wird eigentlich der Treibstoffverbrauch an gepasst

  • Hallo liebe Imkergemeinde
    Beim lesen des Beitrags:Ab wann stirbt eine Biene? macht man sich nee menge Gedanken und ich frag mich nun ob beim ausfliegen in die Tracht,beim Pollensammlen oder sonstigen Gründen zum verlasen der Wohnung immer der Treibstofftank aus Sicherheit vorher aufgefüllt wird oder ist es ein Lotteriespiel ob man wieder nach Hause kommt.Es ist ja manchmal ein recht großer Spielraum in der Flugzeit b.z.w. Flugweite. Man kann ja beobachten das es einige Bienen gibt die mit Ach und Krach grad so wieder in die Nähe der Beute kommen und dann die letzen Meter sich recht schwer tun ,wahrscheinlich wegen Erschöpfung oder wegen Treibstoffmangel?? eigentlich müssten ja die Wissenschaftler sowas irgendwo schon beobachtet haben ob die Bienen die auf einen Ausflug gehen voher bewust ihren Honigmagen füllen.Vielleicht weiß jemand nee Quelle wo man sich drüber schlau machen könnte? Meine Hintergrundfrage ist eigentlich wieviel Prozent der Nahrungenergie wird so in etwa beim fliegen in der Umwelt als Teibstoff verbraucht.
    Bei Antwort im Voraus besten Dank
    imkerliche Grüße

  • Moin, moin,
    auch da empfiehlt sich der Tautz :-D
    Maximale Reichweite bei gradlinigem Flug sind etwa 10km.
    Dann kommt sie auch mit Auftanken am anderen Ende mit leerem Magen wieder zuhause an bzw. mit minimalem Ergebnis.
    Standard sind so 2-4km.
    Und ja, sie tanken zuhause voll vor dem Start.


    Er hat die theoretischen Minimal- und Maximalwerte für den Nektareintrag berechnet:
    1 Sammelbiene kann zwischen 20 und 40mg Nektar transportieren.
    Sie macht pro Tag zwischen 3 und 10 Flüge.
    Sie kann über eine Periode von 10 bis 20 Tagen sammeln.
    Ein Volk kann im Laufe eines Sommers 100.000 bis 200.000 Sammelbienen hervorbringen.


    Das ergibt einen Minimalwert von 60kg Nektar und ein Maximum von 1600kg Nektar, was zu Honig eingedickt zwischen 30 und 800kg Honig ergäbe.
    (Nicht als Honig im Honigraum, sondern als Gesamtsammelleistung eines Volkes)
    Er schreibt, der untere Wert ist viel zu niedrig und der obere viel zu hoch, aber irgendwo dazwischen liegt die Gesamtmenge, und ich finde das höchst beeindruckend.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo sabi(e)ne
    Das ging aber verdammt Fix mit der Antwort, recht schönen Dank für die Mühe
    Ich glaub ich muss mir das Buch doch kaufen
    imkerliche Grüße

  • und ich frag mich nun ob beim ausfliegen in die Tracht,beim Pollensammlen oder sonstigen Gründen zum verlasen der Wohnung immer der Treibstofftank aus Sicherheit vorher aufgefüllt wird oder ist es ein Lotteriespiel ob man wieder nach Hause kommt.imkerliche Grüße



    Hallo Herby,
    eine Biene fliegt nicht mit vollem Tank aus, sonst könnte sie ja nichts sammeln.
    Die tänzelnden Bienen sagen genau in wieviel Entfernung eine Tracht ist und obendrein wie lohnend sie ist. Die Bienen tanken nur soviel Nektar im Stock, um dann mit leerem Magen an der Trachtquelle anzukommen. Nur so kann auch der Sammeleffekt erfolgen.
    Anders ist es im Herbst, wo oft die Sommerbienen mit fast leeren Magen aufs gerdewohl ausfliegen, um eventuell auch bei Trachtlosigkeit umzukommen, aber das hat die Natur eben so eingerichtet.

  • Hallo zusammen,


    Th. Seeley schreibt in seinem Buch "Honigbienen" etwas Anderes (aus dem Gedächtnis):
    Die Sammlerin tankt Futtersaft entsprechend der angegebenen Strecke. Von einem "Nachtanken" von Nektar schreibt er nicht.


    Der Futtersaft bedeutet übrigens eine interessante Abhängigkeit der Sammlerinnen von den Stockbienen.


    Grüße, Thomas

  • Hallo, Thomas,
    ich glaube nicht, daß in diesem Zusammenhang wirklich Futtersaft gemeint ist (noch ein Argument für die Originalausgabe....:oops:). Eiweiß zu Energie zu machen wäre dumm, wenn genug Kohlenhydrate vorhanden sind, weil viel stoffwechselanstrengender.
    Im Tautz (:oops:) steht, daß evt. Eigenbedarf der jeweiligen Biene durch ein Extraventil aus dem Honigmagen in den Darm abgelassen wird...was ich für logischer halten würde.
    Daß Sammelbienen mit konkretem Ziel nicht unbedingt volltanken, ist auch logisch (aber auftanken tun sie auf jeden Fall), aber die Scouts machen gelegentlich in trachtarmen Zeiten bis zu 20% der Sammelbienen aus, und die tanken voll.
    Das Buch macht sehr deutlich, daß Nektar/Honig nicht Futter im eigentlichen Sinn, sondern "nur" Flugbenzin und Heizöl darstellen, reines Betriebsmittel, und nicht Sinn und Zweck des Volkes (das ist die Vermehrung der Art, jede Neugründung ist "der Beginn einer neuen Unsterblichkeit" :wink: Walt hat also doch recht...*g*)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,


    Tautz und Seeley scheinen sich also hinsichtlich des "Tankens nach Bedarf" einig zu sein.
    Hinsichtlich der Mitnahme von ausschließlich Kohlenhydraten bin ich mir nicht sicher. Leistungssport braucht mehr als Kohlenhydrate. Was benötigen Muskeln so alles für den Dauerbetrieb?


    Grüße, Thomas

  • Hallo, Thomas,
    im Dauerbetrieb NUR Kohlenhydrate (frag die Marathonläufer...8-)), in den Regenerationsphasen Eiweiß (Pollen zuhause, denke ich..)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo
    Hab grad beim lesen nee Info in alten Imkereibuch gefunden die mir ein wenig Klärung bringt.


    Bienen auf Tracht haben einen besonders hohen Gehalt an Blutzucker, dabei wenig Blut und daher ein geringes Körpergewicht. Eine Trachtbiene mit leerem Honigmagen kann etwa 15 Min. lang fliegen, dann sind ihre verfügbaren Kohlehydratreserven und ihr Blutzucker verbraucht.


    Hätte nicht gedacht das die Bienen 15 min noch richtig Leistung bringen können.Da kommen ja dann schon einige Kilometer auf Reserve fliegen können zusammen.
    imkerliche Grüße

  • :eek: Und wo kommt dann die normale Menge Blut wieder her, wenn sie nicht ausfliegt?
    Bei 3-10 Sammelflügen am Tag erscheint mir das doch etwas merkwürdig.
    Außerdem paßt 15 Minuten Flugzeit bei 20-25km/h nicht zur 10km-Grenze, dann kämen sie ja nur 4-5,25km weit....
    Und die scheint ziemlich eisern zu stehen, Karl Kehrle berichtete von einer Tracht von Kleehonig in seinem Dartmoor, der Klee war aber 10km(!!!!) vom Heimstand weg...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • hallo,
    da war doch die rede von leerem tank und dann noch 15 min, wenn aufgetankt hat geht es dann vermutlich doch weiter, so hab ich das posting zumindest verstanden.
    mfg jeffrey

  • Hallo sabi(e)ne
    Das seh ich ein wenig anders


    Und wo kommt dann die normale Menge Blut wieder her, wenn sie nicht ausfliegt


    Ich hab das mit dem Blut eigentlich so auf gefasst das die Bienen beim erreichen ihrer Trachtfluglebensphase sprich:muss nur noch zum Nektar sammlen fliegen, die Menge an Blut sich zu gunsten der Energiereserve zum fliegen geändert hat.Macht logisch auch Sinn wegen des leichter sein wenn Blutmenge geringer ist.Sicherlich ist das gewichtsmäßig für uns nich so nachvollziehbar aber wenn so nee Biene etwa 1000mg.wiegt und evtuell 100 mg weniger Blut hätt würde das doch schon nee große veränderung bedeuten.Währ auch nicht dadurch nee bessere Füllung des Honigmagens möglich der sich dadurch besser ausdehnen könnte??? da stellt wiedermal nee neue Frage an die Imkergemeinde ob jemand irgendwo nee Info drüber hat ob die Trachtbienen beim Ausfliegen zum sammlen leichter sind als die Arbeiterinnen die nur Innendienstarbeiten leisten.
    imkerliche Grüße

  • ... Th. Seeley schreibt in seinem Buch "Honigbienen" ... Sammlerin tankt Futtersaft


    Hallo Thomas,


    offensichtlich konnte ich Dich http://imkerforum.de/showpost.php?p=67908&postcount=24 
    nicht davon überzeugen,
    daß es sich, (falls das Wort "Futtersaft" überhaupt in diesem Zusammenhang vorkommt)
    vielleicht um einen Übersetzungs- oder Schreibfehler handelt,
    den der fachliche Berater J. Tautz bei der deutschen Ausgabe von Seeleys Honigbienen übersehen hat?
    http://imkerforum.de/showpost.php?p=67917&postcount=30


    "Futtersaft" konnte ich im Index bei Seeley nicht finden,
    vielleicht beziehst Du Dich auf die von mir dort zitierte Seite 48 ?


    Sollte statt ungläubig besser vergesslich stehen ?, ;-)
    es ist ja schon über 3 Jahre her.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)