Qualitätskriterien im "Einheitsglas" Es geht doch!

  • Hallo Imkers,
    meine Meinung zur laschen Handhabung der Qualitätskriterien zur Vermarktung im "Einheitglas" hab ich ja schon kundgetan. Da ich aber nicht nur meckern will (vom Ansatz her ist die "Markenstrategie" ja gut gedacht gewesen), möchte ich auf die Diskussion in der Zeitschrift "Die Biene" Februar 2007 S. 11 verweisen.
    Dort wird die weitergedachte konsequente Umsetzung der Qualitätskriterien ind Luxemburg erwähnt:

    Zitat

    In Luxemburg wird jede Charge Honig, die unter der nationalen Marke (neutrales Honigglas mit rotem Deckel) verkauft werden soll, einer chemisch-physikalischen und organoleptischen Prüfung sowie einer Pollenanalyse unterzogen. Erst dann erhält der Imker (also Erzeuger, kein Abfüller) die entsprechende Anzahl durchnummerierter und nach dr EU-Norm beschrifteter Etiketten zur Verwendung auf den betreffenden Honiglose. Der Honig darf nicht erwärmt werden, d.h. bevor er fest wird muß er in den Gläsern sein.


    Also, es geht doch!, Wenn auch nicht in D, dann doch bei den europäischen Nachbarn!


    Damit wäre auch das leidige Thema "Fehlerhafte Sortendeklaration" erledigt.


    Gruß
    Ralph

  • Hallo rst
    In Luxemburg wird jede Charge Honig, die unter der nationalen Marke (neutrales Honigglas mit rotem Deckel) verkauft werden soll, einer chemisch-physikalischen und organoleptischen Prüfung sowie einer Pollenanalyse unterzogen.
    Würde bei uns in Deutschland sowas überhaupt Sinn machen und ist dies erforderlich ? Die Geschichte ist überhaupt nur Stichprobenartig finanzierbar, es sei denn man findet nee Untersuchung die bezahlbar ist.
    Totale Kontrolle bleibt Wunschdenken und ist nicht durchführbar.Wenn sich jede Imkerin und Imker an die Gesetze und Vorschriften hält macht nee Überprüfung jedes Honigloses eigentlich da Sinn??? Dann bei der Pollenuntersuchung mit dem Ziel der Sortenbestimmung oder Festlegung ok aber was würde das dann für viele verschiedene Honigsorten auf den Markt bringen, wird dann nicht der Verbraucher mit sowas verwirrt??? ist doch nur was für echte Honig-Kenner und für den normalen Verbraucher nicht förderlich oder nachvollziehbar.
    Da stellt sich bei mir noch die Frage obs im Luxemburg auch nee Lebnsmittelüberwachung nach unseren Standart gibt oder machen die son Aufwand wegen fehlender Staatlicher Überwachungsorgane könnte doch möglich sein das da alles ein wenig lauer läuft,oder???
    Überwachung und Kontrolle muss sein nich das jemand denkt oder den Eindruck gewinnt ich halt das für überflüssig


    imkerliche Grüße

  • Ich habe Verwandschaft in Luxemburg, ich kenne also zumindest die Einstellung von ca 20 Luxemburger. Diese Zahl ist sicherlich nicht representativ.
    Was mir aber hinsichtlich der Lebensmittel, und auch des Honigs, auffiel: Die Luxemburger konsumieren zuerst die Lebensmittel aus dem eigenen Land bevor sie auf Importe ausweichen. Der Preis spielt dabei eine untergeordnete Rolle.
    Hier sehe ich eine großen Unterschied zwischen Deutschland und Luxemburg, der Nationalstolz. Bei uns spielt es keine Rolle, woher das Produkt kommt, hauptsächlich billig. Ob davon die eigenen Arbeitsplätze abhängen ist nebensache.
    Wie schon gesagt, das ist die Haltung von einer kleinen Gruppe Luxemburger, aber ich traue mir nach jahrenlangen Besuchen in Luxemburg zu, zu behaupten, diese Einstellung ist weitverbreitet.
    Diese Einstellung läßt es auch zu, dass der Staat die eigenen Produkte gut überwacht und die Kosten auf den Verbraucher umlegt. Die Lebensmittel sind in Lux. teurer wie bei uns.


    Gruß
    Werner

  • Hallo Herby,
    du hast ja aufgezählt, warum es deiner Meinung nach in D keinen Sinn machen würde.
    Aber die Tatsache, dass nur die Erzeuger und nicht die Abfüller diese Etiketten verwenden dürfen, sollte doch abschauenswert sein? Oder?


    Gruß
    Ralph

  • Hallo rst
    Eigentlich ist für mich da ehr das Produkt b.z.w. die Ware das wesentliche und entscheidene.Ich finde in Bezug auf Honig in unserem Land, bei den Imkern ist noch nicht angekommen das es der bessere Weg währe wenns noch mehr Abfüller für deutschen Honig gäbe,anstatt gegen sowas zu schimpfen, dann könnte die Vermarktung des deutschen Honigs besser zum tragen kommen. Die Erzeugung ist das eine und die Vermarktung das andere leider hat das nach meiner Meinung die Imkerschaft noch nicht richtig erkannt.Man kann das ja an anderen erzeugten Produkten der Landwirtschaft leicht nach vollziehen.wenn man nur mal den Obstanbau als kleines Beispiel durch denkt da würde das Prinzip der Imker zum aufhören zwingen,denn wo sollen die hin mit der erzeugten Ware??? gut Obst wird meistens weiter verarbeitet aber im Grundgedanken lieg ich bestimmt nicht so falsch
    naja ist ja alles Ansichtssache
    auf jeden Fall mal
    imkerliche Grüße

  • Werner Egger schrieb:

    .......... Die Lebensmittel sind in Lux. teurer wie bei uns.


    Gruß
    Werner


    anders gesagt: nirgens ist Essen so billig wie bei uns!


    das Wort Lebensmittel ist für manches schon garnicht mehr zutreffend!


    Die Geschichte des DIB Glases und seine Entstehung war im Grunde damals von den Vätern sehr weitsichtig! auch in D gibt es Verbraucher die einheimische Ware vorziehen vor den Importierten!


    Es gab damals als das DIB Glas entstand eine ähnliche Situation wie heute, daß nehmlich die Preise der Importhonigen den Imker vor allem den damaligen Berufsimkern das Leben sehr schwer machten! und das DIB Glas half damals wirklich zu deutlich höheren Preisen! (+50% und mehr)


    Einige Unterschiede zu Heute gibt es natürlich schon! so kostet heute eine Honiganalyse proportional weit weniger! und wird ja mit EU Geldern sogar richtig kräftig gefördert!


    Ich versteh daher überhaupt nicht warum man nicht jede Charge auch bei uns untersuchen lässt! allein die Verantwortung die heute auf dem Produzenten lastet mit Rückverfolgbarkeit etc. zwingt einem ja fast dazu!


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Werner Egger schrieb:

    Die Lebensmittel sind in Lux. teurer wie bei uns.


    Und bei uns ist Hundefutter teurer als Lebensmittel...
    Wo sehen viele Verbraucher Einsparpotential, natürlich, bei den Lebensmitteln und wofür...?
    Von bedauerlichen Ausnahmen abgesehen: typisches Verhaltensmuster des Konsumviehs!


    Manne

  • Hallo Imkers,
    ich finde auch noch den letzten Satz bemerkenswert.

    Zitat

    Der Honig darf nicht erwärmt werden, d.h. bevor er fest wird muß er in den Gläsern sein.


    Für alle die viel Honig produzieren sicherlich ein riesen Problem. Doch für mich, der nicht nur Honig produziert, sondern auch viel Honig konsumiert, ist das ein ganz wichtiges Kriterium. Jedesmal wenn ich Honig von anderen Imkern esse frage ich mich, wurde der Honig wirklich schonend erwärmt. Wenn ich nur an die Imker in unserem IV denke, da hat so jeder seine eigene Methode. Bei einigen spielen Bequemlichkeit und Unwissenheit sicherlich eine große Rolle. Ich bin als Anfänger auch noch auf der Suche nach einer einfachen und schonenden Variante.
    Viele Grüße
    Peter

  • und bei den meisten fehlts auch am richtigen Gerät!


    knauseren rum wenn man einige Hundert Euros hinlegen muß um was Gescheites zu bekommen!


    das ist die andere Realität!


    und bitte was ist der Unterschied ob ich meinen Honig 8 Tage länger im Volk lasse bei sagen wir mal 28°C?


    erklär mir mal einer das?


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • the czar schrieb:

    Hallo Imkers,
    ich finde auch noch den letzten Satz bemerkenswert.

    Zitat

    Der Honig darf nicht erwärmt werden, d.h. bevor er fest wird muß er in den Gläsern sein.


    Für alle die viel Honig produzieren sicherlich ein riesen Problem.


    Hallo,


    diese Aussage verstehe ich nicht ganz. Jeder Imker weiß doch in Etwa wieviel Honig er in einem Jahr verkaufen kann. Somit dürfte es auch für grössere Betriebe kein Problem sein nur soviel Honig, oder auch noch einige Hundert kg mehr in Gläser abzufüllen. Was übrig bleibt kommt gleich in Fässer und wird an Großhändler verkauft.
    z.B. Wenn jemand 5t Honig produziert und weiß dass er nur 2t über Direktvermarktung absetzen kann, dann füllt er eben gleich die 2 Tonnen oder 2,2 Tonenn in Gläser ein und den Rest in große Gebinde.


    Api

  • Hallo, Api,
    das wird gewiß kein Imker so machen!
    Dafür sind die Ernten viel zu unterschiedlich, und niemand kann es sich leisten, seinen Kunden in einem schlechten Jahr zu sagen, sorry, ausverkauft.
    Kunden, die einmal woanders kaufen, bleiben dann im allgemeinen auch da.
    Und bei DEN Preisen, die die Großhändler zahlen - nein, danke, das rechnet sich einfach nicht. Dann lieber mehr Arbeit in die Vermarktung stecken und aus dem Grundprodukt einen Mehrwert schaffen, z.B. durch Met oder wasweißich.
    Kunden wegschicken, weil das Produkt ausverkauft ist, ist eine markttechnische Todsünde.
    Und ganz nebenbei, weißt du wirklich, wieviel Platz 2 Tonnen Honig im Glas brauchen im Gegensatz zu 300kgFässern? :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Also ich seh das schon etwas anders.


    Ein Berufsimker hat mitten in der Saison eh alle Händevoll zu tun! Königinen Ableger Schwarmtrieb das ist für viele nicht ganz nachvollziehbar was das alles für Arbeit macht!


    und jetzt soll ich da mitten drinn auch noch den ganzen Rapshonig in Gläser abfüllen? vielleicht auch noch vorher Cremig rühren?


    dazu hab nicht mal die Rührkapazität!


    und die Gläser? wieviele in 250g und wieviele in 500g? das weiß ich doch nicht fürs ganze Jahr im Voraus, was ich verkaufen kann? und die brauchen auch Platz! und ich muß sie dazu noch vorfinanzieren!


    Also ich denke das kann machbar sein für 20 Völkerimker aber mit 200 da haste ernsthafte Logistigprobleme!


    und wer kauft schon einen grobkristalierten Weißtannenhonig?


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!