Imkerhobby: Zeitaufwand und Urlaub?

  • Nun, das gehört nun mal alles mit dazu. Ablegerbildung, Königinnenzucht, Varroa und Co. Füttern usw. 10 Stunden im Jahresverlauf ? – das ist ein Witz.


    Beste Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • Nun, das gehört nun mal alles mit dazu. Ablegerbildung, Königinnenzucht, Varroa und Co. Füttern usw. 10 Stunden im Jahresverlauf ? – das ist ein Witz.


    ... dann machst'e was falsch - oder eben Du WILLST Dich länger mit den Bienen beschäftigen,weil es ja Dein Hobby ist!


    Wer mehr will, der kann dies gern tun - ist ja schließlich ein Hobby!!!


    Und mal so bei einen Hobby will man ja ein bisschen zu tuhen haben.



    GENAU!


    NOTWENDIG sind aber nur 10 Stunden ( und so steht es im übrigen auch in jeglicher Literatur).


    Andi

  • Dieter : bist du jetzt der Überzeugung, daß es mehr oder weniger sind?
    So ganz klar wird das nicht....:roll:
    Wenn man nicht alle paar Tage alle Völker stört, kommt man durchaus auch mit 3-4Std/Volk hin, macht man seine Rähmchen aus Leisten noch selbst, und hat eine nett komplizierte Betriebsweise, kommt man eher auf 20-30Std/Volk....:Biene:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo
    Streitet euch doch nicht wegen der Stundenzahl !
    Ein paar mehr oder weniger Stunden.Was solls ?
    loopguru fange mit 2-3 Völkern/Ableger an und habe SPASS an dem
    Hobby. :Biene:

    MfG

    Axel

  • Vielen Dank für den Tipp. Habe ich gerade bestellt.


    Was wird denn hier so als modernes Standardwerk bezeichnet, das man haben sollte? Ich denke gerade am Anfang muss man ja durchaus einiges an Entscheidungen treffen (Beute etc.)....


    Viele Grüße!
    Thomas

  • "Einfach imkern" vom Liebig.
    "Der Wochenendimker" ist eher ziemlich brutal in der Betriebsweise, und das mit dem rauf- und runterhängen macht man heute einfach nicht mehr, und ein paar andere Dinge auch nicht.
    Das Buch vom Tautz gibt einen brillanten Eindruck vom Volk an sich (siehe blaues Kästchen oben in der Übersicht), und ist schon wegen der genialen Fotos ein must-have.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • @ Andi


    ...Du handelst nach dem Gelesenen aus der Literatur und nicht nach der Notwendigkeit am Volk..ich bin begeistert :-)


    Als blutiger Anfänger kann ich die 10 Stunden nicht bestätigen...möglich, dass ein Profi das so schafft..aber es fallen ja zuerst auch Dinge an, wie Material Beschaffung, Beuten pinseln etc....und bis alle Abläufe am Volk richtig sitzen und zügig von der Hand gehen, vergeht auch einige Zeit.
    Im übrigen habe ich mit Sicherheit nicht zu viel an meinen Völkern gewerkelt - davon habe ich auf Grund der Stechlust meiner Tiere verzichtet :-)


    Aber sollte man beim Hobby genau auf die Stunde achten ?!?

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • Hi,

    Zitat

    Aber sollte man beim Hobby genau auf die Stunde achten ?!?


    Natürlich nicht, aber man sollte schon einen Anhaltspunkt für den Arbeitsaufwand haben, damit man nicht bei 50 Völkern plötzlich merkt, daß da pro Jahr eigentlich anderthalb Arbeitsmonate dabei draufgehen, die sich dann auch (oder auch nicht...) entsprechend rechnen sollten....
    Aber beim Hobby muß man in erster Linie Spaß dran haben (ich hab beim Bogenschießen mal ein paar Jahre im Sommer 40h/Woche trainiert: mo-fr von 18-22 Uhr, und sa/so den ganzen Tag auf dem Platz...meine damalige bessere Hälfte war GsD genauso mit dabei :wink:)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Zitat

    ... dann machst'e was falsch - oder eben Du WILLST Dich länger mit den Bienen beschäftigen,weil es ja Dein Hobby ist!


    Ich glaub’s auch bald.



    Zitat

    Da ich allerdings lese, dass Du mit den völlig veralteten Hinterbehandlungsbeuten imkerst (hast halt mehr Ahnung als ich) - brauchst Du Dich nicht zu wundern, wenn Deine Bienen aus Platzmangel mehr Arbeit und weniger Ertrag für Dich bringen.


    Stimmt, ich imkere in veraltete 3 Raum-Hinterbehandlungsbeuten. Stell dir vor - ich bin glücklich damit.


    Aber sag mal Andi, du kommst mit 10 Stunden hin?


    Beste Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • @ Sabine


    Ja, sicher benötigt man nen Anhaltspunkt...


    Was ich aussagen wollte, ist doch eigentlich nur:


    - als Anfänger hat man Dinge zu erledigen, die man später nicht mehr muss
    - läuft bei einem Anfänger nicht alles so rund, wie bei einem "Profi" (ich sag nur Königinnen finden und solche Scherze...)


    ..in diesem Sinne :-)


    Gruß aus Hildesheim

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • kann mir mal jemand nen groben Überblick geben, wie es zu den 10 Stunden bei euch kommt, wenn ich nur mal bei mir grob Überschlage, bin ich schon locker darüber


    noch ne frage zur Statistiken
    du musst das denke ich schon auf ein Volk und einen Imker beziehen,also auf jemand der nich schon 20 völker hat


    wenn jemand für 100 Völker, die eine Stunden Schleuderputzen durch 100 teilt,oder die 4 Stunden Wanderfahrt (hin zurück aufstellen etc) durch 100 Völker.
    Damit kann man die Statistik natürlich schön "anpassen" ;)
    wer aber mit 2 Völkern anfängt, hat trotzem eine Stunden Schleuderputzen
    und hat ausserdem keine "high tech, 40 waben selbstwenden, automatisch drehzahleinstellung... schleuder", oder erkennt eben sofort stifte,und findet die königin (was manchmal selbst 30jährige Imkereiveteranen vor probleme stellt)


    Arbeiten
    1: in der Schwarmzeit, alle 6-7 tage Volldurchsicht (weil eben doch auch 2-3 Weiselzellen gerne mal in den unteren Brutraum gesetzt werden) 30min,je Durchsicht, und das waren dieses Jahr bestimmt schon 10 Durchsichten,
    = jetzt schon 7 stunden, und das jahr ist noch nciht vorbei


    2: schleudern (4 waben motorbetrieben, handwenden,Drehzahl manuell einstellbar)
    da ich alleine bin kann ich da eben entweder entdeckeln, oder beim anschleudern die drehzahr kontrollieren, und bei den meisten Anfängern ist das genauso, die haben keine 5000€ ´Schleuder.
    Für das Schleudern gehen sicher bei mir pro Volk (ca 20 waben je Schleuderung, wovon ich meist 2 im jahr habe) auch 2 stunden drauf.


    3: Rühren des Honigs, wenn man ihn in den 12,5kg Eimern rührt (da man als anfänger sich keine Riesengefässe und Riesenrührer holt, geschweige denn mehrere Rührer) dauert das pro Eimer seine 10 Minuten, und auch das sind im Jahr sicher an die 2-3 stunden (ca 12-15 eimer)


    4: Säubern der Waben nach dem Schleudern, Drahten von Rähmchen (die halten ja nciht ewig), einlöten von Mittelwänden


    5: Abfüllen des Honigs und das Aufwärmen, da man als Anfänger sich nicht 300 glässer zum "sofort nach dem Rühren" abfüllen holt dauert auch seine 1-2 stunden und mehr


    6 behandlung gegen varroa,


    Nicht gerechnet sind hier die Fahrten zur Beschaffung von Dingen wie Glässern, Rähmchen, und was sonst noch übers Jahr nachgekauft wird, da dies von der Distanz zu Händlern abhängt


    Ein Anfänger könnte natürlich sicherlich sich alles fast fertig kaufen (Rähmchen mit eingelöteten Mittelwänden, gestrichene Beuten,)
    und Arbeiten delegieren
    (Mutter´/Frau füllt den Honig ab, hilft putzen etc)


    Ein Anfäger will jedoch meist nicht Unsummen ausgeben (wie es der kauf von fast fertigem nunmal verlangt)


    Wer die Imkerei als Hobby aber alleine betreibt, hat sicherlich seine 50 stunden pro jahr mit der Imkerei zu tun ( ich sage nicht mit den Bienen, über 50% der Arbeit ist Vorbereitung


    Mein Tipp: Geh zum Verein, such dir nen netten Imkerpaten aus deiner Gegend (am besten gleicher Ort), und bearbeite so halb halb ein volk mit ihm,
    bzw er zeigts ein paar mal, dann machst du es, und er überach so für ein Jahr.
    Der Pate sieht dir dann über die Schulter wenn du was machst, erlernst die Grundhandgriffe und Teile der Fachsprache, kannst die Zeiten ungefähr einschätzen, und wenns nichts ist, hats dich fast ncihts gekostet (meist ist der pate auch so nett, und du kriegst den honig von dem volk an dem du hauptsächlich arbeitest


    Wäre über eien ausführliche Antwort, gerne von einer Korryphäe wie Sabiene, sehr erfreut :)
    andere dürfen natürlich auch schreiben, solange nicht nur dasteht, "alles Quatsch"

  • Hallo Dieter,
    bleib mal bei der Rechnung pro Volk zehn Stunden.
    Was können wir dafür, das Du im Jahr neue Völker machst?
    Dann sind es statt zehn mal doch zwanzig mal zehn Stunden.
    Musste auch nicht machen, Ableger und so, kommst sonst nicht hin mit der Zeitplanung!

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Moin, Matthias,
    erstens bin ich kein Großimker, Ü200 hab ich noch nicht, da mußt du mal Leute wie Toyotafan/Jofl fragen, und zweitens

    Zitat

    du musst das denke ich schon auf ein Volk und einen Imker beziehen,also auf jemand der nich schon 20 völker hat


    eben nicht.
    Die 10 Std sind der Mittelwert bei einer eingelaufenen Imkerei mit x Völkern, das bezieht sich NICHT auf 1 Imker mit 1 Volk.
    Und dann ist es egal, ob du 50 oder 200 Völker hast, es gibt dir einen Überblick, mit was an Zeitaufwand du rechnen mußt.
    Sprich, bei 200 mal 10 = 2000 Std = Vollzeitjob.
    Bei 50 Völkern mal 10 = 500 Std = geht noch nebenbei.
    Dabei fallen allerdings 80% dieser Zeit von April bis Juli an, da muß man gucken, ob man das hinkriegt.
    So ab 150-200 Völkern IST es zeitmäßig Haupterwerb, und schon allein deshalb sollte man sich sehr früh drum kümmern, alles vernünftig durchzuorganisieren.
    Als Hobby kann man sich einen schönen Tag gönnen, 80km zu Holtermann fahren, sich gaaanz langsam durch den Laden gucken und irgendwann seine 80km wieder zurückfahren.
    Als Job - anrufen und schicken lassen, denn alles andere rechnet sich nicht.


    Schwarmzeit: nein, du guckst NICHT jede Woche jedes Volk bis zum Boden durch, da wärest du mit 10 min/Volk bei 200 Völkern schon die ganze Woche voll beschäftigt....
    Früh(!) Königinnenableger machen (oder CB) und gut is, ohne Königin kein Schwarm.


    Schleudern: bei mehr als 20 oder 30 Völkern und vorgesehenem Wachstum ist das der Zeitpunkt, sich eine vernünftige Schleuder zuzulegen.


    Rühren: das muß jeder für sich rausfinden. Entweder alles rühren, in großen Gefäßen, und sofort abfüllen, oder nur für den sofortigen Bedarf und alles andere bei Bedarf dann im Wärmeschrank auftauen. Im allgemeinen hast du keine Zeit, alles direkt nach der Ernte zu rühren, außer du hast Personal.
    Allerdings werden nicht alle Honige gerührt, da kommt es dann auf die Tracht an.


    Wandern: Das muß man sich vorher rechnen, ob sich das überhaupt lohnt, und sogar dann kannst du bei Trachtausfall noch auf die Klappe fallen...
    Ab dem Zeitpunkt, wo du einen LKW brauchst, egal welcher Größe, ist es ziemlich wurscht, wie weit du wanderst, der Aufwand mit der Laderei bleibt der gleiche, egal ob du 20 oder 800km fährst.
    Für kleinere Völkerzahlen wären Anhänger wie Henrys ideal, die Völker bleiben auf dem Anhänger und du verfährst sie nur, also nix mit Laden.
    (die DDR-Wanderwagen waren, was das anbelangt, schon sehr praktisch, aber HInterbehandler will ich trotzdem nicht :wink:)


    Varroabehandlung: ich vernebele 4x in 16 Tagen im Sommer, und einmal mitten im Winter, macht 25 min + 5min Rüstzeit/Volk.


    Die Zeiten pro Volk sinken eben wegen der Nebenzeiten ganz erheblich mit steigender Völkerzahl, deswegen ist es nicht sinnvoll, wirtschaftlich betrachtet, da mit einem oder zwei Völkern länger als ein Jahr rumzumachen.
    Vor allem brauchst du dafür noch lange keine eigene Schleuder, lies mal nach, wie Henry das macht, der hat das schon super organisiert.
    Und du bleibst doch auch nicht bei so wenig Völkern, außer du willst das explizit so, normalerweise wächst das jedes Jahr durch die Ableger.
    Wenn du das gut im Griff hast, ist es kein großer Unterschied im Aufwand, ob du nun 40 Völker oder 80 hast, 80% der Arbeit fallen auch schon für die 40 an, aber dein Deckungsbeitrag steigt mit größerer Völkerzahl enorm an, weil du mehr Endprodukt zum Verkaufen hast.


    Wenn du Imkerei rein als Hobby siehst, ist dein Zeitaufwand völlig egal.


    Aber ab dem Moment, wo du Honig auch verkaufst, sollte das kaufmännische Rechnen einsetzen, und dann kommst du dahin, daß du die Völker kein einziges Mal "nur zum Gucken" aufmachst.
    Ab dann wird es sogar fast wichtiger, gutes Marketing zu betreiben als unbedingt der beste Imker aller Zeiten zu werden.
    Es gibt viele Leute, die hervorragende Imker, aber schlechte Kaufleute und Vermarkter sind, und die versauen dann die Preise, weil sie gar nicht wissen, was sie ihre Selbstkosten für 1 Glas Honig denn sind, geschweige denn, was sie tatsächlich als echten Gewinn und Unternehmerlohn übrigbehalten.


    Und genau das ist das, was dir niemand wirklich beibringt.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen