Rechtliches beim Schwarm

  • Hallo liebe Kollegen,


    ich hatte heute einen Schwarm, was ja normalerweise nicht so tragisch ist. Nun wohne ich in Berlin -in einer Gartengegend- aber Großstadt. Der Nachbar, in dessen Garten meine Schwärme immer(!) fliegen, meinte nun, er könne mir den Zutritt verwehren, er sei aber nicht so und dulde mich. Wie ist das nun? Darf der Nachbar beispielsweise die Polizei holen und mich des Grundstückes verweisen- ich meine rein rechtlich- oder gilt das BGB noch?
    Nächste Frage: Weiß jemand von euch, warum die Bienen sich immer in die gleiche Gegend setzen, und nicht mal bei netten Nachbarn? Ist das bei euch auch so -mit der Gegend meine ich?
    Viele Grüße
    Stefan

  • Hallo,
    du darfst jederzeit auf Schwarmfang fremde Grundstücke betreten, nach wie vor.
    Da hat sich die letzten 30 Jahre nix geändert.
    Des Grundstücks verweisen ist NICHT möglich, nur mußt du bezahlen, was du dabei kaputtmachst, also wenn du die preisgekrönten Rosen umlatschst, wird es teuer..:wink:


    Die Landegegend, bzw. die erste Zwischenlandung ist fluglochrichtungsabhängig.
    Dreh deine Völker mal andersrum.
    Zu Carni-Zeiten hingen sie auf der oberen Wiese immer(!!!) am gleichen Ast vom Apfelbaum, bequem in 2m Höhe, nett als Traube, und auf der unteren Wiese immer(!!!) in 6m Höhe um einen senkrechten Birnbaumast gewickelt....
    Nach Drehen der Völker (okay, dann eben keine Morgensonne mehr aufs Flugloch) wurde es da ein abgestorbener Apfelbaum als Setzpunkt.
    Du kannst auch eine Art Galgen bauen, und den Querbalken schön jedes Frühjahr mit Propolis-Wachs-Mischung einstreichen, und das gut in Flugrichtung.
    Hat ein Kollege, funzt in 99%.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Danke für die schnellen Antworten.
    Fluglochrichtung kann nicht stimmen, die Mädels verschmähten mehrere Bäume in Fluglochrichtung und setzten sich ca. 50 m hinter das Flugloh in bequemen 5m Höhe. Mit dem Umdrehen ist das in unseren Gärten so eine Sache, dann fliegen die Bienen direkt zu den Nachbarn und die werden sich bedanken. Ich weiß immer noch nicht ob Bienen in der Stadt ortsüblich -von wegen der Duldung- sind, ich wage es auch nicht zu fragen.
    Stefan

  • :-D Okay, sorry, daß du in Berlin wohnst, hatte ich nicht gesehen.
    Da sind deine Möglichkeiten natürlich begrenzter, auch räumlich.
    50m ist aber weit für erste Zwischenlandung, ich kenn nur wildes Rotieren und dann 10-15m vom Stock hinsetzen, deswegen klappte das ja damals so gut.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Daß die Bienen meist den gleichen Ort beim Schwärmen aufsuchen, welcher bereits besucht wurde, liegt auch daran, daß dieser Ort durch Geruchsstoffe schon vormarkiert ist.


    Ich würde dem Nachbarn mal den Tip geben diesen Ort gründlich zu reinigen und gegebenenfalls mit etwas Nelkenöl oder Spiritus anzusprühen. (der Vergällungsgeruchsstoff von Spiritus ist auch bää für Bienen)
    Das riecht zwar dann nach Schnapsbrennerei und Zahnarzt:-D, aber ich würde vermuten, daß Schwärme dort kaum erst pausieren wollen.

  • aus dem BGB, Abschnitt 3 - Eigentum §§ 903-1011

    § 961
    Eigentumsverlust bei Bienenschwärmen
     
    Zieht ein Bienenschwarm aus, so wird er herrenlos, wenn nicht der Eigentümer ihn unverzüglich verfolgt oder wenn der Eigentümer die Verfolgung aufgibt.


    § 962
    Verfolgungsrecht des Eigentümers
     
    Der Eigentümer des Bienenschwarms darf bei der Verfolgung fremde Grundstücke betreten. Ist der Schwarm in eine fremde nicht besetzte Bienenwohnung eingezogen, so darf der Eigentümer des Schwarmes zum Zwecke des Einfangens die Wohnung öffnen und die Waben herausnehmen oder herausbrechen. Er hat den entstehenden Schaden zu ersetzen.


    § 963
    Vereinigung von Bienenschwärmen
     
    Vereinigen sich ausgezogene Bienenschwärme mehrerer Eigentümer, so werden die Eigentümer, welche ihre Schwärme verfolgt haben, Miteigentümer des eingefangenen Gesamtschwarms; die Anteile bestimmen sich nach der Zahl der verfolgten Schwärme.


    § 964
    Vermischung von Bienenschwärmen
     
    Ist ein Bienenschwarm in eine fremde besetzte Bienenwohnung eingezogen, so erstrecken sich das Eigentum und die sonstigen Rechte an den Bienen, mit denen die Wohnung besetzt war, auf den eingezogenen Schwarm. Das Eigentum und die sonstigen Rechte an dem eingezogenen Schwarme erlöschen.

  • Ich weiß, es is' nicht das gelbe vom Ei, aber wenn du deinen Königinnen einen Flügel schneidest, kommen die das erste Mal erstmal wieder von alleine nach Hause - und dann heißt es handeln, sonst sind sie wieder bei deinem Nachbarn ... oder ganz weg.
    Flügelschneiden würde deine Zorres mit dem Nachbarn wohl nicht ganz beseitigen, aber etwas eindämmen. Letzteres bewirkt meist auch das eine oder andere Gläschen Honig. :lol:


    lg, Stefan

  • Der ist Diabetiker und hat nur Koniferen im Garten (von wejen die Bestäubung...)
    gruß Stefan


    Waldtracht ist das geeignete Süßungsmittel für Diabetiker!
    Für Fruchtzucker braucht der Körper kein Insolin und er süßt gefühlmäßig stärker als Traubenzucker.

  • Wie ist das eigentlich mit den leeren Stöcken? Unser befreundeter Imker hat uns erzählt, dass ein anderer hier im Dorf (Imker würde ich den beim besten Willen nicht nennen) absichtlich leere Stöcke zwecks Schwarmfang hinstellt. Ist das erlaubt?

  • :-D Leere Bienenwohnungen sind bienendicht zu verschließen aus Seuchenhygienegründen.
    Von präparierten Kartons ohne Waben steht da nix...:cool::wink:
    (ich bin ebenfalls Anbieter für Wohnungen für umherirrende Schwärme, aber nach Bienenseuchenverordnung einwandfrei. Wo keine Waben sind, kann sich auch keiner mit Faulbrut anstecken, darum geht es vorrangig).

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Also ohne Waben O.K. Die dürfte er eh nicht mehr haben :wink: Und sollte sich ein Schwarm von mir dorthin verirren, sage ich freundlich danke und packe meine Bienen ein :daumen: Ganz legal :lol:
    Wobei ich noch hoffe, dass sie es dieses Jahr bleiben lassen....