Radschleuder oder Selbstwender?

  • Hallo
    Sabiene, Henry. Drohn und CO.
    Brauche dringend eine größere Schleuder, Radschleuder sind bei uns in Österreich nicht akteull. Durch das lesen, bin ich auf diese Schleuder neugirig geworden.
    Meine Frage nun:
    Da meine Haupternte aus der Waldtracht besteht (Standplatz ca. 950m Seehöhe) habe ich auch teilweise mit Melizithosehonig zu rechnen. Mit der 4 teiligen Normalschleuder konnte man von oben den Schleudervorgang beobachten, Wabenbruch war bei entsprechenter Drehzahl kaum. Wie kann man mit dieser Radschleuder anfallende Melizithose Waben (geringer Melizithosegehalt) schleudern, ohne Wabenbruch, oder ist hier eine Schleuderung auszuschließen. Verwende Langstroth 1/3 FZ, Schleuderung sehr zeitaufwändig = Kostenfaktor, auch bei einem Hobby derzeit 45 Völker Dendenz aufwärts.

    Franz aus der Steiermark

  • Moin Franz,


    'ne Radschleuder ist was für Gefühlvolle. Da geht es nicht um Drehzahl, da geht es um Zeit. Hartmut schleudert damit seinen Heidehonig und selbst das geht. So eine Schleuder läuft dann eben lange, was jedoch den Waben weniger schadet als in einer Selbstwender, weil sie nur auf der MW belastet werden. Man muß sich für die zu schleudernden Waben eine Geschwindigkeitsgrenze setzen. Für unbebrütete Naturbauwaben/BauR ect. ist Stufe 4 das Maximum. Alte Waben dürfen auch schneller rotieren. Es hat siche aber bewährt lieber lange langsam zu schleudern als kurz schnell. Der Bruch insgesamt pro Schleudertag liegt sehr sehr niedrig, wenn man nicht ungeduldig wird. Es gibt Tage da gehen hier 800-1000 Waben durch und es gibt nur 1-2 Brüche. Meist aber schon erwartete, weil Oberträger marode sind oder die MW verbaut ect.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Hallo Henry
    Danke für die Antwort, habe noch ein paar Fragen:
    Wie sieht es mit der Wartung von so einer Radschleuder aus.
    1.) Muß Sie ja im freien mit einem Hochdruckreiniger waschen (wegen Motor),
    2.) Ausbau der Rahmenhalterung (muß man oder braucht man diesen bei der Reinigung des Korbes nicht).
    3.) Kann man auch verschiedene Rähmchengrößen schleudern, oder braucht man dazu weitere Rähmchenhalterungen

    Gruß
    Franz aus der Steiermark

  • Moin Franz,


    die Schleuder ist zu, wenn sie zu ist, warum also unterjährig dran rum reinigen? Einmal im Jahr, am Ende oder vielleicht besser am Anfang der Saison, wird die Schleuder mit heißem Wasser ausgespühlt. Da der ganze Korb durch das unten stehende Wasser rotiert ist das keine Mühe. Der obere Kesselteil wird dabei mit vollgespritzt und anschließend ebenfalls einfach ausgewischt. Den Korb zu Reinigungszwecken auszubauen ginge zwar, wär aber irgendwie Quatsch, denn dann brauchst Du ja wieder ein Gefäß wo der rein paßt um den einzuweichen. Mit dem Hochdruckreiniger rumzuspielen dauert echt länger als mit einem Feutel.


    Pro Wabenmaß braucht man einen eingestellten Korb. Ich kenne keinen Korb der unterschiedliche Maße kann.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Guten Morgen Henry
    Danke für deine schnelle Antwort. Werde mich jetzt in aller Ruhe um eine Radschleuder umsehen, bis zur Frühtracht nächstes Jahr hat es noch Zeit.

    Gruß
    Franz aus der Steiermark

  • Ich. Fazit: Geil.


    Radschleuder für Gatineau-Rähmchen.


    Hergestellt von der "Imkerzentrale Görlitz", Deutschland.


    Eine vergleichsweise kleine Standfläche von 50 x 100 cm


    Stufenlos regelbarer Motor.


    Die Schleuder fasst 16 Gatineau-Rähmchen auf einmal. Also zwei Gatineau-Honigräume.


    Zum Befüllen geöffnet.


    Mit einem Bügel werden die Rähmchen in Position gehalten.



  • Das Lager befindet sich außerhalb des Radschleuderkorbes.


    Wenn der Deckel geschlossen ist, kann der Honig damit nicht in Kontakt kommen. Das verhindert auch zwei seitliche Trennscheiben, die das innenliegende Rad bilden.




  • Vorteile:


    • Kein technisches Gefutzel, sondern einfache Mechanik, die einfach funktioniert, wie sie soll.
    • Kein Wenden.
    • Geringster Platzbedarf. 50x100 cm Fläche.
    • Superschnelles Ausschleudern der Waben. Ein Lauf je nach Honigsorte ca. 8 Minuten.
    • Sehr gründlich, da die Waben in Drehrichtung Erde an Fahrt aufnehmen. (Wie bei der Achterbahn.)
    • Sehr wenig Wabenbruch im Vergleich zu anderen Schleudern, die ich kenne.
    • Leicht zu reinigen.



    Ich würde mir die Radschleuder immer wieder kaufen. Nur mit mehr Fassungsvermögen! :daumen:

  • Mich stört der Motor nicht. Warum auch?


    Du kannst Dir alle Ablaßhähne dranschweißen lassen, die Du haben willst. Kugelhahn, oder an was denkst Du?


    Nachtrag: die Schleuder lief bei mir schon in der Saison 2013 + 2014. Das sind die Photos nachdem ich sie ausgepackt habe.


  • ...oder einen anderen Ablasshahn?


    ??


    dD



    Hab auch eine Radschleuder. Normal für 3x7 Zanderrähmchen bzw. für 3x9 2/3 Zander Honigrähmchen (dazu werden dann andere Schienen eingesetzt und die Rähmchen ohne die normal verbauten Abstandshalter aneinander gesetzt. Damit bekommt man dann eine schöne Stückzahl hin.
    Motor und Auslasshahn sind ok, klar wäre ein Riemenantrieb und anders verbauter Motor noch eine Verbesserung.

    Gruß Markus


    Ubi apis, ibi salus 
    Wo Bienen sind, dort ist Gesundheit

  • Vorteile:


    • Sehr gründlich, da die Waben in Drehrichtung Erde an Fahrt aufnehmen. (Wie bei der Achterbahn.)


    Hehe, das musst du mir mal erklären, denn: Was machen in der gleichen Zeit die Rähmchen, die auf der anderen Seite (wie in einer Achterbahn) nach oben fahren?
    Und wenn die einen Rähmchen schneller werden als die anderen, wie verhält sich dann das Rad an dem die Rähmchen festgeschnallt sind? ;-)



    Zum Motor,Arbeitsbereich und so:


    Man kann die Schleuder auch "von hinten" befüllen, dann schließen und einmal um die Schleuder gehen, um den Motor anzustellen.
    Jedenfalls einfacher, als sich dauernd über den Motor zu beugen. Zumal ja auch die Eimer/Siebkübel davor stehen, dann ist hinten genug Platz für einen Entdeckelungstisch.


    Ich jedenfalls möchte auch keine andere Schleuder als meine Radialschleuder. Einfaches Handhaben und 20 Waben je Schleudergang ohne Wenden sind ein entscheidendes Argument.


    Stefan