Visualisierung Walter Wright Prinzip (Nectar Management/CB)

  • Hallo miteinander!


    Ich habe das Grundprinzip des Schwärmens nach Walter Wright visualisiert. Es handelt sich nur um eine einfache, schematische Grafik, aber sie hilft vielleicht, die Prozeße im Bienenvolk besser zu verstehen.


    Leider habe ich die Zeit bei der Visualisierung außer acht gelassen. DIe Folge beginnt im Spätwinter, geht dann in den Vorfühling und so weiter - kleinere Zeitsprünge müßt ihr leider mit eurer Phantasie folgen...


    Die Grafik stellt nicht das Checkerboarding dar - also nicht die Verhinderung des Schwärmens.


    Die Technik der Schwarmverhinderung beruht auf den Prinzipien des Checkerboardings. Ganz grob zusammengefasst lässt sich sagen: Das Jahr der Bienen beginnt im Winter, die Entscheidung, ob ein Bienenvolk dieses Jahr schwärmen will fällt im Vorfrühling, wenn der Honigvorrat bis auf die Reserve verbraucht wurde. Es gibt nun mehrere Möglichkeiten für das Bienenvolk:


    1.) Wird die Reserve angegriffen, schwärmt das Volk nicht. Beim Checkerboarding wird die Reserve "gelöchert", also Leerwaben dazwischen gehangen.
    2.) Die Reserve bleibt und ist bis zu einem bestimmten Zeitpunkt (Apfelblüte bei Walt) erreicht, es kann Nektar eingetragen werden: das Volk entschließt sich zu schwärmen.
    3.) Die Reserve wird durch übermäßigen Honigvorrat nicht erreicht bis zur Apfelblüte (ungenau: normalerweise wird das rückgerechnet. 3 Wochen vor dem Auftreten des neuen Wachses). Wird die Reserve nicht erreicht, schwärmt das Volk nicht.


    In der Grafik soll ein ideales Volk (aus Bienensicht) in einer Baumhöhle visualisiert werden. Ist die Baumhöhle einmal mit Wabenwerk ausgebaut, so läuft das Programm der Bienen immer wieder von vorne ab. Ähnlich wie in der Grafik.


    Kommentare erwünscht.



    Die Grafik gibt es hier in groß - bitte beachten: sie ist 1.1 MB groß. Wer sie nicht im Netz betrachten will, der betätige die rechte Maustaste und wählt "Ziel speichern unter...".


    http://home.arcor.de/bernhard_…ienen/checkerboarding.gif


    Viele Grüße,


    Bernhard

  • Moin, Bernhard,
    den Begriff "die Reserve erreichen" sollte man dahingehend erläutern, daß die Vorräte bis auf eben jene Reserve verbrütet werden müssen, um schwärmen zu können.
    Es geht also nicht darum, eine Reserve (neu) zu bilden, sondern eine Reserve als Vorrat für das zurückgebliebene Restvolk sicherzustellen.
    Der deutsche Ausdruck ist nicht sehr glücklich gewählt, ich geb's ja zu :oops:


    edit: aber ne supergoile Grafik hast du da gemacht! :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e(ne,

    sabi(e)ne schrieb:

    den Begriff "die Reserve erreichen" sollte man dahingehend erläutern, daß die Vorräte bis auf eben jene Reserve verbrütet werden müssen, um schwärmen zu können.


    diese verbrüten müssen mit der Variante 3 (kein Schwärme, wenn das Futter nicht bis zur Reserve verbraucht wurde) ist für mich einer der wenigen unlogischen Punkte. Damit würde ja ein Volk, das auch nur einmal nicht bis zur Reserve verbrauchte, nie wieder schwärmen, da davon auszugehen ist, daß das dann starke Volk noch mehr eintragen wird, also einen noch größeren Vorrat besitzen wird.
    Hat nicht Th. Seeley darüber geschrieben, welch gewaltige Vorräte Wildvölker oft besitzen? Auch wäre die Zeidlerei, bei der im Frühjahr der überschüssige Vorrat entnommen wurde, dann kaum möglich gewesen.


    Grüße, Thomas

  • Moin, Thomas,
    es geht reineweg dabei um Honig oberhalb des Brutnestes.
    Die Wahnsinnsvorräte von Wildvölkern liegen aber meist darunter.
    Bernhard ist auch von Baumhöhle mit Flugloch unten ausgegangen, wie eben im Magazin, wenn du dir das Ganze aber mal mit Flugloch oben vorstellst, und damit auch das Brutnest oben hin orientiert statt nach unten, dann sieht das ganz anders aus.
    Ich hab da auch wochenlang dran geknabbert :lol:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Danke für die Ergänzung - ich bin davon ausgegangen, daß das klar ist :o) Also nochmal in anderen Worten:
    im Winter haben die Bienen einen Wintervorrat, der einen großen Teil der Waben beansprucht. Dieser Wintervorrat wird dann im Frühjahr in Brut umgewandelt. Über das ganze Jahr gibt es aber immer einen Notvorrat.


    Dieser Notvorrat wird nur in Not-und Hungerzeiten angegriffen. Die Bienen versuchen diesen Notvorrat immer zu erhalten und alles andere wird nebensächlich, wenn dieser Vorrat plötzlich Löcher aufweist.


    Die Bienen schwärmen nur, wenn sie bis zur Apfelblüte den Wintervorrat bis auf den Notvorrat in Bienenmasse umgesetzt haben. Schaffen Sie das nicht, so merken sie, daß das Jahr zuweit fortgeschritten ist und beginnen mit den Wintervorkehrungen.


    Schaffen sie es, den Vorrat bis auf die Reserve/Notvorrat bis zur Apfelblüte in Bienenmasse umzuwandeln, dann gibt es zwei Bestreben: Schwärmen und Wintervorrat anlegen.


    Das Bestreben zu schwärmen wird man den Bienen nicht abgewöhnen können, sobald sie sich im Frühjahr dazu entschieden haben.


    Bernhard