Cremehonigmaschine

  • Hallo,
    wer kann mir tipps bezüglich einer Cremehonigmaschine geben - zur Zeit denke ich an ein Gerät von Holtermann (Rührmaschine) - hat jemand Erfahrung mit diesem Gerät - weiß jemand etwas besseres?
    bin für alle tipps dankbar.
    Schöne Grüße
    manfredo

  • Hallo Simon,
    schön, dass es hier einen Imker mit praktischer Erfahrung zu diesem Gerät gibt. Im Gegensatz zu den anderen Rührempfehlungen soll man ja mit hohen Drehzahlen rühren. Wie ist da die Gefahr mit dem "Überrühren"?
    Wie gehst du mit dem Teil vor? Auskristallisierten Honig antauen und dann rühren, oder rührst du, wie sonst üblich, bei Beginn der Kristallisation?
    Hast du früher anders gerührt?
    Sag mal bitte etwas ausführlicher dazu.


    Gruß
    Ralph

  • Moin manfredo,


    ich kann etwas zu den Rührmaschinen sagen, die mit Kübeln arbeiten.


    Abgesehen, daß diese Geräte recht teuer (um nicht zu sagen zu teuer) sind, gibt es wichtige Eckpunkte.
    1. Kübel mit beheiztem Boden, bzw. komplette Wasserbadkübel sind unbedingt notwendig, es sei denn man hat eine Auftaumöglichkeit, in die die ganze Maschine samt Motor paßt.
    2. Maschinen für 230V sind motormäßig zu schwachbrüstig. Da sie erst Leistung abgeben, wenn sie tatsächlich drehen und Phase 3 über Kondensatoren erfinden, kommt es oft vor, daß die nicht anlaufen, wenn der Honig zäher ist. Manche gehen dann in Überlastschutz andere über den Jordan. Aber wer hat schon Drehstrom aus der Wand?
    3. Die 0815-Zeitschaltuhrenkontakte halten die Abschaltspannungsspitzen nicht lange aus.
    4. Die Kübel können wegen der Flügelhöhe nur mit bestimmten Füllmengen betrieben werden. Es ist also nicht nur nicht möglich sehr kleine Mengen zu verarbeiten. Es ist auch nicht möglich bestimmte Zwischenmengen zu verarbeiten, weil dann die Füllhöhe dazu führt, daß der knapp unter der Oberfläche laufende zweite oder dritte Flügel massenhaft Luft einarbeitet.
    5. Die Entleerung des cremigen Honigs ist kritisch, bei flachem Boden und Seitenauslaß.
    6. Beim Befüllen muß man mit den aufgetauten großen Hobbocks gut zielen oder viel wegwischen können. :wink:


    Ansonsten und gerade für große Honigmengen, also stets voll gefüllt im Einsatz, sind diese Kübelmaschinen jeder anderern Rührtechnik überlegen. Besonders, wenn sie auf einer Palette montiert im Kühlraum rühren und im Abfüllraum als Abfüllgefäß genutzt werden.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo, manfredo,


    ich hab' mal von jemandem gehört (weiß aber leider nicht mehr, von wem :oops: ), daß der Nassenheider Fillup sich gut als Cremigrührpumpe(?) Cremigpumppumpe (?) eignet. Erfahrungen habe ich nicht damit, ich hab' auch Schwierigkeiten bei der Vorstellung, wie das gehen soll. Vielleicht kann ein Anwender das hier erklären.

  • Hallo Johannes,
    Albert Clauer aus Meinigen beschreibt in der aktuellen "Bienen aktuell" 3/2007 S. 27 / 28 seine Erfahrungen mit dem Nassenheider Fill-up. Dabei schreibt er:

    Zitat

    ...In der gebrauchsanweisung beschreibt der Hersteller, dass man mit dieser Maschine auch Honig cremig rühren kann. Dazu soll der Honig mittels Schläuchen zwischen zwei Behältern umgepumpt werden. Da wir aber über spezielle Rührgeräte verfügen wurde diese Variante nicht erprobt, sie erscheint aber als sehr lukrativ..."


    Also aus einem Kübbel raus, in den anderen rein gepumpt.


    Gruß
    Ralph

  • :D Yepp, bei einem Holtermann-Besuch haben wir die gesamte Beratungsnummer mitbekommen, die Nassenheider muß dafür wirklich gut sein, ansonsten hätte man auch schon was Negatives gelesen. :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo zusammen,


    das Prinzip, das hinter dem Fill-Up steht ist folgendes:


    durch dieses Umpunpen werden ganz kleine Luftblasen in den Honig eingebaut, welche die Feinkristalisation einleiten. Und durch das Bewegen wird verhindert, daß die Kristalle groß und grobkörnig werden!


    Wenn man das Ganze gut beherrscht kommt ein prima honig bei raus!


    Wenn mans (vor allem am Anfang) etwas übertreibt, dann bekommt man halt nicht mehr 500g in ein 500g Glas!


    Das kann ja gelegentlich auch Gewinnbringend sein! :wink:


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Hallo Zusammen, hallo toyotafan,
    vielen Dank für Deinen wichtigen Hinweis: Wer viele kleine Luftbläschen einbringt, der kann seinen Honig verderben (... vielleicht ist er noch als 'mousse au miel' zu vertreiben. :-) ).
    Dieser Behandlungsfehler betrifft aber nicht nur das Pumpen. Beim Rühren besteht die gleiche Gefahr.


    Ich habe in der 2003er Diskussion schon beschrieben, wie ich es mit dem Umpumpen mache:

    Zitat

    Problem Luft einrühren:
    Ich habe den Honig an der tiefsten Stelle des Behälters angesaugt und den rückführenden Schlauch so tief unter der Honig-Oberfläche befestigt, daß keine Sogbewegung zu sehen war (ca. 5 bis 10 cm). Auch im abgefüllten Honig gibt es keine negativen Anzeichen.

    Durch dieses Vorgehen ist der von Dir beschriebene Effekt leicht zu vermeiden.
    Mein cremiger Honig steht genauso niedrig im Glas, wie mein flüssiger Honig; scheint also alles in Ordnung zu sein. :-)


    Die Honige, die ich cremig einstelle, benötigen meines Erachtens keine Luftblasen als Kristallisationskeime. Die spontan entstehenden Kristalle reichen völlig aus.
    Der Beginn der Pumperei (... und auch der Rührerei ...) ist erst dann wirkungs- und deshalb sinnvoll, wenn es bereits diese Kristallkeime gibt. Je weniger Ruhe der Honig in der folgenden Phase der Kristallisation hat, um so zahlreicher, um so feiner und um so 'runder' werden die Kristalle. Und um so 'schmalziger' wird der Honig.
    Dazu ist der sehr langsame und stetige Fluss des Honigstroms beim Pumpen mit dem FillUp (nicht vergleichbar mit echten Honigpumpen!) wirklich gut geeignet.
    Viele Grüße,
    Rudi

  • Guten Abend Miteinander,
    Bisher habe ich meinen Honig mit dem "Auf-und-Ab" von hand gerührt, in 50kg Edelstahlkübeln. Jetzt denke ich, aufgrund der erwarteten Menge, auch über ein Rührgerät nach.
    Zum klären benutze ich einen 200kg Mellinox-Behälter von Thomas. Dafür gibt es auch ein Rührgerät zum aufstzen.
    Jetzt meine Frage: Hat jemand hier im Forum so ein Mellinox-Rührgerät im Einsatz? Oder mal irgendwo im Einsatz erlebt und kann aus Erfahrung berichten?
    Ich wäre auf jedenfall sehr dankbar!
    Eine gute Nacht wünscht
    Nikolaus

  • Mein erster Gedanke, als ich den Rührstab sah, Der Kübel muss dann aber
    immer richtig voll sein, damit keine Luft eingerührt wird.

  • hallo,
    danke für alle Beiträge - werde trotzdem diese Maschine kaufen (mit EU-Förderung wird auch nicht so teuer). Ich werde berichten wie es funktioniert.
    schöne grüße
    manfredo