Publikationen Liebig?

  • Moin, moin,
    hat jemand einen Link für mich zu Liebigs Publikationen bezüglich der Zahlen beim Bienenvolk?
    Wenn er gezählt und gemessen hat, muß es eine Studie gewesen sein, die ja auch irgendwo veröffentlicht sein muß.
    Ich finde bloß nix......

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Link habe ich nicht, gute Lektüre ist die Festschrift zum 30jährigen Bestehen der Gesellschaft der Freunde der Landesanstalt für Bienenkunde - Hohenheim aktuell. Erschienen 1994? Die Entwicklung von Bienenvölkern wird anhand der Populationsschätzung dargestellt (Reizen, Fütterung, Wanderung, Frühjahrsentwicklung,...)
    Diese und die aktuelle gibt es auf dem Hohenheimer Tag zu bekommen...


    Gruß
    Simon

  • Hallo, Simon,
    dankeschön, aber sowas hab ich alles schon von den Schweizern, auf der apis.admin.ch ist jede Menge zum Schätzenlernen und Üben und deren Tabellen, etc.
    Ich suche halt explizit diese Liebigstudie.
    (die deutschen Institute sind verdammt un-mitteilsam, was sowas download-mäßig angeht, kein guter Kundenservice. Denken die, deutsche Imker gehen nicht ins Internet, weil zu alt?
     :wink: In anderen Ländern ist es echt einfacher)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Die Festschrift ist eine Zusammenfassung vieler einzelner Untersuchungen (von 89-93), die damals auch in der "Bienenpflege" zu lesen waren. Es handelt sich um eine Sammlung an Fragestellungen mit "vielen Zahlen" in verschiedenen Formen. Es gibt nicht die explizite Studie. Was interessiert dich denn genau?


    Gruß
    Simon

  • In meinem Gerstung steht auf S.63, daß "es feststeht, daß sie (die beiden Eierstöcke der Königin) täglich 2-3000 Eier zu produzieren vermögen".
    Wenn doch angeblich bei 40.000 Brutzellen Schluß ist, was einer Legeleistung in 21 Tagen von 1900 Eiern/Tag gleichkommt, dann hätte die Königin bei 3000 Eiern pro Tag nur 13,3 Tage zu tun, und bei 2500 16 Tage, danach dann ein paar Tage frei ;-)
    Jetzt frage ich mich natürlich, ob jemals wer bei einem WIRKLICH unbegrenztem Brutraum mal gezählt hat, wie viele Zellen und Eier und Bienen tatsächlich dabei rauskommen...
    Ich meine, wenn der Liebig auch nur mit zwei BR gearbeitet hat, ist das ja auch kein unbegrenzter Brutraum in diesem Sinn, zumal er ja auch mit Gitter arbeitet, Muttern also nicht mal eine Illusion davon hat, sondern ganz klare Grenzen.
    Aber ich merk schon, ich werd selbst zählen/schätzen müssen..... :roll::wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • hallo Sabine ich finde der Liebig hat einen zu argen tunnelblick


    hab Mal mit ihm telefoniert und der hält nur noch was er macht für Gut die anderen Sachen kann man alle vergessen nur noch Seins ist gut


    ich finde er sollte auch schauen was andere machen weil der Liebig ist bestimmt auch nicht Meister richtig und unfehlbar

    Ich fange zwar erst mit dem Imkern an und hab jetzt schon 11 Völker, aber ich möchte einen angemessen Preis für meinen Honig bekommen. Es gibt viele die sich denken: "Was nix kostet ist auch nix". Und außerdem machen diejenigen, die Dumpingpreise verlangen den Honigpreis kaputt

  • Hallo allerseits,


    der Liebig hat sich der Sache wohl von verschiedener Seite angenähert.


    Ich habe da einen Artikel aus dem Bienenjournal 2/2001 gefunden, in dem er die Frage stellt: "Wie stark wird ein Bienenvolk tatsächlich?"


    Da stellt er erstmal eine Auflistung der Ausagen von 16 Autoren von 1896 bis 1997 zur Größe eines Bienenvolk und zum maximalen Brutumfang auf.
    Die Zahlen zur maximalen Größe des Bienenvolkes schwanken zwischen 20.000 und 100.000. Der Schwerpunkt liegt bei 60.000 bis 80.000.


    Die Erfahrungen in Liebefeld und Hohenheim während vieler Jahre und an vielen hundert Völkern vorgenommenen Messungen ergäben als Maximum sehr selten mehr als 50.000 Bienen. Der Durchschnitt liege über viele Jahre bei 30.000 Bienen und schwanke zwischen 25.000 und 40.000 Bienen.


    Dann stellt Liebig die Frage, wie die unterschiedlichen Angaben in der Literatur zu erklären sind.
    Als Begründung führt er die Schwierigkeit an, die Bienenzahl eines Volkes wirklich korrekt zu erfassen.
    Gerade bei in mehreren Räumen gehaltenen Völkern sei das sehr schwierig und führe in der Regel schnell zu überhöhten Werten.


    Dagegen sei die Zahl der Brutzellen eines Bienenvolkes leichter und genauer zu erfassen.


    Und hier stellt er nun fest, das die aufgeführten Autoren, die in der Zahl der Bienen erheblich von einander abweichen, bei der Zahl der maximalen Brutzellen dichter beieinander liegen, in der großen Mehrzahl bei 40.000 Brutzellen. Das entspreche auch den Zahlen, die in Liebefeld und Hohenheim gesammelt wurden.
    Die Aussage, das ein Brutnest normalerweise maximal 40.000 Brutzellen umfaßt ist also nicht alleine von Liebig aufgestellt worden.


    Liebig hat dann weitere Untersuchungen und Überlegungen angestellt.


    Wenn bekannt ist, wie sich die Zahl der Brutzellen entwickelt, kann ich berechnen, wie sich die Zahl der Bienen entwickelt.


    Wenn ich jetzt noch den Anfangsbestand des Bienenvolkes habe, kann ich ungefähr die Zahl der Bienen vorhersagen, die ich im Volk in den einzelnen Monaten finden müßte.


    Liebig hat nun die Zahl der Brutzellen bei einem konkreten Volk gezählt, und danach berechnet, wie hoch die Bienenzahl zum Beispiel zum Populationsmaximum im Juli liegen müßte, wenn die Bienen
    a) eine Lebenserwartung von 3 Wochen und
    b) eine Lebenserwartung von 6 Wochen haben.


    Bei a) hätten ca 45.000 Bienen im Volk sein müssen und bei b) ca 85.000 Bienen


    Sein Ergebnis: Das Maximum der Brutzellen lag Ende Mai bei 42.800.Tatsächlich waren Anfang Juli "nur" ca. 42.000 Bienen vorhanden.


    Liebig kommt nun in dem Artikel zum Schluß, das die Lebenserwartung der Biene entgegen den Angaben in der Literatur, in den Sommermonaten nicht bei 3 oder 6 Wochen sondern eher bei 2 Wochen liegt.


    Fazit:


    Die Zahl eines Bienenvolkes hängt nicht nur von der Zahl der Legeleistung der Königin und damit der Größe des Brutnestes ab.


    Mmindestens genauso wichtig und ein begrenzende Faktor ist die Lebensdauer der einzelnen Bienen.



    Selbst wenn die Königinn jeden Tag 2000 Eier legt, hört das Wachstum des Volkes in dem Moment auf, in dem die ersten 2000 gelegten und geschlüpften Bienen das Ende der Lebenserwartung erreicht haben und wieder sterben.
    Ab dann bleibt bei gleichbleibender Legeleistung der Königin die Zahl der Bienen nur noch konstant.




    Dazu kann man/frau jetzt wunderschöne Berechnungen anstellen.



    Viele Grüße Hubert



















  • Hallo, Hubert,
    dankeschön für diese ausführliche Auskunft!


    Jetzt juckt es mich natürlich, die Überlegungen von Hans Wille einzubringen, aber leider ignoriert die Schweiz mein Anfrage nach dem Bezug des Originalartikels. :cry:


    Wille sagt aber ganz klar, daß seine Sommerbienen etwa 30-35 Tage leben, aber wenn alle tatsächlich geschlüpfte Brut so alt würde, würden die Kisten platzen vor Übervölkerung.
    Was passiert also, wenn man ziemlich große Kisten bereitstellt, also wesentlich mehr Platz schafft?
    Und eben nicht nur im Frühjahr langsam Platz zugibt, sondern richtig viel das ganze Jahr hindurch?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Danke Hubert,
    mit diesen Abgaben kann frau/mann doch rechnen. Darauf habe ich seit längerem gehofft. Sie scheinen doch aktuell zu sein, nicht so abgelagert, wie die von Gerstung.
    Unterschiede könnten dann noch mit der Sorte/Population wie Carnica oder Buckfast erklärt werden können.


    Viele Grüße
    Peter

    Vernunft verwirrt Dogmatiker! (Prof. Dr. H. Lesch)
    ----------------------------------
    Start 2004 mit Eifel-Carnika; 5 Völker in Lagerbeuten nach Bremer und Golz; fast Öko-Betriebsweise.

  • :-? Es hilft nix, ich werd selbst schätzen und zählen müssen, mit der Liebefelder Anleitung geht das aber ganz gut.
    Und das Lebensalter von BIenen: frisch geschlüpfte markern, und abwarten, eine andere Möglichkeit seh ich da nicht.
    Und irgendwann benenne ich meine Firma in Privates-Forschungs-&- Exerimental-Bienen-Institut um... :P:lol::lol::lol:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hi,


    das Alter wird meines Erachtens rein von der Arbeitsintensität und von der jeweiligen Tracht zum größten Teil abhängig sein und natürlich, wie Peter sagte von der Rasse.


    Christ meinte: gibt er dem Schwarm zuviel Zargen. ist der nicht mehr gewillt weiter zu bauen (sozusagen: es ist hoffnungslos, das Raumangebot, das schaff ich nie), sagt er so schön.


    Demnach wär ein unbegrenztes Raumangebot nicht das Optimum.


    Gruß Simmerl

  • Hallo, ich hätte auch eine Frage zu Liebig. Es hieß da mal, es würde ein Buch rauskommen mit dem Titel "Das Bienenvolk. Was Bienen tun und Imker glauben" oder so ähnlich. Das wird auch in seinen anderen Büchern beworben. Weiß jamnd was darüber, obn das schon erhältlich ist oder ob sich da was verzögert hat??


    Schönen Dank
    Markus