Wie sehr wird die Imkerei unter NawaRo zu leiden haben?

  • Moin, moin,
    ich mache mir gerade so meine Gedanken über Landwirtschaft allgemein, der Trend geht irgendwie wirklich hin zum Energiewirt, grade in Bayern gibt es wohl schon mehrere Ecken, wo sämtliche Bauern nur noch Materiallieferanten für das nächste Kraftwerk sind.


    Wie wird sich das auf die Imkerei auswirken?


    Rapsanbau hat in den letzten Jahren stark zugenommen, liefert aber Pollen und Honig, da haben wir also schon was davon, wenn aufgrund der Mittel nur beschränkt.
    Aber was hätten wir von Pappel-UmtriebsÄckern oder Miscanthusfeldern, wo die Fläche jeweils für 25 Jahre gebunden ist?
    Mit Weiden als Hackschnitzelgrundstoff könnten wir auch noch leben, zumindest im Frühjahr, aber was passiert, wenn tatsächlich immer mehr windbestäubende Kulturen wie Getreide inkl. Mais angebaut werden, und der Rest Hackschnitzelpflanzen?


    Was macht dann so eine arme Socke von Kollege mit seinen Bienen mitten in der Agrarwüste?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:


    Was macht dann so eine arme Socke von Kollege mit seinen Bienen mitten in der Agrarwüste?


    Ganz ganz einfach, Sabine, er hört auf zu imkern und
    kauft seinen Honig beim nächsten Verrückten, der noch nicht
    aufgegeben hat.


    Gruß
    Manne

  • Hallo Sabine,
    solange das neue Zeugs nicht schädlich (giftig) für unsere Bienen ist, sehe ich das alles halb so schlimm. Es würden sicherlich einige Imker aufgeben :cry: aber dafür wird deutscher Honig vielleicht knapp und teuer.
    Am besten es versucht schon heute jeder (nach seinen Möglichkeiten) das Trachtangebot zu verbessern, auch wenn der Faktor Zeit und Geld unser größter Gegenspieler ist.
    Viele Grüße Peter

  • Werte Kollegen,


    meine Prognose ist so:


    Die Landschaft wird noch mehr verarmen, das Ausbringen von Pestiziden wird noch rücksichtsloser (weil Rückstände ja kein Problem darstellen), die Gentechnik wird noch ein begründetes Einfallstor mehr bekommen und für die Fütterung der Fleischberge wird noch mehr importiert aus Ländern, in denen dann noch mehr Menschen an Hunger sterben.


    Imker werden sich dann um Aufstellplätze für ihre Bienen in den wenigen "Natur-Reservaten" schlagen, die dann eingerichtet werden; die meisten Imker werden aussterben, damit aber auch die Bienen, was die Verarmung der Landschaft noch verstärkt.


    Ich verweise auf die Prognose, die Einstein zugeschrieben wird, was geschieht, wenn die Bienen verschwinden.


    Noch ist Zeit ....


    Viele Grüße


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Zitat

    Es würden sicherlich einige Imker aufgeben aber dafür wird deutscher Honig vielleicht knapp und teuer.


    Peter, deutscher Honig IST knapp & teuer, wir haben nur 20% Bedarfsdeckung!
    Ohne jetzt wieder die Preisdiskussion anzufangen: wenn das erst mal wirklich in JEDEM Imkerkopf angekommen wäre, sähe das anders aus.
    Und angesichts der Altersstruktur werden Imker sowieso immer seltener.
    Dann gibt's deutschen Honig irgendwann mal im 100g Glas, weil absolute Seltenheit... :evil:

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    Bruce Springsteen

  • In der Bauernzeitung stand was über Sida(Sida hermaphrodita, auch Virginische Samtmalve oder -pappel) drin. "als spät blühende Tracht aus der bis zu 120 kg/ha Honig gewonnen werden können" Ausserdem als Futter, Dämmstoff und Energiepflanze.
    Das klingt alles erstmal alles andere als beängstigend. In der Erprobung seit 1955 in Lublin in Polen.


    Man kann den Herren und Herrinnen Energiewirten ja auch auf die Sprünge helfen.
    http://www.herzo-agenda21.de/_PDF/Sida.pdf


    Gruß Jörg

    Konfuzius sprach:
    Worte sollen den Menschen etwas sagen - das ist alles.

  • Hallo Sabine


    Ein Landwirt in meiner Nähe hatt in einem Miscanthusfeld
    Weissklee eingesät, zur Unkrautunterdrückung.
    Wenn der Klee nicht untergeht ist das
    eventuell auch nicht schlecht für die Bienen.


    mfg


    Konrad
    [/u]

  • Zum Thema Miscanthus - wir hatten hier in der Gegend einmal eine große Versuchsaktion. Miscanthus, der länger auf einer Fläche steht, unterdrückt alles. Das Zeug wird 2-3m hoch und steht dann in Büscheln. Vor allem Ratten fühlen sich wohl drin. Wenn man sich durchkämpft, springt alle 5 Meter eine davon.


    Das Habitat der Biene ist im Wandel - leider mit negativer Entwicklung. Ich hoffe der Energie-Wahnsinn endet nicht auf den Feldern...vielleicht kommt mal einer zwischendurch auf die Idee, daß sparen besser als produzieren ist.


    Bernhard

  • Danke, Bernhard,


    der Begriff „sparen“ hat während der letzten Jahre
    durch die Werbung einen vollkommen unsinnigen
    Inhalt bekommen: Dadurch, dass man etwas preiswert kauft,
    was man in Wirklichkeit aber gar nicht braucht, könne man sparen.


    Gruß
    Manne