Ökologie beeinträchtigt?

  • Hallo, liebes Forum,


    als absoluter Neuling danke erstmal für die (hoffentlich :)) freundliche Aufnahme hier.


    Ich habe noch kein Volk, denke aber darüber nach und frage manches mal lieber vorher, dazu die folgende Frage:


    Ich habe in unserem Garten seit längerem keine Biene mehr beobachtet (dieses Jahr noch gar keine bewußt), ich weiß, daß der Imker in der entfernteren Nachbarschaft mit 10 Völkern seit mehreren Jahren tot ist. Ich vermute also, daß es einfach keinen Imker in der (Flug-)Umgebung mehr gibt.


    Der Garten war beim Kauf vor vier Jahren ziemlich leblos (nur Gras und ein paar Nichtblüher), die kontinuierliche Arbeit meiner Frau hat daraus nunmehr einen schönen und blütenreichen Garten gemacht. In derselben Zeit haben sich langsam neben Hummeln auch eine Vielfalt an anderen nektar- oder pollensammelnden Insekten angesiedelt bzw. tauchen auf, signifikant mehr und eine größere Artenvielfalt als vor vier Jahren.


    Meine Frage ist nun die: Wenn ich ein Bienenvolk (gleich welcher Rasse) in diese Umgebung bringe, bedeutet das (wenn ich richtig informiert bin) zwischen 10.000 und 30.000 mehr Nektar- und Pollensammler. Würde diese plötzliche Mehrbelastung das gerade mühsam wieder in Gang gebrachte Ökosystem wieder verdrängen wegen der Vielzahl der neuen Mitbewerber? Oder würde das eigentlich (mangels Bienen gestörte) Gleichgewicht dadurch nur wiederhergestellt? Sicherlich wäre der Nutzen der Bienen als Bestäuber hoch.


    Ich bitte um Eure Meinungen.


    Freundlicher Gruß


    Markus

  • Hallo, und herzlich willkommen hier!:p_flower01:


    Du hast dir die Antwort schon selbst gegeben: der Nutzen der Bienen als Bestäuber ist hoch.
    Im Schnitt kann ein Quadratkilometer vier Bienenvölker gebrauchen/verkraften, sprich bei einem durchschnittlichen Flugradius von sagen wir 3km, könntest du deiner Gegend als einziger Imker so etwa theoretisch 27 Völker zumuten.
    Mehr als 20 an einem Platz werden aber nicht empfohlen, noch lieber sogar max. 10 alle 2km.
    Die Anwesenheit von Bienen stärkt das Ökosystem eher, als daß es es schwächt, weil die geringe bis abnehmende Zahl an Hummeln und Wildbienen gar nicht alle Pflanzen bestäuben können, auch wenn sie es wollten.
    Es sind sehr viele Pflanzen aufgrund ihrer Blühzeit auf Bienen angewiesen, Wildbienen sind eher nur im Frühjahr aktiv, und Hummeln sind auch eher spezialisiert.
    Du tust deiner gesamten Umwelt also nur Gutes, wenn du dir mehrere Völker zulegst, für den Anfang mindestens 2, besser drei.
    Viel Glück!:wink:


    P.S.: Lies mal von Wolfgang Voigt das Büchlein "Die Honigbiene im Kreislauf des Waldes", wie nützlich da alles ineinandergreift....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Danke für die schnelle Antwort und das freundliche Willkommen.:-D


    Macht es Sinn, sich diese Völker noch jetzt anzuschaffen, oder bin ich dafür zu spät im Jahr?


    Freundlicher Gruß


    Markus

  • :lol: Hallo, Markus,
    nein, jetzt ist genau richtig, du bekommst jetzt leicht und relativ preiswert überall starke Ableger zu kaufen, im Frühjahr überwinterte Völker zu kaufen kostet locker das Dreifache.
    5-oder gar 7-Waben-Ableger entwickeln sich auf jeden Fall bis zum Herbst noch zu zweizargigen vollen Völkern, von denen es dann normalerweise im nächsten Jahr dann auch gleich Honig gibt.
    Es gibt kaum eine bessere Zeit als jetzt anzufangen.
    Nur mußt du dann hurtig die üblichen Anfängerfragen lösen: welche Biene, welches Rähmchen, welche Beute?:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich fasse mal kurz zusammen, was ich aus den bisherigen Einträgen gelernt zu haben glaube zu Deinen drei Fragen: Es macht Sinn, als Anfänger mit dem anzufangen, was die Umgebung hat, weil dann im Zweifel schnelle Hilfe möglich ist, richtig?


    Mir fällt allerdings noch ein weiterer Aspekt auf: Hier wird immer wieder von der "Nachbarschaftsfreude" gesprochen, wenn ein neuer Imker in der Nähe von alten Hasen mit einer anderen Rasse anfängt, weil die Standbegattung dann zu (unerwünschten) Mischungen führen könnte (oder nur: "Wat der Bur nit kennt, dat friat er nit!" :-D). Wenn ich aber hier einziger in der Umgebung bin, kann mir das dann nicht egal sein? Könnte ich dann nicht jede Rasse nehmen? Z. Zt. tendiere ich zur dunklen, wenn man die Sanftmutfrage klären kann, weil mir eine heimische Art sinnvoller erscheint. Sind die wirklich so sanftmütig wie die Carnicas, die mein Freund, der mich infiziert hat, pflegt? Und wo kann man solche herbekommen?


    Ich weiß, Anfänger haben immer Fragen über Fragen. Aber gerade zum letzten Komplex liest man hier sehr widersprüchliche Assagen, auch mit Suchfunktion :confused:.


    Freundlicher Gruß


    Markus

  • Hi, Markus,
    die Entscheidung kann dir keiner abnehmen.
    *Ich* würde sagen, fang mit den Carnis von deinem Freund an, der kennt seine Mädels und kann dann auch helfen.
    Umstellen auf Dunkle kannst du immer noch, und die Betriebsweise bleibt eh nicht, wie am Anfang..:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,


    das macht leider wenig Sinn, der besagte Freund ist 1. auch Anfänger und wohnt 2. über eine Stunde Fahrzeit entfernt, hat nur 1 Volk und gerade einen Schwarm fliegen lassen. Die Variante klappt daher wohl nicht; mit dem örtlichen Imkerverein (der Vorsitzende wohnt im 2. Nachbarort, also auch nicht hier) habe ich noch keinen Kontakt aufgenommen; wollte erstmal hier Meinungen sammeln, um mir nicht alles an Unfug erzählen lassen zu müssen, wenn es sich vermeiden läßt... :)


    Du selbst hast aber auch stechunfreudige Dunkle, oder?


    Freundlicher Gruß


    Markus

  • :lol: Markus,
    ich hab hier insgesamt, nicht auf einem Haufen, sehr stechunfreudige Carnis, Buckis, DunkleF1, und alle möglichen Mixe, und Stecherquote liegt unter 3%.
    Als Rechenbeispiel mal, ich hatte letztes Jahr knapp 100 Völker und 3 umgeweiselt, weil sie mir nicht nett genug waren.
    Dieses Jahr sind noch alle gaaanz lieb, aber der Knackpunkt kommt erst bei Dauertrachtlosigkeit.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Guten Abend Markus,


    Dunkle ist nicht gleich Dunkle. Daher kann bezüglich Sanftmut keine generelle Aussage getroffen werden, ohne unrealistisch zu werden. Jeder Bien hat seinen eigenen Charakter :wink:


    Ich habe Dunkle Bienen aus Belgien, was sehr nah an meinem Heimatort liegt. Diese Bienen sind wirklich sanftmütig. Sie stehen direkt an meiner Haustüre und ich gehe jeden Tag mehrmals im Abstand von 30cm vor dem Flugloch an ihnen vorbei.


    Bezugsquellen werden Dir über die Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen (GEH) gerne mitgeteilt. Hier der Link:
    http://www.g-e-h.de/geh-raku/bienen/bien.htm


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • wollte erstmal hier Meinungen sammeln, um mir nicht alles an Unfug erzählen lassen zu müssen, wenn es sich vermeiden läßt... Markus


    Hallo Markus,
    herzlich willkommen im Forum.
    Ach wenn mich jetzt manche erschlagen wollen.
    Die Wahrscheinlichkeit "Unfug" erzählt zu bekommen ist hier im Forum zwar geringer als in manchem Verein, aber keinesfalls auszuschließen.
    Versuche es doch einfach einmal paralle zum Forum mit einer Kontaktaufnahme in einem Verein in Deiner Nähe. Dass wir uns nicht falsch verstehen Kontakt bedeutet nicht zwingend auch Mitglied. Die Möglichkeit, dass es in Deiner Nähe von Dir unerkannte Imker gibt, ist größer als man glaubt.
    Gruß an alle ImkerInnen

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Hallo Eisvogel,


    danke für Dein Wollkommen.


    Zu dem Imkerverein wollte ich ohnehin mal gehen; die treffen sich wohl einmal im Monat an bekannter Stelle, schaden kann's auf keinen Fall.


    Was die Sache mit dem Unsinn angeht, sind mir hier zwei Dinge aufgefallen:


    1. Jemand hat sinngemäß als Signature den folgenden Spruch: "Wenn sich zwei Imker treffen, und beide sind einer Meinung, dann hat einer von beiden keine Ahnung." Das scheint sich hier in den Threads und Diskussionen genau so widerzuspiegeln. *schmunzelt* Dennoch scheint es einige Basics zu geben, über die man sich halbwegs einig ist.


    2. Es ist schon möglich, bei den aktiveren Forumsteilnehmern ein Bild von der Art der Diskussionsweise zu gewinnen, und daraus Schlüsse über den Sinngehalt der Aussagen zu treffen. Das geht nicht in allen Fällen, und ist in manchen Fällen auch sicher nicht ganz korrekt im Ergebnis, aber als Anfänger bleibt mir kaum eine andere Wahl...:)


    Jedenfalls danke ich Dir für den Hinweis.


    Freundlicher Gruß


    Markus

  • Hallo Sabi(e)ne,


    sicherlich meinst Du über 100 Völker statt 27 Völker oder?

  • Hallo Bernhard,


    danke für den Link, werde ich mal versuchen. Ich habe Kinder, daher ist Sanftmut für mich die conditio sine qua non.


    Freundlicher Gruß


    Markus