Bodengitter oder nicht?

  • Hallo,
    ich bin absoluter Anfänger und habe noch keine praktische Erfahrung (bis jetzt nur Literatur).
    Ich möchte mit dem Beutebau beginnen (Magazinbeute; Zandermaß), da ich im Frühjahr von einem Imkerfreund Bienen bekomme.
    Nun beschäftigt mich aber die Frage des Bodens: offener Gitterboden ja oder nein????
    Welche Vor- bzw Nachteile hat dieses offene Bodengitter. Ist es überhaupt notwendig wenn man sowieso Varroabehandlung macht, oder hat es noch andere Gründe?


    Bin für jede Antwort dankbar.


    Viele Grüße Hummelche

  • hallo Hummelche,
    selberbauen ist OK, aber ohne geeignetes Werkzeug und Material isses Mist. Wer nich 2 linke Foten mit alles Daumen hat, das richtige Zeug dazu kanns wagen.
    Aber schau mal bei ebay.de nach, da sind unter Suchbegriff "Imker", gerade Zandermag´s im Umlauf. Sind als Startkapital gut und zum Nachbau als Vorlage SUUUPER.
    Noch ne Frage: Was haben Deine Umgebungsimker für Material???? Bau was passendes!!!! Gründe: Erstbeschaffung von Immen, ich brauch mal schnell Material, weil meine Kisten überquellen, Mitnutzung von Mittelwandformen .... um nur einige zu nennen.
    Haben die anderen DNM, kannste Langstroth Mag´s bauen, Anleitung dazu -ebay.de- weil in die Langis passt DNM rein, wenn bei den L-Rämchen die Unterleisten weggelassen werden. Damit bisste kompatibel. Ich kanns bestätigen- habs genau so gemacht, DNM- Hinterlader und Langstroth Mag´s(Magazine)
    Also gut überlegen!!!
    Gruß Knäcke

  • Hallo,
    erstmal Danke für die schnellen Antworten.


    Bumblebee
    Das mit dem Transport kapier ich ja noch, so wegen der Sauerstoffzufuhr nehm ich an. Aber ich werde max 5-8km wandern können wenn überhaupt.
    Aber das mit der Varroadiagnose leuchtet mir nicht so ein.
    Wenn ich in einen geschlossenen Boden eine helle Pappe oder auch ne Varroawindel einlege, komm ich doch genauso hin, oder denke ich da zu einfach?
    Oder gibt es noch andere Faktoren die ich beachten bzw wissen sollte?


    knaecke1959
    Danke für den Hinweis, aber ich glaub den Selbstbau bekomm ich schon hin (haben eine Schreinerei).
    Bei und wird überwiegend Zander und DN benutzt. deswegen hab ich mich für diese "Combibeute" entschieden. Da bekommt man ja beides rein, Zander oder DN.
    Eine Vorlage für die Beute habe ich ja von meinem "Imkermentor"(sagt man so???)bekommen.
    Nur mit diesem Boden habe einfach ein Problem.



    Warum sollte ich einen aufwändigeren Boden mit Gitter bauen, wenn es ein einfach herzustellender mit geschlossenen Boden es auch tut?
    Deswegen suche ich da nach Antworten bei den Profis im Forum.


    LG Hummelche

  • Weil abgefallene Varroen auch wieder hochkrabbeln können.
    Fallen sie durchs Gitter, sind sie raus.
    Auf einem geschlossenen Boden hüpfen sie auf die nächste Biene rauf, die vorbeikommt.


    Außerdem können dir Beuten mit Gitterboden ruhig einschneien, ohne daß du Angst vorm Ersticken der Bienen haben mußt.
    Und sie fühlen das Wetter besser.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hummelche schrieb:


    Warum sollte ich einen aufwändigeren Boden mit Gitter bauen, wenn es ein einfach herzustellender mit geschlossenen Boden es auch tut?
    Deswegen suche ich da nach Antworten bei den Profis im Forum.


    LG Hummelche


    Klar, warum unnötigen Aufwand treiben!
    Was aber wenns deinen Bienen gut tut?
    Was aber wenns dir bei der Varroabehandlung und Diagnose hilft?
    Was aber wenns einfach besser ist?
    Was aber wenns einfach der Stand der Technik ist?


    Nimm' dir mal den Liebig zur Brust, der erzählt dort auch einiges über den Gitterboden. Ich würde nie wieder ohne imkern! Bin kein Schreiner und habs trotzdem hingekriegt. Wenn du statt Gitter Lochblech nimmst, kannst du sogar noch einfacher zu bauernde Konstruktionen ersinnen.

    42

    ganz sicher

    nur nicht beim bee-space

  • sabi(e)ne schrieb:


    Auf einem geschlossenen Boden hüpfen sie auf die nächste Biene rauf, die vorbeikommt.


    Hallo Sabiene ich wusste nicht das bei dir Milben hüpfen können, 3 Zargen im März, und 6 im Mai, bei dir ist ja alles möglich. :lol::lol::lol:

  • Ok, ich glaub ich hab's einigermaßen kapiert.
    sabi(e)ne
    Das mit der Luft und dem Klima war ja relativ klar.
    Obwohl, wird das im Winter nicht ein wenig zugig und kühl von unten?
    Bei geschlossenen Beuten hab ich sogar schon Schwitzwasser am Boden stehen sehen (oder ist das dann gewollt?).
    Mit dem Durchfallen ist jetzt ziemlich einleuchtend. Mal davon abgesehen, das die Varroamilben bestimmt nicht auf ne vorbeischwirrende Biene hüpfen, oder?! :lol:


    reiner Schwarz
    Also Schreiner bin ich auch nicht. :wink: Aber familiär belastet (Opa, Vater, Bruder, Onkel).
    Aber nach genau den Antworten die du aufgezählt hast habe ich gesucht.
    Es gibt aber genug Beispiele wo Stand der Technik nicht gleich das richtige ist.
    Das "einfach besser", genau das hatte ich ja in Frage gestellt.
    Wenn man sieht oder merkt das es was bringt, ist der "Mehraufwand" ja eigentlich keiner.
    Und wenns den Mädeln gut tut dann sowieso.



    LG Hummelche


    PS: reiner Schwarz
    was ist denn ein "Imkerforums-Trøll-Allergiker" ????

  • :o Ich (und Männe) hab es schon gesehen, wie unten liegende Varroen wieder auf die nächste Biene stiegen, in einem Affentempo, genauso wie ich das Renntempo der Milben über die Wabe bestätigen kann.
    Wer es nicht selbst gesehen hat, glaubt's wahrscheinlich nicht, aber das ist nicht mein Problem.... :roll:

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hummelche,
    von unten zugig werden kann es logischerweise nur, wenn oben irgendwas nicht dicht ist, oder? :wink: 
    Und in die Segeberger (Styropor)Beuten hat man vor der Erfindung des Gitterbodens sogar ein Loch in den Deckel gemacht, um ein bißchen Durchzug und damit Abtransport von Kondenswasser zu haben. Mit Gitterboden hat sich das Problem erledigt.


    Klar ist es für die Bienen nicht optimal, direkt mit Gitterboden knapp über der Erdfeuchte zu sitzen, deswegen Henrys Kletterzarge und meine 3-R-Überwinterung, je weiter vom Boden weg, desto besser.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Hallo Sabi(e)ne,


    ich merke, ich muss noch viel Lernen. :oops:



    Mit den 3 Zargen das ist ja einleuchtend (Wärme steigt nach oben und so).
    Aber was ist denn eine "Henrys Kletterzarge"????




    LG Hummelche

  • Hallo Zusammen,
    ohne eingefettete Bodeneinlage kommen die Varroen auch durchs Gitter wieder hochgekrabbelt.
    Es sei denn, Ihr habt eine Ameisenstraße durch die Beuten.
    Aber dies ist ja nicht immer vorteilhaft.
    Viele Grüße
    Lothar

    Solange Menschen denken, das Tiere nichts fühlen,
    müssen Tiere fühlen, das Menschen nicht denken.

  • :o Lothar, wenn sie durchs Gitter sind, liegen sie unter der Beute, und haben keine Leiter.
    Da vermute ich aber doch mal ganz stark, daß dann die Ameisen schneller sind, oder?


    Hummelche : Henry stellt extra eine Kletterzarge (Zarge mit MWs?) unter für den Winter, weil sie dann eben ein Stück weiter vom Boden weg sind.

    "Meet me in a land of hope and dreams"
    Bruce Springsteen

  • Okay, dann mal eine etwas andere Sichtweise:


    1. Offene Boeden sind "in", das heisst aber nicht unbedingt "Stand der Technik"


    2. Offene Boeden sind fuer den Imker bequem, zumindest wenn sie sauber gearbeitet sind und eine Varroa Schublade haben.


    3. Vorteile bei schneller Herstellung der Wanderfaehigkeit, wenn keine andere Loesung


    4. Koennen fuer bestimmte Beutenkonstruktion und -materialien sowie Bienenmaterial, das regional nicht angepasst ist, erforderlich werden. Segeberger ist das Beispiel schlechthin.


    Diese Boeden haben auch einige Nachteile, u.a.:


    1. Sie sind teuer/ aufwendig in der Herstellung, Alternative normaler Boden mit Varroa Schale


    2. Fuer bestimmte Massnahmen zur Behandlung von Varroa ist sonst Schublade zwingend erforderlich


    3. Bei geschlossener Schublade gibt es Bereiche, die von den Bienen nicht gesaeubert werden koennen, Krankheiten & Schaedlinge.


    4. Nicht bienengemaess, unnoetiger Stress in kritischen Phasen


    5. Hoeherer Winterfutterverbrauch, dahinter verstecken sich noch einige andere Probleme.


    6. Varroabefall bei offenem Boden waehrend der Brutperiode wird gefoerdert.


    7. Hoeherer Wassergehalt im Honig


    Gruss


    H.