Horrorpflanze Kudzu

  • Hallo Zusammen,
    Landwirtschaftlich genutzte Pflanzen gelten nicht als Neophyten.
    So stehts in einem Fachbuch speziell zu diesem Thema.
    "Neue Tiere und Pflanzen in unserer Natur" , oder ähnlich.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Guten Abend Sam,


    bevor Du Behautpungen zu meinen Absichten aufstellst, wäre ein Nachfragen diesbezüglich angebracht. Denn ich glaube nicht, daß Du meine Gedanken kennst oder auch nur ansatzweise richtig interpretierst.


    "Bekannte Tatsachen" sind nur populär gemachte Meinungen, die nicht immer mit der Realität übereinstimmen müssen.


    ...das ist ja wohl ein Totschlagargument.


    Falsch, das ist ein Hinweis auf ein beliebtes Instrument der Politik.



    ...eindeutig dient solch eine "Argumentation", von den eigenen Fehlern abzulenken und sich selbst sein Handeln schönzureden... :roll:..


    Eindeutig ist deine "Analyse" meiner Aussagen daneben gelaufen. Oberflächlich betrachten ist auch einfacher als sich Argumenten zu öffnen.

    ...die Bedrohung durch invasive Neophyten..



    Das ist der Punkt, den ich anzweifle. Die Bedrohung ist keine reelle Bedrohung, sondern eine Angst. Ich erinnere an andere berühmte "Bedrohungen", wie BSE, wie Hühnergrippe, ................. heute wird Politik über Angst (im wörtlichen Gegensatz zur Furcht) gemacht.


    ...man kann die erkannten Tatsachen nun akzeptieren oder man lässt es, da du und viele deiner Sinnesbrüder wohl eindeutig zu letzterem neigst, ist eine weitere Diskussion in meinen Augen überflüssig...


    Übersetze ich richtig?


    man kann die erkannten Tatsachen nun akzeptieren = entweder übernimmst Du meine Meinung


    oder man lässt es = oder Du bist doof und ich rede nicht mehr mit Dir


    ...


    Oftmals versteckt das Wörtchen "man" ein "Du".


    Meine Worte etwas strukturierter:


    - die meisten "Bedrohungen" sind oftmals nur geschürte Ängste
    - die daraus resultierenden Maßnahmen sind oft unsinnig
    - die daraus resultierenden Maßnahmen sind oft schädlich


    Weiter ist diese Betrachtung der Vorgänge bei einer solchen "Invasion" sehr einseitig und mißachtet alle äußeren Vorgänge. Da wird in "Gut" und in "Böse" unterteilt. In "Schwarz" und "Weiß". Ich glaube, daß solches "Denken"(?) nicht mehr wirklich modern ist.


    Bernhard

  • Hallo Lothar,
    hier sollte man wisenschaftlich korrekt bleiben, da sonst wieder schnell von Willkür gesprochen wird.:wink:
    Natürlich können landwirtschaftlich genutzte Pflanzen auch zu Neophyten werden. Ein Beispiel ist die Kulturheidelbeere, die sich z. B. in Mooren gerne ansiedelt.
    Kulturpflanzen die durch den Menschen nach Mitteleuropa gebracht wurden, hier aber nur angebaut oder angepflanzt vorkommen, also keine dauerhaften Ansiedlungen außerhalb der Anbauflächen zeigen, sind keine Neophyten. Somit gilt die Kartoffel nicht als Neophyt. Die aus Amerika stammende Kulturheidelbeere aber schon.

    Gruß Andreas

    So,

  • Guten Abend und ebenfalls friedliche Grüße Stefan :cool:



    Bestehendes schützen,


    "Bestehendes" schützen bedeutet einen Status Quo zu bewahren, was nicht sehr natürlich ist. Mit Maßnahmen zum Schutz des Bestehenden ergreift der Naturschützer Maßnahmen gegen das Leben!



    z. B. die Biodiversität.


    Die Erhaltung der Biodiversität ist eine Mode des Naturschutzes aus einem einseitigen und sehr technischen Verständnis der Lebensvorgänge heraus. Nicht die Erhaltung der Biodiversität ist bestrebenswert, sondern die Erhaltung des Lebens überhaupt. Also nicht einseitig Artenvielfalt schützen, sondern das Bio selbst, das Leben. Biodiversität kann dazu ein Teilziel sein, aber wie gesagt aus einem ganz anderem Verständnis heraus. Wenn ich Leben zerstören muß, um Artenvielfalt zu erlangen, dann ist das schlicht kontraproduktiv, oder?


    Das mag „künstlich“ sein, ist aber eine Bemühung zum Erhalt der Biodiversität.


    Künstlich = tödlich, s. o.



    Nicht künstlich wäre es zu sagen, das ist der Wandel der Zeit (Landwirtschaft).


    Nein, "nicht künstlich" bedeutet, die Finger raus zu lassen und lebensbejahende Umstände zu schaffen. Nicht auf eine Art bezogen, sondern auf das Leben selbst. Lebensunterstützende Maßnahmen wären das Schaffen unberührter Schutzgebiete, Stoppen von Einleitungen, Ausbringungen etc. Eben dem Leben das Leben erst ermöglichen. Es bedeutet nicht, irgendwelche Lebewesen als gut und andere als böse abzustempeln und dann selektiv umzubringen. :confused:



    Die intensive Landwirtschaft kann man nur indirekt beeinflussen, z. B. durch Konsumverhalten. Da sehe ich einen wesentlichen Unterschied.


    Das ist ein großer Unterschied, ein entscheidender Unterschied. Denn gerade der "indirekte" Weg über Konsumverhalten hat direkte Auswirkungen. Dieser indirekte Weg täglicher Kaufentscheidungen ist zugleich der direkteste Weg, wie ich Naturschutz effektiv und effizient betreiben kann. Wie ich Leben fördern kann. Ich brauche nur ja oder nein zu meiner Kaufabsicht sagen. Und schon löse ich eine ganze Kette Reaktionen aus, die entscheidenden Einfluß auf meine direkte Umwelt haben. An sich selbst zu arbeiten ist natürlich schwieriger als einfach irgendetwas umzunieten - aber nachhaltiger.


    Immer noch friedlich :p_flower01:


    Bernhard

  • Hallo Bernhard,


    für mich ist Dein Beitrag recht verworren. Deine Sicht der Dinge verstehe ich nicht. Deshalb beantworte ich das nur kurz. Naturschützer richten keine Maßnahmen gegen das Leben. Da hast Du was falsch verstanden.
    Naturschützer pflegen kein technisches Verständnis der Lebensvorgänge. Das ist Deine Interpretation. Mehr mag ich nicht schreiben.


    @ Hartmut Vorschlag: Thema schließen ?


    Viele Grüße
    Stefan

  • Die Erhaltung der Biodiversität ist eine Mode des Naturschutzes...



    Die Erhaltung der Biodiversität ist in wesentlichen Bestandteilen ein Hauptantrieb des Naturschutzes ab etwa der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Dazu zählen die Artenvielfalt und die Lebensraumvielfalt. Der Erhalt der genetischen Vielfalt (ebenfalls Bestandteil die Biodiversität) wird auch schon seit mehreren Jahrzehnten diskutiert.

    die Meldungen über "Invasoren" sollen nur von den eigentlichen Problemen ablenken.



    Seit Ende des zweiten Weltkriegs befasste sich die Ökologie verstärkt mit Invasoren. Anstoß waren solche Phänomene wie die rasante Vermehrung der Kaninchen auf Australien.

    Wenn man Kudzu hier nicht einbürgert muss man sich hinterher nicht darüber streiten, ob man die Pflanzen bekämpfen sollte oder nicht.

    Gruß Andreas
    der fast alle Pflanzen lieb hat. :p_flower01:

  • Hallo Bernhard,
    nun bemühe ich mich doch noch um einen etwas aussagekräftigeren Beitrag.
    Naturschutzbemühungen sind es, Bestehendes zu schützen, z. B. die Biodiversität als zentrales Thema. Der Naturschutz möchte u. a. also einen Staus Quo bewahren. Zum Erhalt artenreicher Lebensräume ergreift der Naturschutz Maßnahmen für das Leben! Gegen eine reine Agrarwüste.
    Zum Thema Biodiversität hat sich Andreas bereits geäußert. Seinen Beitrag (s. o.) finde ich sehr gelungen. Du bestreitest allerdings bereits die Zielsetzung Biodiversität und forderst den „Erhalt des Lebens“ ein. Wo siehst Du den Widerspruch? Zielst Du auf Bekämpfungsmaßnahmen gegen Neophyten ab? Wie bereits von Andreas geschrieben, ist das vermeidbar, durch eigenes Verhalten. Außerdem wird das nur in wenigen, extremen Fällen durchgeführt.
    Du schreibst von „lebensbejahenden Umständen“. Das finde ich auch gut. Naturschutz bemüht sich um diese! Für die Zersiedlung der Landschaft, insgesamt die intensive Landnutzung, trägt der Naturschutz wirklich keine Schuld. Ist ein regelrechter Gegenpol.
    Wer bringt denn „Lebewesen selektiv um“? Naturschützer wollen das sicher nicht. Als ironischer Einschub. - Biobauern bringen doch auch unerwünschte Wildkräuter in ihren Feldern um. Einfach so, weil diese ihren Ernteertrag schmälern. Da wird die Hacke geschwungen und TOD sind sie, die armen Wildkräuter.- Ironie Ende.
    Deinen Hinweis auf die Auswirkungen des eigenen Konsumverhalten hatte ich doch schon geschrieben. Ich meinte den Unterschied zw. direkt, wenn ich selbst Landwirt bin, und indirekt, wenn ich „nur“ Konsument bin.
    Aber das Thema ist hier imkerlich interessante Stauden. Davon ist mein Beitrag leider meilenweit entfernt.


    Viele Grüße
    Stefan

  • Guten Abend Stefan,


    ich erfahre den "Naturschutz" seit meiner frühesten Kindhaut hautnah in der Praxis. Dabei habe ich folgendes beobachtet:


    Naturschützer schützen oft nur ein Lieblingstier oder eine Lieblingspflanze


    Es gibt die Igelfreunde, es gibt die Schneckenfreunde, es gibt die Eulenfreunde und es gibt die Rohrdommelfreunde. Es gibt die Orchideenfreunde und es gibt die Spinnen-, Frösche- und Lurchfreunde.


    Im Eifer des "Schutzes" trampeln Biberfreunde die schönen Orchideen kaputt. Rohrdommelfreunde haben eine Zählung machen wollen. Dazu reiste ein ganzer Bus Studenten und Naturschützer an. Sie trampelten durch das Ried und trieben so die Rohrdommeln raus. 1,2,3...schön durchzählen.


    Diese Trampelaktion hat mehreren Schilfrohrsängern das Nest gekostet. :evil::daumen:


    Diese Spezialisierung auf den "Erhalt" einer Lebensform trübt den Blick für das Ganze und diese Unempfindlichkeit führt zu den beschriebenen Wirkungen. Während das eine geschützt wird, wird das andere platt gemacht.


    Mit meiner Aussage bezüglich "selektivem" Umbringen meine ich staatliche Aktionen (Ausmähen und RoundUp), sowie private Aktionen. Siehe hier:

    ...(die Wanderer gucken immer ein wenig irritiert, wenn eine Frau in den Graben springt und wild Pflanzen rausreißt, aber watt mutt, datt mutt).


    Die Wanderer gucken nicht umsonst irritiert, denn das ist eine ganz irrige Tat, die sich einfach in den Augen des Betrachters widerspiegelt. :wink:


    Da liegt der Widerspruch zwischen "Biodiversität erhalten" und "lebensbewahrend". Biodiversität ist wichtig, aber nur unter der Voraussetzung, daß ich Diversität erhalte und nicht zerstöre. Jede neue Pflanzenart ist zunächst eine Bereicherung. Dieses "Unterdrücken" und die "Invasion" dieser Pflanzen resultiert aus unserer Betrachtung und Bewertung der Situation heraus.


    Also ist nicht die neu ankommende Pflanze schuld, daß die Arten zurückgehen. Sie füllt nur den Platz aus, der durch Umweltzerstörung geschaffen wurde. Sprich: Die chemische Belastung radiert Arten aus, das Leben schickt neue Pflanzenarten nach. So herum betrachtet, ergeben sich völlig andere Verhaltensweisen bezüglich Naturschutz. Denn diese Neuankömmlinge sind Helfer des Lebens.


    In der Natur gibt es keinen Status Quo, der sich für immer und ewig erhält. Alles ist im Fluß. Vor Jahrtausenden war hier Eis, gerade da, wo wir wohnen. Und dann kam die Steppe, Savanne, Buschland, Wald, Industrie. Die heutige Sahara war auch nicht immer eine Wüste. Wir wandeln. Wir wandern. So auch die Tiere und Pflanzen. Im Moment wird es hier wärmer und wärmer. Die Tiere und Pflanzen des Südens schlagen hier auf und werden über kurz oder lang hier heimisch werden. Oder es wird wieder kälter und siehe da, die Flora und Fauna des Nordens wird wieder vorherrschen.


    Naturschutz kann keinen Status erhalten. Was er aber kann, ist die Grundlage jeden Lebens erhalten. Saubere Luft, sauberes Wasser, sauberer Boden. Er kann dafür sorgen, daß Leben in all seinen Formen überall sprießen und wachsen kann. Unvoreingenommen und zurückhaltend alles Leben erhält oder dessen Transformation in eine andere Lebensform ermöglicht.


    Wir sind schon nah beim Thema, Stefan. Sieh doch nur die Überschrift an: "Horror"-pflanze. Horror = Angst, Grusel. Keine Furcht, sondern Angst.


    Angst führt immer zu Hass und danach zu Gewalt. Das ist meine Erfahrung.


    Was kann diese Pflanze Kudzu denn machen, wovor wir wirklich Furcht haben müßten?


    Sie wird sicher weniger Pflanzenarten ausrotten als die Gärtner mit ihren Moosentfernern für den Rasen. Weniger Arten ausrotten, als die jährlichen RoundUp-Behandlungen der Gärtner und Landwirte, die damit ihre Felder erstmal krautfrei machen. Weniger Arten ausrotten als der Beton. Weniger Arten ausrotten als die Überdüngung. Etc.


    Andererseits kann sie Lücken schließen.


    Deswegen kein Haß, kein Feindbild, keine Angst. Eher Liebe und Willkommen.


    Stillstand ist der Tod.



    Bernhard