Ab welcher Temperatur beginnt die Königin Stifte zu legen?

  • Tag zusammen,
     
    hab mal wieder eine Frage. Ab welcher Temperatur beginnt die Königin Stifte zu legen? Ich schreibe in meinem BIO Leistungkurs eine Facharbeit zum Thema Bienen und da stellt sich unter anderem auch diese Frage.:confused: 
     
    Wäre nett wenn mir jemand weiterhelfen könnte!
     
    Grüße aus Leipzig,
     
    Richard

    Der Richard


    Wenn Du wirklich an Dich glaubst, bekommst Du alles, was Du brauchst!

  • Hallo Richard,


    soviel in Kürze: (habe noch einen wichtigen Termin)
    Nicht die Temperatur bestimmt den Beginn der Eiablage der Königin, sondern die Jahreszeit.
    Bienen erkennen mit Hilfe eines "inneren Kalenders" sowie anhand des zunehmenden Tageslichtes ab Anfang Januar, wann sie ihren Brutrhythmus beginnen müssen. Das heißt tatsächlich im Klartext: Bienen beginnen ihr Brutgeschäft durchaus auch bei -5°C und Schneetreiben an einem besch... Januartag. :)

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Jaaa,
     
    das hab ich mir auch schon mal sagen lassen, aber nun sagt man doch, vorallem auch dieses Jahr, dass durch den warmen Winter unsere fleißigen Bienen bereits zeitiger in Brut gehen. Also welche Rolle spielt die Temperatur dabei? Oder hat die Temperatur vielleicht nur auf die Menge Einfluss?
     
    Ich habe diesen Winter regelmäßig die Gemüllgasen ausgewertet und dabei konnte ich bei wenigen Völker bereits, am 25.12. und 11.01. Stifte und Wachsblättchen sehen.
     
    Heißt das, dass die Königin garnicht aufhört Eier zulegen?
     
    Klärt mich bitte auf!:cool: 
     
    Der Richard

    Der Richard


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  • Hi,


    es gibt tatsächlich Bienenherkünft, die nicht aufhören zu legen. Aber in der Regel herrscht Brutstopp von November bis Anfang Januar.
    Das schöne warme Wetter, so wie zur Zeit, reizt mehr durch den frisch eingetragenen Pollen und Nektar als durch die Temperatur zum brüten.
    Letztes Jahr haben die Bienen auch um diese Zeit gebrütet, auch wenns da noch tiefster Winter war.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Ok,
     
    also fassen wir kurz zusammen. Ich verstehe das jetzt folgendermaßen:
    Zwischen November und Januar legt die Königin normalerweise keine Eier.
    Werden die Tage wieder länger beginnt die die Königin auch wieder Eier zu legen. Is es nun gleichzeitig kalt hält sich die Bestiftung noch in Grenzen. Anders wenn es warm wird, dann können die Bienen Pollen sammeln und regen damit gleichzeitig die Königin zur Ei ablage an! Richtig?
     
    Gibt's sonst noch bedeutende Faktoren?
     
    Richard

    Der Richard


    Wenn Du wirklich an Dich glaubst, bekommst Du alles, was Du brauchst!


  • Hallo Richard.
    Alles was Du zusammengefasst hast trifft ausschliesslich auf deutsche Bienen zu. Hier in Spanien ist das anders.
    Sie legen das ganze Jahr über.

    In diesem Sinne. Pedro.
    (aus dem sonnigen Spanien)

  • Hallo Richard,


    die Temperatur im Brutnest der Bienen beträgt (33° -) 35 bis 36 Grad Celsius.


    Bei Winterbeginn, wenn die Temperatur im Stock auf +15°C sinkt, stellen zunächst die Rand-Bienen ihre Heizung an:
    Mit abgekoppelten Flügeln bewegen sie ihre Flugmuskulatur und erzeugen so Wärme.


    Wenn es kälter wird (ab ca. 10 °C), ziehen sich die Bienen zur sogn. Wintertraube zusammen.
    An deren Außenrand darf die Temperatur nicht unter 7 bis 8°C absinken, da die Bienen sonst erstarren und sterben.
    Deshalb wird je nach dem Absinken der Außentemperatur im Trauben-Inneren auf 25 bis 30°C aufgeheizt, je kälter desto stärker.


    Bei einer längern Kälteperiode mit Dauerfrost unter -10°C kann die Trauben-Innentemperatur über 30°C ansteigen und in den Bereich der Brutnestemperatur kommen:
    Die Königin beginnt zur Unzeit mit dem Stiften.

    Mit freundlichen Grüßen
    Frieder


    ____________________


    Der Bienenstaat gleicht einem Zauberbrunnen;
    je mehr man daraus schöpft, desto reicher fließt er (K.v.Frisch)


    Es irrt der Mensch, solang er strebt (J.W.v.G.)


  •  
    Im Betrachtungszeitraum 11. Nov. - 11. März, dh. ca. 120 Tage, findet eine periodische Veränderung der Brutaktivität statt. Es gibt durchaus die brutlose Zeiten, die man für die Varroabehandlung nutzen soll. Ich habe untersucht, wie die Temperaturminima und die Brutaktivtät zusammenhängen.Es hat sich herausgestellt, dass der Korrelationskoeffizient negativ ist.D.h. je kälter es ist wird, desto wahrscheinlicher ist es, dass die Bienen Brut haben.

  • Ergänzend zu den bereits erfolgten Antworten ist es für Dich vielleicht noch nützlich zu wissen, dass sich nicht alle Bienenrassen bezüglich Brutbeginn und -ende gleich verhalten. Die Ligustica Bienen, die hauptsächlich in den südlichen Gegenden in Eurpa gehalten werden, so z.B. auch in den Südtälern der Schweiz, brüten im Herbst länger, ja oft den ganzen Winter ohne Unterbruch durch, was sich bei der Varroabekämpfung nachteilig auswirkt.
    Gruss
    Jon Godly

  • Hallo,
    ja klar, weil der Einfluß der Tageslänge erheblich größer ist als der der Temperatur.
    Heizen können die Bienen schon selbst, aber Tageslicht verlängern nicht.
    Du siehst doch auch ohne Messungen, welche großen Veränderungen die Punkte im Sonnenlauf jeweils bei den Bienen hervorrufen:
    1.Wintersonnenwende (je plus etwa 2 Wochen, bis man es merkt, daß die Tage länger/kürzer werden): Brutbeginn,
    2.Frühjahrspunkt: jetzt Vollgas!:wink:
    3.Sommersonnenwende: langsam auf den Winter vorbereiten,
    4. Herbstpunkt: alles dichtmachen, der Winter ist fast da.
    Und das alles ziemlich temperaturunabhängig.
    Meine Bienen, die sich am Senf abgeflogen haben, hatten pünktlich zu Ende November das Brutnest dichtgemacht, und da hatten wir noch jeden Tag über +12°. Hätten sie temperaturabhängig weitergebrütet, hätten diese Völker überlebt.....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen


  • Hallo sabi(e)ne
    Wie war das mit dem Abfliegen Deiner Bienen? Ich habe das Wie und Warum nicht ganz verstanden. Wie war es mit der vorangegangenen Varroabehandlung? Ich befasse mich zusammen mit dem Zentrum für Bienenforschung in Liebefeld ganz speziell mit den Problemen der Varroabekämpfungsmethoden. Darum interessieren mich auch die Gründe und Zusammenhäge der 2006/07 "abgeflogenen Bienenvölker".
    Ich danke Dir sehr, wenn Du mir meine Frage beantworten wirst. Du kannst mir die Antwort auch persönlich per Mail senden.
    Mit freundlichen Imkergrüssen
    Jon Godly

  • Hallo, Jon Godly,
    dafür müßtest du in deinem Profil im Kontrollzentrum erstmal erlauben, daß man dir PMs schicken darf, aktuell wird bei dir gar nichts angezeigt, weder PM noch e-mail.:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen