Königinnenfrage

  • Moin, moin,
    mal eine Frage an die echten Experten.


    In allen Lehrbüchern wird behauptet, daß die Entscheidung, ob eine Königin ein befruchtetes oder unbefruchtetes Ei legt, vom Zelldurchmesser abhängt.
    Hat sie Platz um den Bobbes, ist es eine Drohnenzelle und sie legt ein unbefruchtetes Ei.
    Ist es eng am Hintern, ist es eine Arbeiterinnenzelle und sie legt ein befruchtetes Ei.
    Soweit die Theorie.


    Wie um Himmelswillen kommt dann ein befruchtetes Ei in einen Weiselnapf?


    Der ist ja nun auch nicht gerade Königinnen-Hinterteil-eng und trotzdem kommt da ein befruchtetes Ei rein?
    Dazu kommt die üblicherweise "falsche" Stellung, die Öffnung zeigt ja senkrecht zum Boden und nicht die üblichen Grade nach oben, also schon sehr anders als eine normale Zelle.
    Die Mädels verschleppen ja wohl auch kaum Eier aus normalen Zellen dahin, also:
    wie kriegen sie die Königin dazu, ihre Nachfolgerin freiwillig da rein zu legen?
    Bei zu ziehenden Schwarmköniginnen kann ich mir das ja noch irgendwie hormongesteuert vorstellen, aber bei Umweiselungsköniginnen, außerhalb der Schwarmzeit?


    Wer weiß was dazu?
    Und diese Frage ist absolut ernstgemeint, es gibt keine Literatur dazu...

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo


    die Weiselbecher sind zum Zeitpunkt der Eiablage verengt - siehe auch Spielnäpfchen.
    Meinst Du die Königin kann soweit denken das sie ihre Nachfolgerin produziert ?
    Außerdem steht doch, laut Dir, das Überleben des Volkes an erster Stelle.


    Gruß Uwe

  • :wink: Nein, natürlich *denkt* eine Königin nicht in unserem Sinne.
    Aber wer den ganzen Tag nichts anderes tut als fast waagerecht Eier zu legen, sollte schon bemerken, daß in Weiselnäpfen was anders ist.
    Und für das "verengt-sein" , gibt es da Literatur/Netzangaben?
    Meine Arbeiterinnenzellen haben ja 4,9mm, da sind die 0,6mm bis zu normalen Zellen schon viel Luft außenrum.
    So ganz überzeugt mich das noch nicht... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • :wink: Okay, wäre eine Möglichkeit, aber ist das fix?
    Im Amiforum geisterte vor kurzem eine als "in Teilen von Europa *gern* praktizierte Methode" herum, der alten Königin ein Stück von einem Vorderbein abzuschneiden, um die Bienen zu einer Umweiselung zu bewegen :o :o :o :evil: 
    Ich hab da eisern meine Finger stillgehalten :evil:


    Gravitation und für Bienen extrem abweichende Maße könnten ein Reiz sein, aber ist das alles?
    Was ist mit den alles regelnden Pheromonen?
    Bei einer stillen Umweiselung bleibt Big Mama ja meist noch so lange am Leben, bis die Neue vernünftig legt/erste Brut geschlüpft ist, wie regelt sich das?
    Ich hab mir schon wieder einen Wolf gegoogelt und ge-metager-t, aber irgendwie gibt es absolut nichts dazu, außer tradierten und unbewiesenen Vermutungen.
    Das macht mich alles nur neugieriger. :wink: 
    Man sollte doch meinen, daß in den letzten 50 Jahren so ziemlich alles an Fragen irgendwann mal als Diplom- oder Promotions- oder Habilitationsthema dran war, aber - Pustekuchen.
    So fern vom Thema sind meine Fragen doch gar nicht, die müssen sich doch hunderttausende schon genauso gestellt haben...
    Wo sind die Antworten?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Nein, das sind Nachschaffungsköniginnen, wenn die alte Königin plötzlich verlustig ist, und nur noch bereits vorhandene Larven (gern auch ältere) dazu benutzt werden.
    Die daraus entstehenden Königinnen werden aber angeblich meistens zügig gegen Umweiselungsköniginnen in richtigen Weiselzellen ausgetauscht, lt. Wissenschaft und Literatur.
    Ob's stimmt, kann ich nicht sagen.

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    Bruce Springsteen

  • Hallo!


    Ich hatte vor längerer Zeit mal gelesen, das die Königin mit den
    Vorderbeinen Mass nimmt, grosse Zellen Drohnen, kleine Zellen
    Arbeiterin, also Befruchtetes Ei.
    Dabei haben sie auch bei einer Beschädigten Königin, fehlen des
    letzten Gliedes eines Vorderbeines festgestellt, trotz gefüllter
    Samenblase nur Drohnenbrut auch in Arbeiterinnenzellen.
    Also durch fehlen des Fussgliedes falsch gemessen.


    Wie es jetzt mit den Weiselzellen aussieht weiss ich auch nicht.


    Gruss
    Winfried

  • Hallo Imkerfreunde
    Endlich mal nee gute Fachfrage die gelöst werden sollte.
    Da stellt sich bei mir aber auch gleich noch die Frage wird da son Ei mit einem einzelnen Samenfaden befruchtet oder kommen da mehrere zur Auswahl in Frage ...bei der größe der Sammenfäden denk ich gehts das einzeln doch bestimmt nicht ab. Sicherlich ist doch das wissenschaftlich untersucht irgendwo weiß da jemand Bescheid drüber und kann auf klären.muss das wissen
    Bei Antwort zur Klärung besten Dank im Voraus
    imkerliche Grüße

  • :o :o :D 
    DAS ist ja wohl noch nen Zahn schärfer... :lol:


    So weit war ich noch gar nicht, ob es da auch ein Spermien-Wettrennen gibt oder einzeln releast wird.... :o
    Aber ich "vermute" mal, da befruchtete Eier den Normalzustand darstellen, braucht es wahrscheinlich irgendeinen Extra-Impuls, *unbefruchtete Eier* zu legen.
    Was die Spermienanzahl angeht, da müßte es doch genug Untersuchungen geben, wie viele die Königin in der Spermatheka behält, und wenn man dann von drei bis vier Jahren Lebensdauer ausgeht, müßte sich das doch berechnen lassen?

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen