• Meldung aus der Berliner Zeitung von gestern:


    Erfolgreich gegen Gen-Mais
    Gericht gibt Imker Recht, der gegen Versuchsfeld klagte
    Jörg Michel


    BERLIN. Karl-Heinz Bablok ist ein leidenschaftlicher Imker. Seit 15 Jahren produziert er in seinem Bienenhaus im bayerischen Buchdorf ökologischen Honig. Vor zwei Jahren dann der Schock: Ein Prüflabor fand in seinen Produkten plötzlich gentechnisch veränderte Pollen. Bablok konnte den Bio-Honig fortan nicht mehr verkaufen. Der Grund: Unweit der Imkerei baute der Freistaat Bayern auf einem Versuchsfeld Gen-Mais an. Und da die Bienen bei der Suche nach Blütenstaub bis zu sechs Kilometer weit fliegen können, hatte Bablok keine Chance, die Verunreinigungen zu verhindern.


    Doch mit dem Anbau könnte jetzt bald Schluss sein. Denn als sich das Problem in diesem Frühjahr wiederholte, zog Bablok vor Gericht. Wie viele andere Imker auch, sah er sich durch die Pollen in seiner Existenz bedroht. Die Richter vom zuständigen Verwaltungsgericht in Augsburg gaben ihm jetzt Recht. Sie entschieden, dass der Freistaat die Reinheit und Qualität von Babloks Honig sicher stellen müsse. Und zwar sofort. Es ist das erste Mal, dass sich ein deutsches Gericht bei einem solchen Verfahren auf die Seite der Kläger schlug.


    Für die Landwirtschaftsverwaltung hat der Beschluss Konsequenzen. Denn der Freistaat muss sein Feld jetzt abernten beziehungsweise die Pollenfahnen während der Blüte regelmäßig abschneiden - was beides aufwändig wäre. Oder er verzichtet zukünftig ganz auf den Anbau von Gen-Mais, wenn ein Imker in der Nähe Honig produziert.


    Für den Kampf von Naturschützern gegen den Anbau von genveränderten Pflanzen könnte die Entscheidung bahnbrechend sein. Denn hunderte Imker aus Bayern, Brandenburg, Nordrhein-Westfalen und Sachsen haben Musterklagen gegen die Anbauer von Gen-Mais eingereicht. Nun steigen die Chancen auf weitere Erfolge - auch wenn ein Gericht in Frankfurt (Oder) kürzlich zu einem gegenteiligen Ergebnis kam und die Klage des dortigen Imkers abwies.


    Dass der Anbau von Gen-Mais nicht frei von Risiken ist, hat jetzt auch die Bundesregierung festgestellt. Das Bundesamt für Verbraucherschutz erklärte in einer Verfügung, dass es dabei zu schädlichen Einflüssen auf die Natur und speziell auf Insekten kommen könne. Es wies den Hersteller, den Saatgutkonzern Monsanto, an, neue Überwachungsmaßnahmen zu entwickeln. Bis dahin darf der Mais nicht weiter verkauft werden. Die Anbausaison 2007 ist nicht gefährdet.


    Berliner Zeitung, 10.05.2007

  • Moin Franzheimer,


    wieviele Diskussionsbeiträge zu der selben unrichtigen Zeitungsdarstellung muß es hier eigentlich noch geben?


    Halbwegs richtig könnte es heißen:
    "Gericht gewährt Imker vorläufigen Rechtschutz der gegen den Freistaat Bayern klagt"


    1. Man kann nicht gegen Felder klagen auch nicht gegen Bäume und Zustände.
    2. klagte ist unzweifelhaft eine Vergangenheitsform von klagen, der Imker klagt aber noch, sonst gäbs auch kein Interesse an vorläufigem Rechtschutz. Zöge er die Klage zurück wär auch der Rechtsschutz futsch.
    3. Hätte das Gericht bereits Recht gegeben, dann gäbs ein Urteil, wie man ja auch schon fälschlicherweise lesen kann. Und gegen dieses Urteil gäbs dann auch Rechtsmittel, denn ein VG-Urteil ist noch lange kein OVG-Urteil.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder