Warum geht die Königin ab?

  • Hallo,
    ich habe in den Jahren schon häufig beobachtet, dass wenn eine Königin im Honigraum aus Versehen engesperrt wurde, sie noch einige Tage legt und dann verschwindet. Es hilft meist auch das Entfernen des Absperrgitters nicht.
    Sie ist einfach nicht mehr da. Ist die Ursache bekannt? Ich möchte feststellen, dass hier keine neue Schwarmverhinderungsmaßnahme erfunden werden soll.


    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • Also ich bin alles andere als ein Neuling, aber so etwas habe ich noch niemals erlebt, ganz im Gegenteil sogar, wenn die Dame auch nur irgendwo eine Gelegenheit findet nach oben zu kommen, tut sie das auch und legt hurtig ihre Eier.


    Frage: woher stammt diese kuriose Meinung?

  • Ich habe letztes Jahr auch eine Königin ausversehen eingesperrt und die hat ausgezeichnet dort oben gelegt !!!
    Der Honig wurde bei Seite geschafft, damit die Königin legen konnte.
    Nachdem ich sie wieder unter das Absperrgitter gepackt habe, legte sie dort unvermindert weiter. Von daher kann ich nicht Dergleichen berichten.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo Jofl,
    diese kuriose Beobachtung, nicht Meinung, stammt von mir. Ich muss bemerken, dass ich im Honigraum Dickwaben benütze. Ohne Gitter werden diese allerdings auch bestiftet, vorzugsweise mit Drohnenbrut aber auch Arbeiterinnenbrut. Ich kämpfe nicht gegen das Absperrgitter, doch muss es einen Einfluss haben, denn geschlüpfte Drohnen über Absperrgitter verenden auch. Wenig bekannt ist, dass es in Armbrusters Volksbeute einen Fluchtgang für Drohnen aus dem Honigraum gab. So mein Augenschein. Ob das funktioniert hat, weiß ich allerdings nicht.


    Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • @ Remstalimker


    auch ich verwende natürlich Dickwaben im Honigraum, an sich für einen Erwerbsbetrieb logisch, denn weniger Manipulation und doch deutlich mehr Honig.


    Zum Absperrgitter : selbstverständlich, oder passenderweise leider, finden Drohnen keinen Ausgang aus dem Honigraum. Hier muss man beim umhängen natürlich sehr aufpassen, damit eben keine Drohnenwaben rauf kommen.


    Mit der Mama an sich hat dies aber überhaupt nichts zu tun, denn die legt oben genauso hurtig ihre Eier in die Zellen rein,wenn die Waben zu dick dafür sind, werden diese eben passend gemacht, also überflüssiges Wachs wird abgeschrotet.


    Als Wanderimker mit bis zu sieben Stationen ist für mich das Gitter eine fixe Einrichtung, denn nur so kann man alle zwei bis drei Wochen reine Sortenhonige ernten.


    Armbrusters Volksbeute sagt mir leider überhaupt nichts, aber wenn Du bezüglich der Drohnen bedenken hast, mach einfach ein Bohrloch in die Honigzargen und verschließe diese mit einem Korken. Hier kanst Du je nach Bedarf diese dicken Brummer aus und einfliegen lassen, an sich kein Problem.


    LG Josef

  • Hallo Josef,
    was macht ein Imker, welcher wohl eine Frau hat, jedoch keine Imkerin und die geht in die Breite? Bei uns verhält sich das anders. Bei Volksvermehrung würde meine Frau flüchten.
    Spass bei Seite. Es gibt halt immer Sachen die passieren nur mir und da wollte ich wissen ob dies schon einmal jemanden beobachtet hat. Ein Existenzproblem meiner Imkerei ist das natürlich nicht. Ich bin kein Berufsimker sondern Biologe, deshalb ist das Thema von Interesse. Eingesperrte Drohnen verhungern oder meucheln sich selbst? Besteht da ein Zusammenhang mit der Königin. Offensichtlich nach deinen Beobachtungen nicht.
    Du kannst dir sicher vorstellen, dass ich in der Regel keine Dadantwabe in den Honigraum hänge. Ausnahme, ich lasse Weiselzellen pflegen und die müssen zwischen zwei Brutwaben und chlüpft halt doch ein Dröhnlein.


    Ob man mit Dickwaben mehr Honig bekommt, das zweifle ich an. Es arbeitet sich aber besser. Schlägt dich deine zierliche Frau nicht tot, wenn du siebenmal wanderst. Meine probt schon nach zweimal den Aufstand. Ich musste die ganze Frühtracht alleine schleudern. Ich, wir leben ja nicht von den Bienen. Es ist mein Sport. Ich bewundere jeden, der mit Bienen sein Leben fristet.


    Freundlicher Gruß
    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • @ Remstalimker


    mit Dir kann man echt gut palavern, macht Spaß am Feierabend, zumindest mehr als bei der Glotze.


    Nein, meine Frau schimpft nicht mit mir wenn ich bis zu siebenmal ausschärme. Übrigens, sie ist natürlich mit vollster Begeisterung mit von der Partie, eh klar, ebenso wie zwei weitere Helferleins.


    Zur Frage Dickwabe: wir imkern mit dem öst. Breitwabenmaß, im BR anfangs mit 20 Brutwaben, ab der 1. Wanderung nur mehr mit 10. Im HR befinden sich dann 9 bzw bei Volltracht 18 Dickwaben. Nun folgendes: mehr Waben bringen natürlich mehr Gassen mit sich, eh klar. Also Daumen mal pie etwa 10% mehr Honig und 10% weniger zu manipulieren. Falls Zweifel bestehen, bitte 9 volle Dickwaben in Relation zu 10 vollen Normalwaben vergleichen bzw. abwiegen. Du wirst echt verblüfft sein.


    Noch ein Wort zu meiner Signatur: nein meine Holde geht nicht in die Breite, denn ich zügle sie bereits seit Jahrzehnten. Also absolut kein Grund um das Weite zu suchen.


    LG Josef

  • Hallo Josef,
    wir können uns nicht gegenseitig folgen. Du nicht mit meinem Königinnenproblem und ich nicht mit deiner Ernte.
    Also, meine Meinung: Ein Volk trägt je nach Stärke und Tracht die Menge X kg an Honig ein. Es ist zuerst mal egal, ob der in Dickwaben oder andere kommt. Die Menge bleibt gleich. Dickwaben machen beim Schleudern weniger Arbeit, doch ist der Honig um 1 % im Wassergehalt höher. Dieses Mehr an "Wasserhonig" zieht nicht die Wurst vom Teller, kann aber ärgerlich werden. Das Mehr ist eher deiner geschickten Betriebsweise zu verdanken, indem du das Volumen deines Brutraumes verminderst. Natürlich müsste man jetzt diskutieren, wie du das Umtragen von noch eventuell vorhandenem Winterfutter verhinderst.


    Ich neige zum großen Brutraum, welcher allerdings nicht für große Strategien in der Betriebsweise taugt. Allerdings bei der Varroabehandlung nach meiner Meinung von Vorteil ist. Ursprünglich hatte ich 1 1/2 Zander und 12 Waben im Brutraum. Nach einem Varroa-Chrash haben mir Freunde mit Dadant ausgeholfen. Der Vorteil der großen Waben ist, dass ich im Sommer auch mal 4 Wochen weg kann und die Lieben verhungern nicht. Nachteil war letztes Jahr, dass spät der Wald honigte und viel Tannenhonig im Brutraum war und nach Imkermeinung alle sich in den ewigen Jagdgründen befinden müssten.
    An anderer Stelle suchst du nach dem Normalmaß, lasse es sein.


    Gruß
    Remstalimker, welcher mit dem Wabengießen jetzt fertig ist

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:


  • wir können uns nicht gegenseitig folgen. Du nicht mit meinem Königinnenproblem und ich nicht mit deiner Ernte.


    Also meiner Meinung nach ist das Königinnenproblem im HR doch schon längst gelöst, alles andere ist doch nur mehr palavern.


    Aber auf einige Themen möchte ich schon noch kurz eingehen, dies ist z.B. die Frage ob Bienen bei Dickwaben mehr Honig einbringen. Ich sage klar und deutlich ja dazu, denn ein von oben bis unten verdeckelter HR mit Dickwaben wiegt ganz einfach deutlich mehr als einer mit Normalwaben. Schon klar, wenn ein Volk nur 12 Honig pro Tracht schafft, ist es Powidl ob Dickwaben oder nicht, aber bei Volltracht kommt diese Methode spürbar zum tragen. Das Honig aus Dickwaben mehr Wassergehalt haben soll, habe ich noch niemals beobachtet, gibt es hier allenfalls Studien darüber?


    Zur Frage Winterfutter umtragen: ich überwintere 1 Räumig, da bleibt garantiert nichts für den Honigraum über, zusätzlich werden bei bei ersten Frühjahrsrevision die Zellen der Randwaben eingedrückt und kommen ins Zentrum.


    Richtig Remsi, an anderer Stelle suche ich nach Normalmaß, aber nicht weil ich umstellen möchte, sondern um meine kuriose Rähmchensammlung zu erweitern. Bereits seit Jahrzehnten imkere ich mit dem österr. Breitwabenmaß und dabei bleibe ich natürlich, aber schwach werden könnte ich irgendwann einmal bei Langstroth.


    LG Josef

  • Hallo Josef,
    zum Thema Wassergehalt in Dickwaben gibt es Versuche der Landesanstalt für Bienenkunde Hohenheim. Veröffentlich wurde dies vor einiger Zeit in der Bienenpflege, der Zeitschrift württembergischer Imker. Ich habe den Artikel noch nicht gefunden. Könnte aber Dr. Liebig anschreiben. Meine Freunde haben auf diese Untersuchung reagiert. Nach meinen Messungen mit dem Refraktometer konnte ich das auch feststellen. Doch habe ich nicht ein ganzes Magazin gemessen, sondern nur Proben aus Waben und das sagt so viel, wie wenn ein Winzer eine Beere misst und dann die Öchslezahl (bei euch heißt das ° Klosterneuburg) seines Weinberges verkündet.
    Einen anderen Artikel, in welchem das Verhältnis von Wassergehalt und Völkerführung untersucht wird könnte ich dir mailen. Allerdings lässt sich nach Auffassung der Verfasser keine klaren Empfehlungen für die Praxis geben.
    - Das Auflegen einer Folie führt zu keinem höheren Wassergehalt.
    - Bei Völkern mehreren Zargen war der Honig in der untersten Zarge trockener. Zwischen Honigraum 1 und 2 im Durchschnitt 0,2%. Zwischen 1 und 3 im Durchschnitt 1%.
    - Zwischen dem Raum-Volk-Verhältnis besteht kein Zusammenhang.
    - Der Füllungsgrad der Zargen scheint eine Rolle zu spielen: je voller die Zarge, desto trockener der Honig


    Das alles ist nicht gerade umwerfend, doch in der behauptenden Bienenwissenschaft ein gesichertes Ergebnis.


    Schönen Sonntagabend, trinke einen Schluck günen Veltliner


    Remstalimker

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • @ Remsi


    Dankeschön für den Hinweis der Landesanstalt -naja eine Anstalt- Hohenheim bezüglich Wassergehalt in Dickwaben. Wenn ich hier noch bedeutend mehr an Infos haben könnte, wäre ich echt dankbar dafür. Natürlich werde auch ich selbst in dieser Sache sehr aktiv werden. Aber meine vorgefasste Meinung steht bereits jetzt schon fest, dies ist absoluter Humbug!!!


    Warum ich dies behaupte: seit vielen Jahren ist mein Betrieb BIO zertifiziert, jede Schleuderung und jede Tracht wird exakt mit dem Refrakometer gemessen und für die jährliche Kontrolle festgehalten. Noch niemals gab es in dieser Sache eine Beanstandung, oder allenfalls einen Hinweis des Kontrollors auf erhöhten Wassergehalt. Natürlich fehlt mir jeder Vergleich zu anderen Honigen, da doch jeder Betrieb eine andere Völkerführung praktziert und natürlich auch die Beuten variieren. An diesen Ausführungen kann man schon ermessen, wie problematisch solche Vergleiche sein können.


    Persönlich würde ich sogar behaupten, dass der Honig in Dickwaben eher reifer und somit weniger Wassergehalt hat, aber wern ma schaun was diese Anstalt mir so alles vorlegt.


    Also nochmals, es wäre schön und ich wäre wirklich sehr dankbar, wenn ich diesbezüglich alles wissenswerte bekommen könnte.


    Meine Daten, insbesonders HP übermittle ich Dir per PN, OK.


    Ah ja Veltliner, der schmeckt tatsächlich pfeffrig-großartig, aber meine Frau und ich genießen auch den Zweigelt mit größter Hochachtung.


    Gut Flug und liebe Grüße aus dem niederösterreichischen Weinviertel.


    Josef

  • Hallo Josef,
    wer eine vorgefasste Meinung kann etwas nicht objektiv untersuchen. Es geht auch nicht darum ob jemand schon eine Beanstandung hatte oder nicht. Das kann auch ein Biofuzzi, welcher landauf und landab den Honig misst nicht feststellen. Wie wir uns sicher einig sind hängt der Wassergehalt zuerst mal von der Tracht, der Volksstärke, der Stellung der Wabe und dem gegebenen Raum ab. Um festzustellen ob Honig in Dickwaben wasserreicher oder wasserärmer ist muss man den Honig von zwei gleichstarken Völkern schleudern, rühren und messen. Dann hat man eine Tendenz. Erst der Vergleich mehrerer Völker ist dann letztlich aussagekräftig. Ein Vergleich mit andren Imkerein ist nicht möglich wie du selbst einräumst. Ich werde dies Jahr auch einen Versuch starten und wenn es meine Entdecklungsmachine toleriert ihn getrennt schleudern und messen.


    Für deine Häme, bezüglich der Landesanstalt, habe ich durchaus Verständnis, haben sie doch deinen Landsmann Wallner mit seinem Killerindex heruntergeputzt. Seine Bienen hielten nicht das Versprechen.


    Viele Grüße
    Remstalimker (Besitzer zweier Refraktometer)

    Im Netz ist gut auf hohem Niveau imkern.:daumen::lol:

  • @ Remsi


    diese besagte Anstalt befindet sich offenbar noch immer im Winterschlaf oder die Leits dort sind bereits Frühjahrsmüde.


    Weder wurde bisher mein Mail bestätigt, noch erfolgte sonst irgendein Lebenszeichen. Meine erste Urgenz erfolgt bereits in zwei Tagen, denn dieses Thema ist mir sehr sehr wichtig.


    Zu Wallner noch ein Wort. Genau solch tüchtige Imker braucht das Land im Varroazeitalter, diesen öffentlich heruntermachen dürfte einer Anstalt relativ fallen. Soll nicht heißen dass ich seine Methoden für gut halte, aber er macht wenigstens was und dies ist vermutlich mehr als besagtes, na ja, lassen wirs besser.


    Um nicht in den Verdacht zu kommen, meine Mamis selektioniere und züchte ich natürlich selber

  • @ Remstaler


    Besagte Anstalt hat nun endlich doch reagiert und mir diese Antwort übermittelt:




    Sehr geehrter Herr Fl...


    Bezüglich Ihrer Anfrage zum Wassergehalt in Dickwaben kann ich leider keine Daten liefern. Mir sind auch keine Untersuchungsergebnisse diesbezüglich aus unserem Haus bekannt.


    Mit freundlichem Gruß


    i. A.


    Helmut Schönberger


    (Abteilungsleiter Imkerei)


    LAVES - Institut für Bienenkunde Celle





    Offenbar handelt es sich nun doch um eine Fehlinformation, dass Dickwaben um 1% mehr Wassergehalt haben.


    Persönlich behaupte ich nach wie vor, Dickwaben haben eher weniger Wassergehalt.


    LG Josef