mal ´n anderes Schwarmproblem...

  • Benötige mal wieder einen fachmännischen Rat:


    Die Sache ist folgende:


    - Bienenvolk (bestialische Stecher) auf einer Zarge überwintert ...auf Wabenschrott (und das ist noch schön gesagt)


    - erweitert mit MW´s (mehr hatte ich als Neuling nicht)


    - HR draufgesetzt


    - HR so gut wie nicht angenommen (habe daraufhin Waben aus dem BR, da ja nicht bebrütet in HR gepackt und die MW´s aus dem HR wieder in den BR)


    - Brutableger mit 2 Brutwaben gemacht und das Fehlende durch MW´s ersetzt


    - heute Schwarm..wie kommt das?? An Platzmangel kann es ja nicht wirklich gelegen haben...teilweise die MW vom Ablegererstellen nichtmals ausgebaut


    - ist mir schleierhaft...


    - was nun tun: müßte ich ja kleiner setzen den Murks, der mir noch geblieben ist...habe ich jetzt ne unbegatte Königin drinne?!?


    ...nun meine eigene Theorie, von der ich mal wissen würde, ob das klappen kann...


    - da der Rest in der Hütte jetzt eigentlich nur auf Wabenmüll sitzt und man ja eigentlich froh sein müßte, dass die Königin weg ist ;-)..kann sie keinen Schaden mehr anrichten ;-) und ich als kleine Hobby Imker nicht unbedingt auf die Sommertracht angewiesen bin (trotzdem isses natürlich schade, wenn nix mehr rein kommt :-( ) dachte ich, einfach einen Kunstschwarm davon machen und auf neue MW einschlagen ?


    Geht sowas oder ist das unanständig oder sogar blödsinnig ?


    Neue begatte Königin vom Züchter käme allerdings erst zum 15. Mai..was würde man bis dahin machen, sollte so verfahren werden?


    Auf diese Weise wäre ich doch den Wabenmüll auf einen Schlag los...möchte mir ehrlich gesagt nicht mehr die Mühe machen, aus dem Wabenschrott noch ein Volk zusammen zu setzen, dass sich obendrein noch sone murksige Königin zieht...


    Kann man so die Bienen auch in einen 1 1/2 Zarge einziehen lassen?


    Freue mich mal wieder auf jede Antwort, die mich weiterbringt :-)


    Grüße aus Hildesheim

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • ...noch eine Frage diesbezüglich:


    Der HR ist noch nicht abgeschleudert...sollte nächstes Wochenende passieren...kann man den derweil auf ein anderes Bienenvolk stellen ?!?

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • Moin Fowi,


    ich versuche das ma hier ganz vorsichtig und doch direkt: Du brauchst einen geduldigen Imkerpaten!


    Du hast schon nicht bemerkt, daß Dein Volk schwarmtriebig war, weil Du Deinen Stecher, wohl wegen stichhaltiger Agrumente nicht gründlich durchgesehen hast. Du hast aber auch nicht an einem Baurahmen oder der Nichtannahmen von HR und dem Nichtausbau der MW eine Schwarmstimmung erkannt und Zellen hast Du offensichtlich auch keine gesehen und auch nicht alle gebrochen. Dir muß mal jemand zeigen, daß bei einräumig überwinterten Völkern, die noch viel Futter haben, durch die Futterkränze eine geschlossene Kappe entsteht, die möglichst früh durch die Gabe von BauR und die Entnahme von Brut gegen Leerwaben aufgebrochen werden muß. Sonst ist (und bleibt) für die Bienen da die Welt zu ende und Du kannst aufsetzen was Du willst, die Bude bleibt zu klein, die Jungbienen drängeln sich und fangen an Rück-zu-ver-füllen also auf Checkerborderisch: mitt'n rehfilling halt.


    Ab da war's dann zu spät.


    Deine Bienen kannst Du jederzeit auf neuen Bau setzen. Also fast jederzeit, denn eine Königin müssen sie dafür haben oder eben kriegen. Sonst leiden sie sinnlos vor sich hin und verdröseln sich dann. Da Dein Volk also ohnehin an einer jungen Königin strickt, warte einfach ab, bis Du diese irgendwann siehst. Spätesten wenn sie stiftet.


    Man kann aber auch die übelsten Waben Stück für Stück aussortieren. Totale Bauerneuerung ist eher eine Sanierungsmethode oder notwendig für einen Systemwechsel oder gar Glaubssache und Weltansicht. Selbst die siffigste Wabe kann Dir in einem Ableger nützen in dem eine MW schon nicht mehr ausgebaut wird. Auf dieser Drechswabe erzeust Du dann die Jungbienen die die schönen Stücke bauen. Ohne das Drecksding geht da aber eben garnix los.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • ...noch eine Frage diesbezüglich:


    Der HR ist noch nicht abgeschleudert...sollte nächstes Wochenende passieren...kann man den derweil auf ein anderes Bienenvolk stellen ?!?


    Ja, Ja, Ja, Ja, Ja
     
    (irgendwann muß es doch mal genug sein für die Beitragsüberprüfungs-Automatik, Kurzantworten unterdrückt das Forum.)

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Danke schon mal für Antwort...


    Baurahmen waren 2 Stück drin..wurden ausgebaut, bestiftet, verdeckelt und ausgeschnitten und ausgebaut usw...
    Zellen, da mitten auf der Wabe, von anderer Seite als Umweiselungszellen deklariert...
    Und durchgesehen habe ich aller Stecherei zum Trotz eigentlich sorgfältig, aber eben nur eigentlich, sonst ich ja nicht etwas übersehen...


    Man kann ja nicht sagen, dass der HR gar nicht angenommen wurde...4 Waben problemlos...der Rest eher weniger...

    Gruß aus Hildesheim - Holger - Buckfast in Segeberger Beute - 1 1/2 DNM - Bienen seit 2006

  • Moin Fowi,


    bitte immer nur einen BauR schneiden und den andern lassen wie er ist. Drohnen brauchen 24 Tage und am 24 Tag kann man sie immer noch verdeckelt entnehmen. Außerdem kann ein nicht ausgebauter Rahmen nicht sofort bestiftet werden. Du hast also immer etwa 30 Tage Zeit. Damit ist es also nie ein Problem, immer junge BauR im Volk zu haben. Es gibt BauR, die mit einer Leiste geteilt sind und wechselseitig ausgeschnitten werden, damit immer Bauplatz da ist. Offene Drohnenbrut bleibt unbedingt drin. Fehlt sie plötzlich gibts Futtersaftstau.


    Sobald auf einem BauR mehr als ein Anfang produziert wird oder der Bau stockt, zwei- oder mehrzipfelig wird ist höchste Alarmstufe angesagt. Tut man nun nichts, außer den Rahmen zu schneiden, dann wird der aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr neu angefangen oder mit ganz vielen kleinen Zipfelchen. Das Volk bereitet sich auf die Schwärmerei vor. Sicher wird man dann auch rückverfüllte Zellen im Brutnest finden. Diese Zellen sind wirklich ganz leicht zu erkennen. Liegen nämlich in der Aufwärtsentwicklung ungedeckelte Honigzellen innerhalb verdeckelter Brut, dann können die nur nach dem Schlüpfen dort angelegt bzw. gefüllt worden sein. MW werden jetzt nur noch zur Honigspeicherung und nicht mehr auf volle Höhe ausgebaut denn auch sie dienen nur dem schnellen Schwarmtanken.


    Ist der Zustand - BauR-Probleme/Rückverfüllung bzw. verhonigen - erst mal erreicht, dann hilft nichts mehr aus der Schwarmvemeidungstrickkiste. Dann isses zu spät. Ich hab das dieses Jahr deutlich und an nahezu allen Völkern erleben dürfen. Alle sanften Maßnahmen sind dann zwecklos, weil das Programm läuft. Ein Zellenbrechen oder Raumgeben ist dann alles nur noch eine Störung des bereits gestarteten Schwarmprogrammes und das Bienenvolk wird sich mit aller Macht gegen diese Störung wehren.Und Störungen kosten Honig! Gegebene Leerwaben mitten rein werden gnadenlos verfüllt. Wenn frei gebaut wird dann ausschließlich Drohnenbau und stockend und unsauber. Du kannst nun die verfüllten Leerwaben wieder entnehmen und die neuen werden wieder gnadenlos verfüllen und das tatsächlich so lange bis echter Jungbienenmangel auftritt und die Schwarmstimmung abbricht und es zu einem Selbsterhaltungsabbruch kommt. Du hast dann natürlich nur alte Tanten in der Kiste die hormonell auch noch frei drehen und eine Königin die nicht viele Eier legt und eine Varroa, die die wenige Brut mehrfach schädigt.


    Wenn die Rückverfüllung also einsetzt, müssen drastischen Maßnahmen her. Brutentnahme, Raumgabe, Zellenbrechen ect. sind ungeeignet. Es gibt nur zwei wirklich schnell und sicher wirksame Maßnahmen, die Voraussetzungen zum Schwärmen abzuschaffen:


    1. Königin weg: Also Königinnenableger und alle Zellen bis auf eine brechen. bzw. alle brechen und eine Zuchtzelle zusetzen. Das Volk spielt ab sofort abgeschwärmtes Volk. (vor.- und Nachteile sind anderswo ausgiebig diskutiert)


    2. massenhaft Bienen weg: also mindesten soviel, wie der Schwarm mitgenommen hätte. Das geht mit dem Zwischenbodenableger, wenn die Rückvereinigung ohnehin geplant ist oder über die Kunstschwarmbildung mit neuer Königin. Das Volk hat dann eine unnatürliche Katastrophe auszuhalten und verhält sich wie ein abgeschwärmtes Volk, nur daß es eine begattete Königin behält. Kommt dieses Volk irgendwie wieder zu Bienen wird es wieder schwarmduselig. (Vor- und Nachteile ...)


    3. (doch das ist ein Sonderfall) Bau samt Futter und Brut weg: Also totale Bauerneuerung. Auch darüber gibt es viel zu lesen.


    Auch wenn viele Imker immer erzählen, es käme bei Schwarmstimmung darauf an, Raum zu geben und zu erweitern, das ist Unsinn. Es kommt vorher darauf an. Ich habe es noch nie erlebt, daß ein schwarmtriebiges Volk, den Schwarmgedanken aufgegeben hätte, bloß weil jemand 11 MW über Gitter aufsetzt, obwohl ich es selbst natürlich auch zig-fach versucht habe. (Brutdistanzierung ist was anderes) Imker die das behaupten behaupten auch, daß kleine Nachschaffungs-Königinnen ihr Opalitplättchen verlieren, weil sie noch wachsen und daß sich an vormals schwarzen Königinnen braune Hinterleibsringe erst im dritten Jahr ausbilden ...:roll:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder