• Sicher hat schon jeder beobachtet wie einzellne Bienen oder ganze Gruppen am Fluglochbrett vor und zurück gehen und dabei (gelegentlich) die Zunge herausstrecken. Eine Veränderung der Oberfläche kann jedenfalls ich nicht feststellen.
    In einem Lexikon sehe ich nun dass dieses Verhalten mit "hobeln" bezeichnet wird. Dort wird der Vorgang beschrieben mit .. diese Bewegungen werden über die Mittelbeine vorgenommen. .. und endet mit der Annahme, dass die Bienen dabei etwas Flüssigkeit abgeben. Weis jemand mehr darüber ?


    schöne Grüße
    vindobonapis

    weg mit den Zwergbienenständen (K.Freudenstein)

  • Guten Abend.


    Vorige Woche sah ich am Abend bei einem Bienenstock eines Kollegen sehr viele Bienen vor dem Flugloch wärend bei den anderen Stöcken sich nur gelegentlich eine Biene bei Landung oder Abflug zeigte. Aus ca zwei Meter konnte man kaum eine Bewegung erkennen und da auch einige tote Bienen am Flugloch lagen dachte ich zuerst an eine Krankheit. Bei näherem hinsehen war es aber dann das seltene "Hobeln". Nicht so diszipliniert wie bei früheren Beobachtungen, aber die Vor- und Zurückbewegung ( mit ausgestreckter Zunge ) war deutlich zu sehen.
    Leider ist mein ersten Kurzfilm etwas mißlungen. Aus folgenden zwei Ausschnitten kann man hoffentlich etwas erkennen.
    http://stebegg.nit.at/hobeln1.mpg 
    zu beachten sind die zwei Bienen im linken unteren Bereich. Die Bewegung ist hier aber eher sichelförmig.
    http://stebegg.nit.at/hobeln2.mpg 
    das könnte man eher als strampeln bezeichnen.


    Das Thema ist hier im Forum schon oft direkt oder indirekt angesprochen worden. Storch meint das sich die Bienen dabei von Pollenresten zwischen Kopf und Mittelteil befreien wollen.
    Vollständigkeitshalber sei noch gesagt das der Großteil der Bienen am nächsten Abend am Fluglochgitter (Plastikteil) war.


    schöne Grüße
    Josef Franz

    weg mit den Zwergbienenständen (K.Freudenstein)

  • Hallöli,
    ich war jetzt grad draußen, nach einem Mordsgewitter, und hab natürlich auch nach den Bienis geschaut.
    Bei einem Stock, wo das Holz über Winter an der Seite vom Flugloch schwarz geworden ist (Schwärzepilze, denke ich?), haben sie in den letzten zwei Stunden das Holz freigenagt, man kann die Spuren geradezu sehen.
    In dem 6cm-Flugloch drubbeln sich etwa 20 Bienen, die auch hemmungslos übereinanderlaufen, und sie hobeln.
    Und sie drängeln sich, wer dran darf.
    Wer genug hat, geht wieder rein, und wird sofort ersetzt.
    Kann es sein, daß die Bienis damit irgendwelche Nährstoffbedarfe decken?
    Was bringen irgendwelche holzzersetzende Pilze den Bienen?:confused:
    Nur Hygiene-Verhalten kann es nicht sein, denn dann würden sie ja auch Farben/Lacke/Pigmente weghobeln, was sie aber nun nicht tun...
    Ideen willkommen.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Zusammen,
    dieses "Hobeln" hat nichts mit Holzbearbeitung zu tun.
    Diese Verrenkungen machen die Bienen, um aus den Chitinritzen Pollenkörner zu entfernen.
    Die anderen Bienen helfen nur.
    Soziales Putzverhalten.
    Jetzt kommt mir die Frage,
    ob "hobelnde" Völker weniger Varroen haben...
    Wir sollten auf alles achten.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, Lothar,
    hier haben sie aber gerade ganz definitiv das schwarze Zeug vom Holz entfernt.
    Wieso, weshalb, warum?
    Das war die ganze Zeit schon da, warum ausgerechnet jetzt, und um Himmelswillen, wozu?:confused:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
    entfernt;
    oder mit Propolis überdeckt?
    Bekannt ist, das sie faule Stellen usw. in der Beute mit Propolis überdecken.
    Dadurch werden von Bienen bewohnte Baumhöhlen "ewig" haltbar.
    Wieweit einige Völker den Begriff "Innen" auf das Flugbrett hinaus ausdehnen,
    dürfte bei den Völkern Auslegungssache sein.
    Soweit meine Erklärung.
    Im Raum bleibt noch, ob "hobelnde" Bienen weniger Varroen haben.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo, Lothar,
    nein, ganz entschieden entfernt, nicht propolisiert.
    Blankes Holz jetzt sichtbar gegenüber tiefem Schwarz drumrum.
    Ob sie weniger Varroen haben, weiß ich doch nicht, aber das ist auch eins der Völker, die ab Juni sehr heftig verdeckelte Brut rausschmeißen.
    Und es ist von 2004....:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • @ Sabi(e)ne,
     
    passt ja nicht ganz hier her, aber heißt das Deine Königinnen leben vier Jahre?
    Wie sympathisch!
    lg
    Manne

  • Hallo
    Eine weitere Frage wäre ob die Pilze, Flechten oder was immer das Holz schwärzt, vieleicht Substanzen ausscheiden oder enthalten die den Bienen nützlich sind.
    Manche Pflanzen scheiden Abwehrstoffe aus, um anderen das besiedeln dieses Lebensraums schwer zu machen.


    Gruß
    Markus

    Wenn zu perfekt, liebe Gott böse! Nam June Paik

  • Guten Abend.


    In der Imkerliteratur habe ich diesen Begriff erst zwei Mal gesehen.
    1. "Die Honigbiene von A bis Z." Dr. Gisela Droege. #1
    2. "Am Flugloch" H.Storch. #2
    Eine gegenseitige Hilfe fand bei meinen Beoabachtungen nicht statt.

    schöne Grüße
    Josef Franz

    weg mit den Zwergbienenständen (K.Freudenstein)

  • Hallo,


    ich liebe es, längst tot geglaubte Threads wieder hervorzuzerren und virtuelle Leichenfledderei zu betreiben - zumal die damals gestellte Frage offen geblieben ist.
    Aber beim Stöbern in den tieferen Sedimenten des Forums bin ich auf dieses Thema gestoßen, welches mich aktuell interessiert, da ich dieses "Hobeln" auch bei einem meiner Völker seit ca. einer Woche massiv beobachte.
    Zur Informationen: Segeberger Kunststoffbeute - Holzpflege ^^ scheidet also aus; ausschließlich im Fluglochbereich; mehrere Bienen sind simultan beschäftigt, bilden aber keine Formation; keine abgelösten Styroporteilchen sichtbar, kein wahrnehmbarer Propolisauftrag. (Man möchte ja tatsächlich meinen, sie hielten den Eingangsbereich sauber: Dielen "hobeln" bzw. Teppich "staubsaugen" - daran gemahnt mich das immer.)
    Weitere Information: ein verwirrendes, schwieriges, leidgeplagtes Volk - sehr stark ausgewintert, von mir in den Schlechtwetterpausen dieses Frühjahrs als einziges aus Zeitknappheit nicht durchgesehen -> starker Vorschwarm, danach 1(-2) Nachschwärme, evtl. noch nachgeschaffte Weisel (schlimmes Wetter für Begattungsflug) = lange Brutpause, ca. anderthalb Wochen hindurch viele Hüpfer und Krabbler (Tracheenmilbe), unklare Anzeichen für Buckelbrütigkeit. Trotzdem vor zwei Wochen volle Honigzarge abgeschleudert, letztes Wochenende große Flächen regelgerecht bestiftet. Jetzt aber deutlich schwächerer Flug als die anderen Völker am selben Stand, nur geringer Polleneintrag (aber große Pollenbretter im ersten Brutraum) - was gegen das "Hobeln" als Pollenputzmechanismus spräche.
    Langer Rede kurzer Sinn: hat jemand in der Zwischenzeit neue Erklärungen für das "Hobeln" gefunden? Läßt es sich evtl. mit geschwächten/kranken Völkern assoziieren, und wenn ja, aus welchen Gründen?


    Robert

    Was auch immer geschieht: nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken! (E. Kästner)