Von Bienen in die Flucht geschlagen

  • Hallo zusammen,
    heute hatten mein Mann und ich ein Erlebnis, das uns so noch nie passiert ist.
    Unser 2. Volk steht auf dem Schulgelände, hinterm Gebäude, wo kaum jemand hinkommt. Dort habe ich vorgestern den HR aufgesetzt und habe deswegen auch Futterwaben "geklaut". Da sind die Mädels sehr aggressiv geworden und sind überfallartig aus dem Kasten über mich hergefallen. Habe dabei auch 3 Stiche abbekommen. Die 2 Zargen sind recht voll mit Bienen, sodaß ich entweder erweitern oder einen Ableger machen muß.
    Bisher war das ein sehr friedliches Volk, eignete sich schon deshalb hervorragend als "Schulvolk".
    Heute nun kamen wir mit neuem Kasten für den Ableger und meiner Tasche, in der ich all meine Imkersachen einschl. Schleier und langärmeligen Pullover habe, zu dem Volk und es reichte uns nur, die Sachen schnell abzustellen und zu flüchten. Die einfliegenden Bienen kamen gleich auf uns zu mit recht aggressivem Brummen und verfolgten uns. Wir haben Tasche und Kasten stehen gelassen und uns recht zügig vom Stock entfernt. Ich war im T-Shirt, kam nicht mal an den Schleier. Wir versuchten uns immer wieder zu nähern, aber es war nicht mal möglich, an die Tasche zu kommen, die von 4-5 Bienen "bewacht" wurde. Nach etwa 30 Min. schaffte es mein Mann endlich die Tasche zu greifen und wieder mitzunehmen. Der Kasten für den Ableger steht noch so da, wie wir ihn abgestellt haben. Mir graut schon davor, die Kiste aufzumachen und da noch Brutwaben rauszunehmen. Wie gesagt, bisher war es ein sehr sanftes Volk.
    Was kann die Viecher in 4 Wochen so aggressiv gemacht haben? Gibt es Pollen oder Nektar, der die Mädels wild macht? Ich glaube nicht, daß sie von Kindern geärgert wurden, von wegen mit nem Stock auf den Kasten hauen oder so. Die meisten wissen gar nicht, daß da ein Bienenkasten steht.
    Gruß
    holmi

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Eisvogel,
    der Raps steht in voller Blüte,großes Feld, ca. 100m vom Stock entfernt.
    Bloß gut, daß keine Schüler in den Klassenräumen waren. Die hätten sich kaputtgelacht, wie wir über die Wiese geflitzt sind, um die Viecher los zu werden.
    Kann das am Raps liegen und muß ich mit meinen Arbeiten jetzt warten, bis der Raps verblüht ist und die Mädels wieder "normal" sind?
    Gruß
    holmi

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Hallo Holmi,
    ich wage eine Vorhersage, wenn der Raps abgeblüht ist wird Dein Volk wieder handzahm.
    Noch eine kleine Bemerkung: Pullover ist wohl nicht die richtige Arbeitsbekleidung bei den Bienen versuchs doch einmal mit einem weißen Overal.
    Gruß an alle ImkerInnen

    Man tut was man kann, hieß es früher. Heute glauben alle sie müssen tun was sie nicht können. P. Sloterdijk

  • hallo!


    meine bienen stehen auch 100 meter vom raps weg. die sind aber das genaue gegenteil von dem was hier geschildert wird: ich hatte noch nie so brave bienen. die interessiert überhaupt nicht wenn ich den stock aufmache und eine zarge abnehme. die sind so beschäftigt mit dem raps.

  • Hallo Eisvogel,
    werde mir auch jetzt eine Kombi zulegen, nach den Erfahrungen. Aber ich muß an das Volk ran, da die 2 Zargen eben schon recht voll sind. Bei dem Gedanken habe ich doch eher ein flaues Gefühl.
    Gruß
    holmi

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Neben der Rapsblüte gibt es noch eine Sache, die die Bienen wohl hoch aggressiv macht:


    Wenn die Bauern das Getreide spritzen gegen Unkraut und Pilzbefall - das stinkt nicht nur überhaupt sondern eben auch den Bienen.


    Prüft doch mal, ob da was gelaufen ist vor Eurem Erlebnis.


    Gute Besserung wünscht


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Hallo Simon,
    das ist Buckfast (oder ..frust, jedenfalls derzeit).
    Ich glaube, normaler Overall reicht derzeit nicht, ich denke schon über einen Neopren-Anzug nach, hihi. Das sieht dann vielleicht aus!!!
    Michael Weiler,
    danke für die Grüße. Schwellungen lassen schon nach.
    Getreide gibts da derzeit nicht, alles kahle Erde, ich vermute Kartoffeln. Die gabs da letztes Jahr auch in der Gegend. Dann sind da noch Kleingärten, vielleicht ist da etwas gespritzt worden? Ansonsten hat da noch eine Gärtnerei ihre Felder, die haben jetzt Thymian drauf.
    Letztes Jahr hatten wir auch Raps in der Nähe unserer Völker, aber die reagierten nicht annähernd so aggressiv.
    Gruß
    holmi

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Servus !
    *einbischengrins*
    Das kenne ich ...
    Habe ein Volk in der Nähe des Büchelbergs aufgestellt.
    Diese Madels waren schon letztes Jahr ziemlich böse.
    Trotz Schleier und Jacke habe ich bei einer KURZdurchsicht einmal 7 und einmal 8 Stiche abbekommen. Die suchten tatsächlich das kleinste Loch unter dem Schleier und sind untendurch.
    Rein optisch war ich ne katastrophe *gg*
    Mich haben sie einmal so in die Flucht geschlagen das nach besagten 8 Stichen unter dem Schleier und ca 50 - 100 Bienen an der Kleidung ich ne Brutwaben fallen liess.
    da war halt die Grenze erreicht.
    Im März hat sich herausgestellt das dieses Volk drohnenbrütig ist.
    Vielleicht ging die Weisel urch mein fallen lassen zugrunde.
    Vielleicht hat die weisel vorher schon gefehlt und sie sind deshalb so aggressiv geworden.
    Vor 3 Wochen habe ich das Volk nachschaffen lassen.
    Bis jetzt sind noch keine Eier vorhanden.
    Und es ist weiterhin böse ...
    Lehre daraus :
    Was schlecht für die Optik ist,ist vielleicht gut gegen Rheuma :-)

    Grüssle aus dem Nordschwarzwald


    Lagerfeuer1971

  • Bei dem Gedanken habe ich doch eher ein flaues Gefühl.
    Grußholmi


     
    Nur die Harten kommen in den Garten :lol: .
    Die Mädels spüren das , wenn man Angst hat.
    Sind eben Frauen:wink: 
     
    Da muß man eben durch.
     
    :daumen: Ich drück Dir die Daumen
     
    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Hallo lagerfeuer,
    ja, diesmal hatte ich Glück, die Stiche sind etwas versteckter, z.B. am Bauch und im "Schinken". Aber bei so vielen Stichen (7 und 8) kann man doch auch schon mal die Lust verlieren, oder? Hat das noch etwas mit Spaß zu tun? Da darf man dann doch mal kurz über die Wahl seines Hobbys und dessen Richtigkeit nachdenken.
    Das Volk hat seine Kö noch, es sind Stifte drin, insgesamt etwa 8 Brutwaben und sehr wenig Drohnenbrut.
    Büchelberg kenne ich, da ist doch eigentlich auch viel Obstblüte, aber auch Raps.
    Gruß
    holmi

    Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für die Gier Einzelner (Mahatma Ghandi)
    Gruß
    holmi

  • Holmi,
    das was Du da erlebst nennt mann
     
    "Feuertaufe" 
     
    wer ein Imker werden will muß da durch.
     
    Deswegen mein aufrichtiger Tipp an Dich, wirklich von Herzen!!!!!:liebe002: 
     
    Zieh dich soweit aus, wie es noch erlaubt ist, und gehe zu dem Volk und bitte
     
     
    um Vergebung.:u_idea_bulb02: :p_flower01: 
     
    Der
    Drohn

  • Tag ihr Weicheier, :liebe002:


    Bienen können durch den Raps schon mal ihre gute Kinderstube vergessen, besonders wenn er denn blüht, aber nicht honigt.
    Ich muß mal Bilder rauskramen von 1977, in dem Jahr, als ich mit imkern begann.
    Bei den damaligen "Feld-Wald-und Wiesenkampfbienen" war Schleier und doppelte Hosen Pflicht.
    Ich habe teilweise einen Bundeswehr-Parka getragen, bei 25°, doppelte Jeans, Schleier, Handschuhe, und alles an Ärmel und Hosenbeinen schön mit Klebeband verzurrt, denn sobald eine auch nur ein Loch gefunden hatte, war der Kittel voll.
    Das war noch Imkerfeeling pur, kann ich sagen.
    Aber damals habe ich gelernt, kein Tag ist wie der andere.
    Morgen können die Bienen schon wieder lammfromm sein.:Biene:

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-