Gefährlichkeit von Oxalsäure geträufelt.

  • Guten Tag Imkers,


    bei einer Diskussion mit befreundeten Imkers, ging das Gerücht umher,
    das Oxalsäure ( geträufelt ) für die Gesundheit des Imkers besonders gefährlich sein soll. Es wird behauptet, dass ein Tropfen auf der Haut
    Krebs auslösen kann und vieles mehr.
    Ich suche deshalb nachgewiesene wissenschaftliche Ergebnisse zum Thema Oxalsäure geträufelt. Wie gefährlich oder auch ungefährlich ist diese wirklich. Bitte keine subjektive Äüßerungen sondern nur Fakten.
    Danke für die Unterstüzung.


    Grüße


    Dr. Harper

    Bioland Imkerei, Horst in Westfalen

  • Hallo, Dr. Harper,


    das ist gelinde gesagt Blödsinn. Die Giftigkeit von Oxalsäure besteht darin, in den Calciumhaushalt des Körpers einzugreifen. Eine Aufnahme von größeren Mengen Oxalsäure "entzieht" dem Körper Calcium; in den Nieren können dann Calciumoxalatkristalle ausfallen, die zu Nierensteinen führen.


    Die Lösung ist sauer und reizt, ähnlich wie Essig, die Haut.


    Das Rauch-Aerosol-Gemisch beim "Verdampfen" reizt lediglich die Atemwege und führt beim Einatmen sofort zu starkem Husten. Eine Aufnahme größerer Oxalsäuremengen über die Lunge ist schon daher so gut wie ausgeschlossen. Das Märchen von der notwendigen ABC-Schutzkleidung beim Verdampfen ist eben nichts als ein Gerücht, wenn auch ein hartnäckiges. Es gibt eine interessante arbeitsmedizinische Studie dazu, deren Ergebnis war, daß man angesichts der gemessenen Konzentrationen am Bienenstand und selbst im Bienenhaus selbst auf die Staubschutzmaske eigentlich verzichten kann; die MAK-Werte wurden durchweg unterschritten. Wenn Du Interesse hast, such' ich Dir das mal raus.


    Viele Grüße, Johannes

  • Soweit ich mich erinnere, wurde allerdings in einer Studie berichtet, dass der ständige Hautkontakt mit OS-Pulver zu Problemen führen kann. Da soll es auch schon mal zu Schäden der Haut kommen.

  • Das ist aber bei kristallinen Säuren und Haut normal, die Haut sondert ja immer irgendwelche Feuchtigkeit ab, wenn auch nur in geringsten Mengen.
    Nachdem ich meine ersten Badebomben gemacht hatte, und da ist "nur" Zitronensäure drin, hatte ich auch drei Tage lang echte Probleme mit den Händen, weil alles wund und angeätzt war.... :roll: 
    Ich liebe Gummihandschuhe... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • gazdin schrieb:

    ...dass der ständige Hautkontakt mit OS-Pulver zu Problemen führen kann. Da soll es auch schon mal zu Schäden der Haut kommen.

    Genau wohl wie mit Essig. Der schädigt bei Dauerkontakt auch die Haut. Wenn - selbst Essigessenz - mit reichlich Wasser von der Haut (nicht aus Schleimhäuten!) abgespült wird, bleibt eine Hautreizung, nicht aber eine Schädigung.
    Gruß
    Jan-David.

  • Hallo, Dr. Harper,


    Ich arbeite teilweise Stundenlang mit Oxalsäure Pulver.
    im trockenem Zustand ist es kein Problem mit der haut,
    beim verdampfen ist es schon Schlächter, Husten und ein zwei tage danach noch ein leichtes brennen auf den Bronchien.
    Was wirklich Probleme verursacht, ist das feine Pulver.
    Ich empfehle daher die Tablettenform, da dadurch der Kontakt am geringsten ist.
    Es gibt kein Staub und durch die Glatte Oberfläche ist der Kontakt auch am geringsten.


    Daher nehme ich eine Staub Maske mit FFP 3 damit geht es, kein Husten.


    Natürlich nicht in den Mund und Augen bringen.


    Seit ich Oxalsäure bei den Bienen verdampfe, hab ich (meine Bienen) kaum noch varroas. :D


    Gruß


    Pitju

    Träume nicht dein Leben, lebe deine Träume.

  • :o Was ist mit den angeblichen Fällen von Nierenkrebs durch OS?
    Was Konkretes dazu hab ich bislang nicht gefunden, weder im I-net noch schriftlich, aber "fama est..." (das Gerücht sagt...)

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    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    :o Was ist mit den angeblichen Fällen von Nierenkrebs durch OS?


    ...halte ich für ein Gerücht. Wie soll das gehen?
    Oxalsäure übersäuert Schleimhäute und kann Nierensteine (Calciumoxalat) bilden, mehr aber nicht.


    Habe vor längerer Zeit mal die Arbeit:
    "Das Verdampfen von Oxalsäure – ein sicheres Verfahren für den Anwender? Arbeitshygienische Untersuchungen zum Verdampfungs- und Sprühverfahren der Oxalsäure" aus dem Internet herunter gladen (weiß nicht mehr von welcher Seite), wen es interessiert, der kann sie von mir bekommen, nur die eMail-Adresse mir mitteilen.....


    In dieser Arbeit steht:


    "Der Stoff, von dem die Rede ist Oxalsäure ist eine in der Natur verbreitet vorkommende organische Säure, die der Mensch täglich über die Nahrung aufnimmt. Insbesondere in Gemüsesorten wie Spinat, Mangold, Rhabarber und Sauerampfer ist sie in Mengen bis 6,5 Gramm pro Kilogramm Gemüse enthalten [6]. Sie entsteht aber auch als Abbauprodukt von Vitamin C und der Aminosäure Glycin im Körper des Menschen selbst. Dennoch kann Oxalsäure für den Menschen schädlich sein, wenn sie in zu großen Mengen in den Organismus aufgenommen wird. Insbesondere eine Schädigung der Nieren durch Bildung von Kalziumoxalat-Steinen kann die Folge sein [5]. Daher ist der obengenannte MAK-Wert nötig, um Arbeitnehmer vor Gesundheitsschäden zu bewahren. Die Relevanz dieses Grenzwertes ergibt sich auch daraus, daß O-xalsäure in der Textilindustrie zum Beizen von Wolle, in Schreinereibetrieben als Holzbleichmittel und im Friseurhandwerk als Haarkosmetikzusatz gebräuchlich ist...."



    ...... es kommt also "nur" auf die Konzentration an und "nur" Nierensteine können als Problem auftreten...... Können Nierensteine Krebs hervorrufen? (...da allerdings bin ich überfragt...)

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • G. Wustmann schrieb:

    Können Nierensteine Krebs hervorrufen?


    Das weiß ich nicht, aber mit K.-Oxalatsteinen können Dich die Bienen sicher orten! Auch im Dunkeln!

    Mit freundlichen Grüßen - Hardy


    Wende Dich zur Sonne, dann bleiben die Schatten hinter Dir.

  • Große Nierensteine können, wenn sie viele Jahre lang an der Schleimhaut des Nierenbeckens 'rumschubbern und diese dadurch chronisch wund halten, schlußendlich durch den dauernden mechanischen Reiz auch zu bösartigen Veränderungen führen. Das hat aber nichts mit der Oxalsäure zu tun; andere Nierensteine tun das auch.

  • Guten Tag Imkers,


    bei einer Diskussion mit befreundeten Imkers, ging das Gerücht umher,
    das Oxalsäure ( geträufelt ) für die Gesundheit des Imkers besonders gefährlich sein soll. Es wird behauptet, dass ein Tropfen auf der Haut
    Krebs auslösen kann und vieles mehr.


    Hallo Doc
    Unglaublich, was manche Imkers für Schwachsinn erzählen. Das OS träufeln ist für den Imker die sicherste Anwendung der OS, wenn er sie über die Bienen schüttet und nicht selbst austrinkt. Bei der zitierten Arbeitssicherheitsstudie wurde nur Verdampfen und Sprühen untersucht, weil nur bei diesen Methoden Gefährdungen des Imkers theoretisch denkbar wären (Aerosol und Dämpfe).
    Wegen der Anwendersicherheit empfehlen die Institute lieber das Träufeln.
    Gruß
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Hallo !


    Was macht eigentlich die Oxalsäure mit den Milben, wie wirkt sie auf die Varroa, um sie zu töten. Finde im Netz nichts darüber,
    Möchte nicht dumm sterben. Kann mich jemand aufklären ?


    Vielen Dank für eure Bemühungen, MfG. Ha.Bö.