Säureattacken am Bienenvolk

  • Hallo,


    was haltet Ihr von dem Artikel von Johann van den Bongard ?


    Klingt alles logisch, oder?


    Ich wollte eigentlich zurück zur Amaisensäure, Oxal-, und Milchsäure.


    Die letzten zwei Jahre habe ich ausschließlich OS-Verdampft.


    http://www.bienenland.de/


    Eure Meinung würde mich interessieren.


    Danke!

  • :o Danke dir für den Hinweis!
    Ich war länger nicht auf der HP.
    Was er m.M. nach nicht berücksichtigt hat, ist die Auswirkung auf die noch nicht fertige Brut.
    Ich sage ja schon länger, wenn die Larven schreien könnten, würde niemand mehr AS verdunsten... :evil: 
    Wenn du eine feuchte Larve in einem feuchten Milieu wie Futtersaft wärest, und dann plötzlich deine gesamte Umgebung ätzend wird........ :evil: 
    Und das womöglich als Langzeitbehandlung?
    AS bringt uns ja schon zum Röcheln, was soll so eine Biene oder gar unbewegliche Larve denn tun?
    Die Institute sagen eiskalt, mit dem Ausfall offener Brut muß gerechnet werden.
    Gaaaanz toll, gerade bei Langzeitbehandlungen.
    Schwammtuch ist da eher brutal aber kurz.
    Ich vernebele OS, da braust nix auf, und ich konnte bislang auch keinen Brutausfall feststellen, also anscheinend schonender.
    Bei OS-Verdampfung gibt es ebenfalls keinen großen lokalen Effekt, also dürfte auch das relativ schonend sein.
    Beim Träufeln bin ich mir aufgrund des chitin-erweichenden Effektes (ich suche immer noch die Quelle, ich hab mir das doch nicht ausgedacht!) ebenfalls sehr skeptisch, zumal gerade da von vermehrten Königinverlusten berichtet wird.


    Insgesamt ist das alles Murks, und ich wünsche mir dringend wirklich wildlebende Bienen in D, um endlich mal selbst vergleichen zu können...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Zusammen,


    dem Bongard seinen Ausführungeen kann man nur unterstreichen, bis auf die Apigard Sache!


    Da weiß ich auch nicht ob Tymol nicht auch was bei den Bienen verändert! dem Honig schmeckt man es jedenfalls an!


    zur Wirkung von AS auf oder in die Brut hab ich frühr schon mal die Frage gestellt:


    Kann es sein, daß man die Wirkung in die Brut falsch interpretiert?


    Kann es sein, daß die AS die Brut nur abtötet und man daraus den Schluß folgert sie wirkt in die Brut?


    man also gleich besser gestellt ist die Völker Brutfrei zu machen und dann eben nicht so Brutal mit AS kommen muß, bzw. der Ruf nach 85%iger AS daher rührt?


    Grüßle

    geht´s den Bienen gut, geht´s der Umwelt gut!

  • Säure ätzt - das ist wohl unbestritten. Wie stark Bienen und Brut geschädigt werden, weiß ich nicht; dass sie was abbekommen, davon bin ich überzeugt.
    Ob es allerdings so krass ist, wie es van den Bongard schreibt? Es gibt Imker, die seit Auftreten der Varroa - also seit mehr als 20 Jahren - "erfolgreich" mit AS behandeln; ohne dass ihre Bienen das Zeitliche gesegnet hätten. Mir fällt da spontan ein Berufsimker ein - der auch nach 20 Jahren Varroa noch imkert und davon lebt. Und er war von Anfang an einer der großen Verfechter von AS.
    Für mich ist AS - zur Zeit - das kleinere Übel. Vielleicht als Vergleich: HIV war anfangs der sichere Tod. Inzwischen können Infizierte "relativ" gut damit leben. Freilich haben die Medikamente Nebenwirkungen - manche mehr, manche weniger. Ähnlich ergeht es uns mit unseren Bienen.


    lg, Stefan

  • Stellt Euch mal vor ein Landwirt würde zur Schädlingsbekämpfung AS in der selben relativen Menge in seinem Schweinestall verdunsten, wie es bei den Bienen üblich ist. Die würde den Laden sofort dicht machen und er hätte zurecht den Tierschutz am Hals. Darüber hinaus würden sich noch die Nachbarn über die Schreie der gequälten Tiere beschweren. Gut das Bienen nicht schreien. Nicht gut, dass AS immer noch in der Bioimkerei angewendet werden darf/muß/sollte. Die Bioverbände legen nicht nur Wert auf ein unbelastetes Endprodukt, sondern auch auf die Art der Tierhaltung. Aber nicht so in der Imkerei. Nichts gegen Bioimker(bin selbst einer), aber das lobpreisen von organischen Säuren insbes. AS auf Websides ist sehr fragwürdig. Oft werden ja auch noch gleich Imker die mit anderen Mitteln behandeln schlecht gemacht - das ist ja Honigwebung pur! Man sollte sich echt die Frage stellen, ob eine strikte Trennung von Brut und HR mit Verwendung des Entecklungswachses für neue Mittelwände und die Verwendung von BR-Wachs für andere Zwecke bei gleichzeitiger Behandlung mit Amitratz (nicht zugelassen darf nicht verwendet werden, soll auch keine Werbung dafür sein) o. ä. nicht biologischer wäre.
    Gruß Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Zitat

    Eichelhäher sind durch ihr „Rätschen“ weithin hörbar. Mit ihren Rufen verraten sie jeden Mensch, Fuchs oder Marder, weshalb sie auch als Polizei des Waldes bezeichnet werden. Dieser Warnruf ist allen anderen Tieren des Waldes, denen von diesen Feinden Gefahr droht, bekannt und führt beispielsweise bei einem fressenden Reh zum Hochheben des Kopfes mit längerem Sichern. Eichelhäher haben ein buntes Gefieder, von dem gerne die kleinen schwarz-blau gebänderten Federn vom Flügelbug als Hutschmuck getragen werden und damit eine besondere Wertschätzung genießen. Der Eichelhäher kann seine Scheitelfedern zu einer Haube aufrichten. Er ist ein typischer Bewohner gebüschreicher Wälder, durch die er sich mit seinen kurzen, breiten und runden Flügeln und dem langen Steuerschwanz gut bewegen kann. Er badet gerne auf Ameisenhaufen und läßt sich mit Ameisensäure bespritzen. Dadurch vertreibt er lästige Gefieder- und Hautparasiten wie Flöhe, Läuse oder Milben.
    Quelle


    Zum Glück machen das die Wildschweine nicht. Oder doch?

  • @ heidjer


    du bist BIO Imker wie auch ich, aber deine Aussage bezüglich AS verwundert mich echt!


    Sag mir bitte eine vernünftige Lösung um die Völker mit einer Stoßbehandlung zwischen zwei Wanderungen zu behandeln?


    Beispiel: bereits nach der Lindentracht bemerkst du einen relativ hohen Varroadruck, musst aber als EW Imker in den Wald wandern! Bis du von dort zurück kommst, brauchst vermutlich nicht mehr behandeln, denn deine Bienen sind Geschichte.


    Ich hingegen lass nach der Linde die HR Waben für einige Tage weg, mache unverzüglich eine Stossbehandlung mit AS und fahre anschließend wie geplant in den Wald, aber zurück auch wieder mit meinen Bienen.

  • Hallo Jofl,
    ich kenne das Problem mit Spätracht gut (Heide). Aber noch einmal deutlich- ich bin nicht gegen org. Säuren (ginge ja auch schlecht), möchte aber mal in Frage stellen, ob die Anwendung wirklich als biologisch bezeichnet werden darf, zumal wohl kaum einer bestreiten mag, dass die Bienen unter AS leiden, unzwar mehr als unter so manch anderen Varroaziden. Ich warte schon auf den Tag mit neuen Schlagzeilen"Imker Verätzen Bienen" o.ä.. Habe mich im speziellen von der AS verabschiedet. Bekomme Milbendruck vor Spättracht mit 4,9 Zellen recht gut in den Griff. Was mich halt noch nervt sind diese Internetseiten in denen etwas dem Kunden als ökologisch angepriesen wird, was in Warheit Tierquälerei ist. Und nebenbei wird ersteinmal ein Rundumschlag gegen alle anders arbeitenden Imker gemacht. Wir haben sowieso keine Lobby, macht echt Sinn uns zusätzlich noch gegenseiteig in die Pfanne zu hauen anstatt an einem Strang zu ziehen.
    Gruß Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • Ich weiß ja nicht, ob ihr das als Bios dürft, aber da wäre dann die Puderzuckermethode als "zwischendurch was aufs Haupt" nicht schlecht.
    Als ausschließliche Behandlung taugt sie hier nicht, weil a) zu teuer, b) es nur bei wirklich absolut trockenem Wetter funktioniert und c) als Blockbehandlung doch wieder schwer in Arbeit ausartet, es sei denn, man hat so ein Pulververnebelungsgerät.
    Für zwischen zwei Trachten durchaus überlegenswert.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Damit kenne ich mich nicht genug aus. Erfahrungen?
    Gruß Heidjer

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)

  • heidjer schrieb:

    (...)Erfahrungen?(...)


    Erfahrungen mit der Behebung der Ursache für Varroa fehlen leider völlig. Wir fangen von Null an...:lol::lol::lol:



    Bernhard

  • sabi(e)ne schrieb:

    Ich weiß ja nicht, ob ihr das als Bios dürft, aber da wäre dann die Puderzuckermethode als "zwischendurch was aufs Haupt" nicht schlecht.


    An sich keine schlechte Idee Sabine, aber woher BIO Puderzucker nehmen???. Andere Zuckerarten sind strengstens verboten.


    Bei uns dürfen zur Varroabehandlung ausschließlich Ameisensäure und Oxalsäure verwendet werden.


    Aber ich bleib natürlich in dieser Sache drann, gan bestimmt sogar Sabine. :wink:

  • Ich weiß nicht, ob dann die Teilchengröße paßt, aber was spricht dagegen, aus normalem Bio-Zucker (mein Beileid, ich kenn die Preise :roll: ) Puderzucker selbst durch Mahlen zu erzeugen?
    Ich kann gern im Ami-Forum nachfragen, auch da gibt es Bios.
    Und, von Kosten und Aufwand mal abgesehen, ich mag keine AS.
    OS ist ein bißchen weniger belastend, aber auch das kann es langfristig nicht sein.
    Nach meinen eigenen Erfahrungen fliegen die Milben reihenweise von den Bienen, nur sind das halt nur die, die nicht in der Brut sitzen.
    Wie hier schon jemand schrieb, die Viecher fallen ab und strampeln, genauso kann man eine bepuderte Biene mit einem Zahnstocher durch leichtes Anstupsen von Milben befreien.
    Es killt sie nicht direkt, aber es macht ihnen das Leben verdammt sauer.
    Die Nachteile hab ich weiter oben beschrieben, aber trotzdem ist das für "zwischendurch" eine goile Methode.
    Ich werde das auch weiter verfolgen, nur ist hier viel zu oft das Wetter nicht danach.
    Aber andererseits, lieber einmal mitten in der Saison gut Milben loswerden, als gar nichts tun... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Achduscheiße,
    jetzt hab ich doch glatt vergessen immer mit Bio-Oxalsäure zu behandeln.
    Gruß

    "Das Vergleichen ist das Ende des Glücks und der Anfang der Unzufriedenheit." (v. Sören Kierkegaard)