Naturbau Versuch

  • Hallo Leuts,


    ich habe vor kurzem den Versuch angefangen einen einzargigen Ableger von letztem Jahr, DNM auf 10 Waben in Holzbeute, auf Naturbau umzustellen.


    Vor einer Woche habe ich ihm 10 Rähmchen mit Anfangstreifen (Mittelwände), ca 4 Zellen hoch, gegeben. Ich hab mich echt gebremst nicht jeden Tag da rein zu schauen =;o)


    Heute kam die Ernüchterung:
    Die Ladies haben fast nicht an den Streifen gebastelt, nur vereinzelt kleine Zapfen. Dafür sprießen neue Waben vom Boden her nach oben und zwar _zwischen_ die Rähmchen gebaut, und das aber massiv :eek:


    Ich habe bei der Erweiterung schon drauf geachtet, dass die Rähmchen genau übereinander sitzen. Warum machen die das?



    Best!
    Arnd


    ....der sich irgenwie auch ein bissi auf den frischen Kirsch-Apfelblüten-Wabenhonig morgen zum Frühstück freut :wink:

  • :lol: Hi, Arnd,
    du lachst mich aus, wenn ich dir sage, warum....und alle anderen auch.
    Es ist Schwarmzeit, und es gibt draufgängerische Völker und ängstliche, so blöd sich das anhört.
    Die trauen sich nicht, sich soooooo weit nach oben vom Volk zu entfernen, ganz ohne Witz.
    Sie sind nicht genug, per Aufkettung den Kontakt nach unten am Stück zu halten, bei einem Zweizarger sähe es anders aus.
    Die fühlen sich da oben einsam und verloren, und daß sie zwischen den Rähmchen bauen, ist auch normal: wo anders kommen sie hoch?
    Ich hatte letztes Jahr ein Volk, das derart seine Honigwaben baute, ALLE von unten nach oben.
    Die Lösung wäre gewesen, die HR unterzusetzen, und das Flugloch nach ganz oben zu verlegen, aber das hab ich da nicht begriffen, die Erkenntnis kam erst später.
    Biene ist halt doch nicht einfach Biene und austauschbar, auch wenn hier welche darüber lachen.
    Ich hatte auch eine Königin, deren Ableger tatsächlich nur mit Schied erweitert werden konnten, bei 3W in einer ganzen 12WZarge gaben sie auf....zuviel Platz, um es je zu schaffen....Schied reingebastelt und per Futtertasche halbe Liter gefüttert und alles war wieder gut. GsD vererbt sich das nicht.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Arnd,


    Deine Erfahrungen wurden schon gemacht, z.B. Zuckerhüte.
    Einräumige Ableger, gerade bei Flachzargen, erweitere ich gern, indem ich die vorhandenen Waben übereinander in die zwei Zargen setze, denn seitwärts bauen die Bienen lieber. Das wäre doch jetzt noch möglich?
    Ganze Zarge mit Anfangsstreifen aufsetzen läuft meist nicht - ein paar Waben oder wenigstens Mittelwände benötigen sie, um hochzuklettern.


    Grüße, Thomas

  • :lol: Also verfremdetes CB?
    Volle Waben neben Leerrähmchen?
    Geht, wen das Volk jetzt noch schlapp genug dafür ist.
    Bei starken Völkern nicht machbar, bei schwachen schon, die schwärmen dann eh nicht mehr.
    Arnd, dein Grundproblem ist, daß das Volk entweder immer noch zu schwach oder nicht früh genug erweitert wurde, auf jeden Fall hat es nicht genug Bienen, nach oben vom Volk weg zu bauen.
    Versuch mal Thomas' Methode...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Einräumige Ableger, gerade bei Flachzargen, erweitere ich gern, indem ich die vorhandenen Waben übereinander in die zwei Zargen setze, denn seitwärts bauen die Bienen lieber. Das wäre doch jetzt noch möglich?


    I don't know! Ich habe ehrlich gesagt überhaupt keinen blassen was die Ladies machen, wenn ich was mache, da ich es das erste mal mache, das mit dem Naturbau :wink:


    Da liegt die Problematik =;o)


    Kann es vorkommen dass im Naturbau die ganze Sache, so wie du sie vorschlägst, in die Hose geht und der Bien die Rähmchen mit Drohnenzellen verbaut? Unter welchen Bedingungen würde so etwas passieren?


    Sonnige Grüße!
    Arnd


    ...der seinen 100. Post mit einem Latte Machiato feiert

  • :lol: Also verfremdetes CB?
    Volle Waben neben Leerrähmchen?
    Geht, wen das Volk jetzt noch schlapp genug dafür ist.
    Bei starken Völkern nicht machbar, bei schwachen schon, die schwärmen dann eh nicht mehr.


    Das Mini-CB wäre ja das Schachteln der Waben und Leerrähmchen, oder? Thomas würde die Waben aus der unteren Zarge über die beiden Zargen verteilen, mittig, wenn ich ihn richtig verstanden habe.


    Arnd, dein Grundproblem ist, daß das Volk entweder immer noch zu schwach oder nicht früh genug erweitert wurde, auf jeden Fall hat es nicht genug Bienen, nach oben vom Volk weg zu bauen.
    Versuch mal Thomas' Methode...:wink:


    Eher Letzteres, zu spät erweitert. Wie dem auch sei, ich versuche mal mein Glück nachher, so gegen Mittach, und schau mal was mich erwartet.


    Best!
    Arnd

  • Also, die Lösung wäre, bei den derzeitigen Verhältnissen draußen, auch so zu haben gewesen.


    Ins Zentrum der aufgesetzten Zarge zwei ausgebaute Waben hängen und dann seitlich mit Leerrähmchen und Anfangsstreifen erweitern.


    Untersetzen hätte auch klappen können, sogar ohne das Flugloch nach oben zu verlegen.


    Naturbau aus Schwarmstimmung mit nackten Schwärmen oder nackten vorweggenommenen Schwärmen klappt aber immer am besten.


    Viele Grüße


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Ich würde, Michael, es noch intesiver sagen.
     
    Naturbau geht in diesem Falle nur über den Schwarm.
     
    lass das Brutnest wo es ist, bastele keine Brutwaben von anderen Völkern rein, auch wenn es welche aus dem Schrank sind.
    auf den gegebenen Leerrähmchen wird zu 80% Drohnenbau entstehen, wo er eigentlich nicht hingehört.
     
    viel Glück wünscht
    Der
    Drohn

  • Ich würde es, Drohn, noch viel intensiver betonen:


    Auf Leerrähmchen entsteht Drohnenbau


    In einer Höhlung bauen die Bienen im ersten Jahr, soweit sie können? Im nächsten Jahr bauen sie weiter? Bis sie unten angekommen sind?


    Warum klappt das nicht mit Rähmchengabe?


    Weil Rähmchen mit Naturbau nix zu tun haben?


    Fragt sich
    der
    Bernhard

  • In einer Höhlung bauen die Bienen im ersten Jahr, soweit sie können? Im nächsten Jahr bauen sie weiter? Bis sie unten angekommen sind?


    Warum klappt das nicht mit Rähmchengabe?
    Weil Rähmchen mit Naturbau nix zu tun haben?


    Sowas ähnliches habe ich mich gestern auch gefragt. Zwar nicht gleich so radikal wie du das gerne machst, aber ähnlich :wink:


    Ich frage mich auch, wie bei anderen Imkern der Naturbau in den verschiedenen Situationen funktioniert. Das muss doch gehen!?


    Wie machen das andere?
    Gibt es Literatur?


    Und noch was Interessantes:
    Vor ein paar Wochen waren wir in den Vogesen klettern. In einer Tour, kurz vor dem Umlenker, in ca 15m Höhe, war eine kleine Höhle. Sie hatte ungefähr die Maße von 2 Zargen hintereinander, spitz zulaufend.


    In der Höhle war einmal ein Schwarm eingezogen, der den Winter nicht überlebt hatte. Die Waben lagen schon alle auf dem Boden, aber der Wabenverlauf war an der Decke noch recht schön zu sehen. Kaltbau und wunderbar parallel von der hinteren Wand anfangend. Wunderbar! Einfach geil!


    Seit diesem Erlebnis war klar, Naturbau muss es werden.



    Best!
    Arnd

  • Nun macht das Treiben mal nicht verrückt.

    Zitat

    Auf Leerrähmchen entsteht Drohnenbau.


    Einzeln gegebene Leerrähmchen ergeben viel Drohnenbau. Werden (fast) ganze Zargen mit solchen gegeben, richtet der Bien es sich schon ein. Von dem Wunsch eines völlig Drohnenbaufreien Brutraumes sollte man sich aber verabschieden, sie wünschen eben ca. 20% Drohnenbau.


    Zitat

    Ich frage mich auch, wie bei anderen Imkern der Naturbau in den verschiedenen Situationen funktioniert.


    Ausprobieren, Arnd. Im Forum stehen der Hinweise genug.


    Grüße, Thomas

  • Moin, Arnd,
    ja, Naturbau in der Natur ist goil...
    Nur kriegst du das in DER Form nicht in deine Kisten, weil das ganz was anderes ist.
    Naturbau wächst, ohne Eingriffe, so langsam vor sich hin, einfach mit dem Ziel, den Winter zu überleben und sich im nächsten Jahr wieder zu vermehren.
    Und da kollidiert dieses System mit dem Imker, der ein Maximum an Honig und keine in seinen Augen unkontrollierte Vermehrung will.
    Mensch will Natur "beherrschen".
    Nach dem, was ich bisher gesehen habe, kommst du dem natürlichen Vorbild am nächsten mit entweder TBHs oder nassauers Christbeute oder Bernhards Warre.
    In normalen Beuten kriegt man es nur näherungsweise hin, per KS oder echtem Schwarm mit sofort 2-3 Zargen.
    Es ist aber einfach nicht dasselbe wie in den Stabilbaubeuten.


    Ich knabbere an dem Problem ja auch schon ein paar Jahre, und der Knackpunkt ist wirklich der: sobald du das Volk für andere Dinge zugänglich haben willst als nur Honig zu entnehmen, klappt das nicht mehr mit dem reinen und sehr un-mobilen Naturbau.
    Und es gibt nicht viele Imker, die diese "Kontrolle" über die Bienen freiwillig aufgeben.
    Nach gängiger Meinung ist gerade die "Kontrolle" das, was den Imker ausmacht.
    Du merkst, die Frage nach Naturbau hat ungeahnte Konsequenzen...:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen