Erfahrungswerte für Phacelia?

  • Hallo,
    wäre jemand so freundlich, mir seine Erfahrungswerte für Phacelia-Honig in einem durchschnittlichen Jahr pro Hektar mit wie vielen Völkern mitzuteilen?
    Es geht darum, ob es sich rechnet, dem Landwirt das Saatgut zu zahlen, was für 10 ha nun doch nicht billig wäre, ihn aber auch genug Diesel kostet, weil die ein feinkrumiges Saatbett braucht, also nix mit einfach auf die Stoppel streu und wachsen lassen....
    Und nein, es geht nicht um mich, sondern einen meiner Anfänger, der voll im Honigrausch ist...;-)
    Danke im voraus! :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • sabi(e)ne schrieb:

    Hallo,
    wäre jemand so freundlich, mir seine Erfahrungswerte für Phacelia-Honig in einem durchschnittlichen Jahr pro Hektar mit wie vielen Völkern mitzuteilen?


    Ich bin so freundlich, wenn ich dir als Ratgeber gut genug bin. :D:D 
    Lt. Ioirisch honigt Phazeilia mit Mengen zwischen 500 - 1000 kg pro ha.
    In der Nähe meines Bienenstand baut ein Nebenerwerbslandwirt seit 3 - 4 Jahren immer Phazelia für seinen Schwager, der auch Imker ist, an.
    Ich habe noch nie von einem Honigertrag etwas gespürt.
    Teils ist es immer zu trocken, da das Honigen der Phazelia immer nur bei größerer Feuchtigkeit erfolgt, anderseits werden auch unsere schweren Lehmböden ein Honigen verhindern.
    Klasse ist natürlich, dass die Bienen 6 Wochen lang (meist bis in den Oktober hinein) ein tolles Pollenangebot haben.
    Vereinskollegen machten ähnliche schlechte Erfahrungen. Sie ließen sich 10 ha Phazelie und Esparsette, die zwischen 100 und 500 kg Honig bringen soll nach Bezahlung anbauen - auch kein Honig in den Kisten.
    Vieleicht hast du bodenmäßig bzw. Wettermäßig mehr Glück als ich, der ich von der Phazelia sehr enttäuscht bin!

  • Hallo
    Ich kann die Aussage von Franz Xaver nur bestätigen. Auch ich hatte noch nie merkliche Mengen Phazelia im Honigraum, aber immer massig Pollen im Brutraum. Maurizio (Trachtpflanzenbuch) gibt zwar den Honigwert nur halb so hoch an wie seine Quelle, aber auch das ist noch beachtlich. Wir haben hier übrigens auch Lehmboden.
    Wer weiss auf welchem Boden bzw bei welchen Witterungsbedingungen die Phazelia honigt? :roll: 
    Tät mich ächt interessieren.
    Gruß
    Wolfgang

    Selber denken ist durch nichts zu ersetzen.

  • Hier hatte ich den letzten Sommer auch Phacelia stehen, aber nicht in Monokultur. Die Bienen habe ich nie auf der Phacelia beobachten können, war aber auch nicht rund um die Uhr zur Bewachung da :wink:


    Bernhard

  • Hallo.
    Wieder was gelernt. Ich habe Phacelia gesät und wunderte mich, dass die Mädels immer daran vorbeiflogen. Dachte schon wieder "Spain is different", aber wenn es Euch auch so geht bin ich wieder mit mir und den Mädels versöhnt. :D:D

    In diesem Sinne. Pedro.
    (aus dem sonnigen Spanien)

  • Hallo.
    Wieder was gelernt. Ich habe Phacelia gesät und wunderte mich, dass die Mädels immer daran vorbeiflogen. Dachte schon wieder "Spain is different", aber wenn es Euch auch so geht bin ich wieder mit mir und den Mädels versöhnt. :D:D

    In diesem Sinne. Pedro.
    (aus dem sonnigen Spanien)

  • :o :lol: Ich hab hier im Sommer 2004 als Schnellbegrüner rings um meinen Teich Phacelia gesät, und sowohl Bienen als Hummeln waren begeistert, also mal wieder alles anders als bei euch.
    Ebenso die Völker, die im Herbst 2005 an einem Phacelia-Acker standen, und sich mutmaßlicherweise darauf bis zum Frost abgeflogen haben, da waren die mittleren Zargen pickepackevoll mit Honig, nach dem Einfüttern waren sie noch leer bzw. Brutnest.


    Wir haben hier Sandboden, und es geht nicht um eine Nachfrucht, sondern Begrünung von Stilllegung, also geschätzter Blühtermin Juni/Juli.
    Bei den theoretischen Werten hört sich das lohnend an, aber praktische Werte größer als Null wären mir lieber :lol: 
    Es gibt ja Phaceliahonig zu kaufen, also muß es auch Leute geben, die wissen, was dabei rauskommt.... :wink:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Ich kann Sabines Beobachtung bestätigen.
    Ich hatte letztes Jahr einen Teil meines Gartens mit Phacelia als Gründünger angesät. Es waren immer so viele Bienen darauf unterwegs, dass ich manchmal in den Kisten nachgeschaut habe, ob überhaupt noch welche zu Hause sind. Für Honig hat es allerdings nicht gereicht, weil es nur 20 m² waren und der Platz in der Nähe meiner Bienenkinderstube war, die ja nicht zum Honigsammeln dastehen.


    Gruß
    Werner

  • Hallo Zusammen,
    Phazelia honigt doch gut.
    Warum sonst "ärger" ich mich jedes Jahr über die vielen Völker, die bei uns angewandert werden.
    Mengenangabe kann ich keine machen, da nur Jahresernte.
    Reiner Phazeliahonig bleibt allerdings lange flüssig.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • Hallo
     
    Vor einigen Jahren kam ich an einem Phazelia Feld vorbei,an dem ein Imkerkfreund mit seinem Wanderwagen stand und gerade voll beschäftigt war die Völker abzuschleudern. Ich glaubte meinen Augen erst nicht denn er schleuderte den Honig obwohl er nicht reif war. Der Honig lief wie Wasser aus der Schleuder.Ich fragte Ihn warum er nicht noch warten tut bis er reif ist,darauf hin sagte er die Völker sind total verhonigt und somit nicht mehr in der Lage Brut zu erzeugen.Die Völker waren in nur kurzer Zeit so stark verhonigt! Das Phazelia Feld stand noch in voller Blüte und es war feuchtes und schwülwarmes Wetter.Der Boden dort ist mittelschwer und Lehmhaltig.Nach einer Woche war der Wagen weg. Später erfuhr ich daß der Imker abgewandert war um Bestäubungsleistungen im Rotklee zu erfüllen.Was aus dem Honig wurde kann ich aber nicht sagen!


    Viele Grüße aus Thüringen
    Rüdiger

  • hi Rüdiger,
    vermutlich wurde der Wasserhong zu Met verbraten, da isses egal wie der Wassergehalt ist, nimmste halt 1 Eimer mehr!
    Mit der Phaz. kann ich bestätigen: bei uns leichte Böde(sehr sandig) letztes Jahr blühte die Blaue wie doll , die Summis wie die Wilden, nur haben die dann das Zeug in voller Blüte am hellerlichten Tage runtergemäht, bevor 2 Wochen rum waren. Ich war begeistert :evil: , habs ne 1/2 Woche später erst gemerkt und die Mädels knurrten mich BÖSE an. Halb verhungert. Also erst viel drinn(max Wassergehalt) und nach dem Umtragen alles in Brut umgesetzt, Kiste voller Bienen - Honig NIXXXXX. Dann wars eh zu trocken und ich hab gefüttert um dann langsam in die Winterfütterung überzugehen :cry: 
    Gruß Knäcke

  • rüdiger schrieb:

    Hallo
     
    Vor einigen Jahren kam ich an einem Phazelia Feld vorbei,an dem ein Imkerkfreund mit seinem Wanderwagen stand und gerade voll beschäftigt war die Völker abzuschleudern. Ich glaubte meinen Augen erst nicht denn er schleuderte den Honig obwohl er nicht reif war. Der Honig lief wie Wasser aus der Schleuder.Ich fragte Ihn warum er nicht noch warten tut bis er reif ist,darauf hin sagte er die Völker sind total verhonigt und somit nicht mehr in der Lage Brut zu erzeugen.Die Völker waren in nur kurzer Zeit so stark verhonigt! Das Phazelia Feld stand noch in voller Blüte und es war feuchtes und schwülwarmes Wetter.Der Boden dort ist mittelschwer und Lehmhaltig.Nach einer Woche war der Wagen weg. Später erfuhr ich daß der Imker abgewandert war um Bestäubungsleistungen im Rotklee zu erfüllen.Was aus dem Honig wurde kann ich aber nicht sagen!


    Viele Grüße aus Thüringen
    Rüdiger


    Genau das Gleiche habe ich von einem Imkerkollegen auch gehört. Er musste die Völker auch wegbringen, da das Brutnest komplett verhonigt war.
    Allerdings weiß ich nicht, auf welchem Boden die Pflanzen standen und wie das Wetter war.

    MFG


    Christian



    "Haben zwei Imker die gleiche Meinung, so hat mindestens einer keine Ahnung"

  • Hallo,


    ist hier zwar schon etwas älter aber wie viele Völker verträgt denn der Hektar Phacelia nun um noch vernünftig honig zu ernten?


    gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....

  • Hallo,


    da hier keiner antwortet will ich euch mal erzählen wie´s meinen Bienen ergangen ist.


    6 Hektar, 50m breit und sooooooooooooo lag.


    6 abgeschwärmte Völker, 1 nichtgeschwärmtes Volk, 1 Ableger am nördlichem Ende des feldes aufgestellt.


    Das nicht geschwärmte Volk hat´s sich überlegt und ist doch noch geschwärmt, obwohl beim anwandern kau Vorräte da.
    Honig gabs wenig, dafür aber einen ordentlichen Brutschub in den Völkern.


    Also ich würd´s wieder machen. wenn ich mit stärkeren Völkern angewandert wäre, hätt´s auch mehr Honig gegeben.


    Gruß Thorsten

    wer Rechtschreibfehler findet darf sie behalten, da hab ich noch genug von... Auch die längste Reise beginnt mit dem ersten Schritt....