Bärenweise, oder: Wie der Drohn dem Bien nutzt!

  • Hallo, ich bin mir nicht sicher, ob der Thread hier richtig platziert ist, aber ich probier es einfach:


    Lieber Drohn, lass uns teilhaben an deiner wundersamen Betriebsweise! :cool: Ich hol mal kurz mit Strg-C den Beginn aus dem anderen Thread.


    ...
    Sabine hat mir erklärt, dass das was ich schon jahrelang mit meinen Wirtschaftsvölkern mache, daß das CB wäre.
    Wenn also jemand was genaueres über die "Bärenweise" im Dadant wissen will gerne.
     
    Der
    Drohn


    Ok, Drohn,
    großer Brutraum ist klar.
    Liebt der Bien den kompletten Raum oder erweitert der Drohn nach und nach? Und sperrt der Drohn den Bien dann ein, oder lässt er ihn gen Himmel?


    Gruß
    Ralph


    ach ja, gehst du über zur Bärenbetriebsweise, oder soll ich?


    Wenn du nicht willst, nenn isch dich ab morgen KNUT!


    Lass was hören, lieber Bär! :daumen:


    Gruß
    Ralph

  • Gedanken:
    Über das Verhalten und von Eigenschaften verschiedener Bienenarten ist uns einiges bekannt.
    Wir wissen von dem Schwarmverhalten, von den scouts, von den Königinnen, von den Arbeiterinnen, von den Imkern, von den Trachtquellen, usw...der einzelnen Bienenarten und Unterarten recht viel im Verhältnis was wir über deren Drohnen wissen.
    Bei mellifera gibt es einiges, der Blickpunkt wurde von einer Milbe die auf cerana wohnt vertieft.
    Wir wissen also ein bischen über die Drohnen von mellifera und cerana.


    Nur was wissen wir über die anderen Arten, Unterarten und deren Gruppen?


    z.B. Von der capensis wissen wir dass Arbeiterinnen zu vollwertigen Königinnen werden können und an der scutelata Nestpiraterie betreiben. Was wissen wir über die Drohnen von scutelata oder capensis?


    unsw, unsw....


    Welche Wissenschaftler beschäftigen sich mit Drohnen? Es ist absolut lächerlich ein so komplexes organisiertes Wesen wie den Bien zu beschränken, dass die Drohnen nur fliegende haploide Gameten wären:daumen:


    bin gespannt!


    Markus

  • Verflug zwischen Völkern - auch hinsichtlich Drohnen


    Der Verflug der Arbeiterinnen reichte von 0 bis 14 % mit einem Mittelwert von 5 ± 0.7%. Die Höhe des Drohnenverflugs lag zwischen 3 und 89 % mit einem Mittelwert von 50 ± 6.8 % (Tab. II).


    => Drohnen sind Vagabunden.


    Der Einfluss des Verflugs von Drohnen und Arbeiterinnen auf die phänotypische Varianz für den Honigertrag der Völker war ebenfalls schwach und nicht signifikant....Der Verflug von Drohnen und Arbeiterinnen korrelierte ebenfalls nicht signifikant mit der phänotypischen Varianz von V. jacobsoni.


    => Verflug von Drohnen trägt nicht zur Verbreiterung der genetischen Varianz der Varroa bei.


    aus: http://citeseerx.ist.psu.edu/viewdoc/download?doi=10.1.1.59.4974&rep=rep1&type=pdf

  • Körpergröße der Drohnen und Spermienanzahl


    Zusammenfassung – Die Körpergröße beeinflusst die Spermienanzahl bei Drohnen von
    Honigbienen (Apis mellifera).


    Drohnen von Honigbienen (Apis mellifera L.) werden in signifikant größeren Zellen aufgezogen als Arbeiterinnen. Wenn eine Königin keine Spermien mehr gespeichert hat, legt sie Drohneneier in Arbeiterinnenzellen. In diesen Zellen können sich männliche Larven nicht zu normalen, großen Drohnen entwickeln.


    Berg et al. (1997) zeigten, dass kleine, in Arbeiterinnenzellen aufgezogene Drohnen in der Konkurrenz mit großen Drohnen einen Fortpflanzungsnachteil aufweisen. Jarolimek und Otis (2001) fanden – im Gegensatz zu Berg et al. (1990, 1997)
    – einen signifikanten Zusammenhang zwischen der Drohnengröße und der Spermienanzahl. Wir haben den Einfluss der Körpergröße auf die Spermienproduktion wegen seiner Bedeutung für die Evolution des Paarungssystems der Honigbienen 
    neu bestimmt. ...


    Kleine Drohnen produzieren signifikant weniger Spermien (7,5 × 106) als normal große Drohnen (11,9 × 106).


    Der Zusammenhang zwischen der Spermienanzahl und der Flügellänge ist statistisch hoch signifikant.


    Da aber kleine Drohnen relativ mehr Spermatozoen im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht produzieren, muss die bevorzugte Investition von Honigbienenkolonien in kostspielige Drohnen durch weitere bisher unbekannte Konkurrenzvorteile der großen Drohnen aufgewogen werden.
    aus: http://eprints.jcu.edu.au/821/1/Schlu%CC%88nsetal2003.pdf

  • Vitellogenin bei haploiden Drohnen und dessen Rolle


    Das Auftreten von Vitellogenin bei erwachsenen haploiden Drohnen der Honigbiene, Apis mellifica, ...Vitellogenin ist in Drohnen eine der kleineren Fraktionen der Hämolymphen-Proteine. Genetische und regulatorischen Aspekte der Vitellogeninsynthese in männlichen Bienen werden diskutiert.
    aus: http://www.tandfonline.com/doi…80/01688170.1986.10510254

  • Aufzucht von haploiden und diploiden Drohnen und deren Lebensfähigkeit


    Alle erzielten Ergebnisse zeigen, dass die Lebensfähigkeit der diploiden Drohnen ähnlich wie die der haploiden Drohnen ist: es möglicherweise etwas höher sein.


    Die Schwierigkeit bei der Aufzucht eine große Anzahl von diploiden Imagino Drohnen ist nicht ihre geringere Lebensfähigkeit, aber unzureichendes Wissen über die notwendigen Bedingungen für die Entwicklung von Drohnen im Allgemeinen. Es sollte möglich sein, diploiden Drohnen bis zur Imago aufzuziehen, wenn die richtigen Techniken entwickelt werden könnten.


    aus: http://jerzy_woyke.users.sggw.pl/1965_viabdipldrlarv.pdf


    ==> Nur zu was sind sie gut, die diploiden Drohnen?



    Ergänzend dazu die Untersuchungen bezüglich der unterschiedlichen Drohnen:
    http://jerzy_woyke.users.sggw.pl/1963_dipldrlarvae.pdf

  • Drohnen und ihre Akzeptanz im Bienenvolk hinsichtlich Klima und Königinnenstatus


    Die Akzeptanz der Drohnen reichten von 8 bis 88% und wurde mit den Umweltbedingungen zum Zeitpunkt der Einführung korreliert. Die meisten Verluste von Drohnen traten innerhalb von 24 h nach der Einführung. Die ursprüngliche Annahme von Drohnen zeigten positive einfachen Korrelationen mit mittleren Tagestemperatur und die Anzahl der Sonnenstunden und negativ mit täglichen Niederschlag und Luftfeuchtigkeit korreliert. Signifikante partielle Korrelationen zwischen der ersten Annahmefrist von Drohnen und Temperaturen und relative Luftfeuchtigkeit wurden gefunden. Weisellosen Kolonien akzeptiert mehr Drohnen (66%) als weiselrichtige Kolonien (33%), aber die Überlebensraten von Drohnen in weisellosen und weiselrichtigen Kolonien waren nicht signifikant unterschiedlich. Die mittlere Lebensdauer der erwachsenen Drohnen reichten von 13 bis 15 Tagen (Median 11-13 Tage) und nicht signifikant unterschiedlich mit saisonalen Veränderungen im Nektar fließen. Überlebensraten von Drohnen wurden nicht durch Verflug reduziert.


    aus: http://md1.csa.com/partners/viewrecord.php?requester=gs&collection=ENV&recid=2236885&q=&uid=1071939&setcookie=yes

  • Spannend! Anscheinend schicken die Völker Delegationen von Drohnen zum Drohnensammelplatz, wobei die einzelnen Delegationen sich zahlenmäßig ähneln, so daß jedes Volk gleich stark vertreten ist. Das ist der perfekte Mix und mutmaßlich dient dieses Verhalten dazu, zu starke Inzucht zu vermeiden. Mit Rückwirkungen bis in den Stock, denn die verschiedenen Herkünfte der Arbeiterinnen sorgen für eine Art Gleichgewicht (die Arbeiterinnen halten sich gegenseitig in Schach) im Bienenstock.


    aus: http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pm…1NWK9CHG50T2_265_2009.pdf