kleinen Veränderung die signalisiert, hallo aufpassen.

    Jaaaa, aber diese "kleine" Veränderung muss eben die hochmotiviert ausfliegenden Flugbienen derart massiv ein- bzw. ausbremsen beim Erstausflug am neuen Standplatz, dass sie definitiv zum absoluten Großteil merken, dass sich die Umgebung verändert hat. und da hülfe ein Zweiglein sicherlich nicht ausreichend.

    Dieser Beitrag ist wirklich gut gemeint.

    Ich glaub`s dir, auch wenn ich`s inhaltlich völlig anders seh`.:wink:


    Schöne Grüße

    Patrick

    Et kütt wie et kütt und et hätt noch immer jut jejange!

  • Also bei mir hat die Methode mit den Zweigen vor dem Flugloch, auch sehr gut funktioniert beim Umsetzen der Beuten. Sollte man aber nicht zu lange drin lassen, hatte sie etwa 1,5 Tage drin, dann war alles wieder gut und die Damen kannten ihre neue Adresse. ;)

  • Ich akzeptiere das was Patrick schreibt, habe aber selbst meine eigenen Erfahrungen gemacht und sehe es deshalb etwas anders. Also alles OK.

    Gruß Reinhard / Lehre mich die wunderbare Weisheit,daß ich mich irren kann.(Teresa v. Avila)

  • Hier das versprochene Resümee meiner Aktion umsetzen von 2 Dadant-Beuten auf kurze Distanz.


    Startbedingung:

    2 Dadant-Völker, die seit Wochen in der Brut sind und stark ausgewintert haben (über 2 Wochen reges Wasser und Pollen holen) muss ich verstellen.

    • Sonntag-Abend: Beute verschlossen; mit Sackkarren an neuen Stand (ca. 25 Meter entfernt) gebracht, einigermaßen holperige Fahrweise
    • Montag-Morgen: Flugloch minimal geöffnet und sehr stark mit Grünzeug verengt, so dass Bienen kraxeln müssen und nicht gleich den Himmel sehen
    • Ungefähr 50% der verlassenden Bienen flogen sich neu ein, die anderen kraxelten raus und starteten gleich weg
    • Die 50% versammelten sich natürlich im Laufe des Tages am alten Platz
    • Ich hab einen Ablegerkasten mit zwei drei alten Waben (links und rechts davon Thermoschied) am alten Stand aufgestellt, so dass sich da drin bis zum Abend ein Großteil dieser „verflogenen“ Flugbienen sammelten.
    • Ablegerkasten am Abend verschlossen und vor die Beuten (direkte Verbindung der beiden Fluglöcher) gestellt. Flugloch geöffnet, ein paar Bienen wanderten ins Volk, die anderen ließ ich die Nacht über im Ablegerkasten, da Wettervorhersage für die Nacht +5°C war.
    • Als es am nächsten Morgen wärmer wurde (Ist ein Platz mit Morgensonne), hab ich die Bienen von den Waben des Ablegerkastens auf das Flugloch vor den Beuten geschlagen. Mit viel sterzeln wanderten alle Bienen in die Beuten.
    • Seit dem ist der alte Platz Bienen frei (bis auf die die halt Nahrung suchen)


    Meine Schlussfolgerung:

    Bei mir klappte es nicht ganz so gut wie bei den anderen. Hab es zum Glück trotzdem geschafft einen Großteil der "verflogenen" Flugbienen zu retten (Bevor ich den Ablegerkasten holte wurde ich schon ganz schön nervös).
    Evtl. macht es was aus, dass meine beiden Völker sehr gut überwintert haben (bei der OS-Behandlung Mitte Dezember waren die Kisten voll mit Bienen und jetzt starten die gerade richtig durch). Ich denke es sind jetzt auch noch eine Menge Winterbienen im Volk. Evtl. gibts da Unterschiede welche Bienen wie stark empfindlich auf Störungen reagieren. Evtl hat es was mit Genetik zu tun. Grundsätzlich ist es ja für unsere Bienen eine sehr gute Eigenschaft, wenn sie nicht gleich jede Störrung als Problem ansehen.

    Mein Tipp: Wer auf kurze Distanz verstellt sollte unbedingt eine Beute/Ablegerkasten/etc. mit alten Waben bereithalten, damit er im Fall der Fälle schnell reagieren kann.

    Für mich war es ein Versuch wert. Ich hab wieder was gelernt und ich hab für mich beschlossen, dass das klassische Verstellen außerhalb des Flugradius – falls ich mal wieder verstellen muss – die bevorzugte Methode ist.
    :-)

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  • Na, da haben dann alle also zurück ins Volk gefunden.


    Nebenbemerkung:

    Nach dieser weisellosen Nacht am alten Standort gehe ich davon aus, dass den vereinsamten Bienen völlig egal gewesen wäre, auf wessen Flugbrett Du sie am nächsten Morgen abschlägst - sie wären in jedes Volk eingezogen.


    Fazit: Eine Beute mit alten Waben (bitte ohne Futter!) am alten Standort aufzustellen, das kann man machen. Vielleicht ist es aber auch eine gute Idee, die dort dann versammelten Bienen bereits gegen Abend (sie fühlen sich bereits weisellos) am neuen Standort abzuschlagen (gerade bei den derzeitigen Nachttemperaturen).


    Gruß, Jörg

    Eine Fischsuppe aus einem Aquarium zu machen, ist leichter als ein Aquarium aus einer Fischsuppe.