Leben in der Höhe, Leben am Boden

  • Hallo miteinander!


    Habe ich das richtig beobachtet, daß Bienen sich vorzugsweise in luftiger Höhe ansiedeln? Daß anzunehmen ist, daß die besiedelte Höhlung im Baume in den meisten Fällen oben in der Luft zu finden ist?


    So, nun haben wir die Bienen im Baume. So wie ein Vogel sein Nest in die luftige Höhe baut, so baut der Bien sein Nest in der Höhe. Jetzt haben wir da den Menschen, der sägt dieses Baumstück mit dem Bienennest heraus und setzt es auf den Boden.


    Doch was passiert da, wenn der Mensch den Bien auf den Boden holt? 
    Es ist recht überschaubar was passiert, wenn man ein Vogelnest auf den Boden holt. Ein Igel, eine Ratte holt sich die Eier oder die geschlüpften Küken. Das Nest hat nicht lange bestand.


    Aber was passiert mit dem Bien, wenn er da auf den Boden kommt? Und was für Gründe gibt es, daß sich der Bien in den Lüften ansiedelt? Die Mäuse? Sein Wesen?


    Bernhard

  • Erstens gibt es genug Bodenbrüter, um diese Theorie zu widerlegen :wink: und zweitens ist das Vorhandensein von unbelegten Höhlen in der Höhe wahrscheinlicher als am Boden.
    Hohle umgefallene Baumstämme sind zu 90% bereits anderweitig besiedelt, und Erdlöcher ebenfalls.
    In freier Wildbahn werden auch Mäuse nicht so sehr das Problem darstellen, denke ich mal; bevor sie 10 oder 15 Meter am Baum hochkrabbeln, finden sie in einem gleichgroßen Bereich am Boden mehr....

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo liebe Imkergemeinde
    nachdem ich das gelesen hab.......Leben in der Höhe, Leben am Boden.....
    ist mir wieder nee unbeantwortete Frage in den Kopf gekommen und zwar hab ich mal im alten Imkerbuch gelesen(weiß aber nich mehr wo) das bei Untersuchungen (war glaub so um 1940 rum) jemand festgestellt hat das die natürlichen Schwarmköniginen erheblich höher fliegen beim Begattungsflug als die unnatürlich gezüchteten.
    Nun meine Frage weiß da jemand genaueres wo man darüber Infos bekommt ob das auch so ist???


    bei Antwort besten Dank
    imkerliche Grüße

  • BernhardHeuvel schrieb:


    Aber was passiert mit dem Bien, wenn er da auf den Boden kommt? Und was für Gründe gibt es, daß sich der Bien in den Lüften ansiedelt? Die Mäuse? Sein Wesen?
    Bernhard


    Mäuse? Noch nie tote Maus in Beute entdeckt? Der Bien ist wehrhaft!

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hi;


    nach einer Studie von Henning, sollen sich die wehrhafteren Schwärme weiter unten ansiedeln, wogegen sich sanftere Bienen ein höheres Domizil suchen.
    Deshalb könnte man meinen, würden wir die höher hängenden Schwärme, die wir ja meistens verloren geben, mehr sammeln, als die gutzugänglichen, hätten wir automatisch sanftmütigere Bienen.
    Doch dies wird wohl kaum so sein, da wir sie ja wieder auf den Boden bringen und demzufolge sie wieder wehrhafter werden müssen m. E.


    Außderdem wird wohl der Instinkt dem Imp sagen:
    Mehr Gefahr am Boden durch Bär und Mensch.
    Die oberen Luftschichten werden auch noch etwas angenehmer sein für den Imp.
    Andrerseits wird er, wenn keine Alternative da ist, sich da ansiedeln, wo er kann.


    Gruß Simmerl

  • Hallo Zusammen,
    es kommt darauf an, wo so ein Schwarm denn letztentlich eine Höhle findet.
    Interessant wird es, wenn er die Wahl hat, vielmehr hätte!
    Halbwegs alte Bäume, in denen es eine Höhle geben könnte, in der Bienen leben könnten, werden ja zur "Gefahrenabwehr" vorzeitig entfernt.
    Sofern sie der Gemeinde gehören.
    Höhle unten :
    Gefahr nicht nur durch andere Tiere, auch durch Hochwasser.
    Da hätte der neben dem Rhein wohnende Bernhard doch dran denken können.
    Manchmal wohnt er doch i m Rhein :wink: :
    Höhle oben :
    entstehen durch Astbrüche, die Bruchstellen faulen durch eindringendes Wasser.
    In gleicher Höhe leben auch die häufigsten natürlichen Höhlenbauer: Spechte.
    Versetzen eines Stammabschnittes mit Bienenvolk ist sicherlich genauso stressig wie eine Wanderung für das Volk!
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • sabi(e)ne : Sehe ich das richtig, daß in Dir die Unlust aufsteigt, deine Bienen abheben zu lassen? Diese Konsequenz fürchtest Du doch nicht, oder? :lol: :lol: :lol:


    Im Ernst. Selbstverständlich gibt es bodenbrütende Vögel. Ich bezog mich mit meinem Beispiel auf luftig-brütende Vögel. Es gibt ja auch bodenbrütende Hymnopteren, zum Beispiel die Ameise.


    "Unser Bien" aber ist ein Luftikus, ein in luftiger Höhe wohnendes Wesen. Die Konkurrenz um Wohnhöhlen ist immens. Hier bei uns am Niederrhein gibt es ein Neozoon: die Nilgans. Die brütet in den Kopfweiden und vertreibt dadurch eine Menge heimischer Wasservögel, die dieselbe Vorliebe für diese Nistplätze haben. Dann gibt es Spechte, die Hornissen, die Käuze, Waldohreulen, Fledermäuse - ach, wenn man sich die Fauna anschaut, die alles Wohnhöhlen nötig haben...dann wäre man ständig beschäftigt Nistkästen zu bauen und aufzuhängen.


    So da haben wir den Bien. Der Bien ist kein Ameis, sondern ein Bien. Und lebt in den Höhen. Was passiert denn nun mit dem Bien am Boden? Was für Auswirkungen sind naheliegend?


    simon : Was ist denn das Angenehme an den oberen Luftschichten?


    Bernhard


    PS@Gerold: Tote Mäuse habe ich in Beuten schon gesehen. Tote Bienen aber auch schon. Im Winter ist das so eine Sache mit der Wehrhaftigkeit.

  • BernhardHeuvel schrieb:


    PS@Gerold: Tote Mäuse habe ich in Beuten schon gesehen. Tote Bienen aber auch schon. Im Winter ist das so eine Sache mit der Wehrhaftigkeit.


    ...so läuft er nun mal, der "Kampf um Lebensraum" und Futter in der Natur. Mal ist die Mäusefamilie stärker und manchmal der Bien.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Wunderschönen, verregneten guten Morgen!


    Bernhard
    die Feuchtigkeit und Kälte schlägt sich ja immer in Bodennähe ab und da der Imp keine Schnecke ist, wird er wohl die höheren Schichten bevorzugen. Zudem wird ihm nachgesagt, daß er auch noch fliegen kann.
    Spaß beiseite.


    Ich habe einige Völker in einem Stadel im ersten Stock stehen bei einem Bauern.
    Auch mein Freund Hubert läßt sie vom ersten Stock ausfliegen, auf mein Anraten hin.
    Es gibt nicht nur weniger Stiche für die Anwohner (besser gesagt gar keine), es gibt auch sehr gute Ernteergebnisse.
    Wer kann, soll sich einen Abhang suchen und eine "Ausflugterrasse" aus Holz im oberen Drittel bauen.
    Oder einen alten Heustadel und eine "Brette" hinein in der gewünschten Höhe.


    Grüße Simmerl

  • Ein interessanter Ansatz ist das Kleinklima in unterschiedlichen Höhen. Ich werde mir heute nachmittag mal eine Leiter holen. Dann werde ich unten am Baum Luftfeuchte und Temperatur messen und dann in 2m und in 4m Höhe. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt.


    Was mir bisher so eingefallen ist, ist folgendes:


    1.) In der luftigen Höhe - wie zeichnet sich da der Horizont ab? Vergrößert er sich optisch? Welche Auswirkung hat eine Vergrößerung des Horizonts?


    2.) Die ersten Sonnenstrahlen des Tages: wo sind sie früher - am Boden oder in der Höhe? Wo sind die Sonnenstrahlen zuletzt sichtbar? In der Höhe oder am Boden? Verlängert sich der Tag dadurch?


    Meines Wissens sind Bienen empfindlich für Tageslängen, also die Tageslänge hat einen gewissen Einfluß auf den Bien. War doch richtig, oder?


    3.) Die Flugbahn ändert sich. In der Höhe geht die Flugbahn zunächst geradeaus, dann nach unten. Zurück geht es erst hinauf, dann geradeaus in das Flugloch. Am Boden zeichnet sich folgendes Bild: Die Bienen beschreiben einen stark durchgebogenen Bogen. Hoch, geradeaus, runter. Jetzt muß man mal die Wahrnehmung der Bienen berücksichtigen. Soweit wir wissen, orientiert sie sich an Schemen in der Landschaft. Wie ändert sich das Bild, wenn man a.) einen flachen Bogen und b.) einen weit geschwungenen Bogen machen?


    Vielleicht werde ich mit der Kamera einen kleinen Film drehen, in dem ich solche Bahnen mal durchfliege. Vielleicht ergibt sich rein optisch schon einen Unterschied. Fragt sich nur, welche Auswirkungen solch ein Unterschied haben würde.


    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    ist "der Hummel" nicht auch ein Bien?
    Und lebt nun leider in der Erde.
    Und strebt nicht, wie Du und verschiedene Waldorfschullehrer es gerne sähen, nach oben.
    Ich glaube, mit diesem Ansatz kommst Du nicht weiter.
    Jedes Lebewesen sitzt in der ökologischen Nische, die es für sich gefunden hat.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-

  • Moin Bernhard,


    Du läßt völlig außer 8, daß der Bien gerne am Boden brüten würde, nur dort leider oft nichts frei ist. Er muß also notgedrungen oben die Spechtlöcher besiedeln, weil die nun e mal oben sind. (Uresache dafür ist der plöte Schbechd) An Bienenständen (und auch an Sabi(e)nes) Ablegerständen ziehen Schwärme sehr wohl sehr gerne und sehr zufrieden lächelnd in Kisten auf Kniehöhe ein. Freiwillig. Ja geradezu willig. Sogar hinter Fensterläden im Erdgeschoß und in Doppelfenstern nisten die sich ein. Und in Lichtsignalanlagensteuersäulen und Trafohäusern. Und in eine Schwarmfangkiste am Boden stürzen die sich regelrecht, nachdem sie da reingestürzt sind.


    Dein Ansatz, von wegen lieber Hoch als Tief, könnte also schon im Ansatz falsch ansetzen. Ansatzweise.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Michael schrieb:

    Hallo Bernhard,(...)


    Hallo Michael!


    Michael schrieb:

    (...)ist "der Hummel" nicht auch ein Bien?(...)


    Wie ernst ist diese Frage gemeint? :o Zu den bodenlebenden Hymnopteren gehört auch die Ameise. Und die Hummel. Aber was hat das mit dem Bien zu tun? Wenn eine Biene eine Hummel wäre, dann wäre sie eine Hummel.


    Michael schrieb:

    (...)Jedes Lebewesen sitzt in der ökologischen Nische, die es für sich gefunden hat.(...)


    Die ursprüngliche Nische ist die Baumhöhle. Oder gibt es da Zweifel?


    Michael schrieb:

    (...)Und strebt nicht, wie Du und verschiedene Waldorfschullehrer es gerne sähen, nach oben. .(...)


    Deine Formulierung zeigt, daß Du mich nicht verstanden hast, und im Prinzip auch nicht willst. Warum dann dein Beitrag?


    Henry : In dem vom Drohn genannten Link kannst Du nachlesen, daß der Bien nach der besten Möglichkeit sucht, sich niederzulassen. Also aus n Möglichkeiten die Beste. Wenn nichts vorhanden ist, dann eben das Trafohaus. Oder die Beute des Imkers.


    Bernhard

  • Nein Bernhard,


    Hummeln sind auch Bienen, wollte ich damit sagen.
    Und sind Bodenbrüter.


    Der zweite Teil meiner Antwort bezog sich darauf, dass viele deiner Beiträge in meinen Augen völlig überflüssig sind und einen mastisch überhöhten Aspekt in die Diskussion einbringen wollen, wo keiner ist.

    Zitat

    Deine Formulierung zeigt, daß Du mich nicht verstanden hast, und im Prinzip auch nicht willst.


    Stimmt auffallend.

    Grüße an alle


    Michael



    -Denken ist wie googeln. Nur krasser-