Weiselzellen weden Zugebaut - wie vorbeugen?

  • Hallo Leute,
     
    ich bin etwas frustriert, weil meine schönen Weiselzellen mit Larven, für die ich extra nach Celle gefahren bin zwar angenommen wurden allerdings noch vor dem Verdeckeln mit Wildbau volkommen zugebaut wurden:-(.
     
    Zur Info:
    ich hatte auf einem DN Oberträger 4 Nikot Näpfchen gleichmäßig verteilt. Also mit relativ großen Abständen. Wobei die haben den Wildbau nicht am Oberträger sondern nur an den W.-Zellen und den Nicotstopfen angedockt.
     
    Das Pflegevolk ist weiselrichtig und auf 4 Zargen und bastelt sich auch ab und zu Schwarmzellen (die ich natürlich immer ausbreche). Die haben also nichts gegen Weiselzellen. Alle Zargen sind Proppevoll mit Buckfast Bienen.
     
    Weisel war im unteren Brutram durch Absperrgitter vom oberen Brutraum und den beiden Honigzargen abgetrennt. Der Rapshonig war noch nicht geschleudert es war aber noch Platz. In beiden Bruträumen habe ich jeweils einen Baurahmen, den ich immer scheide, damit Platz zum Bauen vorhanden ist.
     
    die Methode:
    Zuchtlatte in den 1. Honigraum (3. Zarge) eingehängt. W-Zellen wurden angenommen angeblasen und mit W.-Futtersaft versorgt. Soweit also alles bestens.
    Nach 24 Stunden Zuchtlatte in den oberen Brutraum zur Endpflege zwischen 2 Brutwaben mit offener Brut gehängt.
    Am 5. Tag wollte ich dann käfigen und dann das böse Erwachen ... wie gesagt alle Weiselzellen zugebaut und kaputt :-(
     
    Ich denke alle relevanten Rahmenbedingungen habe ich damit erläutert.
    Bitte lasst die Diskussion nicht in das Für und wieder dieser Methode ausschweifen. Diese Methode ist bewährt!!!
     
    Ich benötige nur konkrete Hinweise, wie man den Bautrieb so lenken kann, dass man verhindert, dass die Zuchtlatten zugebaut werden.
     
    Ich habe jetzt gleich einen 2. Versuch gestartet in dem ich die Rähmchen links und rechts der Zuchtlatte so dicht zusammenschiebe, dass die lieben Tierchen hoffentlich einsehen, das dort für eine weitere Wabe nicht genug Platz ist.
    Macht das Sinn ??? :confused:
     
    Oder sollte man vielleicht vorsichtshalber mehrere Baurahmen einhängen???:confused:
    Oder vielleicht Wieselstopfen und Oberträger einfetten??? :confused: (OK ist ne Bierlaunenidee :oops:)
     
    (der Plan ist übrigens im bienenstarken Volk durch optimale Pflege "Hyperweiseln" zu erhalten. Also bitte möglichst keine Tipps mit "Volk schwächen" oder "Ableger benutzen" etc. )
     
    Ich denke viele Züchter hier hatten schon einmal das gleiche Problem und hoffe daher, dass Ihr mir helfen könnt.
     
    Vorab schon einmal vielen Dank für eure Hilfe...

  • Früher Käfigen (erster Verschulungstermin - den genauen Tag musst Du in der Imker-Literatur nachschlagen den habe ich nicht im Kopf).


    Ich käfige beim späteren Termin (Tag 10), und schneide halt den Wildbau mit einem heißen Messer weg. Dauert ja nicht sooo lange.

  • Hallo fleiman,
    du kommst immer besser, wenn du bei Umlarv-Veranstaltungen gleich mit einem Anbrüter anreist. Da gehst du auf Nummer sicher, dass die Maden optimal weitergepflegt werden. Junge Maden sind zu empfindlich, vor allem wenn sie umgebettet wurden. Da fehlt letztendlich zu viel Brutflüssigkeit, um die junge Made am Leben zu halten. Dr. F. Ruttner hat an Hand von Versuchen herausgefunden, dass 1-2 tägige Maden, die Königinnen ergeben, aller 10 Minuten Nahrung aufnehmen.


    Weiselzellen werden zugebaut, wenn die Larven minderwertig sind oder urplötzlich Tracht einsetzt. Das Volk versucht dann die Wabenfläche wieder zu schliessen. Das passiert meistens, wenn Königinnen im Honigraum gepflegt werden. Da das Volk im Brutraum eine gute Königin hat, stellt das Volk im Honigraum bei einsetzender Tracht urplötzlich die Pflege ein. Man kann das so deuten, dass das Volk es nicht mehr notwendig hat Weiselzellen weiter zu pflegen. Früher käfigen bringt gar nichts. Im Gegenteil, die Bienen haben es da um so schwerer die Zellen optimal zu wärmen.


    Du schreibst, das du schon Schwarmzellen gebrochen hast? Das kann ebenfalls ein wichtiges Kriterium gewesen sein.


    Zitat

    Die haben also nichts gegen Weiselzellen.


    Das glaub ich dir gern - wenns die eigenen sind auf jeden Fall. Bei Fremdmaden sieht die Geschichte allerdings etwas anders aus.



    Beste Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!


  •  
     
    Hallo fleiman,
    ich erkenne hier eine meine in meinen Filmen gezeigte Zuchtmethode und freue mich, dass diese auch bei dir klappt und du damit supergut entwickelte Königinnen züchten kannst!
    Leider muss ich hier sagen, dass du eben für die Natur nichts kannst. Wenn starke Tracht ist, dann kann so etwas vorkommen, aber sehr selten so früh. Mehr als am 5. Tag käfigen kann man nicht machen!
    Mit soetwas muss man eben rechen, wenn auch selten, aber es passiert eben!
    Cest la vie. Lasst dich aber von so etwas nicht entmutigen, sondern probiere meine Methode in mehreren Völkern, alle verbauen dann doch nicht. Meine Zuchtweise macht weder viel Arbeit, wie entweiseln oder sonstiges an Königinnen entfernen oder wegsperren, noch schmälert sie den Honigertrag, aber du hast die Möglichkeit enorm vitale, gut gepflegte Königinnen in geringer oder auch in überdimensionalen Stückzahlen zu züchten!
    :daumen:

  • Hallo Dieter,
     
    aus Deiner Antwort erklärt sich einiges:u_idea_bulb02:Danke!
     
    Die Sache mit dem Anbrüter klingt logisch, wenn die Larven so oft futtern (bezieht sich auf mein letztes Posting in meinem Thread "welche Weiselnäpfchen sind die besten"). Dann waren die Larven vielleicht nicht eingetrocknet wegen der Hitze sondern hatten nur das bisschen Futtersaft, was beim Umlarven dabei war nach den 3 Stunden bereits aufgebraucht.
    Vieleicht ist es praktikabler nächstes mal wenn ich nach Celle fahre eine Spritze mit Larvenfuttersaft mitzunehmen und jeder Larve nach den Umlarven ein Tröpfchen zu gönnen... ist doch eine Gute Idee oder???
     
    Zum Thema:
    Dass meine Lieben Tierchen die Weiselzellen vor dem Verdeckeln mit Wildbau zugebaut haben weil plötzlich ene Tracht einsetzt klingt in meinem Fall sehr plausibel . Das Volk steht direkt unter einer riesigen Akazie, die just als ich aus Celle zurück gekommen bin voll aufblühte :roll:. In den 6 Tagen nachdem ich die Zuchtlatten eingehängt hatte sind ca. 10 Kilo Honig dazu gekommen! (in den Honigräumen war aber trotzdem noch jede Menge Platz ... (Checkerboard:cool:))
     

    Zitat

    Das glaub ich dir gern - wenns die eigenen sind auf jeden Fall. Bei Fremdmaden sieht die Geschichte allerdings etwas anders aus.


     
    Hmm... jetzt halte ich meine Idee mit der Larvenfuttersaftspritzenbeträufelung (was für ein Wort:lol:) für noch besser. Wenn man die Fremdlarven mit Larvenfuttersaft des Pflegevolkes beträufelt müssten die Larven doch eigentlich mehr nach eigenen Larven für das Pflegevolk riechen... ergo: auch besser angenommen und gepflegt werden.
     
    Was meint Ihr ... ist das abwegig, unpraktikabel oder einen Versuch wert????
     
    Viele Grüße und schöne Pfingsten
     
    Simon

  • Hallo,

    Zitat

    Vieleicht ist es praktikabler nächstes mal wenn ich nach Celle fahre eine Spritze mit Larvenfuttersaft mitzunehmen und jeder Larve nach den Umlarven ein Tröpfchen zu gönnen... ist doch eine Gute Idee oder???


    Nein, ist es leider nicht. Gelee royale ist hoch eiweißreich und damit extrem leicht verderblich, bei Zimmertemperatur hast du bereits nach 30 min eine echte Bakterienvermehrungsbombe...
    Und kühlen kannst du es ja nicht, weil dann deine Larven abfrieren.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich bin es nochmal,
     
    durch das Posing von Franz bestätigt also nochmals, dass das Verbauen der Weiselzellen an meiner bombigen Akazientracht gelegen hat.
     
    @ Franz
    Sind Dir schon mal die alten Königinnen aus den Pflegevökern mit Schwarm abgehauen??? Wenn ja, sollte ich vieleicht vorsichtshalber die Zuchtlatten am 5. Tag in Völker hängen wo nicht grade meine Lieblingsköniginnen wohnen??? :confused:
     
    Gruß
     
    Simon

  • Hallo Simon,


    nein, nein, das mit der Larvenfuttersaftspritzenbeträufelung :lol: geht nicht. Die junge Larve schwimmt auf dem Futtersaft. Seitlich befinden sich die Luftlöcher (Stigmen). Ergo, beim Nachfüttern und anschliessender Fahrt ersäuft die Made. Vor Jahren habe ich noch nass umgelarvt. Heisst, ich habe aus Schwarmzellen den Futtersaft mit einem feinen Haarpinsel entnommen und die künstliche Zelle damit ausgepinselt. Dann gab es mal bei mir eine Phase, wo ich den Futtersaft mit einer feinen Kanüle abgesaugt und in die neue Zelle überführt habe. Das hat sich aber alles als Unfug rausgestellt. Unsere Bienen können das auf jeden Fall besser. Seit es die Chinesische-Umlarvnadel gibt, mache ich das nicht mehr. Das Ding schaufelt die Made samt Futtersaft mit auf, da muss man sich die ganze Prozedur nicht mehr antun.


    Apropos Chinesische-Umlarvnadel, niemals so ein Ding ungesehen kaufen. Die Ausschussquote ist bei den Dingern sehr hoch. Ich habe schon welche gesehen, da kann man jemanden mit aufspiessen. Die haarfeine Zunge muss sich beim Druck auf den Daumennagel sanft wie ein S umlegen - nicht knicken! Ich habe z.B. meine Umlarvnadeln alle nochmals mit feinem Nassschleifpapier etwas abgezogen. Die gehen jetzt fast von ganz alleine.


    Also Simon, wenn du wieder mal so eine Tour nach Celle vorhast, borg oder bastel dir so einen Anbrüter. Das Ding kannst du auch als Ablegerkasten nutzen. Ansonsten gilt, lass dich nicht unterkriegen - das Leben geht weiter. Glaub mir, bei uns, die jährlich etliche Maden umlarven, geht auch nicht alles so glatt über die Bühne wie immer berichtet. Wir verraten das bloss niemandem.


    Imkerliche Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • Umlarvfähige Eier überstehen sechs Stunden außerhalb eines Volkes bei + 20 Grad (vor Sonneneinstrahlung schützen), im Keller bei +15 Grad und im Kühlschrank bei + 5 Grad und entwickeln sich normal weiter, sobals sie ihre bienengemäße Umgebung zurückkommen! 6 Stunden ist der entscheidende Faktor!

  • Äh, reden wir von jungen Maden oder Eiern? Das man ein Stück Eiwabe längere Zeit ausserhalb vom Bienenstock z.B. transportieren kann, sollte doch wohl einleuchten.


    Beste Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!

  • Umlarvfähige Eier überstehen sechs Stunden außerhalb eines Volkes bei + 20 Grad (vor Sonneneinstrahlung schützen), im Keller bei +15 Grad und im Kühlschrank bei + 5 Grad und entwickeln sich normal weiter, sobals sie ihre bienengemäße Umgebung zurückkommen! 6 Stunden ist der entscheidende Faktor!


     
    Sollte umlarvfähiger Zuchtstoff heißen!!!
     
    Bieneneier könne bis zu 3 Tagen ausserhalb eines Volks zuchtfähig bleiben, allerdings ist da ist Ausfallrate 80%. 1 1/2 Tage alte Eier und ältere Eier überleben aber 24 Std. ausserhalb des Bienenvolkes unbeschadet.

  • Hallo Fleimann!
     
    Ich meine, dass man die Näpfchen nicht auf dem Oberträger anbringen sollte. Ich nehme eine ältere Leerwabe (um die ist nicht schade), schneide das untere 1/3 heraus und befestige eine drehbare Querleiste, worauf die Weiselnäpfchen plaziert werden. Ich bilde mir ein, dass bei dieser Konstruktion (Waben werden auch sonst unten öfters nicht angebaut) die Verbauung wesentlich weniger stattfindet. Man sollte die Bienen durch einen wabengroßen Zwischenraum nicht extra zum Wabenbau animieren, außerdem finden sie oberhalb der Weiselzellen Platz zur Honigablagerung.
     
    Mir ist auch nicht klar, warum die Zuchtlatte vom unteren Honigraum nach dem Anbrüten in den oberen Honigraum umgehängt wurde. Ich vermute, dass so brutnestfern aus Zuchtlatte noch leichter eine Honigwabe gemacht wird.
     
    Ich setze jedenfall nach dem Deckeln der Weiselzellen (5. Tag) immer eine Zarge mit Leerwaben (keine Mittelwände) auf, damit der überschüssige Honig ja ohne Probleme eingelagert werden kann und habe bisher das Verbauen der Zellen immer noch verhindern können. In deinem Fall wäre diese Maßnahme aber auch zu spät gekommen.
     
    Die Anmerkung, dass alle Zargen (4 Zargen) proppevoll sind und dass Weiselzellen ausgebrochen werden, passt nicht zum Hinweis, dass Checkerboarding betrieben wird.
     
    Die Pflegewilligkeit ist in einem weiselrichtigen Volk hängt einfach von den Umweltfaktoren ab. Und wenn die Stimmung von Schwarm.- oder Umweiselungstrieb umschlägt, werden aus angepflegten Weiselzellen einfach Honigwaben gemacht. In einem weisellosen Volk fällt die Motivation (Nachschaffungstrieb) nie weg.
     
    Gruß Honigmaul!

  • Zitat

    Und wenn die Stimmung von Schwarm.- oder Umweiselungstrieb umschlägt, werden aus angepflegten Weiselzellen einfach Honigwaben gemacht. In einem weisellosen Volk fällt die Motivation (Nachschaffungstrieb) nie weg.


    genau so ist es !



    Beste Grüße


    Dieter

    Götter haben die Zeit erschaffen - von Eile haben sie nichts gesagt!