Zucht mit Mutanten oder Versuche genveränderte Bienen

  • Guten Abend!


    Ich möchte zu einer Zeitungsnotiz im Deutschen Bienenjournal etwas mehr erfahren. Und zwar steht auf Seite 40 etwas von gestohlenen Völkern des Länderinstituts für Bienenkunde in Hohen Neuendorf. Und von "Prüfvölkern", die "Teil von Forschungsprojekten" waren.


    Darunter auch angeblich eine Königin "mit gelbgrünen" Augen. Angeblich mutiert...oder doch gentechnisch verändert?


    Weiß jemand mehr über dieses Forschungsprojekt mit "mutierten" Bienen in der Umgebung von Prof. Bienefeld?


    Bernhard

  • Kleine Zwischenmeldung:


    es gibt eine ganze Menge Bienefelds :wink:, daher weiß ich nicht, ob es ein Professor ist. Also nochmal zurück.


    Jedenfalls habe ich eine Anfrage per Email an das Institut gestellt. Mal sehen, ob das was bringt.


    Bernhard

  • Guten Abend!


    Ich möchte zu einer Zeitungsnotiz im Deutschen Bienenjournal etwas mehr erfahren. Und zwar steht auf Seite 40 etwas von gestohlenen Völkern des Länderinstituts für Bienenkunde in Hohen Neuendorf. Und von "Prüfvölkern", die "Teil von Forschungsprojekten" waren.


    Darunter auch angeblich eine Königin "mit gelbgrünen" Augen. Angeblich mutiert...oder doch gentechnisch verändert?


    ...da mit nicht bekannt ist, dass Keimbahntransformation bei der Biene technisch machbar ist, wird es sich um eine Mutation handeln.
    Schließlich werden ja im Institut aus besonders "klugen Putzbienen" Nachkommen gezogen und die muß man, um die Eigenschaft "Ausräumverhalten" zu stabilisieren (die Buckfast-Imker sagen dazu: erbfest) mit Geschwisten paaren, als Inzucht, dabei werden natürlich rezessive Mutationen gefunden...... und Augenfarbmutationen sind nun mal sehr häufig.



    PS: Kaspar Bienefeld ist der Chef und Professor...... das kann man auch hier nachlesen:
    http://www2.hu-berlin.de/bienenkunde/institut/personal.html

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • ... und Augenfarbmutationen sind nun mal sehr häufig.


    Guten Abend, Gerold!


    Das war mir nicht geläufig. Woher stammt deine Information? Oder ist Dir schon eine mit gelben Augen über den Weg gekrabbelt? :wink:


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Hallo,
    eine kleine Geschichte zu den „bunten“ Augen von Bienen möchte ich beitragen.
    Beim diesjährigen Weissacher Imkertag hielt auch Christoph Koch, Berufsimker aus Oppenau, einen Vortrag zum Thema „Rationelles Arbeiten und effiziente Betriebsorganisation in der Imkerei“. Ein Bild aus seinem interessanten Vortrag über seine Betrieb zeigte einen Drohn mit wunderschönen weißen Augen. Da es aber nicht um Zucht ging bemerkte er lapidar (Sinngemäß): „hier ist Zucht und Auslese wohl in die falsche Richtung gegangen“.
    Noch eine schöne Episode am Rande: Auf die Frage an Ch. Koch aus dem Publikum, mit welchen Bienen er denn imkere, meinte er nur nach kurzer Überlegung „mit Katholischen“.
    Die Mehrheit der Anwesenden Imker quittierte diese Bemerkung mit Heiterkeit.
    Gruß an alle ImkerInnen

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • Schließlich werden ja im Institut aus besonders "klugen Putzbienen" Nachkommen gezogen und die muß man, um die Eigenschaft "Ausräumverhalten" zu stabilisieren (die Buckfast-Imker sagen dazu: erbfest) mit Geschwisten paaren, als Inzucht, dabei werden natürlich rezessive Mutationen gefunden...... und Augenfarbmutationen sind nun mal sehr häufig.


    Hier stellt sich die Frage, wie weit muss die Inzucht geführt werden, um zu derartigen Kapriolen zu kommen?
    Dazu erinnere ich mich an die Primorski-Test’s der Deutschen Bieneninstitute. Das einzige Institut mit einem wohl als ernsthaft zu erwägenden Test war seinerzeit Kirchhain.
    Dazu erinnere ich mich weiter an die Darstellungen der Test’s in den Bienenzeitungen sowie an einen Vortrag von Herrn Büchler, damals am Rande der Grünen Woche in Berlin. Die für mich wesentliche Aussage des Vortrages bestand darin, dass die Kirchhainer Population den Primorski’s hinsichtlich des Ausräumverhaltens signifikant überlegen war, dass aber nicht die Kirchhainer sondern die Primorski’s den Winter überlebten.
    Seit dieser Zeit ist nicht nur Wasser ins Meer geflossen; auch die Fachleute in unseren Instituten kamen, wie auch immer, zum Ergebnis, dass es sich beim Überleben wohl um ein multifaktorielles System handele.
    Die Auslesetechnik der Hohen Neuendorfer wurde schon 1997, vielleicht auch schon früher, beschrieben. Nach meiner Ansicht ist darin seither keine Neuerung zu erkennen. Wohin führte sie aber? Vermutlich ist das Ergebnis eine „SMR-Biene“ mit „grünen Augen“.
    Aus internationalen Veröffentlichengen ist aber bekannt, dass das SMR-Konglomerat
    schon seit längerem nicht mehr der letzte Schrei ist. Naja, da gibt es halt noch eine Menge Förder(mittel)bedarf, um an den internationalen Standard aufzuschleißen. Die nationale Praxis, wenn bisher auch nur –aber mittlerweile in mehr- Einzelfällen, wollen wir dabei höflich unbeachtet lassen.
     
    Gruß
    Manne

  • Nachträglich zur Information:


    Kaspar Bienefeld schrieb mir in einer Email, daß es sich um eine natürliche Mutation handele. Das sei sehr selten. Diese Königin diene zur Kontrolle in einem Selektionsversuch.


    Viele Grüße,


    Bernhard