Cremehonig durch Einfrieren?

  • Hallo


    Das mit denn Gläser kaufen ist nicht so einfach.


    Kann ich das den so machen wie ich das vor hatte.

    (Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt wissen, was Frieden heißt) Jimi Hendrix

  • Wenn es sein muss ja,
    Abstriche an der Qualität sind dann vorhanden.
    Pass auf dass Du wirklich vollständig verflüssigst,
    jedes vorhandene Kristall,
    bewirkt einen Keim der grob wird.


    viel Erfolg wünscht
    der
    Drohn


    P.S.
    Wenn Du Geld für Gläser brauchst, dann frag doch bitte!!!!!!!!!!!!!!!

  • Hallo


    Bei uns im schönen Lipperland ist man halt flexibel und nicht so starsinnig wie im Süden.


    Dann bekommt man auch den Honig aus 6ckigen Gläsern wenns sein muss auch mit den Fingern.

    (Wenn die Macht der Liebe die Liebe zur Macht übersteigt, erst dann wird die Welt wissen, was Frieden heißt) Jimi Hendrix

  • Hallo Drohn,
    wie bekommst Du den Honig aus dem Winkel von Seite-Boden raus?
    Wir "geizigen" Lipper holen auch den letzten Rest Honig aus dem Glas.
    Mit warmer Milch.
    Bevorzugt mit der von den hier gehaltenen Sorten, die auf einer Seite kürzere Beine hat (da gibt es zwei von).
    Diese können die Bahndämme besser abweiden!
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • hi drohn,



    Ralf : Hast du vielleicht Erfahrung damit wie lange der Honig cremig blieb???



    Hi, ich kann nur sagen wie es war, der Honig wurde flüssig im Glas in den Kühlschrank gestellt und ist dort eben nach vielen Wochen super-cremig geworden, genau wie gerührter Honig. Und er blieb so, war einer besten
    Honige den ich je hatte.
    Ob sich das irgendwie chemisch erklären läßt weiss ich nicht, ist auch egal.
    Wir haben hier schon zigfach über die Kristalisation usw. diskutiert, so eine richtige schlüssige Erklärung hatte noch niemand.
    Der eine meint, beim Rühren werden die Kristalle zerschlagen, der nächste
    sagt, "absoluter Quatsch".
    Viele Dinge muß man einfach mal so nehmen wie sie sind ohne ne Erklärung dafür zu haben.

  • Das Einfrieren von Honig in flüssiger Phase muß erstens recht schnell von statten gehen. Da das Kristallwachstum zwischen ca. +6° und -7° C am raschesten fortschreitet. Auch beim Auftauen muß diese Themperaturspanne ebenfalls möglichst schnell überbrückt werden!


    Bei genügend Minusgraden erstarrt der Honig in flüssiger Phase. Das heißt, die Moleküle haben nicht mehr die Gelegenheit sich zu geordneten Kristallgittern zu formieren. In der Tiefkühltruhe wird aber nicht genug Kälte erreicht, so daß die Kristallisation nur äußerst verzögert von statten geht.


    Vergleichbar mit Glas, welches auch nicht langsam genug abkühlt, und somit tranparent bleibt. Oder auch geschmolzener Schwefel, der in kaltem Wasser abgeschreckt wurde. Auch dieser ist transparent und gummiartig.


    Ein Irrtum herrscht aber bezüglich des Auftauens, wenn man meint die cremige Konsistenz bliebe erhalten. Die Kristallisation wird bei normaler Umgebungstemperatur wieder fortgesetzt. Ich bleibe beim Beispiel Schwefel, auch diese gummiartig, transparente Form bleibt nicht dauerhaft erhalten. Nach einer gewissen Zeit wird auch diese wieder spröde und trüb.


    Auch Glas wird mit der Zeit wieder trübe weil es kristallisiert (siehe Diatretglas von den Römern) nur laufen die Prozesse bei Glas extrem langsam (Jahrhunderte) ab.


    Besonders problematisch ist allerdings das Einfrieren von Honig im DIB-Glas. Der Deckel ist nicht hunderprozent dicht, und beim Auftauen fällt reichlich Kondenswasser an, welches vom Honig gerne aufgenommen wird.
    Größere Behälter lohnen sich nicht zum Einfrieren, da sie zu lange über die kritischen 6 bis -7 Grad verweilen.


    (Die physikalischen Eigenschaften sind mir sehr vertraut, da ich Ingenieur für Keramik studierte und die Vorgänge der Glas- bezw. Glasurschmelze der dem Honig äußerst verwandt ist, nur in anderen Temperaturbereichen.)


    Um den Honig cremig zu bekommen gibt es nur zwei Möglichkeiten.
    -Die eine ist bekannt. Man muß dafür sorgen, daß man möglist viele kleine, statt wenig große Kristalle entstehen. (Das machen wir in der Keramik durch Zugabe von Verunreinigungen als Kristallisationspunkte) Beim Honig (man darf ja nichts zugeben) ist Rühren zu einem frühen Zeitpunkt die beste Lösung, da die schon vorhandenen "Verunreingungen" (mineralische Salze, organische Substanzen) wieder von den Kriställchen gelöst werden und neue Angriffspunkte bilden. (das Zerschlagen von den Kristallen beim Rühren ist eher unbedeutend) Außerdem sollte der Honig nicht in Temperaturbereichen stehen, der das Kristallwachstum fördert, sonst müßte man häufiger rühren.
    (In der Keramik machen wir das gerne umgekehrt, indem wir nur für wenig Kristallisationspunkte sorgen und die Schmelze in eben den Temperaturbereichen halten, wo gerade Kristalle gut wachsen. Das gibt dann die schönen Kristallglasuren)


    -eine andere Möglichkeit wäre, den Honig im Endzustand nochmals durchzukneten oder zu bewegen. Da Honig tixotroph ist, wird er dann auch streichfähig. Auch dieser Zustand ist nur eine zeitlang so (meist aber über mehrere Monate) dann wird er auch wieder fester. Doch ist diese Methode eher ungünstig, da mit dem Kneten viel Luft eingrührt wird und oft auch eine sehr kräftige Knetmaschine von Nöten wäre.


    Daß sich im tiefgefrorenen Zustand mehr Kristallisationspunkte bilden ist eher unwahrscheinlich, wo sollen die herkommen? Wasser friert im Honig nicht zu Kristallen, da es in zu wenig Konzentration vorhanden ist. Das passiert nur bei Traubensaft. Da ist reichlich Wasser, das bei der Eisweinherstellung gefrieren kann. Dem Zuckerwasser wird also solange Wasser durch Frieren entzogen, bis die Zuckerkonzentration so hoch ist, daß sich keine Wasserkristalle mehr bilden können. Dieser Sirup wird dann beim Keltern ausgepresst und hat lange nicht soviel Zuckergehalt wie unser Honig.


    Das einzige was passieren kann ist, daß der Kristallisationsprozeß nach dem Auftauen langsamer von Statten gehen kann als zuvor. Das ist ein Phänomen was beim Schwefel der Fall ist. So kristallisiert Schwefel nach dem einfachen Abkühlen, aber aus der abgeschreckten Gummiform braucht er doch deutlich länger. Das zu erläutern sprengt hier aber den Rahmen.


    Doch ist es eher peinlich dem Kunden ein cremigen Honig zu verkaufen, der nach einem Monat steinhart wird. Dann doch gleich in dem Zustand abgeben, indem er sich kaum noch verändert.


    Fazit: Einfrieren verzögert nur die physikalischen Vorgänge, kostet zusätzlich Energie und birgt die Gefahr, daß der Honig Wasser zieht oder Gerüche aus der Tiefkühltruhe annimmt.

  • Dank Radiolaria,
    endlich ein Beitrag mit Substanz zum Thema Cremehonig.
    Gruß an alle ImkerInnen

    Als ich mich zum imkern entschlossen hatte, fand ich mich ratlos vor diversen modernen Beuten-Systemen.

    Abbé Emil Warre 1948, 12. Auflage Bienenhaltung für alle, Übersetzt von Mandy Fritsche, 2010

  • Super! Danke für diese schöne Erklärung :-)
    Ich dachte auch, dass der Kristallisierungsvorgang nur gebremst wird.
    Sonnigen Sonntag an ALLE
    vom Lodda

    3 Völker auf Segeberger (eine Inselkönigin)