jetzt schon völker vereinigen?

  • ein befreundeter imker hat mir heute geraten den futterstand in meinen völkern zu kontrollieren und falls ich ein sehr schwaches volk finde, dann soll ich es gleich mit zeitungspapier dazwischen mit einem anderen vereinigen.


    kann man das jetzt machen?


    fragt eine immer noch ahnungslose anfängeri :oops:

  • Moin Salvia,


    vereinigen kann man immer. Es ist eher die Frage ob, man's muß. Wenn das aber klar ist, Weisellosigkeit, Mickerling ect. und man die Königin nicht zum Thema macht, dann geht das natürlich auch jetzt.


    Oft ist es wesentlich sinnvoller jetzt zu vereinigen und später Ableger zu bilden, als kleinste Völkchen alleine auf die Welt los zu lassen. Es gibt sogar Betreibsweisen, die das in den Mittelpunkt stellen.


    Wenn's allerdings nur am Futter fehlt, wird gefüttert (schließlich ist es warm) und nicht vereinigt.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Moin Salvia,


    vereinigen kann man immer



    Ein gefährlicher Rat. Die sicherste Möglichkeit Krankheiten auf andere Völker zu übertragen.



    Gruß Kuno

  • Stimmt Kuno,


    da hast sowas von Recht. Vereinigen kann man nicht immer. Nur zwischen 6:30 und 22:15 Uhr oder nach Terminabsprache und wochenends rund um die Uhr nur nicht zwischen 12 und 13 Uhr. Dafür aber am zweiten Sonntag im Monat auch nach 22:15 Uhr.


    Hab nur ich die Frage als Frage nach dem Termin verstanden oder sollte hier eine Diskussion losgetreten werden, warum Vereinigen gut oder schlecht, verboten oder empfohlen oder ethisch bedenklich ist? Ich dachte es ging um's Datum.


    Wenn jemand ein krankes Volk mit einem gesunden vereinigen will dann macht er da vielleicht einen Fehler. Aber es bleibt immernoch nur ein krankes Volk. Egal wann. Gegen Vereinigung von kleinen Völkern mit dicken gibts nichts zu sagen. Und auch selbst bei kranken Völkern wird durch das Vereinigen die Anzahl der kranken Völker nicht größer. Es macht also durchaus Sinn auch (z.B. varroa-) kranke Völker im Rahmen einer Behandlung mit anderen zu vereinigen. Heideimker tun sowas im Rahmen der Celler Rotation ganz regelmäßig und der Stöckmann macht das ganz ähnlich. Und es gibt noch andere sichere Methoden Krankheiten zu übertragen. Schwächlinge zum Beispiel nicht zu vereinigen und ausrauben zu lassen. Das allerdings bringt dann schon mehr kranke Völker, ist also unter diesem Gesichtspunkt vorzuziehen ...

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • salvia schrieb:

    ein sehr schwaches volk finde, dann soll ich es gleich mit zeitungspapier dazwischen mit einem anderen vereinigen.
    fragt eine immer noch ahnungslose anfängeri :oops:


    Moin Moin aus Hamburg,
    wenn Völker sehr schwach sind , hat das oft Gründe. Die Natur sortiert über Winter eben die Schwächsten aus, da würde ich nicht unbedingt eingreifen. (Wobei man "schwach" genauer definieren sollte).


    Ich habe um diese Jahreszeit noch keine Völker vereinigt aber von meinem Verständnis her , bräuchte man kein Zeitungspapier dazwischen.
    Ich würde es mit einem Absperrgitter versuchen. Man kann es mit den Königinnen natürlich der Natur überlassen , meiner Meinung nach kann das auch schief gehen.


    Kleine Königin , schlechte Legeleistung, schlank und schnell , gegen große , behäbige , langsamere mit guter Legeleistung. Fragt sich, wer da da Gewinnt :roll: .


    Viele Grüße aus dem sonnigen Hamburg


    Daniel

    Die Quelle des ewigen Lebens liegt nicht im Finden eines Heilmittels zum ewigen Leben, sondern im Akzeptieren des Sterbens, im Eingehen in die Kreisläufe der Natur. Alles muß vergänglich sein, um seine Bestandteile immer wieder in den Gral des ewigen Lebens einzubringen, sich neu zu fügen,zu entstehen und zu vergehen. (Meine Ansicht)

  • Zum besseren Verständnis meiner obigen Aussage:


    Ein Mickerling wird mit großer Wahrscheinlichkeit später im Frühling ausgeraubt werden und daran zugrunde gehen. Oder vorher verhungern. Oder...


    In jedem Fall ist das ein sterbender Bien. Ich bin der Auffassung, daß man sterbende und leidende Tiere erlösen sollte. Tiere brauchen kein Erbarmen, sondern Gerechtigkeit.


    Das Vereinen von Völkern - ist das eine Alternative?


    Erstens muß der Imker sich an dieser Stelle fragen: gibt es ein Risiko, daß a.) die "gute" Königin dabei drauf geht? und b.) daß die ursprüngliche Selektion der Natur damit ausgehebelt wird? Im Falle b.) - kann ich die Folgen für die Art der Bienen vorhersehen? Rette ich das Volk und meuchle die Art?



    Ist davon auszugehen, daß die Bienen eine feine Abstimmung zwischen Futter- und Bienenmasse regulieren? Wie wirkt sich da ein Zustrom von Bienen aus? Schafft es ein Ungleichgewicht? Und wieviel Energie kostet es das gesunde Volk, dieses Ungleichgewicht wieder auszugleichen? Wieder eine Vermehrung von Kosten zu Lasten des Biens? Wie wirkt sich das auf die Gesamtfitness des Bien aus?


    Bernhard

  • BernhardHeuvel schrieb:

    Ein Mickerling wird mit großer Wahrscheinlichkeit später im Frühling ausgeraubt werden und daran zugrunde gehen. Oder vorher verhungern. Oder...

    er kommt einfach nur nicht aus dem Knick und wird keinen Honig bringen.

    Zitat

    In jedem Fall ist das ein sterbender Bien.

    Visoh?

    Zitat

    Ich bin der Auffassung, daß man sterbende und leidende Tiere erlösen sollte.

    Man kann sie natürlich auch heilen. Das ist doch auch erlaubt. Oder müssen unbedingt alle leidenden Tiere erlöst werden?

    Zitat

    Tiere brauchen kein Erbarmen, sondern Gerechtigkeit.

    Nee, die brauchen garnüchd Weltanschauliches.

    Zitat

    Das Vereinen von Völkern - ist das eine Alternative?

    Ja.

    Zitat

    Erstens muß der Imker sich an dieser Stelle fragen: gibt es ein Risiko, daß a.) die "gute" Königin dabei drauf geht? und b.) daß die ursprüngliche Selektion der Natur damit ausgehebelt wird?

    So isses. Und was ist Zweitens?

    Zitat

    Im Falle b.) - kann ich die Folgen für die Art der Bienen vorhersehen?

    Das weiß ich nicht. Wer kann schon in die Zukunft schaun?

    Zitat

    Rette ich das Volk und meuchle die Art?

    Du rettest beim Vereinigen das Volk nicht. Du löst es zu Gunsten eines andern auf. Damit rettest Du die Bienen, das Volk geht hopps. Läßt Du's sterben oder schwefelst Du's ab, gehen Volk und Bienen drauf.

    Zitat

    Ist davon auszugehen, daß die Bienen eine feine Abstimmung zwischen Futter- und Bienenmasse regulieren?

    Ersten oder auch a.) :wink: Das mag für den Futtereintrag stimmen, da aber auch Bienen nicht wissen, wie in einer Woche das Wetter für zwei Wochen sein wird, können sie nicht vorplanen mit dem Wegfressen und tun das auch nicht. Sie zehren bis sie nichts mehr haben. Bienen können auch nicht wissen wieviele Flugbienen dem Specht zum Opfer fallen werden und ob es da überhaupt einen Specht gibt.

    Zitat

    Wie wirkt sich da ein Zustrom von Bienen aus?

    Hier kommt b.) Fast garnicht, weil ein Kleinstvolk oder Restvolk eben fast keine Bienen mehr hat, sonst wär's ja wohl kein Kleinstvolk, oder? :wink:

    Zitat

    Schafft es ein Ungleichgewicht?

    Bestenfalls, wenn man damit massenhaft Raum gibt. Ein großes Volk kann man sehr gut mit einem Schwächling erweitern.

    Zitat

    Und wieviel Energie kostet es das gesunde Volk, dieses Ungleichgewicht wieder auszugleichen?

    exakt 1.45236 kWh zzgl. Mehrwertsteuer.

    Zitat

    Wieder eine Vermehrung von Kosten zu Lasten des Biens?

    Keine Vermehrung. Nach der Vereinigung gibt es weniger Völker, nicht mehr. Und das große Volk bekam Bienen geschenkt ganz ohne eigenens Zutun und ohne eigenen Aufwand.

    Zitat

    Wie wirkt sich das auf die Gesamtfitness des Bien aus?

    Die überlebenden Bienen des Kleinstvolkes sind im großen vereinigten Volk wesentlich fitter, als wären sie im Kleinstvolk eingegangen. Wenn man mal annimmt, daß die Fittness toter Bienen gegegn null geht.

    Mit vielen freundlichen Grüßen
    Henry Seifert (Honig-Bienen-Kurse-Gutachten)
    Faulbrutsanierer, Königinnenverschicker, Schwarmfänger, Bienenretter, Streitschlichter, Kunstschwarmkehrer, Belegstellenwirt, Imkerpate, Probennehmer, Schadenschätzer, Ablegerbilder

  • Erlösen? Auflösen? Ein Bienenvolk, welches jämmerliche Varroa- und Imkerqualen hinter sich hat und nun am Abgrund steht und trotzdem noch lebt? Abwarten auf das Frühjahr, da kann es immer noch (trachtreif) saniert werden. Könnte es sein, dass gerade ausdauernde Mickerlinge eine besondere Widerstandskraft haben, die nachzuchtwürdig sein könnten?


    Gruß
    Simon

  • Bumblebee schrieb:

    Erlösen? Auflösen? Ein Bienenvolk, welches jämmerliche Varroa- und Imkerqualen hinter sich hat und nun am Abgrund steht und trotzdem noch lebt? Abwarten auf das Frühjahr, da kann es immer noch (trachtreif) saniert werden. Könnte es sein, dass gerade ausdauernde Mickerlinge eine besondere Widerstandskraft haben, die nachzuchtwürdig sein könnten?


    stimmt. Sehe ich genau so!
    Für "meinen Geschmack" ist's jetzt noch viel zu zeitig zum Völker auflösen und vereinen.
    Überhaupt: Warum auflösen? Wenn der "Schwächling" sich nicht richtig entwickelt, kann man ihn immer noch im Mai/Juni umweiseln. Oder ist's ein Volk auf einem Stand, der Honig bringen muß? Dann reicht auflösen immer noch nach Auswinterung. Aber noch haben wir Februar. Also würde ich noch warten, bis etwa Ende März (jedenfalls hier)

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hi,
    wenn das schwache Völkchen gesund ist und keine Großmutter als Königin hat kann mann es relativ einfach sanieren. Mann sollte am besten noch ein bischen zu warten bis stabiles Wetter herscht, vieleicht bis mitte März dann kann man einfach auf ein starkes Volk Zeitungspapier auflegen darüber dann das Abspergitter und nun das kleine Volk obendrauf.
    Das kleine Volk zieht sich Ammebienen von unten und drei Wochen später hat es bestimmt schon fünf Brutwaben dann kann man die Völker wieder trennen. (aus dem Flugradius bringen )So sollte es möglich sei von einem Winzling noch Sommer und oder Waldhonig zu ernten.
    Gruß Uwe

  • Hallo Uwe,


    Zitat

    Das kleine Volk zieht sich Ammebienen von unten und drei Wochen später hat es bestimmt schon fünf Brutwaben dann kann man die Völker wieder trennen.


    Ich bin ganz deiner Meinung. Das sollte allerdings rechtzeitig geschehen ( an einem wärmeren sonnigen Tag), falls noch mal ein ordentlicher Temperatursturz eintreten sollte bzw. zu erwarten ist. Schwache Völker oder Reserveköniginnen in solchen Völkchen hätten dann eine geringe Chance, zu überleben.

    Viele Grüße aus Niedersachsen


    Martin