Material Honiglagerbehälter

  • Hallo Ökoimkers,
    eine Frage zur Honiglagerung.
    Ich hab mir grad die Richtlinien der einzelnen Ökoverbände zum Thema Material von Honiglagerbehältern angeschaut.
    Bis heute bin ich davon ausgegangen, dass ich nicht in Plastehobbocks lagern darf.
    Die einzelnen Anbauverbände sprechen aber von "lebensmittelechten" Materialien. Als solches werden die Plastebehälter auch bezeichnet.


    Einzig in der Demeter-Richtlinie wird Glas oder Edelstahl beschrieben und Plaste nur zum Transport (nicht Lagerung!) und Auftragsabfüllung ausnahmsweise benannt.


    Wie wird es nun allgemein gehandhabt. Ich suche nach eindeutigen Pro und Contras für oder gegen Plastebehälter.


    Schaut die Kontrollstelle danach und empfiehlt Edelstahlbehälter?


    Besonders interessiert mich auch die Handhabung unserer Nachbarländer-Bioimker.


    Gruß
    Ralph

  • Hallo windmueller
    Da sieht man mal wieder was für nee gnadenlose Verbrauchertäuschung das mit dem Bio beim imkern ist. Bin mir sicher das der größste Teil der deutschen Imker nach Bio Richtlinen imkern tut und den Begriff eigentlich man nicht braucht in der Imkerei.denn richtig hinterfragt muss eigentlich ein jeder Verbraucher zum zweifelhaften Ergebniss kommen
    deshalb mein Prinzip ich falle als Verbraucher darauf nicht rein und lasse mich mit sowas auch nicht täuschen
    imkerliche grüße

  • Hallo Herby.
    Naja, bist du dir da sicher? Es gehört ja wohl noch etliches anderes dazu, als die Honiglagerung. Und da wird es dann bei vielen Imkern so sein, wie beim konventionellen Landwirt: In Diskussionen der größte Umweltschützer, der fast genau so wirtschaftet wie die ÖKOs, aber wenn man dann genau hinguckt und nachfragt, was da z.Bsp. in der Spritze drin ist, oder warum auf einer ziemlich verdichteten Fläche schon wieder Mais wächst, oder, oder...


    Beim genaueren hinschauen, sind es dann wohl doch nur Lippenbekenntnisse.


    :wink:


    Gruß
    Ralph

  • Lieber Ralph,


    für die Suche nach Argumenten schlage ich vor, einfach die Nase zu fragen, die in einen Plastik-Eimer voll Honig reinriecht, der gerade geöffnet wurde.


    Viele Grüße


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Hallo Ralph,


    Ich halte nicht viel von der Honiglagerung in Plaste, aber bei größeren Honigmengen, sind andere Alternativen teuer. Bis jetzt habe ich allen Honig, direkt gerührt(in Edelstahl) und abgefüllt(in Glas). Bin gespannt ob ich das durchhalten kann. Letztes Jahr hatte ich 15 Trachtvölker, dieses hoffentlich mindestens 40!
    Die Demeter-Richtlinien sind übrigens geändert worden: Lebensmittelechter Kunststoff ist jetzt zur Honiglagerung zugelassen!


    Grüße von Nikolaus

  • Nikk schrieb:


    Die Demeter-Richtlinien sind übrigens geändert worden: Lebensmittelechter Kunststoff ist jetzt zur Honiglagerung zugelassen!


    Darf man dann auch in Styroporkisten imkern ? Wird ja beides aus Erdöl gewonnen und in den Waben kommt der Honig ja noch weniger mit den kästen in berührung, als wenn er in Plastikeimern lagert.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Lieber Nikolaus,


    Deine Information ist nicht korrekt.


    In den unter


    http://demeter-service.de/index.php?id=rili_e


    zu findenden Richtlinien zur Demeter-Bienenhaltung heißt es nach wie vor


    "4.2 Gebindearten, Honiglagerung
    Gebinde zur Abfüllung von Honig dürfen aus folgenden Materialien bestehen:
    - Glas oder Metall
    - Kunststoff (nur zum Zweck des Transportes und bei Auftragsabfüllung,
    nicht zur Lagerung)
    Die Lagerung des Honigs muss luftdicht, dunkel und gleichbleibend kühl
    erfolgen."


    Auch in den mir vorliegenden International gültigen Demeter-Richtlinien ist Kunststoff zur Lagerung nicht zulässig.


    Dies wollte ich hier richtigstellen.


    Viele Grüße


    Michael Weiler

    „Der Mensch hat das Vermögen, sich den Naturgesetzen nicht zu fügen. Ob es Recht oder Unrecht ist, von diesem Vermögen Gebrauch zu machen: das ist der wichtigste, aber auch der unaufgeklärteste Punkt unserer Moral.“
    Maurice Maeterlinck „Das Leben der Bienen“, Jena 1906, 4. Auflage, S. 21

  • Hallo Nikk,
    da ist nichts geändert, aber das habe ich in meinem Ausgangsposting schon so beschrieben:


    Ich bin Demeter dankbar dafür, dass deren Ansatz noch ein weitestgehend konsequenter ist.


    @nds christian
    Lies doch die angegebenen Richlinien erst einmal durch, bevor hier so ein Nonsens stehen bleiben muß.


    Aber auf diese Art und Weise werden Diskussionen zur Ökologischen Bienenhaltung teilweise im Verein geführt. Es werden punktuell Halb- bzw. Unwahrheiten verbreitet. 0b bewußt oder unbewußt möchte ich nicht beurteilen.


    Der Preis für Honiglagergefäße in Edelstahl ist natürlich ungleich höher. Aber erstens ist die Forderung nach Abfüllung vorm Festwerden Lagerkostenreduzierend, und zweitens sollte unser Naturprodukt Honig so wenig wie möcglich mit den "Segnungen" der chemischen Industrie in Berührung komen. Egal, ob Demeter, BIO oder anderswie. Der Honig wird in Plastik garantiert nicht besser! (Für mich erschreckend, wie unkritisch in der Beziehung die französischen Imker in Plasteverkaufsbehälter abfüllen.)


    Gruß
    Ralph

  • Hallo Ralph,

    rst schrieb:

    Aber erstens ist die Forderung nach Abfüllung vorm Festwerden Lagerkostenreduzierend, und zweitens ...


    hast Du da was verwechselt? Sofort in Gläser abzufüllen benötigt deutlich mehr Lagerplatz.


    Hinsichtlich Lebensmitteln in geeigneter Plastik hätte ich gern eine Untersuchung gelesen. Soweit ich weiß, muß die Plastik dem jeweiligen Produkt angepaßt sein. Aber dann?
    Ein Bekannter hat sich von Berufes wegen mit Mikroben auf verschiedenen Oberflächen beschäftigt und festgestellt, daß auf Plastik weniger leben als auf vielen anderen Oberflächen. Er lehnt deshalb Plastik als unbiologisch ab.
    Bloß - Metalloberflächen sind dafür bekannt, daß sehr wenig auf ihnen lebt (s. Münzen). Dann müßten Metalle zur Honiglagerung auch abgelehnt werden.


    Grüße, Thomas

  • Hallo Thomas,
    da hab ich mich ein wenig blöd ausgedrückt! 8) 
    Natürlich ist die eigentliche Lagerhaltung durch die vielen Gläser aufwändiger. Ich meinte aber, das, was in der endgültigen Verkaufsverpackung abgefüllt ist, nicht erst in teuren Edelstahlbehältern zwischengelagert werden muss.
    Zur Plaste: Die Behälter sollen nicht spröde sein, also wird das Material mit Weichmachern geschmeidig gemacht. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das gesund sein kann. Und die Empfehlung von Michael, mal die Nase urteilen zu lassen, ist eine Vernünftige.
    Gruß
    Ralph

  • N´Abend,
    Kunststoffindustrie gegen Metallgigant, auf die Plätze fertig loß!
    Ich hätt zur Lagerung nen Naturrohstoff ins "Feuer" zu werfen: Unbehandeltes Holz (so wie ein Weinfass) so nu sagt mal was :wink: 
    Äh zum Thema Glas hab ich auch was Tolles: Die Mineralwasserabfüller nemen lieber Plasteflaschen weil durch das Glas Gase diffundieren, durch den Kunststoff nicht!!
    Zum Thema Kunststoffbeute: Da gast nix aus, was dem Honig schaden könnte. Sonst wär es VERBOTEN!
    Knäcke

  • rst schrieb:

    Zur Plaste: Die Behälter sollen nicht spröde sein, also wird das Material mit Weichmachern geschmeidig gemacht. Und ich kann mir nicht vorstellen, dass das gesund sein kann.


    Eine Geschichte aus "alten Zeiten":
    Zu den Zeiten, in denen ich noch Milch getrunken hatte (schon mindestens 30 Jahre her, dass ich die nicht mehr vertrage und deshalb nicht mehr trinke): Vollmilch, die in der Flasche sauer geworden war, wurde zu Quark weiter verarbeitet. Mit Milch, die im Plastebeutel sauer wurde, ging das nicht, die mußte man wegschütten (und hatte noch gottsjämmerlich gestunken). Soviel zum Einfluß der Materialien auf das Lebensmittel Milch.
    Plaste hat auch immer nichtpolymerisierte Ausgangstoffe in sich und diese sind nun mal chemisch radikal. Also nicht unbedingt zum längeren Lagern für Lebensmittel geeignet.


    Als Kleinimker kann man den Honig i.d.R. sofort nach dem Klären und Rühren in Gläser abfüllen.
    In früheren Jahren haben wir den Honig immer in Milchkannen gelagert.

    "Moral ohne Sachverstand ist naiv und manchmal sogar gefährlich"

  • Hallo Knäcke,

    Zitat

    Die Mineralwasserabfüller nemen lieber Plasteflaschen weil durch das Glas Gase diffundieren, durch den Kunststoff nicht!!


    Da hast du wohl was genau falsch herum verstanden. Die Mineralwasserabfüller nehmen PET, weil das zur Gewichstreduzierung beim Transport (Wasser über tausende Kilometer :evil: ) führt und damit Kosten spart.
    Auch wenn nachweislich das Wasser sensorisch leidet...


    Gruß
    Ralph