Anfangen mit Buckfast oder Carnica?

  • Hallo Forumsmitglieder!


    Ich bin Andre, 35J, aus Hamburg, neu hier im Forum und neu auch zum Thema Imkern gestoßen. Wie man es als Neuer so macht, hab ich erstmal viele Beiträge gelesen, und habe schon festgestellt, dass es zu einigen Themen "Glaubensfragen" gibt, die man wohl nicht wirklich immer rational beantworten kann.


    Eine dieser "Glaubensfragen" ist sicher die Bienenrasse. Für mich als Neuling natürlich noch eine total unbelastete Frage, aber auch eine wichtige, wenn man eure Beiträge verfolgt.


    Für mich ergibt sich jetzt, wie für alle Neueinsteiger, die Frage, womit ich anfangen soll.
    Dabei haben sich für MICH zwei Kombinationen herauskristalisiert:


    - Carnica auf (der in Norddeutschland vorherrschenden) Segeberger Beute oder
    - Buckfast auf Dadant


    Zumindest hab ich das aus der Mehrheit der Beiträge entnommen, auch wenn natürlich noch andere Maße thematisiert sind.


    Wenn ich jetzt eine Entscheidung treffen würde, dann würde ich Buckfast/Dadant vorziehen. Für mich haben sich aus den Beiträgen hier im Forum mehr Argumente für die Buckfast ergeben. Als Anfänger möchte man ja auch gleich von Beginn an alles "richtig" machen ...


    Jetzt zur "Glaubensfrage": Ich besuche einen Imkerkurs, und da wurde auch schon gesagt: "Es gibt zwar auch Buckfast und weitere Bienenrasse, wir wollen aber hier keine anderen Bienen als unsere Carnica."


    Deshalb stelle ich mir als Einsteiger ja jetzt auch die Frage, ob es überhaupt sinnvoll ist, sich gegen so etwas zu stellen und "Außenseiter" zu werden.
    Einigen Forumsbeiträgen habe ich entnommen, dass einige Buckfast-Imker so etwas wie "Geächtete" sind.


    Würde ich also als Buckfast/Dadant-Imker "schikaniert" werden?
    Überhaupt in einen Imkerverein aufgenommen werden?
    Würde mir überhaupt jemand mit Rat und Tat zur Seite stehen (weil der Imkerkurs natürlich auch auf Carnica/Segeberger Beute durchgeführt wird)?


    Oder ist es unter diesen ganzen Umständer eher ratsam sich unterzuordnen und lieber mit der Masse zu schwimmen?


    Ein Argument für Carnica wäre auch die Tatsache, dass ich sie überall schnell herbekommen könnte, während ich keine Anzeigen sehe (und noch niemanden kenne), der hier in Hamburg oder Umgebung Buckfast abzugeben hätte oder überhaupt damit imkert.


    Ich würde mich freuen eure Meinung und eure Ratschläge zu hören.


    Viele Grüße
    Andre

  • Hallo


    am wichtigsten am Anfang ist das jemand da ist den man fragen kann.
    Geht zur Not auch hier im Forum aber halt nicht immer.
    Zur Beutenwahl - Carnika geht auch auf Dadant und Bucki wird auch erfolgreich in DNM oder Zander gehalten.
    Von daher sehe es mal ein bisschen lockerer, weil Fehler werden sich nicht 100% vermeiden lassen.
    Suche Dir jemanden mit dem Du menschlich kannst und lerne von ihm.
    Frage ihn nach Buckfast und Du weißt ob er tolerant und offen für neues ist.


    Ansonsten willkommen im Forum


    Gruß Uwe

  • Hallo AndreHH,
    nein, es sind nicht nur Glaubenssachen. Es gibt tatsächliche Unterschiede zwischen Carnika und Buckfast. Es will ja auch nicht jeder BMW fahren, viele sind mit Opel sehr zufrieden! Behandelt man eine Buckfast wie eine Carnika, wird man nicht glücklich werden. Als Anfänger braucht man Rückhalt: also nimmt man die Biene des guten Nachbarn. Wenn man dann weiß, wie es mit der einen geht, dann kann man selbst die andere ausprobieren, ob die einem besser liegt.
    Viele Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
    ----------------------------------
    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • Hallo Andre,


    fang mit dem an, was es in Deiner Nachbarschaft gibt.
    Ist für Beginner sicher der bessere Weg.


    Was Du dann später machst...:roll: 8-)

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Einen wunderschönen guten Morgen an diesem eißkalten ,bewölkten guten Morgen :)
    Ja,ja, und dann nach drei Jahren genervt aufhören oder nochmal viel Geld in neue Kästen investieren.
    Wer ist den sein Nachbarimker? Doch meistens der ca. 70jährige Imker, der sein Leben lang noch nichts anderes als seine eigene Meinung gelten ließ und noch nie ein Buckfastvolk auf Dadant angeschaut hat.
    Uwe, du wirst etwas anecken, mit Buckis und Dadant, aber meistens legt es sich bald wenn die sehen das es funktioniert und du vieleicht mehr Honig hast als die Alten.
    Dann wirst du entweder Anerkennung oder Neid ernten.
    Aber auf jeden Fall macht Dir wenn`s funktioniert die Imkerei Spaß, egal was andere sagen und denken.

    Wer hinfällt und nicht wieder aufsteht , der hat schon verloren.

    ( von mir ;-) )


    Gruß

    Heike

  • :lol: :lol: Siehst Du Andre, so ist das in der Imkerei...:cry: 
    Eine einfache Frage - und dann mußt Du Dir das am Ende doch raussuchen...:-D

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Ich wußte ja, dass es eine Frage ist, die auch entsprechend der Diskussion um die Bienenrasse, so kontrovers diskutiert werden würde.


    Aber ich denke es hilft trotzdem. Mir und allen Neulingen, die sich vielleicht auch diese Frage stellen und hier die Antworten von euch lesen.


    Beides hat sein Für und Wider. Ich befürchte ja auch, dass der "Nachbarimker" mich meiden wird (oder schlimmeres, was ich hier schon im Forum gelesen habe).
    Auf der anderen Seite hat auch Heike meinen Gedanken aufgeschrieben: "Warum nochmal später ggf. viel Geld für eine Umrüstung investieren?" ... ich bin weiterhin auf der Suche nach der "richtigen" Antwort :)


    Gruß Andre

  • Hallo Andre,
    als ich vor zwei Jahren angefangen haben stand ich vor den gleichen Fragen.
    Ich habe mich allerdings schnell davon überzeugen lassen, dass die Information und eine passende Beute ( in meinem Fall Zander ) sehr von Vorteil ist.
    Mein Bienenpate kann mir helfen, ohne dass wir jedesmal in Glaubensfragen verfallen.


    Ich würde Dir empfehlen bei den Nachbarimkern zu schauen... und wenn Du mal ein paar Erfahrungen gesammelt hast kannst Du immer noch mal Dadant, Buckis oder ähnliches probieren.
    Ich bin momentan noch mit der Carnica in der Hohenheimer Einfachbeute beschäftigt, linse aber auch schon nach Buckis und Dadant.
    Allerdings bin ich nur beim schauen....

  • Hallo Andre,
    wenn du dich entscheiden musst, ohne ein finanzielles Risiko ein zu gehen, dann musst du dich für die Beute entscheiden. Was da zuerst reinkommt entscheidet deine Umgebung. Umgestellung der Rasse ist finanziell später kein Problem. Königinnen müssen eh jährlich oder zweijährlich ausgetauscht werden.


    Höre nicht auf die Heike, sie hat etwas gegen ältere Imker und scheint deshalb auch etwas "vernagelt" zu sein.* Ab und zu besuche ich bei uns die Züchtertagung der Carnicazüchter mit konvertiertem Vorsitzendem. Hier darf sogar der "Pool" referieren. Das hindert junge Imker nicht lauthals in der Versammlung ein Buckfastverbot zu fordern.
    Heike, halt jong ond domm. Abor 'sgibt au alde Domme.


    Also, du musst vorerst dich nur für die Beute entscheiden und kannst, wenn du etwas im Sattel sitzt, die dort nicht übliche Rasse ausprobieren. Fange dieses Jahr an, das Bienensterben war eine Ente. Es gab noch nie so viele verkäufliche Völker.


    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:


  • Carnica auf (der in Norddeutschland vorherrschenden) Segeberger Beute oder
    - Buckfast auf Dadant


    Zumindest hab ich das aus der Mehrheit der Beiträge entnommen, auch wenn natürlich noch andere Maße thematisiert sind.


    Viele Grüße
    Andre


    Halllo Andre,
    es ist völlig egal mit welcher Beute bzw. mit welcher Biene du imkerst. Du wirst z.B. auch mit einer Carnica in Hinterbehanlungsbeuten bei gutem Wissen bzw. ausreichender Erfahrung genauso viel Honig ernten, wie z.B ein Buckfastimker auf Dadant.


    Du machst mit Sicherheit nichts verkehrt. Die ständige Umstellerei auf eine andere Beute ist der Akt der immerwährenden unzufriedenen Imker.


    Der einzige Punkt der wirklich zählt ist die lb. Imkernachbarschaft. Solltest du hier in der Nachbarschaft viele Carnicaimker, die obendrein meist älteren Baujahres sind, wirst du dir erbitterte Feinde machen mit du mit einer Buckfast imkerst. Gegenteilig sind meist die jüngeren Buckfastimker toleranter, falls du hier mit Carnica anfängst.
    Diese Behauptung sollte bis auf wenige Ausnahmen fast auf die ganze BRD zutreffen!


    Das sind meine Erfahrungen als Imker und Vereinsvorstandsmitglied, der schon mit vielen Beutensystemen bzw. mit beiderlei Rassen in einer Carnicahochburg mit 99,9999 % Carnikacaimkern alles ausprobiert hat!

  • Hallo Franz Xaver!


    Anhänger einer Bienenglaubensrichtung sind nie tolerant. Einen Teil deiner Aussagen kann ich auch unterschreiben, andere Teile nicht. Wenn ich an so manchen Vereinsabend denke, dann fällt mir die Buckiredewendung: "Man muss es halt mit einer anderen Biene probieren." Diesen Satz kann man heute noch auf Buckiversammlungen hören. Im Frühjahr hörte ich ein Referat von Paul Jungels. Auf seine provokanten Thesen hin, glaubte ich mich in einer Carniversammlung. Man wollte die gute alte Buckfast behalten, die Reine. Man hat den Satz des alten Mönchs vergessen. Wenn es eine bessere Beine gibt, dann nehmen wir sie.
    Als ich zu imkern begann hatten wir einen alten Imker. Er hat nie unter 3 Zanderzargen eingewintert. Ableger wurden mit zwei Magazinen gemacht: Ein Honigraum, ein Brutraum. Die Buckis waren ihm zu weich. Honig war ihm im Alter lästig. Er wollte Bienen. keinen Honig.


    Es ist nicht die Frage des Alters oder der Bienenrasse, sondern der Wunsch vieler, dass es so bleibe wie es ist. Das war schon Programm einer immer noch konservativen Partei, welche heute glaubt den Umweltschutz erfunden zu haben. Da gab es doch auch eine historische Wette mit dem Teufel und einem Doktor?


    Xaver denke, auch deine biologische Uhr tickt und ich verbleibe in der Hoffnung, dass du nicht auch.....


    Zwinker
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Moin Imkers,


    bitte vegeßt nicht, daß ein Anfänger zügig und preiswert an Bienen kommen muß. Er wird also welche von den Nachbarn geschenkt kriegen oder im Verein einen Freundschaftsrabatt erhalten. Und er wird mit Schwarmzellen oder mit Nachschaffung Ableger bilden. Und das nicht zu knapp. Also ist Standbegattung und deren Ergebnis wichtig für die nächsten paar Anfangsjahre. Es macht daher kaum Sinn sich Völker und Königinnen von weit her zu kaufen und deren Töchter, dann den hiesigen Drohnen anzuvertrauen, wenn abzusehen ist was dann passiert oder wenn man auf den Begattungserfolg halbwegs angewisen ist. Und es ist auch nicht fair deren Drohnen auf die Jungfern der andern umliegenden Imker los zu lassen.


    Das Beutenthema schmerzt mich immer wieder, weil ich sehen muß, daß ich als DNM-Pate meinem Zander-Patenkinde nicht so helfen kann wie ich gern wollte. Ich kann praktisch nicht mal paar MW abgeben, wenn's enge wird und ich kann schon garkeine Ableger abgeben. Ja nicht mal mit' ner Weiselprobe oder 'ner Futterwabe kann ich helfen. Das tut mir weh. :cry:

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Andre





    denke an die Drohnen Deiner Imkernachbarn. Deine Imkernachbarn denken auch an die Drohnen ihrer Imkernachbarn. Wenn Du wanderst, dann brauchst Du ein Gesundheitszeugnis für Deine Bienen. Warum wohl? Wenn Du mit Bienen anfängst, dann bitte mit den gleichen Drohnen Deiner Imkergegend. So einfach ist das. Wie soll eine Qualitätssteigerung der Bienenrasse erfolgen, wenn jeder "seine" Bienenrasse neu ausprobiert.
    Ständig müssen wir beobachten, wie unsere nachgezüchteten Königinnen gelbe Filzbinden haben. Das gab es früher nicht. Erst als einige Klugschei..er
    sich profilieren wollen, gibt es diese Panscherei.

  • Zitat

    Erst als einige Klugschei..er
    sich profilieren wollen, gibt es diese Panscherei.


    Hallo
    wie meinen ? :evil: 
    Wenn sich Diene ach so reinen mit "normalfarbenen Landbienen" paaren
    hast Du auch Panscherei nur merkst Du es nicht.
    Aber die lassen sich ja wenigstens als reine Nachzucht verkaufen.:eek:


    Wann kommen wir endlich im 21. Jahrhundert an?


    Gruß Uwe