Honig rühren mit Farbrührer?

  • Und fördern alle Gefriertruhen- und Gefrierschränkehersteller! :lol:


    Sieme.. und Co. freut's!

    Grüße Luffi


    Nicht weil es schwer ist, wagen wir es nicht, sondern weil wir es nicht wagen, ist es schwer. :u_idea_bulb02:

    (Lucius Annaeus Seneca - römischer Politiker, Dichter und Philosoph - * 4 v.Chr, † 65)

  • Hi, Andreas,
    alle Reaktionen laufen unter Kälte viiiiieeeeel langsamer ab, als auf Normaltemperatur, und genau das wollen wir hier.
    Dadurch bleiben die Kristalle kleiner, weil kristallisieren Energie kostet.
    Probier es selbst aus, 2 Tage, 1 Woche, 2 Wochen.....:wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabiene,


    ..., weil kristallisieren Energie kostet.


    ganz im Gegenteil, beim Kristallisieren wird sogar Wärme (Energie) frei (die sog. Kristallisationswärme). Beim Aufschmelzen muss man die dann wieder reinstecken.
    Ich vermute mal, dass durch das starke Unterkühlen beim Einfrieren plötzlich sehr viele Kristallisationskeime gebildet werden, so dass keine einzelnen großen Körnern mehr wachsen können.


    Gruß
    Klaus

  • Hallo Sabi(e)ne!
    Passiert denn da noch was im Honig, wenn der durchgefroren ist. Sonst brauchst doch keine 2 Wochen oder? Hat schon mal jemand kürzer eingefroren?


    Gruß Andreas


    Hallo Frosties,


    Beim Einfrieren bilden doch die 16% Wasser die Kristallstruktur und nicht die Zucker. Daher dürfte kurzes einfrieren weniger Effekt haben, als langes. Die Zuckerkristalle bilden sich ja erst langsam, aber bei tiefen Temperaturen auch leichter. Praktische Erfahrungen hab ich auch keine, bin aber sehr an einer aussagekräftigen Versuchsreihe interessiert.


    Gruß Jörg

    Konfuzius sprach:
    Worte sollen den Menschen etwas sagen - das ist alles.

  • Hallo Frosties,


    Beim Einfrieren bilden doch die 16% Wasser die Kristallstruktur und nicht die Zucker. ...


    Im Honig liegt eine Lösung diverser Zucker in Wasser vor, wobei der Wasseranteil < 20% (also ziemlich gering) ist. Eher sollte man es andersrum sehen: die im Honig enthaltene Flüssigkeit muss eine nahezu gesättigte Lösung der Zucker in Wasser sein.
    In den meisten Lösungen sinkt die Löslichkeit mit der Temperatur, d.h. wenn man abkühlt kristallisiert das gelöste Material folgendermaßen
    a) an vorhandenen Kristallkeimen -> schon vorhandene Kristalle werden größer
    b) mangels vorhandener Kristallkeime müssen sich neue bilden was normalerweise erst bei einer gewissen Übersättigung und dann aber ziemlich plötzlich passiert -> es gibt viele Keime, die sich gegenseitig das "Futter" wegnehmen und deshalb nicht weiter wachsen sondern nur kleine Kristallite bilden können


    Zusätzlich senken gelöste Komponenten (hier die Zucker) fast immer die Erstarrungstemperatur der Lösungsmittel, so dass das Wasser nicht bei 0° C sondern eventuell deutlich darunter kristallisieren ("frieren") wird.


    Ich kenne mich in diesen organischen Systemen nicht gut aus, nehme aber an, dass beim Einfrieren hauptsächlich Variante b) zum tragen kommt, da für a) eine gewisse Zeit (mehrere bis viele Stunden) notwendig ist und die schon vorhandenen Kristallkeime nicht großartig wachsen können.


    Gruß
    Klaus


    Ich habe gerade mal etwas gegoogelt und folgendes gefunden:
    a)http://cdl.niedersachsen.de/blob/images/C12271486_L20.pdf
    b)http://www.alp.admin.ch/themen/00502/00503/00506/index.html?lang=de&download=M3wBUQCu/8ulmKDu36WenojQ1NTTjaXZnqWfVpzLhmfhnapmmc7Zi6rZnqCkkIN0fHd8bKbXrZ2lhtTN34al3p6YrY7P1oah162apo3X1cjYh2+hoJVn6w==


    im Übrigen meint b), dass Honig in der Tiefkühle flüssig bleibt - ist wegen eventuell verlangsamter Transportprozesse auch durchaus nachvollziehbar

  • Praktische Erfahrungen hab ich auch keine, bin aber sehr an einer aussagekräftigen Versuchsreihe interessiert.


    Ich denke auch, man muß es wohl testen. Obwohl Honig ist ja nicht gleich Honig. Bevor bei mir die ganze Ernte durch die Kühltruhe wandert müssen erstmal mehr Erfahrungen her.


    Gruß Andreas

  • Hallo,


    Ihr füllt ab und friert die Gläser ein, wenn ich das richtig verstanden habe ?!


    Springen die Gläser denn nicht ?


    Gruss
    Veet

  • Zum Wassergehalt noch eins drauf:
    Glücklicherweise habe ich mir einen guten Mörtelrührer im Baumarkt gekauft, da der am 11.5.07 geschleuderte Blütenhonig derart trocken und viskos war, dass alle anderen Rührarten sofort versagt hätten.
    Die Wassergehalte lagen bei reinem Blütenhonig bei 8-10 % und sogar bei Rapshonig nur bei max 16% (gemessen nach KF und per TS).


    Zu alledem gab es davon auch noch unglaubliche Mengen von bis zu 37kg je Volk, wenn das kein FABELHAFTES JAHR wird....


    Heisser Tip an alle schwäbischen Kollegen: dringend schleudern und superstarke Rührer leihen/kaufen. Und vor allem: baldigst nach dem Schleudern abfüllen.


    Siggi


    (Schönaicher Wengerthonig / Südhang)

    Jedes Volk ist ein Unikat - behandle es auch so !