Strohkorb - Wabenmaße und Ausrichtung

  • Hallo miteinander!


    Mein Strohkorb hat vor einer Woche Besuch von einem Specht bekommen, weswegen ich den Korb abräumen mußte. Ich wollte einmal die Zellmaße und die Maße des Wabenwerks bekannt geben, für die Freunde des Stabilbaus, den Small-Cell-Befürwortern und den ganzen Rest :lol: :wink:


    Durchmesser unten: 31cm, Höhe ca. 40cm.



    Insgesamt waren 8 Waben angesetzt, 7 voll ausgebaute und eine "Spielwabe".
    Die Waben waren exakt auf der Achse Nord-Süd ausgerichtet. Der Eingang ist im Bild mit einem E gekennzeichnet.


    Von den acht Waben war die mit D gekennzeichnete Wabe eine Drohnenbrutwabe.
    Der Abstand der Waben betrug von Wabenmitte zu Wabenmitte ca. 4cm.
    Eine bemerkenswerte Tatsache ist noch, daß der Durchmesser von 31cm dazu führte, daß die Waben seitlich kaum angebaut wurden. Sie waren wirklich leicht zu lösen. Ich habe dazu ein spezielles Eisen von einem Korbimker, mit einer abgeflachten und abknickenden Spitze.


    Zu den einzelnen Waben:


    1. Wabe: 6mm Zelldurchmesser (Drohnenbau), die Wabe war bis zur Hälfte mit Honig gefüllt. H 28cm x B 17cm x T 2,5cm


    2. Wabe: 4,9-5,0mm Zelldurchmesser. Die größeren Zellen lagen außen, nach innen wurde die Zelle enger. Auch diese Wabe war zur Hälfte mit Honig gefüllt.
    H 29cm x B 24cm x T 3cm


    3. Wabe: Daten nicht erfasst.


    4. Wabe: 5,0mm Zelldurchmesser, durchgängig. Diese Wabe war knapp bis zur Hälfte mit Honig gefüllt. H 33cm x B 28cm x T 3cm


    5. Wabe: 4,9mm durchgängig. Über die Hälfte mit Honig gefüllt. H 33cm x B 27cm x T 2,5cm


    6. Wabe: 5mm Zelldurchmesser. Nur 1/4 mit Honig gefüllt. H 33cm x B 25cm x T 2,5cm.


    7. Wabe: 5mm Zelldurchmesser. Kein Honig vorhanden. H 32cm x B 20cm x T 3cm.


    8. Wabe: Spielwabe. 5mm Zelldurchmesser. Kein Honig, bei H 15cm x B 10cm x T 2,5cm.


    Wieviel Honig und Wachs drin waren, kann ich noch nicht sagen: es tropft noch
     :wink:


    Viele Grüße,


    Bernhard


    PS: Heute abend habe ich noch ein Video von 1978 gefunden über die Strohkorbimkerei, wie sie in der Heide betrieben wurde. Dort speziell die Ernte- und Einwinterungsarbeiten im Herbst. Wer das Video per Email bekommen möchte, kurze PM reicht.

  • Hallo Bernhard,
    finde ich Klasse, auch deine andere Dokumentation zum Wabenwerk. :wink: 
    Keine Zelle (außer die DWZ) größer als 5 mm. Da würde mich glatt interessieren, was sie machen würden, wenn mehr Raum zur Verfügung stände.
    Was für Bienen hattest du in dem Korb sitzen? c, B, oder CB, BC, CBM...?


    Gibt es weitere Beobachtung oder Untersuchungen in der Literatur, wonach sich die Ausrichtung von freigebautem Wabenwerk in einem vorgegebenen Raum richtet? Himmelsrichtungsmäßig...


    Gruß
    Ralph

  • Moin.


    Ralph : Das waren Carnicas.


    Drohn : Das die interessantesten Bücher immer so teuer sein müssen. Muß ich mich eben mit der Onlinedokumentation begnügen *seufz*


    Für die Interessierten:
    ISBN-10: 0674953762 oder
    ISBN-13: 978-0674953765


    Meine Meßmethode war nicht sehr professionell: ich habe einmal die einzelnen Zellen gemessen und dann mehrere Zellen in einer Reihe, dann durch die Anzahl der Zellen.


    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    interessant ist die Ausrichtung Nord-Süd. Die Bienen können ja in einem runden Korb die Richtung absolut selbst bestimmen. Einziges Kriterium wäre noch das Flugloch.
    Frage 1: Wo ist das Flugloch?
    Frage 2: Kannst du diese Ausrichtung an anderen Körben bestätigen? Weil sonst könnte die Richtung ja auch Zufall sein. Vielleicht können hier andere Korbimker ihre Erfahrungen einfließen lassen.


    Bin gespannt auf die Antwort(en).
    Gruß
    Werner

  • Hallo Werner!


    Zu Frage 1: Oben im Bild habe ich die Seite mit dem Flugloch mit E markiert, für Eingang.


    Zu Frage 2: Habe nur diesen einen Korb besiedelt. Im Lexikon der Bienenkunde [ISBN 3-85492-616-2] steht folgendes zur Wabenstellung:


    Zitat

    (...)Freibauende Völker errichten keinen Querbau, sondern entweder direkten, meist aber einen etwas schräg zum Flugloch gerichteten Längsbau. (...)


    Ich habe mir erlaubt, die interessante Stelle fett zu markieren, was im Original nicht der Fall ist.


    Jedenfalls deutet diese Aussage darauf hin, daß es tatsächlich Zufall sein könnte. Schräg zum Flugloch, das ist gut im Bild zu sehen. Das Flugloch ist übrigens oben.


    Warum eigentlich schräg zum Flugloch? *grübel*


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • @ bernhard


    Zitat

    Warum eigentlich schräg zum Flugloch? *grübel*


    Ich könnte es nur Vergleichen mit der Situation in einem Magazin:


    Also weiter vorn am Flugloch die Brut und vom Abstand des Flugloches weiter weg der Vorrat?


    Verglichen mit einer Magazinbeute:
    Vorrat weit weg vom Flugloch, wegen Verteidigung der Vorräte

    Viele Grüße aus Niedersachsen


    Martin

  • Yepp, das machen sie doch immer so.
    Brut ist ersetzbar, Vorräte nicht.
    Der Bär kann gern ein paar Brutwaben futtern, Hauptsache, der Honig reicht für Schwarm & Winter....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo,


    die berühmten 14° Abweichung bauen die Bienen auch bei Wildbau, z.B. im zu hohen Unterboden, wenn man es zuläßt.
    Könnte es auch etwas mit der Klimatisierung zu tun haben?

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-