Futter, oder wohin mit dem Rest ?

  • Liebe virtuelle CB-Schwarmverhinderer,
    als Voraussetzung zur Schwarmverhinderung wird angenommen, dass das Futter während der Frühjahrsentwicklung niemals knapp werden sollte. Die untere Grenze wird schwammig als "Reserve" beschrieben. Wird die "Reserve" erreicht, beginnt die Schwarmvorbereitung mit der Brutnestreduktion kombiniert mit verhonigendem Brutnest, unabhängig von der Entwicklung/Tracht des Volkes. Ein Volk das genügend Futter hat (über dem Brutnest), versucht dieses in Brut umzusetzen. Mal davon abgesehen, dass ich vollkommen andere Beobachtungen im Zusammenhang Futterstand/Brutenwicklung->Schwarmstimmung gemacht habe, interessiert mich der Verbleib des Futters. Ist es doch so, dass das Winterfutter (unbeachtet der Zusammensetzung) beim CB absolut notwendig ist, besonders das gedeckelte Futter hat in angewandter Methode besonderen Effekt in der folgenden Erhöhung des Bienen/Brutverhältnisses gegenüber konventioneller Betriebsweise. Wenn das Volk nicht auf Honig überwintert, vermischt sich das Winterfutter mit dem Honig, zumindest die Methode beschreibt eine Alternierung des Winterfutters mit den leeren, noch zu füllenden Honigwaben?
    Neben der abwechselnden Anordnung der Waben in den oberen "Honigzargen" gibt es noch Futterwaben die den Brutraum überdecken sollten. Das bedeutet, dass sich über dem Brutnest eine Zarge Futterwaben befinden muss.
    Muss mit einer zweifelhaften Honigqualität oder nur mit einer leichten Impfung mit Fremdkohlenhydraten gerechnet werden?
    Futterwaben hätte ich genügend, Zargen mit ungeschleudertem Honig ebenfalls. Welche Vorgehensweise wäre der Honigqualität am zuträglichsten und der Effekt auf die Brutenwicklung am deutlichsten sichtbar?


    Gruß
    Simon

  • Moin, moin, Simon,

    Zitat

    Neben der abwechselnden Anordnung der Waben in den oberen "Honigzargen" gibt es noch Futterwaben die den Brutraum überdecken sollten. Das bedeutet, dass sich über dem Brutnest eine Zarge Futterwaben befinden muss.


    Nein, da hast du was mißverstanden.
    Die beiden Zargen mit den abwechselnden Waben werden zum Brutnest, das sich da hinein ausdehnt, und darüber kommen erst die noch leeren HR. Mehr nicht.
    Eine volle Futterzarge über dem Brutnest würde ja den gegenteiligen Effekt hervorrufen: wir haben genug Honig über Kopf, laßt uns schwärmen.....
    Das Futter in den beiden CB-Zargen wird verbrütet, bis auf eben jene Reserve, eben weil das Brutnest am Stück bleibt und Platz braucht.
    Es funktioniert auch tatsächlich nur in eben dieser Kombination, mit MW statt Leerwaben oder Anfangsstreifen oder Wabenanfängen wird das nix, im Gegenteil.
    Daß da großartig was umgetragen wird, konnte ich bislang nicht beobachten, aber garantieren kann dir das keiner, logischerweise.
    Das ist z.B. ein Grund, warum ich mich entschlossen habe, grundsätzlich auf Honig zu überwintern, und auch Honigwaben fürs CB zusammengesammelt habe.
    Ich will da einfach nix riskieren, was meine Honigqualität angeht, und für die Bienen ist Honig im Frühjahr sowieso besser (hat sich schon mal wer Gedanken über die Bedeutung der PollenÖLE für die Bienenernährung gemacht? Kein Lebewesen auf Erden ernährt sich fettfrei....)

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:


    Ich will da einfach nix riskieren, was meine Honigqualität angeht, und für die Bienen ist Honig im Frühjahr sowieso besser (hat sich schon mal wer Gedanken über die Bedeutung der PollenÖLE für die Bienenernährung gemacht? Kein Lebewesen auf Erden ernährt sich fettfrei....)


    aus einem Artikel. "Honey Bee Nutrition And Supplemental Feeding"


    link > http://maarec.cas.psu.edu/bkCD…nutrition_supplements.htm


    Zitat

    Lipids
    Information on the nutritional need for dietary lipids (fatty acids, sterols, and phospholipids) in honey bees is fragmentary and inconclusive. Generally, lipids are used for energy, synthesis of re serve fat and glycogen, and for the functioning of cellular membranes. The lipid composition of adult bees differs from that of pollen. However, a phospholipid found in pollen also is found in the body tissue of adult bees. Another substance, 24-methylene cholesterol, also found in pollen, is the major sterol of the body tissue of adult queen and worker bees. Possibly, certain lipids have a significant role in the lubrication of food when it is ingested and prepared for absorption. All insects studied critically were found to require a dietary sterol; therefore, it is reasonable to assume the honey bee also requires this lipid.


    ganz kurzgefasst:


    Die vorhandenen Information uber den Bedarf an Lipids der Honigbiene ist unvollstaendig (bruchstueckhaft). Ganz generell werden lipids als Energie, zur Sinthese von Fettreserven und Glycogen, sowie fuer das funktioneieren von Zell Membranen benoetigt. Die Lipid Zusammensetzung der erwachsenen Biene ist nicht gleich der von Pollen. Jedoch findet sich ein phospholipid von Pollen findet sich auch im Gewebe von erwachsenen Bienen. Eine andere Substanz, 24-methylene cholesterol, das ebenso in Pollen vorkommt, ist das Haupt Sterol des Gewebes der erwachsenen Bienen und der Koenigin. Moeglicherweise haben gewisse lipids eine wesentliche Rolle als Schmiermittel bei der "Nahrungsaufnahme" und Absorption. Saemtlich Insekten studiert benoetigen Sterol in ihrer Diaet, daher kann davon ausgegangen werden das dies auch bei der Biene der Fall ist.


    so ungefaehr.


    Im Uebrigen wird Zucker Sirup in der Literatur praktisch der gleiche Stellenwert als Futtermittel wie Honig eingeraeumt. Allerdings fuettern ja auch sehr viele Patties - mit oder auch ohne Pollenanteil.

  • :D Thx!
    Also ein weiteres noch zu erforschendes Gebiet...
    Wenn man sich anschaut, welcher hype um die omega-3-Fettsäuren in menschlicher Ernährung in der westlichen Welt entstanden ist, dann sollte man der Ernährung der Bienen vielleicht auch noch mal einen näheren Blick gönnen.


    Daß Zucker als Kohlenhydrat dem Honig gleichzusetzen ist, will ich ja nicht abstreiten, aber wir verkaufen immerhin den Honig als "viel mehr drin als im Zucker!", und so gesehen, sollte er dann auch für die Bienen gesünder sein.
    Die Patties, egal ob mit oder ohne Pollen, bestehen aber doch zu einem großen Teil aus getoastetem Soja, und das ist ebenfalls fetthaltig. Wobei ich angesichts der Unmöglichkeit, nicht gen-verändertes Soja kaufen zu können, so etwas sowieso ablehne.
    Ich bin kein Öko-Freak, aber manche Sachen müssen nicht sein.

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  • sabi(e)ne schrieb:

    Die Patties, egal ob mit oder ohne Pollen, bestehen aber doch zu einem großen Teil aus getoastetem Soja, und das ist ebenfalls fetthaltig.


    Neuere Rezepte haben sich in Richtung Bierhefe oder einfache Trockenhefe (wie beim Backen verwendet) verlagert. Teilweise wird ueberhaupt kein Soja verwendet, teilweise bis zu 20 Prozent.


    Vitamin C hat sich als "Anlockmittel" bewaehrt, das heisst Vitamin C macht die Patties attraktiver fuer die Bienen (D. Murrel)


    Man kann den Sirup auch "invertieren", was ihn dem Honig noch aehnlicher macht,

  • :lol: Jo, das mit dem Vit. C predige ich hier auch schon zwei oder drei Jahre, und invertieren von Zuckerlösung durch Milchsäure gab es hier schon vor dem 2. Weltkrieg :wink:

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    Bruce Springsteen

  • Zitat

    Eine volle Futterzarge über dem Brutnest würde ja den gegenteiligen Effekt hervorrufen


    Nochmal im Heft nachgeschaut, dort ist auf S.44 der Zustand nach dem Eingriff in das Winterfutter dargestellt. Die Zarge über der Brut ist mit "Honey" voll. Die Abbildung widerspricht doch der Intention des CBs? In diesem Zusammenhang auch die Aussage über den Futterstand "Reserve" als Schwarmursache. Es soll immer "genug" Futter da sein, sobald es aufgebraucht ist, kommt das Volk in Schwarmstimmung, "backfill" folgt. Wird durch das auseinanderreißen der Honigreserve durch die Leerwaben dem Volk nicht auch vorgemacht, dass das untere Limit der Reserve erreicht wurde? Abbildung S. 17. Welcher Versorgungsstatus soll dem Volk durch CB nun vorgemacht werden?
    Wie ein "konventioneller" Imker die Futterwabenverteilung vornimmt, kann ich mir nicht vorstellen, es besteht die Gefahr, dass der vorgesehene Brutraum zum Honigraum wird. Die Verteilung der "Futterwaben" könnte durchaus problematisch werden, da sich Brut darauf befinden könnte. Wie wird beim CB mit diesen schwach bebrüteten Waben umgegangen. Um die Wirksamkeit in Zanderräumen zu bekommen müssten demnach zwei weitere Bruträume verschränkt aufgesetzt werden. Das würden dann vier Bruträume + die Honigräume geben. Normalerweise werden überschüssige Waben entnommen, da sie bei konventioneller Betriebsweise mit Beginn der Kirschblüte nicht mehr verbrütet werden.


    Gruß
    Simon

  • :lol: Hallo, Simon,
    das ist das vorletzte Kapitel, wo die Anfänge beschrieben werden. Das BIld, was du meinst, war der erste Versuch, da was zu drehen, und keinesfalls die Endversion!!!! :wink:


    Der Versorgungsstatus, der dem Volk vorgemacht wird, ist der, daß sie noch zuviel Futter und zuwenig Brut zum Schwärmen haben: keine geschlossene Honigkappe ÜBER dem Brutnest.

    Zitat

    es besteht die Gefahr, dass der vorgesehene Brutraum zum Honigraum wird. Die Verteilung der "Futterwaben" könnte durchaus problematisch werden, da sich Brut darauf befinden könnte.


    Nein, wird er nicht, er wird ganz eindeutig Brutnest. Über 3 Zargen.
    Erst dehnt es sich bis da oben hin aus, und zieht sich dann langsam wieder zusammen.
    Nach dem Einfüttern sollten sie in der mittleren sitzen und in der obersten das Winterfutter haben.

    Zitat

    Um die Wirksamkeit in Zanderräumen zu bekommen müssten demnach zwei weitere Bruträume verschränkt aufgesetzt werden


    Nein! Wenn zwei Langstroth-mediums oder deeps reichen, dann reichen auch zwei Zanderzargen als 2. und 3.BR, wie kommst du auf 4?
    Bei mir ist die unterste der 3 überwinterten im Frühjahr (März) leer, wenn dein Brutnest *zwischen* 1.und 2. sitzt, hast du natürlich recht, dann brauchst du dieses Jahr insgesamt 4, zumindest vorübergehend.
    Umstellung ist meistens unbequem, frag mich mal, ich hab 2 verschiedene Wabenmaße.. :roll:

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    Bruce Springsteen

  • OK, das Script hat so seine Tücken? Die Abbildung Figure 8 ist eine Dokumentation eines Vorläufers? Das hätte man dann aber auch dazuschreiben können, steht niet davon im Text?
    Mit zwei Zanderräumen könnte der Brutsitz kritisch werden; man wird sehen.


    Gruß
    Simon

  • Simon,
    ich hab null Ahnung von Zander, aber es ist dem Langstroth deep sehr ähnlich, oder?
    Und wenn das Ganze mit mediums da klappt, was 2/3 entspricht, warum sollte es bei dir nicht klappen?
    Du unterschätzt ganz gewaltig, was da für Mordsbrummer an Völkern rauskommen, falls Wetter & Tracht mitspielen. :lol:

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    Bruce Springsteen

  • Hallo CB-Tester,
    bei starken Völkern wird der Honig aus den Futterwaben zum Teil umgetragen und vermengt mit dem frisch eingetragenen Nektar in die leeren freien Waben gelagert. Sehr gerne tragen die Völker den Honig in die leeren CB-Waben über das Brutnest.

    CB-Leerwabe


    Der Geschmackstest sagt eindeutig Fichten-Blütenhonig.
    Den Zucker aus Futterwaben wird man vermutlich nicht rausschmecken.



    Diese ehemals randvolle gedeckelte Waldhonigwabe, die im Kern der dritten Zarge jetzt bebrütet wird, wurde in kürzester Zeit zum Brüten geleert. "Verbrütet" wurde der Honig nur zu einem geringen Teil.
    Man sollte bei den Versuchen auf die Honigqualität achten.


    Gruß
    Simon