Was passiert eigentlich mit freifliegenden, unbegatteten Weiseln?

  • Liebe Imkers,
    beim heutigen Blick in ein Volk, dessen Königin ich entnommen hatte und denen ich eine Weiselzelle nach Brechen der Nachschaffungszellen zugegeben hatte, kam ich gerade recht: Die Weisel war offenbar gerade erst geschlüpft und eilte hektisch über die Wabe um gelegentlich zu "tüten" um eventuelle Geschwister zu finden.


    Um ein Abschwärmen zu verhindern, schaute ich noch mal durch und wurde tatsächlich noch fündig - zwei offenbar kurz vor dem Schlupf stehende Weiselzellen fand ich noch. Ich brach die Zellen raus und gab sie in einen Eimer.


    Aber die Damen waren erstaunlich mobil - sie wanden sich aus den Zellen und flogen innerhalb von wenigen Minuten ab - da war ich doch baff; frischgeschlüpfte Arbeiterinnen sind ja nicht so flugmobil.


    Frage: Was passiert eigentlich mit solchen Königinnen? Einbetteln können sie sich ja wohl kaum, oder? Da sie sich nicht orientiert hatten, nehme ich mal an, daß sie wohl kaum zurückfinden würden. Im neuen Buch von Tautz steht, daß sich Arbeiterinnen um solche Weisel scharen würden - hat das schon mal jemand von Euch beobachtet?


    Nur mal so aus Neugierde nachgefragt von
    Melanie

  • Hallo Melanie!


    Also freifliegende und unbegattete Königinnen fliegen "frei" und "unbegattet" umher und finden vielleicht eine freie Beute, deren Königin sich gerade auf dem Hochzeitsflug befindet oder eine Beute, die tatsächlich frei ist. Es soll immer wieder solche Zufälle geben!:Biene:


    Ich würde aber eher - rein aus der Wahrscheinlichkeit heraus, dass dies eher unwahrscheinlich ist - sagen: Wenn die junge Weisel Glück hat, dann schafft sie es, wenn nicht, dann stirbt sie den "Heldentod" am Flugloch oder sie findet dieses Flugloch erst gar nicht.


    Aber bisher war ich immer der Meinung (und auch aus meiner kurzen Erfahrung als Imker), dass eine junge Königin zunächst sich genauso verhält wie eine junge Arbeiterin. Sie kann noch nicht gleich fliegen. Im Buch "Veredelung der Honigbiene" wird aber darauf hingewiesen, dass man junge Königinnen nicht zur Flugzeit aus einem Schlupfkäfig oder einem Volk entnehmen sollte, weil es dann wahrscheinlich ist, dass sie auffliegt und auf Nimmerwiedersehen verschwindet.


    Ist mir im übrigen schon mal im letzten Jahr passiert. Diese Königin war aber bereits etwas älter (3 Wochen) und ihr Volk wurde zur Begattungskontrolle geöffnet. Sie ist dann sanft "entschwebt". Aber vielleicht hat sie es ja dennoch geschafft und hat sich bei meinen Ablegern vom letzten Jahr eingeschmuggelt? :roll:


    Und sie fristet jetzt ein königliches Dasein als Herrscherin eines meiner Jungvölker? Aber um das genau nachvollziehen zu können müsste man die Jungköniginnen gleich nach dem Schlupf mit einem Nummernplättchen zeichnen. Am besten natürlich nicht zur Flugzeit!:lol:


    Eine Frage. Wie lang dauerte denn die Durchsicht und zu welcher Zeit war es? Im allgemeinen gilt die Zeit von 13.00 Uhr bis 18.00 Uhr als die Königinnenflugzeit.


    Das variert natürlich je nach Witterung und Jahreszeit!:daumen:


    Im übrigen wird ja auch empfohlen, dass man einen Sammelbrutableger mit dem man Königinnenzucht betreibt, mit einem Kö-Absperrgitter gegen freifliegende und umherirrende Königinnen zu sichern.


    Wer versteht schon den ganzen "BIEN"?:confused:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Das ist ja witzig, daß man Sammelbrutableger gegen Jungköniginnen schützen soll...kann es demnach also sein, daß sich eine Jungweisel erfolgreich etablieren kann sofern das Volk also weisellos ist?
    Bemerkenswert...hätte ja gedacht, die Arbeiterinnen legen Wert darauf, daß es eine Königin mit ihrem Gensatz ist aber stimmt ja eigentlich - Hauptsache es geht weiter, der Gensatz ändert sich ja eh mit jedem Schwarmabgang...


    Solange sie mir nicht in die paar noch nicht abgeschwärmten Völker eindringt und da das große Schwärmen auslöst...


    Melanie

  • Hi Melanie!


    Also das große Schwärmen wehren sie denke ich ab! Aber es wird tatsächlich empfohlen, dass man den Zucht SBA gegen "freifliegende" Königinnen schützen soll.


    Und das mit der Königin, die gerade auf dem begattungsflug ist und dass sich dann eine andere im Volk breit macht ist nicht aus den Haaren herbeigezogen.


    Charles Darwin lässt grüßen: "survival of the fitest!" -> "Schickt nur die Besten (und schnellsten)!"


    Im übrigen gibt es noch eine Meinung in der Literatur: Frisch geschlüpfte Königinnen haben noch nicht so viele Pheromone, die sie produzieren und werden erst nach einer gewissen Zeit als Königinnen im Volk wahrgenommen. Sie werden also eher anfangs wie eine "Arbeiterin" behandelt. Erst nach und nach bildet sich der Königinnenduft.


    Wundern würde mich nix! :u_idea_bulb02:

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Luffi ich muss dir etwas wiedersprechen.Jungköniginnen fliegen sofort ohne Probleme.Mir ist auch mal eine praktisch in meiner Hand geschlüpft und ist mir
    leider geschwind davongebraust.


    Schicksal unbekannt.
    Was mir nur noch dazu einfällt : Wenn ich gekaufte Jungköniginnen im Käfig
    vor dem Einsetzen in die Ableger draussen liegen lasse , finden sich immer ein paar Bienen die ihr Gesellschaft leisten.Pheromonduft wirkt eben anziehend :-)


    Gruss vom Jürgen

  • Jawoll, Jungköniginnen können schon gut fliegen! ABER mit der Begattung ist da noch nix los. Sie brauchen ja noch ein paar Tage um brünstig zu werden. Wenn so eine Königin kein passendes "Pflegevolk" findet, ists wohl um sie geschehen...

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    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space