Bienenhaltung in China & Japan? Tradition?

  • Moin, moin,
    wenn ich überlege, daß die Zeidlerei und damit erste Anfänge einer "Bienenhaltung" erst in Europa im Mittelalter so richtig begann, frage ich mich, ob so alte Kulturvölker wie Japan und China da eine wesentlich längere Tradition haben, und wie die aussieht.
    Honig war zu allen Zeiten und auf allen Kontinenten ein hochbegehrtes Produkt, da kann ich mir nicht vorstellen, daß man sich reineweg aufs Abgreifen von Wildhonig beschränkt hat.
    Weiß da jemand genaueres?
    Das Netz gibt nicht sonderlich viel her (oder ich hab falsche Stichworte).
    Vielen herzlichen Dank im voraus!

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Das Mensch / Biene "Verhaeltnis" hat IMO drei Stadien


    1. Jagd


    Der Mensch sucht nach wilden Voelkern, um den Honig zu rauben. Dabei wird die jeweilige Kolonie getoetet. Dies ist auch heute noch, mit ganz wenigen Ausnahmen und dies erst in den letzten zehn Jahren, der Fall im Gebiet in dem ich lebe.


    2. Bienen haben


    Eine einfache Imkerei, bei der den Bienen geeignete Behausungen angeboten werden. Dies sind in der Regel ausgehoelte Baumstaemme, geflochtenen Koebe, Tontoepfe sowie Flaschenkuerbisse. Diese werden bekoedert, damit Schwaerme einziehen. Ausser Anbietung einer Behausung werden keine weiteren Massnahmen durchgefuehrt. Zumeist werden zur Ernte auch hier die Bienen getoetet.


    3. Bienen halten/pflegen


    Das bedarf wohl keiner weiteren Ausfuehrungen.


    Eindeutig fest steht wohl, dass bereits im Altertum Bienen in Europa gehalten wurden. Aristoteles (384-322 BCE) hat so einiges ueber Bienen geschrieben. Bienen wurden (noch heute) von den alten Griechen in Strohkoerben gehalten. Die Roemer hielten Bienen - wohl am ausfuehrlichsten von Columella beschrieben (siehe: http://en.wikipedia.org/wiki/Columella).


    Eine sehr gutes Buch ist auch (aber teuer) "World History Beekeeping and Honey Hunting", von Eva Crane.


    Ob die Chinesen den Europaern um ein paar Nasenlaengen voraus waren, weiss ich nicht. Allenfalls wurden in Asien auch Cerana gehalten.

  • Hallo Sabine,


    unter Wikipedia mit dem Suchbegriff "Imker" steht allerhand geschichtliches zu dem Thema. Ich glaub, daß die "Domestizierung" oder besser gesagt die wirtschaftliche Betriebsweise der Honiggewinnung sich ähnlich entwickelt hat, wie die ökonomischen Betriebsweisen überhaupt.


    Die heutige Betriebsweise konnte sich erst mit der Industrialisierung richtig durchsetzten, weil die Herstellung solcher Beuten früher gar nicht denkbar war.


    Daran erinnern immer noch die zum Teil heute noch verwendeten Bienenkörbe, die wohl die älteste Tradition bei der Bienenhaltung ist. Zudem ist sie so einfach, daß damit schon gearbeitet werden konnte, bevor Homo Sapiens die Metalle und deren Verarbeitung beherrschen lernte.


    Vor ein paar Wochen kam ein Film im VOX über Bienen, da wurde über afrikanische Menschen berichtet, die Wildbienenvölker suchten, indem sie eine bestimmte Vogelart dazu benutzten, die Völker zu finden. Der Vogel fand die Völker. Die Menschen öffneten diese und gewannen den Honig, und was übrigblieb erfreute den Vogel.


    War ganz interessant...


    M.f.G. Emil

  • [quote='sabi(e)ne']Moin, moin,
    wenn ich überlege, daß die Zeidlerei und damit erste Anfänge einer "Bienenhaltung" erst in Europa im Mittelalter so richtig begann...quote]


    Ihre erste Hoch-Zeit erlebte die Imkerei im alten Ägypten. Die Biene galt als etwas Göttliches, Honig war die Speise der Götter und wurde als Lebendig gewordene Tränen des Sonnengottes Ra angesehen. Um 3.200 v. Chr. waren Bienen in der Hieroglyphenschrift das Symbol der Pharaonen, sie schmückten auch das Siegel der Königin Hatschepsut. Honig war so begehrt, dass Beamte ständig für Nachschub aus Griechenland und Syrien sorgen mussten. Unter Ramses II bekamen hohe Beamte einen Teil ihres Gehaltes in Honig ausgezahlt. Honig war ein wichtiges Zahlungsmittel: Für einen Topf Honig bekam man einen Esel oder ein Rind.


    Eine Vorform der heutigen Imkerei gab es bereits um 2.500 v. Chr.: Die Imker fuhren ihre Bienenstöcke in Tonbehältern mit Booten auf dem Nil hin- und her und liessen die Bienen an geeigneten Stellen ausfliegen. Nachts fuhren sie weiter zu neuen Gebieten. Schon früh war bekannt, dass sich gleichzeitig mit der Honig- und Wachsproduktion auch die Ernteerträge der Obstbauern steigern lassen, wenn die Bienenvölker in Gebiete gebracht wurden, in denen intensive Landwirtschaft betrieben wurde.


    War das Mittelalter und Europa?




    Fragt
    der
    Drohn

  • China und Japan!!!


    Klar waren dort Bienen wenn Sie schon hier waren, oder?


    Aber Mittelalter war eben eine Steilvorlage :lol:


    siehe:


    http://www.yoga-vidya.de/Yoga--Buch/sadhana/Art_Smriti.html


    Auszug:


    „Der Geizhals, der Reichtum hortet, gibt seinen Besitz nicht, erfreut sich aber auch nicht daran. Alles, was er unter Schwierigkeiten angesammelt hat, wird von einem anderen weggetragen, so wie der Honigsammler den Honig wegträgt, den die Bienen gesammelt haben.


    Imker eben.





    der
    Drohn

  • :evil: Die letzten 6 Postings vergessen wir aber mal ganz schnell, ja?
    Mir gehts hier um Bienenhaltung in China und Japan, und zwar nicht die aktuelle, sondern die von früher, falls vorhanden.
    Grmpf.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabine,
    im Teilbereich Kräutertherapie der TCM (Traditionelle Chinesische Medizin ) findet Wachs (Feng La) sowie Honig (Feng Mi) durchaus Anwendung, welchen Stellenwert das dort hat (wie bei uns Apitherapie ) weiß ich allerdings nicht. Aber da nach dieser Kunst schon mehrere tausend Jahre verfahren wird, denke ich das die Chinesen sich der Haltung von Bienen bzw.deren Nutzungsmöglichkeiten durchaus bewußt waren. Von China über Tibet nach Indien isses ja auch nich weit und in meinem ayurvedischem Kajal ist auch Bienenwachs nach traditionellem Rezept.
    Was allerdings Japan anbelangt, wieso altes Kulturvolk? :D 
    Gruß
    Nico

  • Hilft vielleicht nicht wirklich weiter, aber als Ansporn zum weitersuchen steht im schweizerischen Bienenvater: Die Östliche Honigbiene(Apis cerana) kommt sowohl im tropischen als auch im gemässigten Asien vor. Besonder in Japan und China hat die Imkerei eine ebenso alte Tradition wie jene der Westlichen Honigbiene im europäisch-afrikanischen Raum.


    Eine Abbildung zeigt eine Bambus-Trogbeute. Schaut hübsch aus mit Füsschen dran- wie Omas Nähkörbchen.


    Damit ist´s aber auch aus mit der Betriebsweisenbeschreibung im Buche.
    Schade eigentlich