Einkochtopf zum Kerzenziehen?

  • LIebe Forengemeinde,
    nachdem mir die Sorge vor spritzenden Kerzen (siehe letzter Thread, besten Dank an die Beteiligten!) genommen wurde nun die nächste Herausforderung:


    Mangels Herd und unter dem Aspekt einer größeren Kindersicherheit denken wir daran, für das Kerzenziehen einen Einkochautomaten zu verwenden - da ließe sich die Temperatur ja gut einregeln.
    Nur: So ein Teil ist riesig bei größer Fläche - ist das überhaupt realistisch, sowas zu füllen. Wieviel Wachs braucht es eigentlich; wieviele ausgebaute DN-Waben geben mir wieviel Wachs?


    Die Sach ist doch etwas komplizierter wenn man so nachdenkt...vielleicht kennt ja auch jemand eine gute Seite wo Kerzenziehen Schritt für Schritt erklärt wird...


    Es dankt und grüßt
    Melanie

  • Hi, Melanie,
    vergiß den Einkochtopf! Der wäre für alles danach nicht mehr zu gebrauchen...
    Du kanst nicht in einem Arbeitsgang Waben ausschmelzen und Kerzen ziehen, dann ist noch zuviel *uumphffff* drin, der dir den Docht verstopft.
    Waben einschmelzen, Wachs sehr langsam erkalten lassen, Dreck abkratzen, und das Ganze am besten 2x wiederholen.
    Aus bebrüteten Waben bekommst du fast nichts raus, bei unbebrüteten lohnt es sich eher.
    Für die Kinderaktion nimm einen Spargel- oder Pastapott und tu das Wachs in eine hohe Würstchendose im Wasserbad in diesem Pott.
    Am besten noch aus Draht was zurechtbiegen, das die Dose kippsicher im Topf hält, Drahtschlaufe mit 4 oder 5 Krallen zum Topfrand.
    Das ist am sichersten.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Der Einkochtopf ist aber genial als Wasserbad, um das Wachsgefäß 'reinzustellen oder zu hängen. Unser "Kochstar Panzer-Email" hält bei 85°C Thermostattemperatur das Wachs ziemlich exakt auf 75°C.
     
    Viel Erfolg, Johannes

  • Hallo, Sabi(e)ne,
    habe heute etwas experimentiert und versucht, Drohnenbrut auszuschmelzen - das Zeug im Plasteeimer und den im Einkochtopf bei 100°C im Wasserdampf verwahren.
    Klappte nur bedingt weil es einfach nicht funktionierte, das Wachs von der Brut zu trennen - das Kondenswasser tropfte in den Eimer und erzeugte einen Sud aus Wachs, Brut und Schlunz...Habe den Inhalt im Komposter versenkt und den Eimer kann ich wohl auch vergessen.


    Offenbar braucht es so eine Art Sieb oder Gittereinsatz aus Edelstahl o.ä., in dem ich solche Wabenstücke schmelzen kann und in dem dann der Schlunz bleibt während das Wachs in den Eimer darunter abtropft.
    Dann wäre das Schmelzen im Einkopchtopf vielleicht möglich...aber kompliziert ist das ja nun schon...und viel raus bekommt man offenbar auch nicht...


    Arggsss....


    Melanie

  • Hallo, Melanie,
     
    ich weiß nicht, ob's am Plastik liegt; ich habe so einen Wachsschmelztopf aus Nirosta, den man mit den Griffen in den Einkochautomaten reinhängen kann. Da habe ich auch schon (allerdings unbebrütete), etwas schmuddelige Waben drin direkt geschmolzen. Der Trick: unten 1/3 Wasser rein, warten bis alles flüssig ist, und dann mit einem Küchensieb aus Edelstahl den Dreck 'rausschöpfen (immer bis zum Boden reingehen). Bis fast nichts mehr kommt. Dann das Wachs bei ca. 75°C flüssig halten über 48 Stunden, erkalten lassen, zum Schluß von dem Blockboden den Dreck abkratzen.
     
    Vielleicht geht's so?
     
    Gruß, J.

  • Hi, Melanie,
    ich kann dir nur sagen, wie ich am Anfang gemacht habe.
    Alter Einkochkessel, ohne neumodernen Thermostat, dreiviertel voll mit Wasser, und dann eingeweichte Brutwaben ohne Ausschneiden da rein, immer schön Power drunter und alle 10 Waben Pause, dann den *ummmphffff* in ein Stück Nylonstrumpf löffeln und in einen Eimer ausdrücken, Restpampe auf den Kompost.
    Wenn mit allen Brutwaben durch, von dem Wachs aus dem Eimer das Wasser abgießen, und in einem Kochtopf vom Sperrmüll über frischem Wasser nochmal gaaaanz vorsichtig schmelzen, und dann in einer Kochkiste oder Styroporbeute wieder ganz langsam abkühlen lassen. Je langsamer, desto sauberer. Den *uumphfff* unten abkratzen und nochmal dasselbe, danach sollte es sauber genug für Kerzen sein.


    Wenn du hast, kannst du auch einen alten Dampfentsafter dafür nehmen.
    Waben ausschneiden, in Plastiktüte platt treten, und den Beerenkorb gestopft voll machen.
    Dann anheizen, und ab und zu das Wachs durch den Schlauch ablassen.
    Danach auch noch 2x klären und du hast absolut sauberes goldenes Wachs.
    Unbebrütete auch einfach in Kochtopf vom Sperrmüll mit Wasser drunter schmelzen und den Pollen absieben.
    Obacht: 1. wird Nylonstrumpf als Sieb seeeeeeeehr groß und lang, und 2. Wachs über Wasser = Siedeverzug, also Wasser nie über 85° heiß werden lassen.
    Das geht dann erheblich schneller.


    Mehr fällt mir jetzt nicht ein....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hmm, komisch: Die Mischung Brutwaben plus Wasser gab bei mir die schlechtesten Ergebnisse. Da mischt sich sich Wachs, Larveninneres und anderer Schlunz zu einer grieseligen Masse; kein Trennen mehr möglich.
    Besser war es, den Schlunz ohne wesentliche Wasserzugabe im Dampf zu schmelzen - da gab es wenigstens goldgelbe Wachsklumpen zwischen dem Schlunz.


    Daher eben die Idee die Waben von vornhinein in einem Sieb o.ä. im Dampf zu schmelzen - ev. mit einer Wanner mit ganz wenig Wasser darunter. Da tropft das Wachs dann hinein und der Schlunz bleibt im Sieb...so die Theorie!


    Ich werde mich mal im Haushal umschauen, ev. tut es ja auch ein altes Plasti-Nudelsieb für den Test...mal sehen...


    Sehr spannend das Ganze...herrjeh, wie aufwendig, jetzt verstehe ich, warum das Zeug so teuer ist...


    Melanie

  • Brutwaben gehen besser zu schmelzen, wenn du sie vorher ein paar Tage einweichst, dann saugen sich die Nymphenhäutchen voll Wasser statt wie trocken geschmolzen voll Wachs.
    Aber trotzden ist das nicht der Bringer, von der Menge her, aber statt alles auf den Kompost zu werfen.....
    Richtig was bringen tut nur Entdeckelungs- und Jungfernwachs, aber das ist viel zu schade für Kerzen.
    Ein Volk macht ja nur 300g pro Jahr, was eine Menge ist, wenn man die Einzel-Produktions-Einheit betrachtet...*g* und von denen kriegst du als Brutwabe höchstens 30% zurück.
    Deswegen sollten Kerzen vom Imker auch nicht unter 30€/kg kosten.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Zitat

    Daher eben die Idee die Waben von vornhinein in einem Sieb o.ä. im Dampf zu schmelzen - ev. mit einer Wanner mit ganz wenig Wasser darunter. Da tropft das Wachs dann hinein und der Schlunz bleibt im Sieb...so die Theorie!


    Das ist doch genau die Nummer mit dem Dampfentsafter, guck doch mal auf dem nächsten Flohmarkt....es geht echt gut und auch zügig.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo, Melanie,
    wenn die eine Zarge am Ende 150g gibt, war das schon eine gute Ausbeute....:wink:
    Ich fange mit der Ferkelei erst ab 10 Zargen an.
    Und wie gesagt, in Plastiktüte platt trampeln, spart enorm Zeit beim Einschmelzen, weil nicht soviel isolierende und kalte Luft ins Wasser kommt.

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