Bienenvolk im Winter freigelegt!

  • Liebe Imkerkollegen,
    gerade einen Anruf bekommen: Bei Fällarbeiten wurde ein Bienenvolk freigelegt - die sitzen wohl alle noch zusammen in einer Traube (es sind um die 2°C und da fliegt grad nichts) in einem Stück abgesägten, hohlen Baumes.


    Na echt super...da kann man doch kaum was machen, oder?


    Ich wollte mir das mal anschauen und prüfen ob ich den Baumabschnitt samt Bienen mitnehmen kann aber ich fürchte mal, das ganze wird zu schwer zum transportieren sein.
    Könnte man die Bienen - sofern man an die Waben rankommt - als sich mitnehmen und irgendwie mit einem anderen Volk vereinigen? Aber das klappt doch bei diesen Temperaturen doch alles nicht, oder?


    Ich fürchte mal, das wird auf eine Abtötung durch einen Schädlingsbekämpfer rauslaufen was mir aber echt in der Seele weh tät...


    Für Tipps bin ich dankbar!


    Melanie

  • hallo Sabine ich würde den Baumstamm so kurz wie möglich über und unterm nebst absägen und dann einen mit einem Traktor bitten es zu dir zu fahren und dann noch einen deckel oben drauf machen damit kein Wasser reinsickern kann


    mit dem Traktor wird das dann nicht so schwer werden


    nur achten beim aufstellen das dann den Stamm wieder in Wuchsrichtung aufstellt


    am besten vor dem Transport oben markieren wie


    um im frühjahr dann in eine Beute übersiedeln

    Ich fange zwar erst mit dem Imkern an und hab jetzt schon 11 Völker, aber ich möchte einen angemessen Preis für meinen Honig bekommen. Es gibt viele die sich denken: "Was nix kostet ist auch nix". Und außerdem machen diejenigen, die Dumpingpreise verlangen den Honigpreis kaputt

  • Hallo Melanie,
    ich würde das Bienenvolk vor Ort belassen und soweit absichern, dass es trocken bleibt.
    Erst bei wärmeren Temperaturen würde ich den Umzug wagen.


    Mit freundlichen Grüßen


    Martin

  • Entschuldigung Sabine Mann kann sich ja Mal vertippen meinte natürlich die Melanie

    Ich fange zwar erst mit dem Imkern an und hab jetzt schon 11 Völker, aber ich möchte einen angemessen Preis für meinen Honig bekommen. Es gibt viele die sich denken: "Was nix kostet ist auch nix". Und außerdem machen diejenigen, die Dumpingpreise verlangen den Honigpreis kaputt

  • Liebe Imkerkollegen,
    ich habe den Baumstumpf samt Bienen in den Garten überführt aber es ist und bleibt ein Trauerspiel. Das Stück wurde für den Transport in Folie gepackt; der Stumpf ist an beiden Seiten weit offen und die Bienen belagern beide Seiten.


    Das Volk ist sehr schön, rel. stark und vital. Aber die Waben sind weitgehend beim Fällen zermust worden; große Teile des wohl 2 m langen Wabenbaus waren bereits zerschrotet - darunter eben auch viele Futterwaben.


    Was kann ich denn da noch machen? Das sieht nicht gut aus; die werden mir verhungern!
    Habe ja leider nur leergeschleuderte Honigraumwaben; keine Futterwaben - und Futterteig werden sie wohl kaum nehmen. Das ist echt bitter!


    Irgendjemand eine Idee wie ich die doch noch retten kann?


    Oder jemand hier in Berlin mit ner leeren Beute voller Futter wo man die reintreiben könnte (wenn das überhaupt geht) ?


    Melanie

  • Hi, Melanie, unten offen ist nicht schlimm, oben Folie drauftackern und passendes großes Loch reinschneiden und ne volle FutterwabenZarge mit Deckel draufstellen, falls das überhaupt geht.
    Eventuell mit flüssigem und warmen! Honig eine Spur dahin legen.
    Danach nimmer anfassen bis März und beten.


    Irgendeiner deiner Berliner Kollegen wird doch wohl Futterwaben von einem früh abgerauchten Volk im Schrank haben?
    Ich hab hier jede Menge in der Kühlung, aber das hilft dir nicht weiter... :cry:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hymenoptera schrieb:

    - und Futterteig werden sie wohl kaum nehmen. Das ist echt bitter!


    I


    Meinen Glückwunsch zur gelungen Aktion.


    Laut Deiner Beschreibung ist das Volk sehr groß, mit Sicherheit ist es auch überaus vital und robust.


    Futterteig nehmen die ganz sicher auf, einfach so weit als möglich an die Traube heranbringen und weiter nicht stören. Selbstverständlich besten Wind- und Wetterschutz anbringen.

  • Hallo zusammen, hallo Melanie,

    Melanie schrieb:

    Was kann ich denn da noch machen? Das sieht nicht gut aus; die werden mir verhungern!
    Habe ja leider nur leergeschleuderte Honigraumwaben; keine Futterwaben - und Futterteig werden sie wohl kaum nehmen.

    Habe ich schon zweimal hinter mir. Immer im Januar und immer kälter als zur Zeit.
    Beide Völker überlebten, starteten etwas später, brachten aber noch Honig.


    Ich habe es damals genau so erlebt, wie Du es beschreibst: Die spröden Waben sind beim Fällen des Baumes zerbrochen und zur Überwinterung unbrauchbar geworden. Eine Wintertraube benötigt aber nicht nur herumliegende Wabenteile, es braucht auch Waben-Gassen - besonders wenn es wieder ans Brüten geht.
    Deshalb muss das Volk unbedingt auf neuen Wabenbau.


    In meinen Fällen hat auch das nötige Winterfutter gefehlt. Der Vorrat war jeweils geringer als ein Kilo.
    Deshalb musst Du unbedingt für Futter sorgen. Ideal wäre natürlich, wenn Du von einem Kollegen fertige Futterwaben bekommen kannst. Aber zur Not könntest Du auch noch füttern.


    So bin ich vorgegangen:
    1. Belüfteten Boden (Gitterboden ist wieder mal ideal) bienendicht verschließen. Leerzarge aufsetzen und wenn möglich fixieren.
    2. Die Wabenstücke mit Bienen aus dem Stamm entnehmen und in die Leerzarge stellen. Das geht um so besser, je kühler es ist. Die Bienen sitzen dann enger und fester und sie fliegen nicht.
    Abgefallene Bienen kann man leicht zusammenfegen oder auf Wabenstücke klettern lassen.
    Die Königin hatte ich in beiden Fällen auf Wabenstücken gefunden, das machte die Arbeit einfacher.
    3. Auf die Leerzarge eine Zarge mit Waben stellen. Die Bienen mit flüssigem Honig (etwas Wasser zusetzen) nach oben locken.
    4. Deckel drauf und eine Nacht in den Keller stellen (kühl und dunkel!). Die Wärme dort reicht für den Umzug in die neue Zarge aus.
    5. Ist genug Futter in Deinen Waben, bist Du schon fertig.
    Fehlt Futter, kannst Du im Keller ohne Bedenken nachfüttern (nahe am Bienensitz anbieten). Ich hatte einen Eimer eigenen Blütenhonig (AFB-frei!) dafür geopfert, ein Futtersirup wird aber auch gehen.
    Sowohl der Honig als auch der Sirup müssen aber verdünnt werden: Unter 10 l Honig mische ich 3 l warmes Wasser, bei Sirup sollten es 4-5 l Wasser sein.
    Futterteig würde ich in dieser Jahreszeit eher nicht nehmen, der strapaziert jetzt zu sehr.
    6. Das fertig versorgte Volk in der Dunkelheit an seinen Platz transportieren und den Flug freigeben.
    7. Bei nächster Gelegenheit die untere Zarge mit den Wabenresten entfernen.
    8. Auf einen baldigen Reinigungsflug hoffen.


    Noch ein Hinweis:
    Die eingestellten Wabenstücke mit den Bienen sollten möglichst nahe am unteren Rand der neuen Waben sein, um das überwechseln zu erleichtern. Notfalls ein kleines Podest basteln, z.B. aus Karton.


    Hier sind einige Bilder von meiner zweiten Rettungsaktion.


    Viele Grüße,
    Rudi

  • Hallo zusammen, hallo jojobiene,

    jojobiene schrieb:

    Hab noch nichts von einer Varroabehandlung gelesen. gehört wohl sicher auch noch dazu.

    Wo Du Recht hast, hast Du Recht!
    Es sei denn, Melanie will einen Überlebenstest mit Wildbienen machen.


    (Jetzt aber nix wie weg... :-) )
    Viele Grüße,
    Rudi